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Veröffentlicht am 27.09.2025

Turbulente, unterhaltsame Geschichte über die (Vor-)Weihnachtszeit in einer neu zusammengewürfelten Familie.

Immer muss man selber feiern
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"Verdammte Axt, Nick! Was ist bloß mit uns passiert?
Knappe Antwort?
Weihnachten ist passiert."
Prolog
Dabei ist Weihnachten doch die schönste Zeit im Jahr für Nele! Alles wird stimmungsvoll geschmückt, ...

"Verdammte Axt, Nick! Was ist bloß mit uns passiert?
Knappe Antwort?
Weihnachten ist passiert."
Prolog
Dabei ist Weihnachten doch die schönste Zeit im Jahr für Nele! Alles wird stimmungsvoll geschmückt, jede Menge Lichterketten verzieren die Räume ...
Doch vor Kurzem ist Nele mit ihrer großen Liebe Nick zusammengezogen, gemeinsam mit ihren beiden Kindern. Und jetzt stellt sich heraus, dass er mit all dem Weihnachtszeug nichts anfangen kann! Dabei lieben Nele, ihre Kinder und ihre Freundinnen ihre Rituale in der Vorweihnachtszeit. Mit jeder Lichterkette sinkt die Stimmung und als dann auch noch die Geschenke der Kinder verloren gehen und die Schwiegermutter vor der Tür steht, ist es endgültig vorbei mit der Freude.
Ellen Berg hat mich ab der ersten Seite einfach mitgerissen! Die Geschichte beginnt am 23. Dezember mit einem großen Knall, und dann erzählt uns Nele, wie es überhaupt so weit kommen konnte.
Was habe ich mich amüsiert! Nele ist so entzückend, mit ihrer Deko, ihrem Baumaussuchen, Treffen mit Freunden, dem Nikolaus, der ins Haus kommt! Doch Nick ist gar nicht begeistert von all dem, am liebsten würde er Weihnachten wohl aus dem Kalender streichen. Und so wird jedes ihrer geliebten Rituale zum Streitthema und obwohl die beiden sich lieben, scheinen sie immer weiter auseinanderzutreiben. Gut, dass Nele Rückhalt bei ihren ebenso liebenswerten wie lustigen Freundinnen hat! Gemeinsam kämpfen sie um die Geschenke und ihre geliebte Vorweihnachtszeit!
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und würde am liebsten sofort wieder auf der ersten Seite beginnen!
Denn jeder kennt das, obwohl man sich vornimmt, es ruhig angehen zu lassen, reißt einen der Weihnachtstrubel mit und irgendwann haben wohl die meisten von uns den Punkt erreicht, an dem sie sich nur noch wünschen, es wäre der 25. Dezember. Gerade weil einem das so bekannt vorkommt, hat mich Neles Drama so gut unterhalten.
Alle Jahre wieder, hoffe ich und freue mich jetzt schon auf den nächsten Weihnachtsroman von Ellen Berg!

Fazit:
Turbulente, unterhaltsame Geschichte über die (Vor-)Weihnachtszeit in einer neu zusammengewürfelten Familie.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Weihnachten mit der lieben Familie? Nein, (zu) viele Menschen mit harten Schicksalen, die aufeinanderprallen.

One Big Happy Family - Weihnachten mit der lieben Familie
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Huxley schüttelte den Kopf. "Also der aktuelle Freund, (...), Nicks Schwiegermutter und Schwiegeronkel und dein Ex-Freund."
"Und ein Hund", fügte Blair hinzu. "Ein großer, freundlicher Hund."
Huxley grinste ...

Huxley schüttelte den Kopf. "Also der aktuelle Freund, (...), Nicks Schwiegermutter und Schwiegeronkel und dein Ex-Freund."
"Und ein Hund", fügte Blair hinzu. "Ein großer, freundlicher Hund."
Huxley grinste sie an. "Dann scheint ja wohl Weihnachten zu sein."
13. Kapitel
Tja, ich und Susan Mallery, entweder ist es Liebe ab der ersten Seite - oder eben nicht.
Ich habe mich bei "One big happy family" auf einen turbulenten Weihnachtsroman gefreut, mit einigen unvorhergesehenen Entwicklungen und viel Weihnachtskitsch.
Julie Parker will Weihnachten mit ihrem derzeitigen Freund ganz ruhig daheim verbringen, endlich ein paar Tage für sich. Da sagt ihr Sohn eine geplante Reise ab, er möchte die Feiertage wie immer auf der Hütte der Familie verbringen, alle zusammen, und seinem verstorbenen Vater - Julies Ex-Mann - gedenken. Natürlich erfüllt Julie ihm diesen Wunsch - doch mit dem ein oder anderen Überraschungsgast hat sie nicht gerechnet.
Obwohl auf dem Klappentext Dana als Protagonistin angeführt ist, hatte ich tatsächlich das Gefühl, keinen - oder zu viele - Protagonisten zu haben. Es sind einfach verwirrend viele Menschen, die letzten Endes die Hütte bewohnen. Wobei Hütte - ein Haus von 500 Quadratmetern ist nicht ganz das, was ich mir unter einer beschaulichen Hütte vorstelle, in der ich Weihnachten verbringen will. Julie plant alles akribisch, jede Mahlzeit, und geht dabei weit über ihre Grenzen.
Jeder der Besucher hat sein eigenes Päckchen zu tragen, und ich spreche hier nicht von Geschenken. Für mich waren das zu viele Menschen mit zu vielen Schicksalen, die hier aufeinandergeprallt sind.
Die Hütte hat eine fürchterlich gute Akustik, allen ist klar, dass man alles hören kann. Dennoch schaffen sie es immer wieder, heikle Gespräche und Auseinandersetzungen so zu führen, dass jeder es mitbekommt.
Obwohl Weihnachtsbäume gefällt, im Schnee gespielt und Kekse gebacken werden, wollte bei all den Problemen so keine rechte Weihnachtsstimmung bei mir aufkommen.
Ich freue mich schon auf Susan Mallerys nächstes Buch und hoffe, dass sie mich wieder so begeistert, wie sie es schon einige Male geschafft hat. Mit "One big happy family" leider nicht.
Fazit:
Weihnachten mit der lieben Familie? Nein, (zu) viele Menschen mit harten Schicksalen, die aufeinanderprallen.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Eine verwirrende Geschichte über einen besonderen Ort, mit schwer zu verstehenden Protagonisten.

