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jackiistz

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Ein Business Trip der es in sich hat

The Business Trip
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Was stellt ihr euch unter dem Titel "The Business Trip" vor? Habt ihr eine Ahnung, was sich für eine Geschichte hinter einer Geschäftsreise verstecken könnte, die dann auch noch ein Thriller sein soll? ...

Was stellt ihr euch unter dem Titel "The Business Trip" vor? Habt ihr eine Ahnung, was sich für eine Geschichte hinter einer Geschäftsreise verstecken könnte, die dann auch noch ein Thriller sein soll? Mir ging es ähnlich - ich hatte keine große Vorstellung und habe mich ahnungslos aus die Geschichte von Jessie Garcia eingelassen. Kann ein Business Trip so gefährlich sein, dass man sogar sein Leben dabei verlieren könnte?

Zwei Frauen, zwei Leben - und diese könnten unterschiedlicher nicht sein. Stephanie ist eine angesehene und sehr erfolgreiche Geschäftsfrau auf dem Weg zu einem Kongress. Jasmine ist das genaue Gegenteil von ihr. Sie hat es im Leben nicht weit geschafft, hat bei ihrer Geburt nicht die besten Karten ausgeteilt bekommen und ist jetzt sogar auf der Flucht vor ihrem gewaltbereiten Ex-Freund. Die beiden treffen sich rein zufällig auf dem selben Flug. Die eine soll dieser im Job weiterbringen, bei der anderen ist er die Fahrkarte raus aus ihrem alten Leben. Beide werden jedoch nicht dort ankommen, wo sie es eigentlich geplant hatten. Denn einige Tage nach deren Flug bekommen Freunde und Bekannte der beiden Frauen rätselhafte SMS. Von den Frauen selbst. So scheint es zumindest auf den ersten Blick. Hinter diesen Nachrichten versteckt sich aber jemand, mit keiner gerechnet hätte. Und es fällt ein Name. Beide Frauen nennen diesen in ihren Textnachrichten. Was hat es mit dem geheimnisvollen Mann auf sich? Steckt er hinter dem Verschwinden von Stephanie und Jasmine? Hat er den Frauen vielleicht sogar etwas angetan?

Zu einem guten Thriller sage ich nie nein und "The Business Trip" fand ich gleich sehr ansprechend. Der Klappentext machte schon Lust auf mehr und so habe ich mich in die Story rund um Stephanie und Jasmine fallengelassen. Es geht direkt sehr spannend und aufregend los. Man wird also sofort ins Geschehen hineinkatapultiert. Da die Kapitel an sich recht kurz gehalten sind, kommt man beim Lesen auch gut voran. Spannung baute sich gleich schon zu Beginn auf, da man einfach wissen wollte, wie es entweder bei Stephanie oder Jasmine weitergeht. Die beiden Charaktere finde ich auch sehr gut gewählt. Die eine hat ein tolles Leben (auf den ersten Blick) mit einem gut bezahlten Job, Freunden und zumindest dem Ansatz einer guten Familie. Die andere jedoch hatte nur Pech bisher und nicht einmal eine liebevolle Familie oder gar viele Freunde hinter sich. Es gibt nur ihren Partner, von welchem sie sich aber schnellsten lösen möchte. Dass die beiden im selben Flugzeug landen, ist der pure Zufall. Was ihnen im Anschluss an ihren Flug aber passiert keineswegs. Ich finde den ganzen Aufbau schon richtig klasse gemacht. Man steht dann irgendwann in der Mitte des Buches da und weiß plötzlich gar nicht mehr, was man glauben soll. Wem kann man hier vertrauen? Wer lügt? Wer führt was im Schilde? Toller Spannungsaufbau! An dieser Stelle und auch noch weit darüber hinaus war ich mir sicher, dass ich es mit einem 5/5 Sterne-Buch zu tun habe. Plot Twists kommen hier nämlich auch nicht zu kurz und das mag ich sehr. Das Ende jedoch hat mir nicht ganz so gut gefallen. Es lies mich etwas unbefriedigt zurück, wobei es schon Sinn ergibt. Ich hätte mir allerdings einen anderen Ausgang gewünscht. Wie dieser aussehen sollte, kann ich euch aber leider auch nicht sagen. Ich habe mich bei diesem Buch komplett treiben lassen und war immer sehr gespannt, was im nächsten Kapitel wohl passieren wird. Vielleicht geht es mir auch alleine so mit dem Ende des Buches. Es ist auf jeden Fall eine spannende und sehr aufregende Lektüre, die ich euch empfehlen kann. Das Buch war auch innerhalb kürzester Zeit ausgelesen und ich hatte großen Lesespaß währenddessen.

