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Veröffentlicht am 18.02.2019

Eine gefühlvoll geschriebene, verklärte Adoptionsgeschichte á la „Juno“.

Wir drei verzweigt
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„Grace“, sagte ihr Vater so behutsam, als fürchtete er, mit seiner Stimme eine Bombe hochgehen zu lassen und sie alle in die Luft zu sprengen, „du hast Geschwister.“
Seite 16

Als die 16jährige Grace schwanger ...

„Grace“, sagte ihr Vater so behutsam, als fürchtete er, mit seiner Stimme eine Bombe hochgehen zu lassen und sie alle in die Luft zu sprengen, „du hast Geschwister.“
Seite 16

Als die 16jährige Grace schwanger wird, entscheidet sie, das Kind zur Adoption freizugeben. Von ihren Emotionen überwältigt, will sie sich nun auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter machen – und findet erst Mal zwei Geschwister. Die lesbische Maya und den etwas verschlossenen Joaquin, die nichts von ihrer Mutter wissen wollen. Langsam kommen sie sich näher und lernen, sich zu öffnen und ihre Definition von Familie zu erweitern.

„Wir drei verzweigt“ ist wechselnd aus den drei Perspektiven der Geschwister geschrieben, was einen besonders ins Geschehen zieht. Man erfährt direkt, was sie bewegt, was ihnen wiederfahren ist. Stück für Stück fassen sie zueinander Vertrauen und erzählen sich ihre Geheimnisse.
Die Geschichte hat mich von Anfang an sehr gerührt und ist mir teilweise fast zu nahe gegangen. Man merkt die amerikanische Adoptionskultur (2009 gab es in den USA mehr Adoptionen als in allen anderen Ländern zusammen) und das ist mir sehr fremd. Die besten Eltern für sein Kind aussuchen – eine schräge Vorstellung.
Was mir gut gefallen hat, war, dass auch die Gefühle und Ängste der Menschen rund um die drei beleuchtet wurden. Was macht es mit den Adoptiveltern, wenn die leibliche Mutter auftaucht, was mit den Geschwistern, wenn neue kennengelernt werden?

Auch wenn es einem der Geschwister nicht immer gut ergangen ist, kam mir die Handlung doch vielfach weit weg von der Realität vor. Die Suche nach der Mutter und das Ende waren mir dann gänzlich zu viel… Nicht kitschig, aber unglaubwürdig.
So schön und rührend das Buch geschrieben ist, es bleibt bei mir der Nebengeschmack einer geschönten Wirklichkeit…

Fazit: Eine gefühlvoll geschriebene, verklärte Adoptionsgeschichte á la „Juno“.

Veröffentlicht am 18.02.2019

Ein wilder Genre-Mix, der wirklich die volle Bandbreite ausnutzt und mich völlig

Bad Boy by Banana
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Tja, wo fange ich an?
Ich lese selten Klappentexte ganz durch, da sie mir meist zu viel verraten. Hier habe ich ihn und auch eine Leseprobe des Buches gelesen. Da habe ich schon laut losgelacht, als Tom ...

Tja, wo fange ich an?
Ich lese selten Klappentexte ganz durch, da sie mir meist zu viel verraten. Hier habe ich ihn und auch eine Leseprobe des Buches gelesen. Da habe ich schon laut losgelacht, als Tom bei der Taxizentrale anruft, damit ihm ein Fahrer Kippen und Kaffee bringt.
Das gepaart mit dem eigenwilligen Cover hat mich vermuten lassen, ein Buch á la Jaud oder Sachau in Händen zu halten.
Was kam, war völlig anders. Kein Problem, passiert schon mal, Gedanken neu sortieren und weiterlesen, normalerweise kein Thema.
Aber hier erwartete mich ein wilder Genre-Mix, der wirklich die volle Bandbreite ausnutzt und mich völlig konfus zurücklässt.
Ich habe mich durch die Seiten gequält, ich kann es nicht anders sagen. Die Zeit in der Hütte, das Aufeinandertreffen mit Nancy fühlte sich an wie eine Achterbahnfahrt. Tom schwankt zwischen väterlichen Gefühlen und Leidenschaft, Nancy wechselt von „Ich liebe dich“ zu „Fluch ;) , Alter“ in einem Tempo, dass mir der Kopf schwirrte. Wann sich die beiden jetzt unsterblich ineinander verliebten bei all dem, konnte ich beim besten Willen nicht sagen.
Zurück in der Zivilisation lernen wir wirklich tolle Menschen kennen, Sophia ist mir unglaublich ans Herz gewachsen.
Aber insgesamt war es mir dann zu viel des Guten. Denn hier prallen wir auf sexuelle Belästigung, dubiose Geschäftsmänner mit fast Mafia-Paten-Gehabe, einen gefährlichen Fluch, Dämmerungsdrachen, Zwerge und sehr ernste Themen wie pflegebedürftige Angehörige. Auch hier wieder ein Wechsel, der einem den Atem raubt. Kaum hatte ich das Gefühl, das Geschehen einordnen zu können, driftete der Roman wieder in eine völlig andere Richtung, aber auf eine unangenehme Art. Manche Plots wurden auf wenige Worte reduziert aufgelöst und ließen mich unzufrieden zurück, andere Dinge bleiben bis zu Letzt offen.
Einzig das wirklich überraschende Ende war ein kleiner Lichtblick, konnte mich aber über die Irrfahrt davor einfach nicht hinwegtrösten.

Fazit: Ein wilder Genre-Mix, der wirklich die volle Bandbreite ausnutzt und mich völlig konfus zurücklässt.

