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Veröffentlicht am 10.02.2023

Unterhaltsamer Liebesroman mit Tiefgang!

Bissle Spätzle, Habibi?
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„Ernsthaft? Minder ist … Tinder für Muslime?“ wiederhole ich lachend. „Was gibt´s dann für Katholiken? KINDER?“
Seite 14

Amaya ist 30, Muslima und noch Single. Sogar ihr kleiner Bruder verlobt sich vor ...

„Ernsthaft? Minder ist … Tinder für Muslime?“ wiederhole ich lachend. „Was gibt´s dann für Katholiken? KINDER?“
Seite 14

Amaya ist 30, Muslima und noch Single. Sogar ihr kleiner Bruder verlobt sich vor ihr. Zeit für ihre Mutter und Schwester, sie auf Minder anzumelden und ihr einen Mann zu suchen. Und Mama wischt schon begeistert!
Um ihre Ruhe zu haben, lässt sich Amaya darauf ein und datet den netten Ismael – doch ihr Herz erobert sein bester Freund, der Schwabe Daniel. Wie soll sie das ihren Eltern beibringen?
„Bissle Spätzle, Habibi?“ hält, was es verspricht, und ist dennoch so viel mehr. Unterhaltsam, lustig, aber auch tiefsinnig erzählt uns die Autorin mit marokkanischen Wurzeln von Sitten und Gebräuchen, Vorurteilen und Problemen. Amaya ist Schauspielerin bei einer Daily Soap und hat schon mit ihrer Berufswahl für Aufsehen innerhalb der Familie gesorgt. Und jetzt auch noch einen Deutschen! Sie hält die Beziehung erst einmal geheim, doch je tiefer die Verbindung zwischen Amaya und Daniel wird, umso schwieriger wird es.
Immer an ihrer Seite, ihre beste Freundin Klara, die sie seit der Schule kennt. Wir durften in Zeitsprüngen miterleben, wie sie sich kennenlernten, nachts davonschlichen, um um die Häuser zu ziehen und wie sie immer füreinander einstehen. Durch diese Rückblicke erleben wir auch Amayas Aufwachsen und verstehen ihre Figur und ihre Handlungen dadurch viel besser.
Das Buch verbindet Hamburger mit Schwaben, Deutsche mit Marrokkanern, Tradition mit Moderne und Humor mit Tiefgang.
Mir hat es sehr gut gefallen, ich habe die Seiten nur so verschlungen und nach einigen Lachtränen auch welche der Trauer vergossen.
Fazit: Unterhaltsamer Liebesroman mit Tiefgang!

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Veröffentlicht am 27.01.2023

Der Lebens- und Liebesroman einer starken Frau, von den 80igern bis heute!

Bis es für immer ist
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„Euer Problem ist, dass das Timing nie passt“ murmelte George, aber nicht auf die übliche, neckische Art, sondern sehr viel ernster. „Ihr schafft es nie, zur selben Zeit ineinander verliebt zu sein.“

Doch ...

„Euer Problem ist, dass das Timing nie passt“ murmelte George, aber nicht auf die übliche, neckische Art, sondern sehr viel ernster. „Ihr schafft es nie, zur selben Zeit ineinander verliebt zu sein.“

