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Veröffentlicht am 16.11.2023

Eine sehr bewegende Lebens- und Liebesgeschichte.

Sag noch mal: Ich liebe dich
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"Er blickt in die Welt hinaus und sucht Trost in der Normalität der Samstagvormittag-Routine. Krankenhauspersonal, das mit Thermoskannen voll Kaffee ihren Dienst antritt. Familien, die ihre geliebten Angehörigen ...

"Er blickt in die Welt hinaus und sucht Trost in der Normalität der Samstagvormittag-Routine. Krankenhauspersonal, das mit Thermoskannen voll Kaffee ihren Dienst antritt. Familien, die ihre geliebten Angehörigen besuchen ..."
Steve ist einer dieser Angehörigen. Nach einem schweren Verkehrsunfall liegt seine Pippa ohne Bewusstsein im Krankenhaus. Wie es das Personal empfohlen hat, spricht er mit ihr, erzählt ihr seine Erinnerungen. Und auch in Pippa toben die Gedanken. So erfahren wir - abwechselnd aus beiden Perspektiven - die Geschichte ihres Kennenlernens, das Verlieben, den langen Weg in eine Beziehung. Aber auch, wie aus der jungen Liebe ein Ehepaar wurde, das sich langsam entfernt hat durch die Tiefen des Lebens ...
Trigger-/Spoilerwarnung:
In diesem Buch geht es um schwere Unfälle, Koma, Krebserkrankungen, unerfüllten Kinderwunsch mit allem dazugehörigen. Wenn dich diese Themen mehr als andere belasten, überlege gut, ob du dich darauf einlassen willst und beobachte dich beim Lesen.
Warnung Ende
Schon lange nicht mehr hat mich ein (Hör-)Buch so ergriffen! Aus den jungen Menschen, dem frisch gebackenen Fotografen und der angehenden Schauspielerin, wird ein glückliches Paar, das bald von schweren Schicksalschlägen gebeutelt wird. So lange, bis sie an sich selbst und ihrer Ehe zweifeln. Es ist ein steter Weg bergab, eine echte Geschichte, ohne Friede, Freude Eierkuchen. Oft so traurig, dass ich schlucken musste ... Und doch eine Geschichte voller Hoffnung und Liebe, Zusammenhalt und Freundschaft.
Gerade die wechselnden Perspektiven machen es noch interessanter, die Gedanken der Beiden, an denen wir teilhaben dürfen.
Aber auch ihre Freunde, die an ihrer Seite stehen, mit denen sie Partys feiern, lachen, die aber auch in schweren Zeiten für sie da sind, gaben der Geschichte zusätzliche Authentizität.
Keine leichte Kost, aber dafür um so realer und bewegender!
Fazit: Eine sehr bewegende Lebens- und Liebesgeschichte.

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Veröffentlicht am 15.11.2023

Ein Winter(Alb)traum in Kanada. Nicht überzeugend.

Wintertraum in Kanada
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"Es ist wunderschön", sagte Sara ehrfurchtsvoll.
"Wenn du einmal dein Herz an Kanada verloren hast, bekommst du es nie mehr zurück", erwiderte Winnie.

Und so ist es. Nach einem Urlaub in Kanada steht ...

"Es ist wunderschön", sagte Sara ehrfurchtsvoll.
"Wenn du einmal dein Herz an Kanada verloren hast, bekommst du es nie mehr zurück", erwiderte Winnie.

