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Veröffentlicht am 29.09.2022

Die Geschichte um Sisi und ihren Franz

Die Kaiserin
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„Die Kaiserin“ von Gigi Griffis ist der dazugehörige Roman zur neuen Netflix Serie mit gleichem Namen, die am 29.09.2022 ihr Debüt feiert. Sicher kennt jeder die Geschichte rund um die Kaiserin Sisi in ...

„Die Kaiserin“ von Gigi Griffis ist der dazugehörige Roman zur neuen Netflix Serie mit gleichem Namen, die am 29.09.2022 ihr Debüt feiert. Sicher kennt jeder die Geschichte rund um die Kaiserin Sisi in irgendeiner Weise. Diese romantische Liebesgeschichte hier zu lesen, brachte mich den Habsburgern und auch der wunderschönen Stadt Wien wieder ein wenig näher.

Sisi ist ein Wildfang und lässt sich nicht verbiegen. Auch wenn ihre Mutter es immer wieder versucht und ihr sogar mit dem Narrenhaus droht, sollte sie sich nicht unterwerfen und einen Herzog zum Mann nehmen. Doch Sisi will von alldem nichts hören. Anders als ihre Schwester Helene möchte Sisi selbst entscheiden, wen und wann sie heiratet. Bis dahin möchte sie ihre Zeit in Freiheit auf Wiesen und in Wäldern verbringen, auf dem Rücken der Pferde. Sie glaubt schon gar nicht mehr daran, dass sie irgendwann einmal selbst die große Liebe findet, bis sie zusammen mit ihrer Schwester und Mutter an den kaiserlichen Hof gerufen wird. Denn Helene soll den Kaiser Franz heiraten. Helene sieht dies als ihre Pflicht an und kann es auch kaum erwarten, den Kaiser kennenzulernen und seine Frau zu werden. Sie hofft, dass Franz sich während ihres Kennenlernens in sie verlieben wird. Und Franz verliebt sich tatsächlich, nur eben in die falsche Frau. Denn in Sisi sieht er diejenige, die gut für ihn ist und mit der er sein Leben verbringen möchte. Sisi geht es genauso und sie möchte plötzlich nichts lieber, als nur noch bei Franz zu sein. Das bringt sie natürlich in einen Zwiespalt, denn sie möchte ihre Schwester Helene nicht verletzen, aber andererseits ihre Gefühle für den Kaiser nicht unterdrücken und ignorieren.

Sehr gut am Buch selbst gefallen hat mir, dass man nur so durch die Seite geflogen ist. Die Kapitel waren recht kurz und somit angenehm zu lesen. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich das Buch durch. In jedem Kapitel wurde die Sicht einer anderen Person behandelt. Insgesamt waren es aber drei Personen, deren Sichtweise und Gefühle man hier kennenlernen durfte. Das waren natürlich Sisi und Franz, ganz klar, aber auch Helene, Sisi‘s Schwester. Diese musste eine Achterbahn der Gefühle miterleben und wurde (zumindest in ihren Augen) von dem wichtigsten Menschen in ihrem Leben verraten. Sie tat mir deshalb in manchen Situationen schon sehr leid. Aber natürlich kann ich auch Sisi und deren Gefühle verstehen. Wenn man sich verliebt, dann gibt es fast keine Grenzen und Regeln mehr. Auch wenn es der Kaiser höchstpersönlich ist, dem die Liebe gilt. Dass manche Dinge sich zur damaligen Zeit anders zugetragen haben, als es heute der Fall ist, ist mir klar gewesen. Jedoch haben mich manche Handlungen und auch Aussagen der Charaktere sehr erschreckt. Zum Glück hat sich da schon einiges getan bis heute. Ich fand die Geschichte rund um Sisi und Franz sehr romantisch und auch aufwühlend. Das Buch war unterhaltsam und es war schön wieder ein wenig mehr über den Kaiser und seine Gemahlin zu erfahren. Auch wenn ich mir hier noch ein Ticken mehr Geschichte gewünscht hätte. Ein wenig hat man ja schon über die damalige Situation in Österreich erfahren. Gerne wäre ich da aber noch tiefer gegangen. Da es sich hierbei allerdings um einen Liebesroman und die Geschichte sich um die Liebe von Sisi und Franz dreht, ist das schon ok. Nach dem Beenden des Buches war ich dann schon etwas traurig, dass die Geschichte zu Ende ist. Gerne hätte ich noch weitergelesen und erfahren, wie sich Sisi und Franz ein gemeinsames Leben aufbauen. Da es sich aber um das Buch zu einer neuen Serie handelt, könnte es ja gut sein, dass mit einer zweiten Staffel auch ein neues Buch auf den Markt kommen wird. Lassen wir uns überraschen. Die Serie werde ich mir auf jeden Fall auch ansehen.

