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Veröffentlicht am 17.06.2020

Für mich kein Thriller

Neuschnee
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Nach dem Lesen des Klappentextes war ich mir sicher: Hier erwartet mich ein Thriller, der super spannend ist, weil die Protagonisten durch den Schnee nicht weg können und sich ein Mörder herumtreibt. Leider ...

Nach dem Lesen des Klappentextes war ich mir sicher: Hier erwartet mich ein Thriller, der super spannend ist, weil die Protagonisten durch den Schnee nicht weg können und sich ein Mörder herumtreibt. Leider war das aber nicht der Fall - statt in die Kategorie "Thriller" würde ich das Buch eher als "Drama" einordnen.

Es geht erstmal sehr gemächlich los. Man lernt die im Klappentext erwähnten Freunde kennen und wie sie zueinander stehen. Das wurde von der Autorin auch sehr geschickt gemacht, denn sie wechselt immer wieder die Perspektiven und so kann man durch die Augen jedes Einzelnen blicken. Man erfährt auch schnell, dass nicht alles so harmonisch und schön ist, wie es von außen den Anschein erweckt.

Allerdings zieht sich das ganz schön in die Länge. Bis man überhaupt vor Ort - also der Berghütte - ist, hat man gefühlt schon 100 Seiten gelesen und es ist noch nicht wirklich etwas passiert. Und auch dort geht es erstmal realtiv ereignislos weiter. Zwar merkt man Spannungen, man fängt an, einige Charaktere weniger zu mögen als andere - aber das ist es auch schon. Gut gemacht waren die Rückblicke in die Vergangenheit, aber auch hier wäre etwas weniger mehr gewesen.

Neben den Freunden, die auf der Berghütte Silvester feiern, lernt man noch die Verwalterin des Hotels und den Hausmeister kennen. Auch hier scheint nicht alles so zu sein, wie man auf den ersten Blick denkt. Das war ganz interessant, die Autorin teasert den Leser immer wieder an, dass es hier Geheimnisse gibt - aber man erfährt sie lange nicht. Auch hier war ich mit der Zeit etwas genervt, weil eben so wenig Informationen kamen.

Der Mord, der bereits im Klappentext angekündigt wird, passiert relativ früh im Buch - aber dann geht es für den Leser erstmal wieder ein paar Tage in der Handlung zurück. Für mich stand er auch nicht wirklich im Mittelpunkt des Buches.

Insgesamt war es für mich wie gesagt kein Thriller, sondern eher ein dramatischer Roman, der die Abgründe von Menschen aufzeigt. Die Spannung kam mir viel zu kurz und manchmal war es einfach langatmig. Deswegen gibt es von mir an dieser Stelle auch nur 2 Sterne.

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Veröffentlicht am 17.06.2020

Wahrheit oder Pflicht?

ONE OF US IS NEXT
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Die Handlung setzt ca. ein Jahr nach den Geschehnissen in "One of us is lying" an und auch wenn das Buch in sich rund und abgeschlossen ist, würde ich doch empfehlen, den Vorgänger vorher zu lesen, denn ...

Die Handlung setzt ca. ein Jahr nach den Geschehnissen in "One of us is lying" an und auch wenn das Buch in sich rund und abgeschlossen ist, würde ich doch empfehlen, den Vorgänger vorher zu lesen, denn es wird auch auf diese Ereignisse eingegangen. Ich hatte ehrlich gesagt etwas Schwierigkeiten, wieder einzusteigen, da es doch schon 1,5 Jahre her war und ich mich nicht mehr an alles aus dem ersten Teil erinnern konnte.

Nachdem ich dann aber meine Rezension zu Teil 1 nochmal gelesen habe, kam ich auch sehr gut in "One of us is next" hinein. Der Aufbau bereits bekannt: Die Ereignisse werden aus Sicht der unterschiedlichen Personen geschildert, die jeweils im Mittelpunkt stehen. Das fand ich sehr gut, denn so war man als Leser immer nah am Geschehen und vor allem an den Gefühlen und Ängsten der jeweiligen Figuren. Dabei finde ich es auch sehr angenehm, dass sowohl männliche als auch weibliche Jugendliche eine tragende Rolle einnehmen.

Die Handlung an sich war im ersten Moment nicht sehr spektakulär, es ging wieder um Gerüchte bzw. Geheimnisse, die an der Bayview High verbreitet werden - nur dass man diesem Zuvorkommen kann, wenn man am "Spiel" teilnimmt und sich für "Pflicht" entscheidet. Was die Autorin dann daraus gemacht hat, war aber sehr spannend, für mich sogar ziemlich erschreckend. Denn es zeigt, wie fies und gemein Mobbing ist und dass man nicht immer weiß, wen man vertrauen kann. Für manche ist es Spaß, für andere wird es aber bitterer Ernst mit schlimmen Folgen. Auf den Inhalt möchte ich aber an dieser Stelle nicht weiter eingehen um nicht zu spoilern.

