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Veröffentlicht am 02.10.2020

Gute Plotidee, Schwächen in der Umsetzung

Die Stimme
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Was tust du, wenn deine Smarthome-Assistenten auf einmal anfangen, deine düstersten Geheimnisse auszugraben? Diese Frage muss sich in diesem Thriller die Protagonistin Jo stellen, die nach einer Trennung ...

Was tust du, wenn deine Smarthome-Assistenten auf einmal anfangen, deine düstersten Geheimnisse auszugraben? Diese Frage muss sich in diesem Thriller die Protagonistin Jo stellen, die nach einer Trennung in die Wohnung ihrer besten Freundin gezogen und hier mit der neusten Technik konfrontiert wird.

Erzählt wird die Story überwiegend aus der Sicht von Jo in der Ich-Form. Dadurch erfährt man viel über ihre Gedanken und Gefühle. Nach und nach klärt sich auch ihr dunkles Geheimnis, was ich ehrlich gesagt nicht ganz so spektakulär fand, wie ich es nach der düsteren Ankündigung von Electra erwartet hatte. Aber es ist auf jeden Fall etwas, was man nicht verbreiten möchte, weshalb ihre Angst nachvollziehbar ist.

Ab und zu wird in die Perspektive von Jos Freunde bzw. die ihres Ex-Mannes gewechselt. Davon hätte es ruhig noch etwas mehr sein dürfen. Die Kapitel wurden immer mit dem jeweiligen Namen überschrieben, sodass man nicht durcheinander gekommen ist. Das war super.

Leider, leider nimmt der Klappentext schon ziemlich viel vorweg, was für mich etwas die Spannung herausgenommen hat. Denn die angesprochenen Dinge passieren erst im Laufe des Buches und bilden so eigentlich eine spannende Steigerung - außer man wartet bereits darauf.

Was Jo passiert ist allerdings ziemlich heftig und ich habe mich oft gefragt, wie ich reagieren würde. Sie wirkt die meiste Zeit angeschlagen, was mit ihrer Vorgeschichte auch wirklich verständlich ist. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass sie an der ein oder anderen Stelle souveräner reagiert hätte. So bleibt sie doch die meiste Zeit in der Opferrolle. Ich persönlich mag starke Protagonisten lieber, die den Kopf nicht so schnell in den Sand stecken. Deshalb hat mir auch die Entwicklung gefallen, die sie zwar spät, aber immerhin, durchmacht.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und so liest sich die Geschichte flott herunter. Allerdings gab es inhaltlich für mich einige Längen. So fand ich, dass vor allem anfangs viel Zeit auf Nebensächlichkeiten verschwendet wurde. Als dann das Ende in Sicht war, nahm die Story nochmal richtig an Fahrt auf - hier ging es mir dann wiederum fast zu schnell.

Nichtsdestotrotz konnte mich der Schluss wirklich überraschen, denn vorhersehbar war er meines Erachtens nicht.

Insgesamt fand ich die Plotidee sehr spannend und aktuell. Bei der Umsetzung hat es meiner Meinung nach aber etwas gehakt. Deshalb gibt es von mir 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 28.09.2020

Erschreckend realistisch

Wir Verlorenen
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Das Jugendbuch spielt einige Jahre nach einer verheerenden Pandemie, bei der die "Plage" den größten Teil der Menschheit ausgelöscht hat. Nun geht es nur noch ums nackte Überleben.

Mir hat gut gefallen, ...

Das Jugendbuch spielt einige Jahre nach einer verheerenden Pandemie, bei der die "Plage" den größten Teil der Menschheit ausgelöscht hat. Nun geht es nur noch ums nackte Überleben.

Mir hat gut gefallen, dass es keine übertriebene Dystopie ist, sondern sehr realistisch. Gerade jetzt, wo uns Corona im Griff hat, sorgt dieses Buch für viel Gänsehaut. Denn es zeigt, wie schnell ein System komplett zusammenbrechen kann. Auch die Eiffel als Handlungsort ist gut gewählt, da es praktisch vor der Haustür spielt.

Interessant ist, dass es gar nicht um die Plage an sich geht. Die Überlebenden scheinen immun zu sein, im Mittelpunkt steht also ganz deutlich das Leben danach. Das hat man bei Dystopien selten, hier setzt die Handlung oft während der Katastrophe ein. Dadurch, dass das "Schlimmste" bereits vorbei ist, hat die Geschichte Raum, das Alltägliche in den Vordergrund zu stellen. Das macht den Roman zeitweise aber auch etwas langatmig, da nicht immer etwas Spektakuläres passiert. Stellenweise ist es auch etwas langatmig, hier hätte ich mir mehr "Action" gewünscht.