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Veröffentlicht am 19.09.2022

Schön etwas über alte und seltene Kunstgegenstände zu lernen!

Die Kunstschätzerin
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In "Die Kunstschätzerin" von Sandra Byrd geht es um die junge Kuratorin Eleanor, die versucht das Geschäft ihrer Familie nach dem Tod ihres Vaters weiter am Laufen zu halten. Zusammen mit ihrem leicht ...

In "Die Kunstschätzerin" von Sandra Byrd geht es um die junge Kuratorin Eleanor, die versucht das Geschäft ihrer Familie nach dem Tod ihres Vaters weiter am Laufen zu halten. Zusammen mit ihrem leicht tütteligen Onkel mag das manchmal gar nicht so einfach sein. Vor allem nicht als Frau in der Geschäftswelt im Jahr 1866.

Eleanor ist begeisterte Kunstsammlerin und vor allem Kunstschätzerin. Sie hat ihr Leben komplett danach ausgerichtet und lebt für nichts anderes mehr. Nachdem ihre Jugendliebe Harry sich nicht mehr bei ihr gemeldet und einfach für eine lange Zeit nach Italien verschwunden ist, hat und sie nun nicht mehr die Hoffnung auf eine Heirat mit ihm. Deshalb widmet sie sich voll und ganz den Kunstgegenständen, die sie an feine, reiche Leute verkaufen möchte. Auch für den verstorbenen Lord Lydney, Harrys Vater, soll sie etwas in diese Richtung tun. Es geht um alle Kunstgegenstände, die sich auf dem Anwesen der Lydneys befinden. Da Harry und sein Vater allerdings zu Lebzeiten kein so gutes Verhältnis hatten, steht Eleanor nun in Konflikt. Soll sie die Schätze, die Harrys Vater jahrzehntelang gesammelt hat nun seinem ungeliebten Sohn übertragen oder sie einem Museum spenden? Da es sich bei dem möglichen Erben um Harry, ihre einst große Liebe handelt, weißt sie eine ganze Zeit lang nicht, was zu tun ist.

Wie oben schon gesagt ist es als Frau zu dieser Zeit keineswegs einfach sich zu behaupten und sich einen guten Namen zu machen. Viele Hindernisse stellen sich Eleanor in den Weg und man hatte oft das Gefühl, dass sie es nicht mehr aus ihrer Notlage herausschaffen wird. Geld ist ein großes Problem für die Firma ihres verstorbenen Vaters und kranken Onkels. Schulden haben sich angehäuft und Eleanor versucht für diese grade zu stehen. Sie ist ein Beispiel einer aufopferungsvollen Nichte, die alles für das Familiengeschäft und ihre Familie tun würde. Ein herzensguter Mensch, der auch einen starken Glauben an Gott hat. Gott ist auch immer wieder Thema in diesem Roman. Denn Eleanor besucht regelmäßig die Kirche und betet sehr oft zum Vater, der sie so manches Mal einfach nicht zu erhören scheint.
Ob Eleanor es letztendlich schafft das Unternehmen aus den Miesen zu holen und ob sie die Liebe zu ihrem Harry wieder entdeckt, möchte ich hier nicht verraten.