Die Sprache ist sehr jugendlich gehalten, wobei zum Glück nicht allzu viel Vulgär-Sprache vorkommt. Dadurch lässt es sich auch sehr angenehm lesen.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Geschehnisse sehr an die Lebenswelt von Jugendlichen anknüpft: Sei es die Nutzung von Social Media, der Gruppenzwang, aber auch die Freundschaften und die erste Liebe. Alles hat sehr echt gewirkt.

Das Ende wird dann richtig spektakulär. Es wurde so rasant, dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen. Es hat mich auch überrascht und diesmal habe ich keine Ahnung gehabt, wer hinter allem steckt. Super!

Ich wurde sehr gut unterhalten und kann mir vorstellen, dass Jugendliche dieses Buch lieben. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.06.2020

Anwalt + Kommissar = Spannung pur

Opferfluss
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Das Buch steigt mit einer Szene aus der Vergangenheit ein: Eine Prostituierte stirbt, aber richtig einordnen kann man diesen Vorfall zu Beginn des Buches noch nicht. Vor allem, weil man mit dem nächsten ...

Das Buch steigt mit einer Szene aus der Vergangenheit ein: Eine Prostituierte stirbt, aber richtig einordnen kann man diesen Vorfall zu Beginn des Buches noch nicht. Vor allem, weil man mit dem nächsten Kapitel ein Jahr nach vorne springt.

Hier beginnt dann auch die eigentliche Handlung des Buches. Sofort trifft man wieder auf Nicholas Meller und weitere bekannte Personen. Hier hat mir sehr gut gefallen, dass ich keinerlei Probleme hatte, sofort wieder mitten drin zu sein. Auch wenn es schon eine Weile her war, konnte ich mich gleich wieder erinnern, wie es um die Anwalt, seine Kanzlei und sein Liebesleben bestellt war. Deswegen empfehle ich, die Vorgänger zu lesen, bevor man sich "Opferfluss" widmet, auch wenn die Fälle eigentlich abgeschlossen sind.

Der eigentliche Fall ist diesmal etwas verzwickter, denn Nicholas muss keinen geringeren als Kommissar Rongen verteidigen bzw. dessen Unschuld beweisen - und das, obwohl dieser eigentlich immer sein Gegenspieler war. Dieser Twist war einfach unglaublich spannend, denn er hat die eigentlichen Rollenverhältnisse aufgehoben.

Und spannend ging es dann auch weiter. Ich war vom Plot total gefesselt: Wendungen, wo man keine erwartet, Intrigen, Mafia-Machenschaften und und und. Lose Enden, die mal angeschnitten wurden, werden jetzt zu einem großen Ganzen verbunden, das sehr stimmig ist. Auch das erste Kapitel, dass sich auf Geschehnisse von den Vorgängern bezieht, macht auf einmal total Sinn.

Unterstützt wird die Spannung durch den tollen, flüssigen Schreibstil. Ich bin nur so über die Seiten geflogen, die Erzählung aus Sicht von Nicholas Meller passt hier einfach perfekt dazu. Auch die Kapitel haben eine angenehme Länge.

Das Ende hat mich dann richtig geschockt zurückgelassen. Ich konnte nicht fassen, was der Autor und Lesern hier antut. Wer ein Happy End sucht, wird hier nur teilweise auf seine Kosten kommen - auf der anderen Seite wiederum ist es auch passend und hebt den Thriller damit auf eine Ebene, die sehr realistisch erscheint.

Ich bin wirklich traurig darüber, dass es mit dem Anwalt nicht weitergeht. Denn alle drei Teile haben mich komplett überzeugt. Allerdings soll man aufhören, wenn es am schönsten ist. Deswegen werde ich mich damit abfinden und vergebe 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 02.06.2020

Sehr bewegend!

Im Meer schwimmen Krokodile
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Normalerweise sind Bücher für Fiktion, alles passiert nicht wirklich und es ist einfach, schlimme Dinge auf dieser Welt einfach auszublenden. Deswegen finde ich dieses Buch um so wichtiger, denn es ist ...

Normalerweise sind Bücher für Fiktion, alles passiert nicht wirklich und es ist einfach, schlimme Dinge auf dieser Welt einfach auszublenden. Deswegen finde ich dieses Buch um so wichtiger, denn es ist die harte, traurige Realität.

