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Veröffentlicht am 14.04.2020

Dancing Queen

Nur Rudi tanzte schräger
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„… legten die zwei Tanzpaare jeweils Wange an Wange einen absolut heißen argentinischen Tango hin – heißer als jede Gulaschkanone.“



Ja, heiß geht es wieder her bei Jupp Backes. Um des lieben Hausfrieden ...

„… legten die zwei Tanzpaare jeweils Wange an Wange einen absolut heißen argentinischen Tango hin – heißer als jede Gulaschkanone.“



Ja, heiß geht es wieder her bei Jupp Backes. Um des lieben Hausfrieden willen lässt er sich von seiner besseren Hälfte Inge zum Tangokurs verdonnern – und Oma Käthe legt natürlich auch eine flotte Sohle aufs Parkett. Ob das eine gute Idee war? Inges Zehen haben ganz schön zu leiden unter seiner Tollpatschigkeit und der argentinische Tanzlehrer Julio versucht ehrgeizig, auch noch das Letzte aus seinen Schülern rauszuholen.

Nicht jeder ist davon begeistert – aber wird er deswegen am nächsten Tag tot aufgefunden? War das wirklich ein Unfall?



Jupp ist sich da nicht so sicher und ermittelt rasch auf eigene Faust. Da wird mal schnell der Dienstweg abgekürzt und Inge und Oma Käthe zum Ermitteln verdonnert – das kann nur amüsant werden!

Jeder der ehemaligen Tanzkollegen wird verdächtigt und bei ihren Befragungen stoßen sie – sehr zur Unterhaltung des Lesers - auf brisante Details über ihre Bekannten, die sie lieber nicht hätten wissen wollen.

Und auch im Rathaus geht es heiß her, des Bürgermeisters Hochzeit steht an, Doris will aus dem Hasenkäfig raus und Elvis-Günther soll auf einmal zum Michael werden…



Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich mit Familie Backes ermittelt habe. Aber schon nach den ersten witzigen Szenen hatte ich sie alle wieder vor Augen: Den etwas altbackenen Jupp, Inge, die immer ihre Ehe aufpäppeln will und ihn zwangsbeglückt, Oma Käthe, junggeblieben und schräg und dann noch der FKK-Nachbar. Sie alle haben mir gefehlt und es war eine willkommene unterhaltsame Ablenkung vom momentan auch etwas skurrilen neuen (Corona)Alltag.

Gottes Tiergarten ist groß und artenreich – und Dany R. Wood hat absolut liebenswert-schräge Exemplare in seinem Buch vereint. Denn auch die Tanzpaare bieten so einige Überraschung! Bei all der Situationskomik (noch nie hat heißer Tee zu solcher Missinterpretation geführt ;) )kommt aber auch der Fall nicht zur kurz. Bis zu Letzt tappt man mit Jupp im Dunkeln, und doch ist die Auflösung absolut stimmig und sorgt noch Mal für Spannung hintenraus.



Fazit: Ein heißer, schräger neuer Fall für Familie Backes – gewohnt unterhaltsam und überraschend!

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Veröffentlicht am 04.04.2020

Authentisch und liebenswert!

Meine Inselbuchhandlung
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„Mit einem albernen „Was kann ich für Sie tun?“ wird bei mir keiner begrüßt. Die Frage käme mir gar nicht über die Lippen, sie würde mir im Hals stecken bleiben.“
Seite 110

Auf etwas über 200 Seiten lässt ...

„Mit einem albernen „Was kann ich für Sie tun?“ wird bei mir keiner begrüßt. Die Frage käme mir gar nicht über die Lippen, sie würde mir im Hals stecken bleiben.“
Seite 110

Auf etwas über 200 Seiten lässt uns die Autorin Petra Dittrich tief blicken. Sie erzählt offen und ehrlich von ihrem Heranwachsen auf Rügen, ihrer Zeit in Berlin und ihrer Heimkehr auf die Insel. Von Partys und unterschiedlichen Jobs, bis ihre „Bestimmung“ sie ereilte.
Sie riskierte es, eine eigene Buchhandlung zu eröffnen, klein, fein, gut sortiert und mit viel Charme. Vom Einrichten mit individuellen Möbeln, dem dazugehörenden bezaubernden Garten bis zu besonderen Verkaufsgesprächen. Davon, wie es sich nach und nach ergab, dass sie pro Jahr an die 20 Lesungen veranstaltet, mit namhaften Autoren die den besonderen Flair und ihre ganz eigene Betreuung zu schätzen wissen.
Von kleinen und großen Pannen, die es da schon mal geben kann –und wie sie diese mit viel Engagement, Herzblut und guten Freunden und dankbaren Kunden jedes Mal zum Guten wenden konnte.
Das ganze lockert sie auf – mit ihren persönlichen Lieblingsbüchern, sehenswerten Plätzen auf Rügen und zu Herzen rührenden Katergeschichten!
Und mit jeder Seite macht sie einem Lust – Lust aufs Leben, auf Herausforderungen und auf ein gutes Buch abseits vom Mainstream!
Fazit: Die offene und berührende Geschichte einer außergewöhnlichen Frau und ihrer ganz besonderen Buchhandlung!