Das Buch an sich war doch sehr unterhaltsam, obwohl es eigentlich nicht zu dem Genre gehört, was ich normalerweise lese. Besonders interessant fand ich die einzelnen Kunstgegenstände und Eleanors feinen Blick darauf. Sie misst jedem Schatz eine besondere Bedeutung zu und erkennt eigentlich sofort, wenn es sich um eine Fälschung oder das Original handelt. Und welche Gegenstände sie alles in der Hand hatte! Da sind wirklich wahre Schätze dabei, die ich mir versucht habe vorzustellen. Dieser Aspekt des Buches hat es für mich erst so richtig interessant gemacht. Die Geschichte um Eleanor und Harry plätschert so dahin und es ist ein ewiges und ständiges Hin und Her mit den beiden. Da fand ich die Kunstschätze manchmal doch etwas spannender ;). An sich hat mich das Buch aber gut unterhalten und ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 06.09.2022

Sehr gut geschrieben, Ende kam allerdings sehr unverhofft

Stille blutet
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Der Thriller „Stille blutet“ von Ursula Poznanski handelt von einem brandaktuellen Fall, dessen Story mich direkt neugierig gemacht hatte. Es werden Themen wie Social Media und trendende Hashtags behandelt, ...

Der Thriller „Stille blutet“ von Ursula Poznanski handelt von einem brandaktuellen Fall, dessen Story mich direkt neugierig gemacht hatte. Es werden Themen wie Social Media und trendende Hashtags behandelt, mit denen wir uns selbst meist jeden Tag auseinandersetzen müssen.

Tibor Glaser gerät in Verdacht den Mord an seiner Ex-Freundin Nadine Just begangen zu haben. Die aufstrebende Moderatorin wurde sehr brutal und sogar mit eigener Vorankündigung umgebracht. Denn sie las vor laufender Kamera die Nachricht über ihren eigenen Tod vor. Natürlich ist ganz Wien bestürzt, wittert dahinter aber erst einmal eine Art der Selbstdarstellung Nadines und als sie dann tatsächlich wenig später tot aufgefunden wird, ist klar, dass es sich nicht einfach nur um einen Werbegag handelt. Tibor hilft es nicht besonders, dass er auch derjenige war, der seine Ex-Freundin tot aufgefunden hat und als dann noch mehr bekannte Gesichter aus Wien ermordet gefunden werden und lediglich Tibor als Verdächtiger in Frage kommt, zieht sich die Schlinge um seinen Hals immer weiter zu.

Die Story klang für mich von Anfang an sehr spannend. Dass solche brandaktuellen Themen wie Social Media behandelt werden, finde ich auch super. Das macht sie für den Leser, meiner Meinung nach, viel nahbarer. Denn fast alle von uns setzen sich tagtäglich mit den verschiedenen Socail Media Kanälen auseinander und sind dort aktiv. Deshalb wissen wir auch alle, was einzelne Kommentare, Likes und private Nachrichten für eine Gewalt haben können. Die bekommt in diesem Fall natürlich auch Tibor zu spüren, der als Mörder bereits gebrandmarkt ist. Aber auch die Polizei aus Wien hat mit den Folgen des Internets zu kämpfen. Die Recherchearbeit wird durch dieses nicht gerade erleichtert und auch bei so viel Aktivität muss man jedem, auffälligen Hinweis nachgehen.