Ein ganz besonderer Ort
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"Ihre Blicke trafen sich und sie grinsten. Zwei erwachsene Frauen, denen etwas aneinander gefiel, die aber zu alt waren um zuzugeben, dass sie dabei waren, Freundinnen zu werden."
Ja, so lief das Aufeinandertreffen ...

"Ihre Blicke trafen sich und sie grinsten. Zwei erwachsene Frauen, denen etwas aneinander gefiel, die aber zu alt waren um zuzugeben, dass sie dabei waren, Freundinnen zu werden."
Ja, so lief das Aufeinandertreffen von Suzanna Peacock und Jessi. Suzanna musste aufgrund finanzieller Schwierigkeiten mit ihrem Mann zurück in ihren Heimatort ziehen und hat dort einen kleinen Laden eröffnet. Jessi fegt wie ein Wirbelwind durch das Geschäft und schafft das, was Suzanna nicht kann: Mit den Menschen reden, lächeln, sie zum Wiederkommen animieren.
Das macht das Peacock Emporium zu einem ganz besonderen Ort - für Suzanna, Jessi und die Einwohner des kleinen Örtchens. Auch für Alejandro, einen jungen Geburtshelfer, der immer wieder gerne vorbeikommt.
Ich mag Jojo Moyes Bücher, doch bei diesem tat ich mir bis zuletzt schwer, hineinzufinden. Suzannas Mann Neil möchte endlich ein Kind, was Suzanna aufgrund ihrer Vergangenheit schwer fällt. Sein fehlendes Mitgefühl tat mir oft weh und ich habe ihn kaum verstanden. Er fand in dem Roman auch zu wenig Platz, um wirklich sichtbar zu werden.
Suzanna fühlt sich von ihrer Familie benachteiligt, ist mürrisch und unzufrieden. Jessi kommt wie ein Sonnenstrahl in ihren Laden, sie mochte ich richtig gern. Doch wo Licht, da ist auch Schatten und Jessis Schicksal gibt der Geschichte einen bitteren Beigeschmack.
Wir reisen auch immer wieder in die Vergangenheit, sind dabei beim Kennenlernen von Suzannas Eltern, bei schweren Entscheidungen.
Gerade die Sprünge in der Zeit haben mich beim Hörbuch manchmal verwirrt. Die Erzählstränge fanden teilweise auch zu spät zueinander, um als Leser:in wirklich dranbleiben zu können. Was beim Lesen vielleicht noch geht, war beim Hören schwierig: Lilian und Vivian, die auch noch Vivi genannt wird, zu Fini, etc. Manche Namen waren mir zu ähnlich, um sie beim Hören sofort zuordnen zu können, was es mir zusätzlich schwer machte, mich in der Geschichte zur orientieren.
Manchen Nebenschauplätzen wurde für meinen Geschmack zu viel Platz eingeräumt, Seiten, die ich lieber bei den Hauptprotagonisten verbracht hätte, um sie besser verstehen zu können.
Das Ende kam für mich überraschend, ich habe mit einem ganz anderen Verlauf einiger Handlungsstränge gerechnet und so blieb ein unrundes Gefühl bis zuletzt.
Ein Highlight: Das Hörbuch wird wie die meisten der Autorin von Luise Helm gesprochen, die ihre Sache hervorragend macht!
Spoiler/Triggerwarnung:
In diesem Buch geht es um Schwangerschaften, Geburt und Komplikationen, häusliche Gewalt. Wenn du dich bei diesen Themen unwohl fühlst, überlege gut, ob du diesen Roman lesen willst und achte auf dich, wenn du es tust.
Fazit:
Eine verwirrende Geschichte über einen besonderen Ort, mit schwer zu verstehenden Protagonisten.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Die Geschichte einer Band die scheinbar aus dem Nichts kam, um die Welt zu erobern, vom Hinfallen und Aufstehen - und Amore!