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Der letzte Teil - die letzte Stunde

Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde
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Diese Reihe verfolgt mich nun schon seit zwei ganzen Jahren - "Ever & After" von Stella Tack. Hier treffen vorlaute Teenager auf uralte Märchenfiguren, Vor- und Nachfahren der grausigsten Geschichten und ...

Diese Reihe verfolgt mich nun schon seit zwei ganzen Jahren - "Ever & After" von Stella Tack. Hier treffen vorlaute Teenager auf uralte Märchenfiguren, Vor- und Nachfahren der grausigsten Geschichten und einen dunklen Prinzen des es wach zu küssen gilt. Wer Märchen und die Figuren darin liebt, ist mit dieser Reihe gut versorgt. Nach Band 1 aus dem Jahr 2023 und Band 2 in 2024 konnte ich den dritten Teil in diesem Jahr nicht erwarten. Die Cliffhanger waren zu böse! Aber konnte das Ende dieser Reihe mich zufriedenstellen und war es der Geschichte würdig?

Rain fällt und fällt und fällt ganz tief. Bis sie plötzlich in einem fremden Wald aufwacht und sich nur zu gut an die vorherigen Ereignisse erinnert. Sie, im Thronsaal, zusammen mit ihren Freunden, ihrem Cousin, dem dunklen Prinzen und Rumpelstilzchen. Ihr Wunsch, der einzige und letzte, den sie sich gestatten kann. Und nun das: Sie ist quasi aus dem Himmel gefallen und auf der Erde aufgeschlagen. Mit nichts als ihrem Hochzeitskleid am Leib und dem Spiegel in ihrer Hand. Dieser berichtet Rain außerdem, dass sich ja ihr Wunsch erfüllt hätte und sie nun wieder am Anfang vom Ende steht. Ganz anders, als diese sich das allerdings erhofft hatte. Sie wollte doch nur, dass dieser ganze Spießrutenlauf endlich vorbei ist, sie ihre Familie und Freunde wieder hat und die Welt sich normal weiterdreht. Aber nichts da! Während sie nun hilflos im Wald umherwandelt, schicken andere ihre Soldaten aus um nach ihr zu suchen. Denn ihre Anreise auf der Erde ist alles andere als unbemerkt geblieben. Jemand hohes und wichtiges möchte sie für sich beanspruchen. Rain scheint wirklich am Anfang gelandet zu sein, denn nach Stunden des Umherwandels trifft sie auf Cole. Oder zumindest das, was sie für Cole hält. Ein junger Mann, wie Cole aus dem Gesicht geschnitten, der allerdings keine Ahnung zu haben scheint, wer sie ist. Wird Rain es schaffen Coles Erinnerung an sie zu wecken und wird er ihr helfen diese Geschichte zu einem zufriedenstellenden Ende zu bringen? Wer ist Cole eigentlich wirklich? Ist er mehr Cole oder Black? Oder vereint sich in diesem Junge vielleicht beides gleichermaßen?