Und so ist es. Nach einem Urlaub in Kanada steht für Sara und Paul fest: Sie wollen auswandern. Doch erst müssen sie das Saras dominanter Mutter beibringen.
Im Internet kaufen sie ein Haus an einem bezaubernden See. Doch bei ihrer Ankunft stellt sich heraus: Es ist eine Bruchbude, eigentlich unbewohnbar. Nichts desto trotz versuchen sie, dort zu bleiben. Und rasch füllen auch Freunde und Familie das Haus, während sich Sara und Paul immer mehr entfremden.
Was habe ich mich auf die Geschichte gefreut! Auswandern nach Kanada, Schnee, gefrorene Seen, Winterwonderland! Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen. Die Protagonisten sind sehr flach, vor allem Saras Eltern konnte ich bis zuletzt nicht greifen.
Vor allem Mutter Jeanette, die über jedes Maß hinaus im Leben ihrer Töchter mitmischt, Sara eine große Hochzeit aufnötigt und ständig alle Grenzen überschreitet, ohne dass ihr jemand wirklich Einhalt gebietet.
Dazu das Haus am See ... jeder Sachverständige, Statiker oder Handwerker würde es sofort wegen Gefahr im Verzug räumen lassen. Die Mängel und wie damit umgegangen wird, ist einfach nicht stimmig oder glaubwürdig, dafür grob fahrlässig.
Im Umkreis gibt es nur einen Handwerker, der zwar ewig nicht erscheint. Als er dann aber kommt, ist er alles: Heizungstechniker, Installateur, Elektriker, bis zur Kaminsanierung scheint er überall der Fachmann zu sein.
Dass immer mehr Menschen die Aufforderung, sie doch zu besuchen, wahrgenommen haben, hat ja eigentlich Potential für unterhaltsame Szenen. Doch irgendwie wirkte es auf mich wie bei einem Bauerntheater, bei dem kurz vor dem Überraschungsende alle Protagonisten die Bühne füllen.
Auch hier kam das Ende überraschend. Die Enfremdung von Sara und Paul scheint schlagartig mit dem Umzug zu beginnen und löst sich nach einigen Geheimnissen quasi über Nacht.
So wurde aus dem Traum vom Auswandern ein Albtraum, der mich leider nicht überzeugt hat.
Schön hingegen waren die Beschreibungen des Landes, die Eigenheiten der Bewohner und ihr Zusammenhalt. Davon hätte ich gerne etwas mehr gehabt, dafür weniger Drama.
Fazit: Ein Winter(Alb)traum in Kanada. Nicht überzeugend.

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Veröffentlicht am 11.11.2023

Kurzweilig und unterhaltsam.

Man müsste mal – Nix gemacht und trotzdem happy
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„Lass uns doch einfach auch dumm werden!“
„Und wie soll das gehen?“
„Ja, keine Ahnung, aber noch sind wir ja schlau und können es herausfinden.“

Mit solchen und ähnlichen Ideen kann man seine Tage verbringen, ...

„Lass uns doch einfach auch dumm werden!“
„Und wie soll das gehen?“
„Ja, keine Ahnung, aber noch sind wir ja schlau und können es herausfinden.“

Mit solchen und ähnlichen Ideen kann man seine Tage verbringen, wenn man anerkannter Meister darin ist, nichts zu tun und trotzdem die Zeit rumzubringen.
In 16 kurzen Episoden lässt uns Tommy Jaud bereits zum zweiten Mal an seinem Alltag teilhaben. Ich habe mich bereits beim ersten Mal gut amüsiert und wollte deshalb gerne wieder mit ihm Stunden vertrödeln.
Und die Zeit lässt sich schön totschlagen, wenn sie damit verbringt, den Vogel zu jagen, der perfekt das Fertig-Geräusch der Waschmaschine nachpfeifen kann, oder die größten Schnäppchen jagt oder … einfach nur versucht, sich mit seinen vielbeschäftigten Freunden zu treffen um denen vorzujammern, wie wenig Zeit man hat.
Knappe 200 Seiten lang versüßt uns Tommy Jaud den Tag, gewohnt überzeichnet und sehr lustig!
Nichtsdestotrotz würde ich gerne wieder mal mit dem „Vollidiot“ meinen „Resturlaub“ verbringen, auch wenn er immer wieder einfließen lässt, dass sowas wohl nicht mehr passieren wird.

Fazit: Kurzweilig und unterhaltsam.

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Veröffentlicht am 11.11.2023

Ein unterhaltsamer Provinzkrimi, lustig und spannend!

Nur Hilde küsste wilder
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„Frau Kaiser, hören Sie bloß nie auf, zu erwähnen, wo sie das Comeback eingeläutet haben: hier bei uns, in Hirschweiler.“

Was für eine Aufregung, die Schlagerkaiserin feiert ihr Comeback auf dem Dorffest ...

„Frau Kaiser, hören Sie bloß nie auf, zu erwähnen, wo sie das Comeback eingeläutet haben: hier bei uns, in Hirschweiler.“

Was für eine Aufregung, die Schlagerkaiserin feiert ihr Comeback auf dem Dorffest in Hirschweiler. Doch nach einem eher misslungenen Auftritt sitzt sie erstmal in Untersuchungshaft. Ein Doppelmord ist geschehen und sie ist die Hauptverdächtige.