Veröffentlicht am 18.02.2019

Melancholisch...

Vielleicht tanzen wir morgen
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„Wenn die Musik für jemanden, den man liebt, zu Ende ist, hört man nicht auf zu tanzen. Man tanzt für denjenigen mit.“
Seite 191

Mascha hat ihren geliebten Sohn verloren – und seither überlebt sie nur ...

„Wenn die Musik für jemanden, den man liebt, zu Ende ist, hört man nicht auf zu tanzen. Man tanzt für denjenigen mit.“
Seite 191

Mascha hat ihren geliebten Sohn verloren – und seither überlebt sie nur noch. Sie erfüllt ihre Pflichten, geht regelmäßig ins Schwimmbad, um ertrinken zu üben, arbeitet, trifft sich mit Freunden. Als ihr die verschrobene Sally begegnet, merkt sie immer mehr, dass das Leben auch wieder schön sein darf und kann…

Ruth Hogan beschreibt uns Charaktere, die durch die Bank skurrile Individualisten sind, mit großen, tragischen Geschichten. Es ist interessant, von Opernsängern und Zauberkünstlern zu lesen. Aber manchmal hätte ich mir dazwischen einen Menschen wie du und ich gewünscht.

Das Buch wird getragen von der großen Trauer Maschas. Ihr Verlust hat sie überwältigt und gelähmt. Sie merkt immer mehr, dass sie auch andere damit hemmt und versucht, wieder ins Leben zurückzukehren.
So schön die Elemente waren, in denen sie wieder Mut fasst, Freunde und Freude findet, so hat das Buch doch einen sehr melancholischen Grundton, der mir manchmal fast zuviel war.

Ein Buch, das aufmuntern soll und mich doch sehr traurig zurücklässt.

Veröffentlicht am 18.02.2019

Unterhaltsamer Cosy Crime im Bestattermilieu

Radieschen von unten
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Elfie Ruhland ist dafür bekannt, für Ordnung zu sorgen. Als sie im Bestattungsunternehmen Pietas die Papiere für die Steuerprüfung vorbereiten soll, stößt sie bald auf Ungereimtheiten.
Als dann auch noch ...

Elfie Ruhland ist dafür bekannt, für Ordnung zu sorgen. Als sie im Bestattungsunternehmen Pietas die Papiere für die Steuerprüfung vorbereiten soll, stößt sie bald auf Ungereimtheiten.
Als dann auch noch ein unzufriedener Kunde stirbt, begibt sie sich mit Hilfe von Mops Nepomuk und Kommissarin Alex auf Spurensuche...

Ich bin für meinen etwas schwarzen, derben Humor bekannt und so habe ich mich - wie zu erwarten - bei diesem Cosy Crime im Bestattermilieu gleich wohl gefühlt! Elfie hat oft fragwürdige moralische Werte und einen eigenen Sinn für Gerechtigkeit. Sie hilft, wo sie nur kann - aber halt auf die ihr eigene Weise!
"Radieschen von unten" lebt von seinen fast schon skurrilen Protagonistin und einer menschlichen Handlung, ohne große Morde und viel Blut und Gemetzel.

Das Buch ist, was es ist: Ein kurzwilliger Cosy Crime mit einer eigenen Art von Humor. Mir hats gefallen!

Veröffentlicht am 18.02.2019

Locker-frech erzählt mit Tiefgang

Dönerröschen
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„Meiner Mutter konnte ich nicht mit meinem kleinen Bruder kommen. Sie war extrem schlau und wusste, dass ich keinen Bruder habe.“

Jonas hat es nicht leicht. Eine Mutter, die ständig in Ohnmacht fällt, ...

„Meiner Mutter konnte ich nicht mit meinem kleinen Bruder kommen. Sie war extrem schlau und wusste, dass ich keinen Bruder habe.“

Jonas hat es nicht leicht. Eine Mutter, die ständig in Ohnmacht fällt, ein exzentrischer Vater und ein kuchenfressender Hund. Und dann ziehen seine Eltern mit ihm nach Neuperlach, ins Ghetto! So wie es aussieht, muss er erst Kurzdeutsch lernen, um dort klar zu kommen… Als dann noch die süße Türkin Sibel auftaucht, ist das Chaos komplett!

Schon lange nicht mehr habe ich mich so gut unterhalten! Das Buch beginnt im witzigen Jugendjargon, in den ich mich schnell eingelesen hatte.

„Hasdus nicht Glotze gehört?“

Jonas, ein typischer 16jähriger, ist von Hormonen gebeutelt und er und seine Familie haben ein goldenes Händchen dafür, sich in unmögliche Situationen zu bringen. Dabei darf manchmal ein bisschen Brachialhumor nicht fehlen!
Jaromir Konecny lockt uns mit frecher, zeitgemäßer Sprache in eine vermeintlich seichte Geschichte. Nur, um dann unerwartet mit Tiefe zu punkten. Er serviert uns Klischees und Vorurteile auf dem Silbertablett und haut sie uns dann mit Schmackes um die Ohren. Seine Lektionen kommen nicht mit erhobenem Zeigefinger, sie ergeben sich aus Begegnungen und Gesprächen, aus Gefühlen, die er im Leser erweckt.

„Na ja, du hast dir etwas über die Türken zusammengereimt. Aber langsam merkst du, dass ich ein ganz normaler Mensch bin – genau wie du.“

Dabei stehen trotzdem die witzige Handlung und tollen Menschen aber absolut im Vordergrund!

Fazit: Eine locker-frech erzählte Geschichte mit einer wichtigen Botschaft. Klare Leseempfehlung!