Ich muss gestehen, dass ich den dritten Band der Reihe nicht erwarten konnte. Schon nach Band 1 war dieses eine Jahr quälend lang und ich wurde richtig kribbelig, was den Erscheinungstermin für Band 2 anging. Band 2 konnte auch auf ganzer Linie überzeugen und war so spannend, dass ich das dicke Buch nicht aus der Hand legen konnte. Umso schlimmer war natürlich wieder die Wartezeit von einem Jahr auf den dritten und abschließenden Band der Ever & After-Reihe. Nun konnte ich ihn aber endlich in Händen halten und kann zum Cover sagen, dass es echt gut gelungen ist und auch den Inhalt des Buches wieder hervorragend widerspiegelt. Das ist bei Band 1 und 2 ja auch schon sehr gut gelungen. Auch die Märchenfiguren und die Zitate zu jedem Kapitelanfang haben natürlich nicht gefehlt und versetzten mich wieder in eine nostalgische Stimmung. Ich liebe ja Märchen und als Kind habe ich diese regelrecht verschlungen. Auch wenn man heute selbstverständlich weiß wie brutal diese eigentlich sind. Und das ist wieder einer dieser Knackpunkte, die ich auch bei Band 1 und 2 schon angemerkt hatte. Aber nicht nur mir ging es so. Auch andere empfanden die Buchreihe als sehr brutal, blutrünstig und teilweise nichts für schwache Nerven. Dass es sich hierbei um eine Reihe für "jüngere" LeserInnen handelt, ist schwer nachzuvollziehen. Auch mir stockte das ein oder andere Mal der Atem bei den detaillierten Beschreibungen der Autorin. Trotzdem habe ich die Reihe sehr geliebt und die Geschichte rund um Rain, Avery, Cole, Holly und Co. genossen. Diesem Buch fehlt es genauso wenig an Irrungen und Wirrungen, wie seinen Vorgängern. An mancher Stelle kam ich gar nicht mehr richtig mit. Das ist mir in diesem Teil noch extremer aufgefallen, als in den beiden anderen. Am Ende war die Geschichte natürlich rund und es hat sich alles eingefügt. Man hat auf jedes noch so kleine Detail, welches irgendwann im Laufe der Geschichte erzählt wurde, gedacht und am Ende wurde alles für den Leser/die Leserin zufriedenstellend aufgeklärt. Da die Geschichte durch viele Zeitsprünge für mich aber manchmal zu unübersichtlich war, ist dieser Band für mich der schwächste. Gemocht habe ich ihn trotzdem. Sprachlich kann man nicht meckern. Die fast 700 Seiten sind nur so dahin geflogen. Auch machen die Bücher optisch einiges her. Jetzt, wo ich alle drei zusammen mit Farbschnitt besitze, sehen sie im Regal richtig toll aus. Natürlich sind sie auch einzeln ein Hingucker. Ich freue mich, dass diese Reihe zu einem guten Ende gekommen ist und werde sicherlich noch eine ganze Weile an Rains und Coalblacks Geschichte zurückdenken.

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Die Nebensaison

Alle weg
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"Alle weg" von Stefan Maiwald thematisiert das Leben während der Nebensaison, wenn alle Touristen abgereist sind und die einheimischen Italiener an der Adria wieder zur Ruhe kommen. Stefan Maiwald erzählt ...

"Alle weg" von Stefan Maiwald thematisiert das Leben während der Nebensaison, wenn alle Touristen abgereist sind und die einheimischen Italiener an der Adria wieder zur Ruhe kommen. Stefan Maiwald erzählt eindrücklich, wie er das Leben in den Wintermonaten in seiner Wahlheimat war nimmt und was diese kleine Verschnaufpause den Menschen, die dort leben, bringt.

Wir kennen es alle: Jeder möchte doch einen schönen Sommerurlaub im Süden verbringen. Ein ganz beliebtes Reiseziel (der Deutschen)? Italien! Bella Italia ruf jährlich so viele Menschen, dass das Land regelrecht von Touristen überschwemmt wird. Aber was passiert eigentlich, wenn die alle Ende September, Anfang Oktober wieder abreisen? Es kehrt Ruhe ein, auch in dem kleinen Städtchen Grado, in welchem unser Autor mit seiner Frau lebt und jedes Jahr auf's Neue den Andrang auch auf seine Stadt mitbekommt. Wenn dann alle wieder fort sind, gibt es gewisse Zeichen, die auf den Beginn der Nebensaison hindeuteln. Die Stammbar im Ort ist nicht mehr überfüllt von Menschen, die Einheimischen kommen dort wieder zusammen und das Allerwichtigste, der Fernseher in besagter Bar läuft wieder. Bei Pino wird dann lauthals über Politik, das gute, italienische Essen und allen Klatsch und Tratsch diskutiert. Aber wie sieht das Leben der Bewohner dieser Stadt sonst noch so aus? Was machen sie, während die Touristen wieder in ihre Länder zurückgekehrt sind und sich über den Winter kein Geld mit diesen verdienen lässt? Wird es langweilig? Wird der Alltag eintöniger ohne die vielen Menschen in den Straßen? Eines ist auf jeden Fall gewiss. Es kehrt Ruhe ein und es fühlt sich sogar fast so an, als würde man das "Sommerleben" besagter Stadt abstreifen, sodass diese wieder atmen und sich in ihrer eigenen Haut wohlfühlen kann.