Definitiv eine Nummer zu groß für den Dorfpolizisten Jupp Backes. Aber die Hilde ist eine alte Jugendfreundin von ihm, und so ermittelt er wieder auf eigene Faust. Tapfer unterstützt ihn dabei seine Ehefrau Inge, ohne zu ahnen, was ihren Jupp und die Kaiserin verbindet.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich Jupp, Inge und Oma Käthe begleiten darf, und es ist jedes Mal ein großer Spaß! Ihre Methoden sind etwas – ungewöhnlich, da kommt der Humor auf keinen Fall zu kurz. Der Fall ist spannend und verworren, Motive gibt es einige.

Was mir besonders gefallen hat: Jupp ist ja alles andere als ein moderner Mann. Aber auch vor ihm macht die Emanzipation nicht halt und so wirkt er etwas gemäßigter als früher. Auch seine Inge düst neuerdings mit dem Auto durch die Gegend und geht arbeiten. Langsam und glaubwürdig entwickeln sich die beiden. Und Oma Käthe? Sie ist wie immer mein skurriles Highlight der Geschichte und verliebt sich – dabei verstößt sie leider gegen Jupps Hausregeln und muss sich ordentlich den Kopf waschen lassen.

Nebenbei ist auch noch der Hund der Kaiserin zu beaufsichtigen und hält Familie Backes auf Trab!

Dany R. Wood schreibt gewohnt locker und unterhaltsam, ein rundes Vergnügen!

Fazit: Ein unterhaltsamer Provinzkrimi, lustig und spannend!

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Veröffentlicht am 15.10.2023

Interessantes Thema, nicht ganz auf den Punkt gebracht.

Ent-Eltert euch!
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"Niemand wird tot umfallen, wenn du dein wirkliches Selbst lebst - auch wenn du das befürchtest. Nur die Verdrängung richtet Schaden an."
Seite 17
Wir alle kennen die klassischen GU-Ratgeber. Klar strukturiert, ...

"Niemand wird tot umfallen, wenn du dein wirkliches Selbst lebst - auch wenn du das befürchtest. Nur die Verdrängung richtet Schaden an."
Seite 17
Wir alle kennen die klassischen GU-Ratgeber. Klar strukturiert, Bilder, bunte Kästchen mit den wichtigesten Infos, etc. Dieser hier ist anders, und ich habe mich selten beim Lesen gefragt, wie ich das Buch umstruktieren würde für mehr Verständnis - hier schon.
Der Beginn von "Ent-Eltert euch!" liest sich mehr wie ein Sach-, als ein Fachbuch und so viel mir der Einstieg nicht leicht. Dann bieten die Autoren ein Füllhorn an Selbsterfahrung: den eigenen Kreis erkunden, die Polyvagaltheroie. Danach folgt ein Kapitel, in dem die Elterntypen vorgestellt werden. Um diese zu verdeutlichen, wurden für die jeweiligen Elternarten typische Gespräche eingefangen. Bei mir fühlte es sich eher wie eine Aufgabe an, auf deren Lösung ich (zu) lange warten musste. Nach vielen andren Abschnitten, erst ganz am Ende kommen wir auf die anfänglichen Gespräche zurück und zu Vorschlägen, wie diese anders laufen könnten. Dadurch hatte ich irgendwie das Gefühl, mich im Kreis zu drehen.
Dazwischen sind auch Kapitel wie "Wo wohnt dein Nein? Wo wohnt dein Ja?" oder auch Übungen zur Selbstregulation oder ein kollaboratives Satzbüffet (Karin Kuschik lässt grüßen).
Ein zentraler Punkt des Buches ist der Mentalog, ein Tool, das - soweit ich recherchieren konnte - von den Autoren stammt. Und hier habe ich mich beim Lesen gefragt, ob ich den Punkt, an dem erläutert wird, wie er funktioniert, versäumt habe. Ich habe sogar im Inhaltsverzeichnichnis geblättert, wo dieser detailliert beschrieben wird und musste feststellen - ich bin tatsächlich grad in dem Kapitel der Erklärung, aber irgendwie kam die Message erst spät bei mir an.
Trotz aller Kritikpunkte ist einiges an mir hängengeblieben, angefangen bei der Polyvagaltheorie, ich frag mich öfter am Tag, wo ich gerade stehe zwischen "Ich kann" und "Ich kann nicht mehr".
Auch habe ich schon meinen Mentalog fürs nächste Gespräch mit einer bestimmten Person im Kopf, um den blauen Elefanten sichtbar zu machen.
Für viele Erkenntnisse bin ich sehr dankbar, und ich werde das Buch wohl noch öfter zur Hand nehmen, um einige Kapitel gezielt durchzulesen.
Fazit: Interessantes Thema, nicht ganz auf den Punkt gebracht.

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