Doch so einfach ist es nicht bei Jennifer und Nick. Wir lernen Jennifer 1986 auf dem Sprung ins Collegeleben kennen. Sie nennt sich Jen, hat ihren Style geändert und möchte endlich … dazugehören, Freunde haben, gesehen werden. Im Vorbereitungskurs trifft sie auf Nick und obwohl die beiden auf den ersten Blick wenig gemein haben, scheint etwas sie immer wieder aufeinandertreffen zu lassen.
Im Laufe der Jahre verlieren sie sich immer wieder aus den Augen, um sich dann unerwartet doch wieder über den Weg zu laufen.
Was diese Geschichte so besonders macht, ist, dass wir Jen/Jenny/Jennifer auf ihrem persönlichen Weg bis ins heute begleiten, und dabei an großen und kleinen Ereignissen dieser Zeit teilhaben. Wir feiern mit ihr die wilden 90iger, mit allem, was dazugehört. Wir stürzen mit ihr, rappeln uns wieder auf, verlieben uns, trennen uns. Legen Blumen ab für Lady Di, sehen die Welt beinahe untergehen und machen doch weiter. Und das alles erleben wir im heimlichen Star der Geschichte: London! Wir besuchen mit Nick und Jenny Plattenläden, erleben ihre Wiedersehen, meist in irgendeiner U-Bahnstation und besuchen so viele Orte, die ich beim Lesen direkt vor Augen hatte. Selbst in dieser Zeit großgeworden, musste ich schon alleine bei Jens Kleidungsstil lachen, die klobigen Schuhe, die wir wohl alle hatte oder haben wollten etc. … So habe ich mit den beiden auch ein Stück meiner Teenagerjahre wiedererlebt und neugierig die beiden beobachtet.
Beim Lesen wurde mir wieder klar, welche weltbewegenden Ereignisse sich auch in meinem Leben abgespielt haben, wie wir alle damit umgehen lernten und weitermachten, auch wenn es im ersten Moment so aussah, als würde die Welt für immer still stehen.
Jennifer ist eine unglaublich starke Frau, die zwar immer mal wieder Umwege macht, aber dennoch ihrem Ziel, in der Bücherbranche zu arbeiten, treu bleibt. Für mich als passionierte Leserin natürlich ein wahrgewordener Traum!
Und auf der anderen Seite Nick, dem erst klar werden muss, dass auch seine Leidenschaft für Musik eine Berufung ist und der sich in der rasch wandelnden Musikindustrie einen Namen macht.
Dies ist das zweite Buch, das ich von Sara Manning gelesen habe, und es hat mich besonders gefreut, dass sie nach „Zusammen sind wir einmalig“ eine gänzlich andere Geschichte gezeigt hat, die dennoch auf dieselbe Weise berührt und fesselt!

Fazit: Der Lebens- und Liebesroman einer starken Frau, von den 80igern bis heute!


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Veröffentlicht am 20.01.2023

Ein spannender, entzückender Liebes- und Hunderoman in der Weihnachtszeit.

Auf tapsigen Pfoten ins Glück
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Er knuffte Oliver ebenfalls gegen die Schulter: „Keine Sorge, mit der richtigen Frau macht auch der Ernst des Lebens Spaß!“

Und ernst ist das Leben im Moment zur Genüge. Jana Weißmüller ist eine erfolgreiche ...

Er knuffte Oliver ebenfalls gegen die Schulter: „Keine Sorge, mit der richtigen Frau macht auch der Ernst des Lebens Spaß!“

Und ernst ist das Leben im Moment zur Genüge. Jana Weißmüller ist eine erfolgreiche Glaskünstlerin, die sich gerade auf die schönste Zeit des Jahres vorbereitet. Heuer soll der Adventmarkt schon Anfang November beginnen und frisch von einer Fortbildung zurück möchte sie am liebsten gleich mit neuen, zerbrechlichen Kunstwerken beginnen, um ihren Verkaufsstand dort ordentlich bestücken zu können. Doch bei ihrer Heimkehr muss sie feststellen, dass in ihre Glaswerkstätte eingebrochen wurde und viele Stücke gestohlen oder zerstört wurden. Kurze Zeit später erhält sie bedrohliche Nachrichten und so beauftragt sie den Privatdetektiv Oliver Jones. Der unterbricht kurzerhand seinen Urlaub und zieht mit der Bordeauxdogge Scotty bei Jana ein, um verdeckt zu ermitteln.