Da wir gerade selbst aus dem Italien-Urlaub zurückgekommen sind, MUSSTE ich dieses Buch unbedingt lesen! Wir waren dieses Jahr das erste (richtige) Mal in Italien und haben dort fast 10 Tage Urlaub gemacht. Vor ein paar Jahren haben wir sogar für einen Tag die italienische Stadt Triest besucht, die in diesem Buch auch erwähnt wird. Sie hat uns damals schon unglaublich gut gefallen, aber dieses Jahr haben wir uns in die Toskana gewagt. Obwohl das Buch vom Leben an der Adria handelt, habe ich doch einige Parallele ausmachen können und oft über die Gepflogenheiten der Italiener geschmunzelt, da wir sie ähnlich erlebt haben. Ich fand das Buch sehr kurzweilig und für Zwischendurch auf jeden Fall super geeignet. Die knapp 200 Seiten hatte ich innerhalb weniger Stunden durch und fühlte mich gut unterhalten. Ich habe noch einiges über Italien selbst, die Stadt Grado und auch die Traditionen der Italiener gelernt, was ich extrem cool finde. Man bekommt einen perfekten Einblick in das Leben vor Ort, vor allem in der Nebensaison. Darum geht es ja auch bei "Alle weg" in erster Linie. Die Touristen verlassen das warme Land und die Einheimischen bleiben zurück. Sie langweilen sich aber keineswegs und haben ihre eigene Art mit den kalten Wintermonaten umzugehen. Sie sehen das Ende der Saison eher als leichtes Aufatmen. Man steht nicht mehr ständig unter Strom, weil man es allen Besuchern und Kunden recht machen möchte. Man kommt zu Atem und kann sich während der Feiertage im Dezember (die in Italien übrigens sogar bis in den Januar reichen) entspannen und das Fest mit seinen Liebsten genießen. Und wie dieses Fest dort genossen wird! Es war schön zu erfahren, wie der Autor mit deutschen Wurzeln auch seine Traditionen mit einbringen kann und toll zu lesen, welche Traditionen die Italiener zu Weihnachten haben. Was mir auch ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat, waren die kleinen und witzigen Anekdoten, die man sich in so einer kleinen Stadt oder auch im Dorf erzählt. Es kommen die wildesten Geschichten auf und die Bewohner müssen diese natürlich ausgiebig diskutieren. Nicht anders als in unserer kleinen Stadt hier in Deutschland. Ich mochte den Schreibstil auch echt gerne und kam gut damit klar. Wie schon gesagt, brauchte es nicht lange, bis ich mich durch das Buch gelesen hatte. Es war mein Highlight des Tages und gerade erst so frisch aus dem Urlaub zurück, hat es mir nochmal die totalen Italien-Vibes gegeben.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Außen hui, innen pfui?

The Witch Collector
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Der Name "The Witch Collector" von Charissa Weaks macht schon total neugierig auf den Inhalt des Buches. Und auch das Cover kann sich sehen lassen! Was für eine Tension wird alleine schon mit diesem vermittelt. ...

Der Name "The Witch Collector" von Charissa Weaks macht schon total neugierig auf den Inhalt des Buches. Und auch das Cover kann sich sehen lassen! Was für eine Tension wird alleine schon mit diesem vermittelt. Dass es dann noch um Hexen, Magier, alte Götter und einen Witch Collector geht, der eigentlich der Bösewicht in der Story sein sollte, was möchte man als Bookie mehr? Aber kann die Geschichte rund um Raina und den Witch Collector halten, was der Klappentext und das hübsche Cove versprechen?