Gleich zu Beginn des Buches passierte der Mord an Nadine. Weshalb es schon direkt sehr brutal losging und man sofort ins Geschehen geworfen wurde. Dann zog sich die Handlung allerdings ein bisschen. Auch das Ende fand ich etwas konfus und hätte es mir anders gewünscht. Was man allerdings sagen muss ist, dass ich im Laufe der ganzen Geschichte nicht einen Verdacht hatte, wer der Mörder am Ende sein könnte. Die Story blieb für mich rätselhaft und das ist als klarer Erfolg zu werten. Auch wenn ich sagen muss, dass die Enttarnung des Mörders mich doch überrascht hat und ich das Motiv für die Taten nicht stark genug finde. Wie eben weiter oben schon erwähnt, ist das ganze Ende etwas konfus. Spannend ist es aber allemal. Tibors Verhalten konnte ich in manchen Situationen nicht nachvollziehen. Wo andere schon längst die Polizei verständigt hätten, reitet er sich noch weiter ins Verderben. Wobei man nie weiß, wie man selbst in einer solchen Situation gehandelt hätte. Der starke Druck auf den jungen Mann ist auf jeden Fall deutlich zu spüren und auch seine Verzweiflung hat mich nicht kalt gelassen. Diese Gefühle kamen sehr gut rüber und ich habe förmlich mit ihm mitgelitten und gezittert. Große Sympathie konnte ich vor allem für Fina Plank aufbringen. Die kleine, junge und vor allem kluge Polizistin schaut auch mal über den Tellerrand und lässt sich, anders als ihre männlichen und auch ein wenig erfahreneren Kollegen, nicht so schnell zu einem Urteil hinreißen. Sie kommt wirklich menschlich rüber und vor allem wir Frauen erkennen uns bestimmt in der ein oder anderen Handlung von Fina wieder. So ging es mir jedenfalls. Neben der Hauptgeschichte rund um die Morde, blitzt immer mal wieder eine uns unbekannte Gestalt auf. Sie hat ihre eigenen, kleinen Kapitel im Buch und scheint auch sehr gefährlich zu sein. Da es sich bei diesem Buch um den Auftakt einer Serie handelt, werden wir hoffentlich noch mehr von dem großen Unbekannten lesen dürfen.

Alles in allem war das Buch eine gute Unterhaltung für mich. Der Text ließ sich sehr gut und flüssig lesen und den Schreibstil fand ich auch angenehm. Auch über die Story kann ich mich nicht groß beklagen, außer dass für mich das Ende und die Enttarnung des Mörders leider nicht ganz so zufriedenstellend war. Das ist aber vielleicht auch nur Geschmackssache.

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Veröffentlicht am 29.08.2022

Hätte mir mehr Gefühl gewünscht

Dieser Beitrag wurde entfernt
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In dem Roman „Dieser Beitrag wurde entfernt“ von Hanna Bervoets geht es in kritischer Art um das Leben im Internet. Im Social Media ist nicht immer alles Gold, was glänzt und es geschehen oft Dinge, die ...

In dem Roman „Dieser Beitrag wurde entfernt“ von Hanna Bervoets geht es in kritischer Art um das Leben im Internet. Im Social Media ist nicht immer alles Gold, was glänzt und es geschehen oft Dinge, die man sich gar nicht vorstellen mag. Das Internet ist mittlerweile ein Ort des Hasses, der Gewalt und der Selbstdarstellung geworden. In diesem Buch begleiten wir Kayleigh an ihrem etwas anderen Arbeitsplatz und tauchen selbst in die Welt der Grausamkeit ein.

Kayleigh braute dringend einen Job. Sie hat Schulden und bei denen soll ihr die Firma HEXA helfen. Ein Unternehmen, welches auf der Suche nach Leuten ist, die Beiträge im Netz checken sollen. Ist der Beitrag in Ordnung und kann so auf die Menschheit im Internet losgelassen werden oder muss er doch von vorne herein gelöscht werden? Mit dieser Frage setzen sich Kayleigh und ihre Kollegen im Team auseinander, während sie am Tag hunderte solche Beiträge ansehen müssen. Wie man sich vorstellen kann, ist das für den ein oder anderen psychisch sehr belastend. So kommt es, dass dann auch mal jemand durchdreht, weil er mit dem Druck und dem Gesehenen nicht zurechtkommt. Auch Kayleigh scheint es in ihrem neuen Job nicht allzu gut zu gehen. Ihre Beziehung mit ihrer Kollegin Sigrid leidet zunehmend unter deren Jobs. Hier stellen wir uns als Außenstehende nun die Frage, ob wir selbst einem solchen Job gewachsen wären.

