Eine sanfte, berührende Erzählung mit vielen Einblicken ins Leben in Japan und die Kulinarik.
Das kleine Antiquariat von Tante Sango-san"Als ich ihm nachsah, wie er das Geschäft verließ und sich auf den Heimweg machte, merkte ich es. Wie sehr ich dieses Antiquariat und die geheimnisvolle Kraft von Büchern liebte."
Ein Jahr nach dem Tod ...
"Als ich ihm nachsah, wie er das Geschäft verließ und sich auf den Heimweg machte, merkte ich es. Wie sehr ich dieses Antiquariat und die geheimnisvolle Kraft von Büchern liebte."
Ein Jahr nach dem Tod ihres geliebten Bruders Jiro übernimmt Sango-san sein Antiquariat. Tauscht ihr ruhiges Leben in Hokkaido gegen die Vielfalt in Jimbocho, Tokyos Bücherviertel. Nachdem sie ihre Eltern gepflegt und auch danach als Pflegerin gearbeitet hat, hat Sango-san wenig Erfahrung, ist überfordert. Wie soll es mit dem beliebten Antiquariat weitergehen?
Da kommt ihre Großnichte Mikiki gelegen, eine Literaturstudentin, die noch nicht weiß, was sie nach ihrem Studium machen möchte und sie im kleinen Antiquariat unterstützt.
Dieses Buch ist abwechselnd aus der Perspektive von Sango-san und Mikiki-san geschrieben. So erfahren wir auf der einen Seite, wie sehr Sango-san ihren Bruder geliebt hat, aber auch von ihrem beschaulichen vergangenen Leben und wie es für sie ist, mit über 70 in eine Großstadt zu ziehen.
Und Mikiki, die Bücher und Literatur liebt, aber auch die Menschen. Eigentlich möchte sie genau das tun, was sie gerade macht: Mit Kunden reden, ihnen Bücher empfehlen, sie selber verschlingen.
Immer wieder kommen Kunden in das kleine Antiquariat. Dort bekommen sie neben außergewöhnlichen Buchtipps meist auch Tee oder einen kleinen Snack. Die Großherzigkeit der beiden Frauen und ihre Ratschläge waren für mich sehr besonders zu lesen. Sie zeigen ihren Kunden, wie man auch aus sehr alten Büchern neue Lehren ziehen kann. Einige der beschriebenen Bücher haben mich neugierig gemacht (auch wenn sie bei uns vermutlich schwer zu bekommen sind).
Als Bücherliebhaberin war "Das kleine Antiquariat von Tante Sango-san" natürlich ein besonderer Leckerbissen für mich! Das neben den Büchern auch das Essen eine große Rolle spielt, gab einen wunderbaren Einblick in die japanische Kultur. Egel, ob die beiden Protagonistinnen zu zweit oder gemeinsam mit Kunden regionale Leckereien verspeisten.
Ein kleiner Wehrmutstropfen: Ich habe die e-pub Ausgabe gelesen, und die kleine Zeichnung zwischen den Abschnittswechseln, die man im Print findet, wurden hier leider ersatzlos rausgenommen, ohne einen Absatz. Das heißt auch, dass ich den Perspektivenwechsel zwischen Sango-san und Mikiki-san oft erst nach einer Seite bemerkt habe, zurückblättern musste um mich zurechtzufinden.
Fazit: Eine sanfte, berührende Erzählung mit vielen Einblicken ins Leben in Japan und die Kulinarik.