Raina lebt in einem Dorf und das schon ihr ganzes Leben lang. Zusammen mit ihrer Mutter sind sie die beiden einzigen Personen, die in ihrer Hütte im Dorf noch übrig sind. Rainas Vater ist gestorben und ihre Schwester wurde den beiden Frauen entrissen. Das geschah vor einigen Jahren, denn jedes Jahr zur sogenannten Ernte kommt der Witch Collector in das Dorf und nimmt eine der jungen Frauen mit, um sie seinem König, dem Frost King, zu bringen. Dieser stellt die jungen Frauen dann als Witch Walker an. Die Witch Walker beschützen die Lande des Frost Kings mit Hilfe ihrer Magie. Auch in Raina steckt Magie, welche sie aber niemandem so richtig offenbart. Als stumme, junge Frau hat sie es sowieso schon nicht besonders leicht in der Gesellschaft, aber die Tatsache, dass sie stumm ist, bringt ihr auch einen großen Vorteil: Der Witch Collector hat sie all die Jahre nicht entführt, so wie all die anderen Frauen. Jetzt könnte man meinen, dass Raina sich aus diesem Grund bedeckt hält, allerdings sehen ihre Pläne ganz anders aus. Der Witch Collector muss sterben. Für die Entführungen all der Frauen und vor allem der ihrer Schwester. Als jedoch ein großes Unheil über das Dorf kommt, merkt Raina schnell, dass ihre Pläne manchmal einen anderen Weg einschlagen müssen um zu gelingen. Auch kann es passieren, dass man seinem ärgsten Feind das Leben retten muss...

Ich war ja nach der Leseprobe und dem Cover total angetan von diesem Buch. Einen schönen Farbschnitt gibt es auch noch dazu und für mich schien diese Story eine sichere Bank zu sein. Leider habe ich mich hier arg getäuscht... Ich wollte die Geschichte rund um Raina und Alexus, den Witch Collector, wirklich mögen. Aber ich war auch mehrere Male kurz davor das Buch abzubrechen. Es war einfach langweilig. Zu Beginn des Buches habe ich das nicht so empfunden. Man wurde direkt in die Geschichte hineinkatapultiert. Es ging gleich recht spannend und actionreich los. Leider ist diese Stimmung sehr schnell verflogen und es folgten sehr, sehr lange Kapitel ohne Spannung und auch ohne den geringsten Hinweis auf Spannung die aufkommen könnte. Auch bietet das Cover mehr Tension, als es die Geschichte jemals schaffen könnte. Zwischen Raina und Alexus ist für mich nicht wirklich Gefühl aufgekommen. Klar, es gibt eine Lovestory und ohne diese wäre das Buch noch langweiliger, aber die Gefühle, die man versucht hat zu transportieren, sind bei mir leider nicht angekommen. Auch habe ich mich mit vielen Begriffen schwer getan. Das sehe ich allerdings nicht als richtigen Negativpunkt an, da für mich sprachlich schwierige Worte einfach zu einem guten Romantasy- oder auch Fantasy-Buch dazu gehören. Das machte das Lesen aber auch nicht gerade flüssiger. Schön fand ich, dass zum Ende hin dann doch noch etwas Action passiert ist. Man hat auch einige der anderen Charaktere kennengelernt, was schön und mal ein bisschen Abwechslung rein gebracht hat. Nur wollte ich dann lieber die Story zweier anderer Paare aus dem Buch lesen, als die von Raina und Alexus. Sowohl der Charakter von Rainas bester Freundin, als auch der ihrer Schwester haben es mir sehr angetan. Bei den beiden würde ich liebend gerne erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Dass Raina stumm ist, finde ich jedoch klasse. Klasse in dem Sinne, dass dies mal eine andere Art von Protagonistin ist und hier gezeigt wird, wie stark eine junge Frau auch mit dieser Einschränkung sein kann. Die Idee dahinter war auf jeden Fall sehr gut. Leider konnte mich die Geschichte aber nicht so wirklich überzeugen und ich weiß noch nicht, ob ich die Fortsetzung lesen möchte, wenn diese erscheint. Wer viel Magie und Zauberei in Büchern aber mag, kann sich das Buch gerne einmal ansehen. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Die Vergangenheit vergisst nie

Die Verlorene
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Was kann man sich unter dem Titel "Die Verlorene" von Miriam Georg vorstellen? Eine Geschichte über eine Frau, die verloren zu sein scheint? Die vielleicht nicht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen ...