Vorab, ich hatte mir hier unter diesem Buch eine völlig andere Geschichte vorgestellt. Mit seinen 112 Seiten ist es doch ein eher kurzes Buch, für welches ich nicht mal einen halben Tag gebraucht habe. Hier bin ich allerdings der Meinung, dass man die Geschichte noch weiter hätte ausschmücken und besser erklären könnte. Man erfährt zwar, dass Kayleigh Probleme hat, diese werden aber eher unterdrückt. Ihre Kollegen dagegen leben ihre Gefühle teilweise doch sehr stark aus und man merkt ihnen die Verzweiflung im Job an. Das hätte ich mir bei Kayleigh auch gewünscht. Ihre Beziehung zu Sigrid leidet, da Sigrid genauso wenig mit der Stelle bei HEXA klar kommt. Hier hätte Kayleigh sie mehr und auch besser unterstützen können. Es ist gut möglich, dass Kayleigh auf Grund ihrer eigenen Probleme dazu nicht in der Lage war. Aber auch das kommt leider nicht deutlich heraus. Spannend finde ich das Thema schon und in einem solchen Unternehmen arbeiten zu müssen, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Man sieht das Schlimmste vom Schlimmsten und das total ungefiltert. Man muss entscheiden, was gehört sofort gelöscht und was ist zumutbar. Meiner Meinung nach hätte es hier härtere Grenzen geben müssen. Denn im Buch werden natürlich auch Beispiele für solche Postings, Videos und Livestreams genannt. Bei mir wäre da der Button mit "gelöscht" viel häufiger zum Einsatz gekommen. Fraglich ist natürlich auch, dass die Mitarbeiter von HEXA einen täglichen Score erreichen müssen, damit sie nicht gefeuert werden. Psychologische Hilfe kommt hier auch nicht wirklich zum Einsatz, obwohl die Mitarbeiter so grausame Dinge sehen müssen. Das Thema ist auf jeden Fall brandaktuell und das Buch hätte wirklich gut darüber aufklären können. Das Potential ist in meinen Augen nicht ganz ausgeschöpft worden.

Mein Fazit: Es war interessant einen Blick hinter die Kulissen eines solchen Unternehmens werfen zu können. Die Abgründe, die sich im Internet auftun, haben wir bestimmt alle schon einmal auf die ein oder andere Weise kennengelernt. Wie es allerdings ist jeden Tag mit der Grausamheit konfrontiert zu werden, ist für viele von uns keine Realität. Jedoch hätte das Buch etwas mehr in die Tiefe gehen können und damit meine ich jetzt keine weiteren Beispiele. Ich hätte gerne mehr Gefühl gehabt. Die Protagonistin Kayleigh bliebt mir so leider etwas fremd und wurde mir nicht sympatisch.

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Veröffentlicht am 22.08.2022

Leider zu viele Fachbegriffe

Die Filiale
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„Die Filiale“ von Veit Etzold ist ein Thriller, bei dem alle Banker und Aktionäre sicher „Juhu“ schreien werden. Denn bei der beschriebenen Filiale handelt es um keine andere als um eine Bankfiliale.

In ...

„Die Filiale“ von Veit Etzold ist ein Thriller, bei dem alle Banker und Aktionäre sicher „Juhu“ schreien werden. Denn bei der beschriebenen Filiale handelt es um keine andere als um eine Bankfiliale.