Smilla ist die Hauptfigur, mit der ich nicht richtig warm wurde. Leider! Aber einige ihrer Entscheidungen konnte ich einfach nicht nachvollziehen. Sie wirkt teilweise sehr resigniert und unzufrieden, was zum einen verständlich ist, zum anderen aber nicht so richtig zum Buch passen möchte. Ihr Verhalten ist teilweise egoistisch und trotzig, was mich gestört hat.

Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es hat mich zum Nachdenken gebracht und man wird wieder daran erinnert, dass man dankbar sein soll für das, was man hat.

Auch das Ende ist sehr gelungen. Ich weiß nicht, ob eine Fortsetzung geplant ist, aber die braucht es meiner Meinung nach nicht. So, wie es ist, bleibt es wie bereits der Plot sehr realitätsnah.

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Veröffentlicht am 23.09.2020

Düstere Vergangenheit

Wenn das Licht gefriert
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Der Klappentext hat es mir sofort angetan: Ein Mord, der schon lange her ist, ist in Thrillern nicht unbedingt ein neues Thema, aber ich fand den Aspekt, dass ein Alzheimerpatient unbewusst Hinweise gibt, ...

Der Klappentext hat es mir sofort angetan: Ein Mord, der schon lange her ist, ist in Thrillern nicht unbedingt ein neues Thema, aber ich fand den Aspekt, dass ein Alzheimerpatient unbewusst Hinweise gibt, sehr spannend.

Der Thriller beginnt mit dem Verschwinden Annas, wobei hier die Sicht der Eltern im Vordergrund steht. Was geschehen ist, bleibt im Dunkeln. Dafür wird der Schmerz und die Aufregung nach dem Verschwinden der jungen Frau stark in den Fokus gerückt. Das hat sofort Spannung aufgebaut.

Anschließend springt man 22 Jahre nach vorne, in die heutige Gegenwart. Hier steht Elisabeth im Fokus, die Mutter von Annas bester Freundin. Einen kleinen Mini-Prolog gibt es an dieser Stelle ebenfalls. Man muss also zwangsläufig weiterlesen.

Was mir sehr gut gefallen hat, war, dass der Thriller sehr subtil Spannung aufbaut. Man hat das Gefühl, dass man weiß, in welche Richtung sich die Handlung entwickelt - und dann kommt es doch wieder anders. Deshalb hatte ich beim Lesen mehrmals einen "Aha-Moment", bei dem mir der Mund offen stehen geblieben ist.

Auch interessant war das Thema Alzheimer. Ich hatte während des Lesens sehr viel Mitleid mit Elisabeth, denn der Autor zeigt auf, wie schwer es ist, wenn ein geliebter Mensch nicht mehr in der Lage ist, selbstständig zu sein und teilweise sehr anstrengend ist. Deshalb hat Elisabeth auch schnell mein Herz erobert und ich habe mir gewünscht, dass für sie alles gut ausgeht.

Der Schreibstil ist sehr lebendig, aber man rast nicht durch die Geschichte. Erzählt wird auch nur ein relativ kurzer Zeitraum von einigen Tagen, dafür wird der Leser zu jeder Gelegenheit mitgenommen, die für die Story wichtig ist.

Am Schluss habe ich dann den Mund kaum noch zubekommen. Der Autor geht hier einen sehr mutigen Weg, der mich zuerst verärgert hat. Dann musste ich aber zugeben, dass das Ende sehr passend gewählt wurde.

Insgesamt war ich wirklich begeistert! Mehr davon - von mir gibt es 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 22.09.2020

Nicht der beste Berg...

Willst du Blumen, kauf dir welche
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Endlich wieder ein neues Buch von Ellen Berg! Ich mag ihren flotten, witzigen Schreibstil und ihre Geschichten. Deswegen habe ich mich auch sehr auf "Willst du Blumen, kauf dir welche" gefreut.
Es ging ...