Was kann man sich unter dem Titel "Die Verlorene" von Miriam Georg vorstellen? Eine Geschichte über eine Frau, die verloren zu sein scheint? Die vielleicht nicht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll? Eines ist auf jeden Fall klar: Man ist bei diesem Roman auf den Spuren der Vergangenheit und findet vielleicht sogar eine alte Heimat wieder...

Änne erzählt ihrer Tochter und ihrer Enkelin manchmal von den Sommern in Schlesien, ihrem ehemaligen Zuhause. Nach dem 2. Weltkrieg kam Änne nach Deutschland und ist seitdem nie wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt. Wenn ihre Enkelin Laura weiter nachgebohrt hat, hat ihre Großmutter abgeblockt und dichtgemacht. Vieles wollte die rüstige Dame nicht erzählen. Zu schmerzhaft schienen die Ereignisse der Vergangenheit zu sein, zu schmerzhaft die Erinnerungen an ein anderes Leben. Als ein Schicksalsschlag jedoch das Leben alle drei Frauen beeinflusst, kommt wieder der Gedanke nach Antworten auf all die Fragen auf, die Änne nie bereit war zu beantworten. Vor allem Laura, deren Leben gerade auch eine große Wendung nimmt, möchte unbedingt mehr über das Leben ihrer Großmutter erfahren und macht sich kurzerhand auf nach Schlesien. Sie erhofft sich Antworten und möchte unbedingt erfahren, wie ihre Großmutter damals dort gelebt hat und was sie so erschütterte, dass sie nie wieder einen Fuß in das heutige Polen gesetzt hat. Dabei stößt sie auch auf Geheimnisse, die nie ans Tageslicht kommen sollten und so verwirrt und verstört zurücklassen. Kann Laura das Rätsel um Ännes Weggang aufklären? Woher kommt ihre Großmutter und wieso hat sie so große Angst vor der Vergangenheit?

Ihr müsst wissen, dass ich gerne mal einen Roman lese, der historische Ereignisse wiedergibt und in letzter Zeit landen viele Bücher mit Geschichten über den 2. Weltkrieg auf meinem Bücherstapel. Mich hat der Klappentext gleich gefesselt, da auch meine Familie damals aus Schlesien geflohen ist und in der Nähe von Frankfurt weitergemacht hat. Ich fühlte mich also gleich sehr verbunden mit Änne, Ellen (Lauras Mutter) und Laura selbst. Auch ich möchte schon lange mehr über die Vergangenheit meiner, leider bereits verstorbenen, Vorfahren erfahren. Dass Laura diesen großen Schritt wagt und nach Schlesien fährt um Antworten zu finden, finde ich so mutig und total inspirierend. Nachdem ich das Buch beendet hatte, wusste ich, dass ich es ihr unbedingt gleichtun möchte. Vielleicht, eines Tages, irgendwann möchte ich auch nach Schlesien fahren, die alte Heimat meiner Verwandten besuchen und sehen, wo und wie sie damals gelebt haben. Ich finde das richtig spannend und die Neugierde hat mich gepackt. Toll finde ich, dass das Buch zwei Sichtweisen hat. Die der Vergangenheit (man erfährt über Ännes Leben mit ihrer Familie auf ihrem Hof) und der Gegenwart (Änne, Ellen und Laura im Frankfurt 2019). So ergänzt sich die Geschichte super und man bekommt mit jedem weiteren Kapitel ein neues Puzzleteil geliefert. Auch den Schreibstil fand ich hier angenehm und ich kam super durch das Buch. Ich habe mir trotzdem etwas länger Zeit gelassen mit dem Lesen, da ich diese Geschichte einfach voll und ganz fühlen wollte. Ich fühlte mich den Charakteren und der ganzen Story so verbunden, dass es schon fast beängstigend war. Schon lange ist es mir bei einem Buch dieses Genres nicht mehr so gegangen. Mit der Auflösung bin ich auch zufrieden, wobei das Ende doch etwas schnell kam. Die Geschichte wurde lange und breit aufgebaut, das Ende flachte jedoch ziemlich schnell ab. Aber was gibt es auch mehr zu erzählen, als das, was Miriam Georg uns geschrieben hat? Richtig, nichts. Denn so war es und so endet es eben. Mich hat das Buch total berührt und es hallt sicher noch eine lange Zeit in mir nach.

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