Petra Schier vereint in ihrer Santa-Claus-Serie gekonnt die Elemente, die Weihnachten zu etwas Besonderem machen: Santa, seine Elfen und Rentiere, Plätzchenbacken, einen Weihnachtsmarkt, Liebe und… immer einen entzückenden Vierbeiner, der das seine dazu tut, damit die Liebenden zueinander finden. In diesem Band ergänzt sie diese gut funktionierende Mischung noch um eine ordentliche Portion Spannung. Denn die anhaltenden Angriffe auf Jana sind wirklich beängstigend und obwohl Oliver sehr erfahren und mit ganzem Einsatz dabei ist, scheint es keine Spur zu dem Einbrecher zu geben. Mit der exzentrischen Künstlerin, die Einhörner liebt und davon redet, zaubern zu können, hat er kaum etwas gemein, dennoch kommen sich die beiden rasch näher.
Das scheint Janas Verfolger noch mehr aus der Reserve zu locken und die Angriffe werden immer dramatischer.
Ich liebe diese Reihe von Petra Schier, dies war der erste Band, den ich als Hörbuch genossen habe. Und es ist erstaunlich, wie Henriette Schreurs einerseits die verträumte Jana, andererseits den soliden Oliver spricht. Wie in dieser Reihe üblich, hat auch Santa seine Auftritte und auch den vierbeinigen Helden wird eine Stimme gegeben. Und was für eine! Mehr als einmal habe ich laut losgelacht, wenn sie den aufgeregten, quirligen Scottie zu Wort kommen ließ, der Jana auch sofort ins Herz geschlossen hat.
Bis zuletzt bleibt es spannend, was die Übergriffe, aber auch die Liebesgeschichte betrifft. Dabei lässt die Autorin ihre Helden erwachsen mit Missverständnissen umgehen und schafft es, ohne künstliche Dramen eine glaubwürdige Geschichte zu erzählen, die das Herz wärmt!
Ich freue mich schon aufs nächste Jahr mit dem nächsten Band der Weihnachtsreihe!
Fazit: Ein spannender, entzückender Liebes- und Hunderoman in der Weihnachtszeit.

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Veröffentlicht am 26.12.2022

Unterhaltsamer Lokalkrimi mit einem wirklich gelungenen Plot

Mordsradau in Bad Vöslau
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„Dürfen Sie das eigentlich? Als Privatpersonen Polizeiprotokolle lesen und mich befragen?“

Seite 78



Tja, dürfen die Pokornys das? Sie wurden beim sonntäglichen Tatort vom Leiter des Triestingtaler ...

„Dürfen Sie das eigentlich? Als Privatpersonen Polizeiprotokolle lesen und mich befragen?“

Seite 78



Tja, dürfen die Pokornys das? Sie wurden beim sonntäglichen Tatort vom Leiter des Triestingtaler Immobilienverbandes, Herrn Mochacek, gestört. Zwei Mitglieder seines Verbandes sind binnen kurzer Zeit ums Leben gekommen und er bittet die Pokornys, sich das etwas genauer anzusehen.

Und die Polizeiprotokolle? Alte Freundschaften müssen gepflegt werden, und Gruppeninspektor Sprengnagel lässt sie immer mal wieder in interne Dokumente blicken. Sehr zum Leidwesen von Chefinspektorin Wehli, die die Einmischung der beiden Privatpersonen nicht gutheißt – obwohl diese mit ihrer Hartnäckigkeit und ihrem Instinkt Dinge ans Licht bringen, die ihr verborgen bleiben.

Wenn sie mich fragen, die beiden, also Toni und Willi Pokorny samt Beagelin Maxime dürfen das alles! Denn ihnen bei ihren Privatermittlungen in und rund um Bad Vöslau zuzusehen ist ein wahrer Genuss für mich als Leserin! Ich kenne die Gegend etwas und ich habe daher dieses Buch auf mehreren Ebenen sehr genossen! Es hat wirklich Spaß gemacht, mit den Pokornys einen Fahrer der Badner Bahn zu befragen, den Leobersdorfer Adventmarkt zu sehen und sie auf ihren kulinarischen Ausflügen in die Lokale der Gegend zu begleiten – Hunger garantiert!

Aber auch für Ortsfremde bietet „Mordsradau in Bad Vöslau“ spannende, unterhaltsame und durchdachte Unterhaltung!

Norbert Ruhrhofer hat mit den Pokornys ein liebenswertes Ehepaar geschaffen, die – gerade weil sie genügend Ecken und Kanten haben – rund und glaubwürdig wirken. Gekonnt vermischt er reale Schauplätze und kulinarische Genüsse mit seiner fiktiven Geschichte um einen Immobilienverband, der gerne auch mal mit etwas unlauteren Methoden arbeitet.

So wird bald, nachdem sie mit ihren Nachforschungen begonnen haben, ein weiteres Mitglied des Verbandes tot aufgefunden, dieses Mal eindeutig ermordet. Doch wer hat es auf die Makler:innen abgesehen? Unzufriedene Kunden gibt es einige und einer sticht besonders heraus.