Dass es uns überhaupt gegeben hat
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"Es gab keinen Plan B. Meine Zukunft dachte ich mir als schwarze Fläche. Unsere Band war ein flackerndes Licht, das ich vor mir her durch diese Dunkelheit trug. Wanda oder der Tod."
VII. Kapitel
In einer ...

"Es gab keinen Plan B. Meine Zukunft dachte ich mir als schwarze Fläche. Unsere Band war ein flackerndes Licht, das ich vor mir her durch diese Dunkelheit trug. Wanda oder der Tod."
VII. Kapitel
In einer Zeit, in der die österreichische Musik praktisch tot ist, kam gefühlt aus dem Nichts auf einmal - Wanda! Sie steigen in eine Höhe, mit der niemand gerechnet hat und ebneten die Fläche für viele Bands, die danach kamen.
In diesem Buch erzählt Bandgründer Marco Wanda von seinem eigenen Leben, seinem Finden zur Musik, wie sich die Bandmitglieder zu dem formten, was wir auf der Bühne feiern. Vom Scheitern und wieder Aufstehen. Von den schönsten Momenten, aber auch den schrecklichsten.
Es ist eine Geschichte voller Exzesse. Jeder, der die Band kennt, weiß von Marcos Suchtproblemen, aber sie hier so erzählt zu bekommen war für mich als Fan heftig.
Marco Wanda schreibt nüchtern, auch wenn er uns an seinen Gefühlen teilhaben lässt, wirken die Worte manchmal emotionslos und distanziert. Etwas, das man wohl so machen muss, um nicht an den Erinnerungen zu ersticken.
Berührend erzählt er von der Freundschaft der Musiker, der tiefen Verbundenheit. Aber auch von Problemen, Krankheit, dem Tod. Sein Privatleben und Liebesbeziehungen lässt Marco außen vor, auch geht er manchmal nicht ins Detail, was ich verstehe und respektiere.
Besonders faszinierend fand ich die Entstehungsgeschichte ihrer erfolgreichsten Lieder und von einigen legendären Musikvideos. Teilweise habe ich das Buch zur Seite gelegt, um mir das jeweilige Video mit den neuen Infos im Kopf mit völlig anderen Augen anzusehen.
Ich habe Wanda mehrfach auf der Bühne erlebt, auch in Momenten, in denen Marco Wanda offensichtlich zu kämpfen hatte. Und doch haben sie jedes Mal ein Feuer entfacht im Publikum.
Dies ist die erste Musikerbiographie, die ich gelesen habe - und ich bin Fan, von daher vermutlich nicht sehr objektiv. Mir fehlen die Vergleichswerte, wie solche Bücher "normalerweise" formuliert sind. Doch Marco wäre nicht Marco, wenn er es normal machen würde - und wäre auch nie so erfolgreich geworden, wenn er sich an die erdachten Grenzen seiner Mitmenschen gehalten hätte.
Fazit:
Die Geschichte einer Band die scheinbar aus dem Nichts kam, um die Welt zu erobern, vom Hinfallen und Aufstehen - und Amore!

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Abschied und Wiedersehen - wunderbar vereint im Café Torunka.

Die Tage im Café Torunka
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"Ein Wiedersehen ist im Leben das, was einem Wunder am nächsten kommt."
Kapitel "Ort des Wiedersehens"
Und diese Wunder passieren im Torunka, einem kleinen, unscheinbaren Café am Ende einer schmalen Gasse. ...

"Ein Wiedersehen ist im Leben das, was einem Wunder am nächsten kommt."
Kapitel "Ort des Wiedersehens"
Und diese Wunder passieren im Torunka, einem kleinen, unscheinbaren Café am Ende einer schmalen Gasse. Da sieht sich Aushilfskellner und Student Shuichi mit einer merkwürdigen Frau konfrontiert, die behauptet, ihn aus einem anderen Leben zu kennen. Gemeinsam beginnen sie, die Vergangenheit und Gegenwart des anderen zu erkunden.
Auch Ayako, dort immer wieder zu Gast, trifft dort auf jemanden aus vergangener Zeit, ohne es zu wissen. Und am Ende dürfen wir die Tochter des Chefs, Shizuku, bei einem unverhofften Wiedersehen und großen Gefühlen begleiten.
Diese drei wundersamen Begebenheiten, die im Café Torunka ihren Anfang finden, waren einfach herzerwärmend!
All die kleinen und großen Schicksale, Liebe, die ihr Ende fand, neue Gefühle, Abschiednehmen und Wiedersehen. Alles in einem alten Café unter den Augen von Chef Isao Tachibana und seiner Tochter Shizuku.
Japanische Roman sind für mich oft schwer zu beschreiben. All die kleinen Handgriffe und Rituale, die dort Alltag sind und mir so ungewöhnlich erscheinen. Benimmregeln, die wir in Europa so nicht kennen, die sich aber herrlich lesen und anfühlen...
Mir haben diese drei Geschichten sehr gut gefallen, verträumt, traurig, wunderschön und mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen!
Fazit:
Abschied und Wiedersehen - wunderbar vereint im Café Torunka.

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