Das Buch beginnt damit, dass Enaiat von seiner Mutter in Pakistan zurückgelassen wird, nachdem sie von Afghanistan dort hin gereist sind. Wieso und weshalb, wird erst im Laufe des Buches klar. Aber bereits hier ging mir das Schicksal des 10-Jährigen sehr nahe.

Er macht sich auf seine "Reise" nach Europa, er selbst spricht nie von Flucht, aber aufgrund seiner Erinnerungen weiß man, dass es "daheim" nicht sicher gewesen ist und zumindest seine Mutter um sein Leben gefürchtet hat.

Es macht mich unheimlich traurig, dass Menschen in diese Situation kommen und noch trauriger, dass sie auf teilweise sehr wenig Verständnis von anderen stoßen. Wie Enaiat damit umgeht, nie den Mut verliert, viele Rückschläge einsteckt und trotzdem nach vorne schaut, war einfach bewundernswert. Auf seinem Weg trifft er aber auch Unterstützer und tolle Menschen, sodass einen seine Geschichte nicht hoffnungslos zurücklässt. Das Buch ist bewegend und an der ein oder anderen Stelle auch nicht gerade leicht zu verdauen - aber es ist die Realität, der man sich stellen sollte.

Aufgeteilt ist die Geschichte in die verschiedenen Stationen seiner Flucht, sodass man einen guten Überblick behält, wo Enaiat sich gerade befindet. Hier werden einem auch die Unterschiede deutlich vor Augen geführt, wie unterschiedlich Flüchtlinge behandelt werden - einerseits werden sie verachtet und ausgeschlossen, andererseits schätzt man ihre billige Arbeitskraft.

Immer wieder gibt es auch Passagen, in denen der Autor Fabio Geda direkt mit Enaiat spricht. Hier werden vor allem die Beweggründe für die Handlungen des Jungen deutlich.

Mich hat das Buch berührt. Das Thema ist unheimlich wichtig. Ein kleiner Kritikpunkt: Manchmal zieht es sich etwas. Insgesamt gibt es von mir 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 02.06.2020

Leider nicht mein Humor

SoKo Heidefieber
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Nach dem Lesen des Klappentext habe ich ehrlich gesagt etwas anderes erwarten, denn für mich klang es nach einem "normalen" Regional- bzw. wie es schon auf dem Cover heißt "Überregionalkrimi". Die Plotidee ...

Nach dem Lesen des Klappentext habe ich ehrlich gesagt etwas anderes erwarten, denn für mich klang es nach einem "normalen" Regional- bzw. wie es schon auf dem Cover heißt "Überregionalkrimi". Die Plotidee fand ich sehr gut und war gespannt, wie es umgesetzt wird. Leider wurde ich nicht überzeugt.
Denn statt eines Krimis wie man ihn kennt, ist diese Geschichte eher eine Satire auf Lokalkrimis. Alles ist sehr überzogen und übertrieben, von den Figuren bis zu den Morden. Nicht nur die Autoren, die dem Mörder zum Opfer fallen, will man lieber tot sehen als noch mehr von ihnen lesen, auch die Ermittler geben keine gute Figur ab. Das ist natürlich gewollt - aber nicht mein Humor. Zwar habe ich auch ab und zu mal schmunzeln müssen, .über weite Teile fand ich das Buch aber eher anstrengend.
Das lag zum einen daran, dass mir der rote Faden gefehlt hat. Es gibt sehr viele Figuren, sodass ich zeitweise kaum mehr wusste, wer denn jetzt überhaupt wer ist. Das lag auch daran, dass sehr schnell zwischen den Schauplätzen gesprungen wird. Hier hätte ich mir beispielsweise mehr Kapitel oder eine andere optische Abtrennung gewünscht.
Zu dem baut der Autor viel Dialekt ein, was natürlich bei Regionalkrimis nicht fehlen darf. Allerdings so viel und so "naturgetreu", dass ich zum Teil überhaupt nicht verstanden habe, was die Figuren eigentlich sagen.
Vielleicht lag es deshalb daran, dass mir bis zum Schluss das Motiv des Mörders nicht klar war und auch jetzt immer noch nicht ist. Die Jagd nach diesem Stand aber eh zu keiner Zeit im Mittelpunkt.
Wer einen klassischen Krimi sucht, der sollte dieses Buch nicht lesen. Wer aber diese Art von Humor mag, wird voll auf seine Kosten kommen. Für mich war es nicht das richtige. Zwei Sterne gibt es aber trotzdem: Einen für den Mut, mal etwas anderes zu schreiben und einen, weil manche Passagen sogar für mich recht lustig waren.

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