Das Buch ist in der Gegenwart geschrieben, erst etwas ungewöhnlich aber gut und eindringlich zu lesen. Der Plot ist interessant und bis zu Letzt überraschend, eine spannende Geschichte, die nach einem packenden Show-Down glaubwürdig aufgelöst wird.

Auch die Nebenhandlungen, die Querelen mit der Wehli, die unglaubliche Informantin Frau Katzinger und der Bio-Berti, sie alle machen diese Geschichte zu einem Lesevergnügen und ich freue mich sehr auf die Fortsetzung!

Fazit: Unterhaltsamer Lokalkrimi mit einem wirklich gelungenen Plot!



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Veröffentlicht am 09.12.2022

Unterhaltsamer Provinzkrimi mit viel Humor

Prost, auf die Gaukler
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„Wollte Felix nicht auch mit seiner Marie kommen?“, plärrte Luise klatschend zu Tischler herunter.

„Keine Ahnung! Vielleicht war er so schlau und ist schon wieder gegangen!“

„Was?“

„Ich sagte, vielleicht ...

„Wollte Felix nicht auch mit seiner Marie kommen?“, plärrte Luise klatschend zu Tischler herunter.

„Keine Ahnung! Vielleicht war er so schlau und ist schon wieder gegangen!“

„Was?“

„Ich sagte, vielleicht ist er bereits geflüchtet!“

„Was?“

„Die Musik ist super!“

Seite 7



Gut, dass Geschmäcker verschieden sind! Glaubt man den weiblichen Fans, die am Eröffnungsabend das Brunngrieser Volksfest stürmen, so ist Ron Goldinger der beste Sänger der Welt. Fragt man die Männerwelt, so wird man wohl eher von einem alternden Schlagerstar hören, dessen beste Zeiten vorbei sind.

Und so verschieden gestaltet sich auch die Liste der Verdächtigen, als genau dieser kurz nach seinem Auftritt tot aufgefunden wird. Erschossen mit einem Pfeil aus einer Armbrust. Da machen sich rivalisierende Fanclubs ebenso verdächtig wie eifersüchtige Ehemänner.

Tischler und Fink tauchen, unterstützt von Dackeldame Resi, tief in das Metier ein, um alle Verdächtigen aufzustöbern. Und so folgen wir den beiden durch das ganze Buch täglich zum Volksfest, um Schießbudenbesitzer, Bierbrauer und Geisterbahnbesitzer zu befragen. Dazu gehören auch ständige kulinarische Höhenflüge, und so begleiteten mich durchgehend ein leichtes Hungergefühl und ein andauernder Gusto auf gebrannte Mandeln, halbe Hähnchen und Lebkuchenherzen.

Neben dem Hauptschauplatz am Volksfest bringt uns der Autor dieses Mal auch nach München, zurück in Tischlers altes Hoheitsgebiet. Hier glaube ich, eine gewisse Sehnsucht unseres Protagonisten zu verspüren und hoffe sehr, dass er Brunngries trotzdem erhalten bleibt! Auch die Frauenwelt spielt eine große Rolle, einerseits bei den Verdächtigen, andererseits bei Tischler und Fink selber. Während Tischler gerade Strohwitwer ist, genießt Fink seine frische Liebe zu Marie. Toll dabei auch die Beziehungstipps der Ermittler untereinander!

Ich mag Kalpensteins Humor, gerne auch mal etwas platt, zB wenns um die Mehrzahl einer Armbrust geht. Aber was ich besonders zu schätzen weiß: Auch wenn Fink auf den ersten Blick mit seinem Trachtenjanker und der intensiven Beziehung zu seiner Mama ein wenig einfältig wirkt, so ist er Tischler ebenbürtig und sticht durch Fleiß, Intuition und körperlichen Einsatz hervor!

Mir hat der Ausflug in die Welt der Schlagersternchen und Schausteller gut gefallen, auch wenn für mich die Passagen auf dem Volksfest etwas zu viele und zu lange waren.

Fazit: Unterhaltsamer Provinzkrimi mit viel Humor und einigen Längen.



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