Endlich wieder ein neues Buch von Ellen Berg! Ich mag ihren flotten, witzigen Schreibstil und ihre Geschichten. Deswegen habe ich mich auch sehr auf "Willst du Blumen, kauf dir welche" gefreut.
Es ging auch wieder ganz Berg-typisch los: Sympathische Protagonistin, der es so zwar gut geht, aber in der Liebe einfach nicht ihr Glück findet. Dass sie einen kleinen, gemütlichen Buchladen führt, fand ich einfach nur herrlich und sie ist mir schnell ans Herz gewachsen.
Leider konnte mich dieser Roman aber nicht auf ganzer Linie überzeugen. Wie immer hat mir der Schreibstil gefallen und die Art an sich gefallen. Es ist witzig, welche "Katastrophen" sich immer anbahnen und wie die Protagonistin damit umgeht. Ich finde es auch nicht schlimm, dass es vorhersehbar ist, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Allerdings war es mir hier manchmal einfach zu viel und Lena ein bisschen zu naiv. Ganz schlimm fand ich ihre Freundin. Hier hat mir gar nicht gefallen, dass sie zwar Grundschullehrerin ist, aber sie dann permanent falsche Fachbegriffe verwendet. Das war zwar lustig gemeint, kam bei mir aber gar nicht an.
Am Ende ging es mir dann auch einfach zu schnell. Von totaler Ablehnung zum Happy End hätten es noch ein paar Seiten mehr sein dürfen.
Insgesamt ist das Buch aber perfekt für eine lockere Lektüre zwischendurch. Es gibt für mich aber bessere Ellen Berg-Romane.

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Veröffentlicht am 19.09.2020

Perfekt für eine kleine Auszeit

Bunburry - Nur das Schaf war Zeuge
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Vor dem Lesen dieser Folge kannte ich die Serie nicht, aber die Idee dieses Formats finde ich super. Ich hatte überhaupt keine Probleme, in die Geschichte einzusteigen, da man durch eine kurze Zusammenfassung ...

Vor dem Lesen dieser Folge kannte ich die Serie nicht, aber die Idee dieses Formats finde ich super. Ich hatte überhaupt keine Probleme, in die Geschichte einzusteigen, da man durch eine kurze Zusammenfassung am Anfang genau weiß, was bisher passiert ist. Auch die Personen werden nochmal einzeln vorgestellt. Außerdem ist der Fall an sich abgeschlossen. Natürlich geht aber die Entwicklung zwischen den Figuren weiter, sodass ich am Ende richtig Lust bekommen habe, die Serie weiter zu verfolgen.

Aber jetzt erstmal zu dieser Folge: Gleich im Prolog wird man mitten ins Geschehen geworfen und man lernt das spätere Mordopfer kurz kennen. Ich war überrascht, da der Anfang sehr düster ist, ich aufgrund des Covers aber nicht damit gerechnet habe. Neugierig hat es aber auf jeden Fall gemacht.

Und anschließend gibt es auch keinen harten Bruch: Das Bunburry-Trio ist einfach liebeswert und man lernt erstmal etwas das Dorfleben kennen, bevor es an die Untersuchung des Falls geht.

Das muss man auch wirklich mögen. Denn so wirklich stand der potentielle Mordfall für mich nicht im Mittelpunkt. Viel mehr die schrulligen Dorfbewohner, allen vor an Liz, Marge und Alfie. Was ich vom Hahn im Korb halten soll, kann ich immer noch nicht genau sagen. Auf der einen Seite ist er sehr liebenswert und scheint auf Zack zu sein, auf der anderen Seite wirkt er gerade in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen etwas unbeholfen. Als Hauptakteur in dieser Episode hat er aber eine ganz gute Figur gemacht.

Wirklich viel Spannung kam für mich beim Lesen nicht auf. Dafür stehen - wie bereits erwähnt - vor allem andere Dinge als die Leiche im Mittelpunkt, die dann eher schnell "abgehandelt" wird.

Nichtsdestotrotz hat mich der eher ernste Hintergrund dann doch sehr überraschen können. Er scheint auf den ersten Blick nicht so sehr zu der eher seichten Lektüre zu passen, stellt aber meines Erachtens ein sehr wichtiges Thema in den Vordergrund.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist locker-leicht und wirkt durch die vielen Dialoge sehr lebendig.

Insgesamt ist es ein schöner Cosy-Krimi, wenn man mal nicht so viel Zeit hat, einen dicken Schmöker zu lesen, aber nicht auf einen Hauch England, liebenswerte alte Damen und weitere Dorfbewohner mit einigen Macken verzichten möchte.

Von mir gibt es 4 Sterne und ich behalte die Serie auf jeden Fall im Blick!

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