In dieser geht es allerdings alles andere als mit rechten Dingen zu. Denn nach einem missglückten Banküberfall passieren noch weitere, unangenehme Dinge, die besonders der Bankangestellten Laura Jacobs das Leben schwermachen. Denn Laure erhält ein Schreiben ihrer Bank, dass sie bis zum Ende des Jahres ihr Haus verlassen muss, da die Bank das Grundstück verkaufen möchte. Laure lebt, wie viele andere ihrer Kollegen, in einer Siedlung, die die Bank eigens für ihre Mitarbeiter hat anlegen lassen. Doch nun soll ein ominöses Unternehmen die Siedlung kaufen wollen. Das heißt Laura, ihr Mann Timo und viele, weitere ihrer Kollegen müssen ihre Koffer packen und ihr Zuhause der Abrissbirne überlassen. Das möchten die Angestellten der Bank so nicht hinnehmen und gehen auf die Barrikaden. Auch Laura und Timo versuchen alles, damit sie in ihrem geliebten zuhause bleiben können, stoßen aber auf viel Wiederstand. Bis es letztendlich sehr gefährlich für Laura wird und sie nicht nur um ihr Haus, sondern auch um ihren Job und sogar ihr Leben bangen muss.

Vorab muss ich gestehen, dass ich mir die ganze Story etwas anders vorgestellt hatte. Auf Grund des Klappentextes und auch der Leseprobe, war ich nicht ganz auf das vorbereitet, was mich in dem Buch erwartete. Schön finde ich, dass man hier auch ein bisschen Fachwissen der Banker mitbekommt. In gewissen Maßen ist das wirklich spannend. Allerdings wurde mir dieses Fachwissen im Laufe des Buches doch zu viel. Ich habe die Sätze gar nicht mehr richtig gelesen, weil sie einfach zu viel theoretischen Stoff enthielten. Klar ist es toll, dass man auch einmal einen Einblick in Aktien, Wertpapiere und sogar das Dark Web bekommt, aber hier wurde (zumindest meiner Meinung nach) der Bogen überspannt. Mit etwas weniger von alledem hätte ich auch gut leben können. An für sich war die Story aber gar nicht so schlecht. Korrupte Bankangestellte, eine ominöse Firma, die den Markt in Deutschland erobern möchte und die leidtragenden Angestellten der Bank, die eigentlich nur dabei zusehen sollten, wie ihre Häuser weiterverkauft werden, ist kein unmögliches Szenario. Dass sich jemand dagegen zur Wehr setzt auch nicht. Dass dann aber Bedrohungen stattfinden und die Angestellten Angst um ihr Leben haben müssen, ist noch eine Nummer härter. Der Schreibstil war auch wirklich angenehm (bis auf die eben sehr zahlreich verwendeten Fachbegriffe, bei denen ich es im Laufe des Buches doch müde war sie alle korrekt und vollständig zu lesen). Ich kam somit auch schnell durch die Geschichte und fand dann das Ende (mit einem kleinen, aber feinen Cliffhanger) doch am spannendsten. So wie sich das liest, könnte das Buch hier eine Fortsetzung bekommen. Ansonsten war an Spannung über das gesamte Buch leider nicht viel zu merken. Es hat sich einfach keine Spannung aufgebaut und am Ende hatte man sogar das Gefühl, dass man schnell und IRGENDWIE zum Ende kommen müsste. Auch die Verantwortlichen waren mir schnell klar und somit wurde einem auch diese Spannung genommen. Die „Bösen“ gibt es natürlich in jedem Thriller. Hier hätte man sich dennoch öfter und besser erwähnen können. Das kam mir auch etwas zu kurz.

Das Buch an sich war jetzt nicht ganz schlecht und diente am Wochenende meiner Unterhaltung. Jedoch würde ich es kein zweites Mal lesen, weil es mir einfach nicht spannungsgeladen genug war und mich das Thema der Aktien, Wertpapiere trading, etc. grundsätzlich nicht interessiert. Wie oben bereits erwähnt, sollten Banker hier wohl frohlocken, denn für sie und alle, die sich für Aktien und Co. interessieren, ist das Buch sicher sehr spannend.

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