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Veröffentlicht am 20.03.2020

Möge ich sicher sein...

Ich lieb mich, ich lieb mich nicht …
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Gönn dir mal ein wenig Blödsinn: „Achtsamkeit ist mehr als Siebensamkeit, aber weniger als Neunsamkeit!“

Seite 42



Wer von uns könnte nicht ein wenig mehr brauchen an Selbstwert, Selbstliebe, Selbstakzeptanz?

In ...

Gönn dir mal ein wenig Blödsinn: „Achtsamkeit ist mehr als Siebensamkeit, aber weniger als Neunsamkeit!“

Seite 42



Wer von uns könnte nicht ein wenig mehr brauchen an Selbstwert, Selbstliebe, Selbstakzeptanz?

In ihrem bunt illustrierten Buch gibt uns die super-sympathische Kabarettistin Nadja Maleh Tipps, wie wir unsere Beziehungen verbessern, die zu uns selbst, zu anderen und der Welt.

Und stellt dabei Fragen wie „What would Jesus do?“ oder ersatzweise „Was würde jemand tun, der sich selbst liebt?“ – eine sehr interessante Frage, denn die meisten verwenden im Umgang mit sich selbst Worte, die sie ihrem Feind nicht sagen würden.

Mit ihren Geschichten, selbst gezeichneten Bildern und ihrem ganz eigenen Humor gibt sie wertvolle Impulse selber Schritt für Schritt ein wenig mehr leiden kann und sich so letzten Endes endlich selbst zur besten Freundin wird. Dabei dürfen wir lernen, dass Fehler Gold wert sind und auch so geschmückt werden sollen, dass uns jede schlechte Beziehung doch auch etwas Gutes gezeigt hat und wir uns selbst auch gerne mal was Gutes gönnen dürfen!

Mit ihrer liebenswerten Sicht auf die Dinge hat sie mich von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten und mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht!



Fazit: Ein unterhaltsames Buch, das einen bei dem Weg zu mehr Selbstliebe humorvoll unterstützt!

Veröffentlicht am 20.03.2020

Möge ich sicher sein...

Als ich dem Tod in die Eier trat
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„Mich beherrschten die Gedanken an die bevorstehende Zeit: Wird die Behandlung erfolgreich sein? Wie definiere ich Behandlungserfolg? Schaffe ich es, nebenbei meine Selbstständigkeit vorzubereiten?“
Seite ...

„Mich beherrschten die Gedanken an die bevorstehende Zeit: Wird die Behandlung erfolgreich sein? Wie definiere ich Behandlungserfolg? Schaffe ich es, nebenbei meine Selbstständigkeit vorzubereiten?“
Seite 137

Alexaner Greiener steht mit beiden Beinen fest im Leben. Sportlich, beruflich erfolgreich, als er mit der Diagnose Hodenkrebs konfrontiert wird.

Erst Mal bewundere ich die Offenheit, mit der der Autor über dieses schwierige und auch „intime“ Thema schreibt. Im ersten Teil des Buches berichtet er nüchtern und fast emotionslos von den Untersuchungen und seinen Gedanken. Erst im weiteren Verlauf wurde mir klar, dass das daran liegt, dass er erst genauso mit seiner Erkrankung umging. Ein kleines Hindernis, rasch überwunden, fertig.
Doch leider sah die Realität anders aus und konfrontiert mit einer ungewissen Zukunft beginnt der Autor, sein Leben völlig neu auszurichten, seine Familiengeschichte aufzuarbeiten und vieles neu zu definieren. Er sucht seinen Weg, bekommt ungefragt Tipps zur ultimativen Heilung und Wundertröpfchen aber auch wirklich wirksame Unterstützung ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung.
Seine Geschichte und sein Weg haben mich sehr berührt, seine ehrliche, reflektierte Art ist einfach bewundernswert und sein Buch macht Mut. Auch Mut, Ärzte zu wechseln, hinzusehen, sich zu informieren und so einen individuellen Heilungsweg zu finden!
Ein unglaubliches Buch und ein bewundernswerter Autor – dem ich alles Glück und vor allem viel Gesundheit wünsche!

Veröffentlicht am 28.02.2020

Nicht nur eine Fluchtgeschichte, sondern eine Geschichte über das Leben, die Vergangenheit und Zukunft!

Wir waren Niemand. Meine Flucht aus Rumänien. Von Temesvar nach Graz 1989.
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„Was brauchen wir schon die Zeit Und die Geschichte, die uns ständig vorschreibt, wen wir lieben und wen wir hassen sollen, wer unser Freund und wer unser Feind ist?

Es sind eigentlich die Toten, die ...

„Was brauchen wir schon die Zeit Und die Geschichte, die uns ständig vorschreibt, wen wir lieben und wen wir hassen sollen, wer unser Freund und wer unser Feind ist?

Es sind eigentlich die Toten, die uns befehlen, denn wir klammern uns an irgendwelche alten ‚Vorstellungen, Erfindungen und Ideologien.“

Seite 42



1989, kurz vor Ausbruch der Revolution, gelang dem damals 15järigen Autor die Flucht aus Rumänien. Es war sein dritter Versuch, ein Land zu verlassen, das auf der einen Seite seine Heimat, auf der anderen sein Feind war.

In teils sehr kurzen Abschnitten erzählt Milan Radin von seiner Flucht, beginnend mit dem zweiten, endend mit dem ersten Versuch. In Rückblicken lässt er uns teilhaben an seiner Jugend, die auf der einen Seite so normal ablief, mit Fussballspielen auf der Straße, Bandenkämpfen und dem Austesten der Grenzen. Und auf der anderen Seite stark geprägt war von den strengen Vorgaben des allmächtigen Staatsoberhauptes, der Willkür seiner ausübenden Helfer und der ständigen Angst, selbst die engsten Freunde könnten für den Staat spionieren. Von Lebensmittelrationen und Nummern, die man auf dem Oberarm tragen musste, statt Namen. Da muss man nicht lange über Fluchtgründe schreiben, das alltägliche Leben zeigen sie nur zu deutlich.

Viele Aspekte der Flucht glaubt man, zu kennen. Aber was es heißt, nicht mal den besten Freunden, den Nachbarn Lebewohl sagen zu können, auszusortieren, was man mitnimmt, welche eigentümlichen Wertigkeiten da entstehen, Angst, im falschen Land aufgegriffen und zurückgeschickt zu werden… Um das auch nur ansatzweise zu begreifen, braucht es berührende, ehrliche Zeitdokumente, wie Milan Radin es mit „Wir waren Niemand“ geschaffen hat! In Österreich ging sein Kampf weiter, um Anerkennung seiner Ausbildung, um die Finanzierung seines Studiums. Und es freut mich, dass er in meiner Heimat Menschen fand, die an ihn glaubten, ihn unterstützten und ihn aufnahmen. Deshalb hätte ich persönlich gerne mehr über diesen Teil seines Lebens noch mehr erfahren! Beeindruckend auch Milan Radins Reise zurück in seine alte Heimat – die eine andere Stadt voller Fremder wurde. Bedingt durch den Umbruch heißen alle Straßen neu, viele seiner Freunde sind auf der ganze Welt verstreut.



Auch wenn mir der Einstieg in dieses Buch aufgrund der starken Zeit- und Themensprünge sehr schwer fiel, konnte ich es dennoch kaum aus der Hand legen. Das liegt zum großen Teil auch an Milan Radins Erfahrung und den Meinungen seiner Freunde und zufälligen Bekanntschaften, die er immer wieder eindrucksvoll einfließen lässt und die auch uns nachdenklich stimmen sollten, in was für einer „freien“ Welt wir tatsächlich leben.

„Die Welt ist leer… Niemand träumt mehr, niemand läuft mehr irgendwelchen Idealen nach. Statt Gotteshäuser bauen sie riesige Stadien. (…) Und in den Himmel wollen sie auch nicht mehr, sondern alle nur noch ins Fernsehen. (…) Sie leben nur noch, weil sie zu feige sind zu sterben!“ – Maria, Seite 284



Und so können, nein müssen, wir alle aus dieser Geschichte über die Vergangenheit viel über die Gegenwart lernen!