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Veröffentlicht am 05.06.2019

Sie ist in deinem Kopf

THINK - Sie wissen, was du denkst! - Folge 1
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Die Grundidee des Buches finde ich so gruselig wie spannend: Straftäter erhalten die Möglichkeit, vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen zu werden. Sie müssen nur zustimmen, dass ihnen ein Chip ins Gehirn ...

Die Grundidee des Buches finde ich so gruselig wie spannend: Straftäter erhalten die Möglichkeit, vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen zu werden. Sie müssen nur zustimmen, dass ihnen ein Chip ins Gehirn implantiert wird, durch den Bewährungshelfer ihre Gedanken verfolgen können.

Eine dieser Personen ist die Psychotherapeutin Think, die Protagonistin des Buches und der ganzen Serie. Ich muss gestehen, dass sie mir nicht ganz so sympathisch war. Irgendwie hat sie selbst viele Probleme, von denen man immer ein bisschen mehr erfährt. Dadurch waren einige Handlungen nachvollziehbar, aber trotzdem blieb sie mir etwas fremd.

Zugegeben: Das Buch ist anders. Man muss sich darauf einlassen. Denn man springt in den Kapiteln zwischen Think und ihren Schützlingen hin und her. Man weiß immer, in welchem Kopf man ist, denn die Kapitel sind mit Namen überschrieben. Das braucht man aber nach einer Weile fast nicht mehr, weil man die Persönlichkeiten mit der Zeit näher kennenlernt und die Gedanken zuordnen kann. Im Mittelpunkt steht aber Clay, ihn lernt man direkt vor seiner Entlassung und OP kennen. Dadurch bekommt man diesen Prozess auch gut mit. Er selbst konnte mich mehr einnehmen als Think, er wirkte sehr authentisch und auch, wenn er ein Straftäter ist, kam er doch reumütig und glaubwürdig herüber.

Der Schreibstil ist anfangs wirklich etwas gewöhnungsbedürftig und es braucht eine Weile, bis man in das Buch hineinfindet. Denn es werden wirklich teilweise nur die Gedankenflüsse aufgeschrieben. So werden Sätze mitten drin abgebrochen, betonte Wörter oder gedankliche Schreie in Großbuchstaben dargestellt oder die Wörter ohne Leerzeichen geschrieben, um schnelle Gedanken zu veranschaulichen. Ich tat mir anfangs etwas schwer, aber mit der Zeit hat es mir gut gefallen, weil es den Inhalt des Buches sehr gut widergespiegelt hat und es mal etwas neues war.

Insgesamt fand ich das Buch von der Story an sich nicht so stark, aber aufgrund des sehr ungewöhnlichen Schreibstils und der Plotidee gebe ich 4 Sterne. Ob ich die Serie aber weiterverfolgen werde, weiß ich noch nicht. Das liegt aber wie gesagt daran, dass ich mit der Protagonistin nicht so warm wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Spannung
Veröffentlicht am 05.06.2019

Der Umwelt zuliebe

Es geht auch ohne Plastik
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Leben ohne - oder zumindest mit weniger - Plastik kann funktionieren. Das macht Sylvia Schaab mit ihre Familie vor. Das Buch habe ich mir als Inspiration geholt, denn seit einiger Zeit vermeide ich Plastik, ...

Leben ohne - oder zumindest mit weniger - Plastik kann funktionieren. Das macht Sylvia Schaab mit ihre Familie vor. Das Buch habe ich mir als Inspiration geholt, denn seit einiger Zeit vermeide ich Plastik, aber es war immer noch zu viel.

Das Buch ist in verschiedene Kapitel bzw. Themenbereiche wie Küche, Kinder, Bad etc. eingeteilt. Dadurch muss man es nicht von vorne nach hinten lesen, sondern kann sich gezielt das Thema heraussuchen, das einen in diesem Moment besonders auf den Nägeln brennt.

Ganz klar: Manche Tipps kennt man schon, wenn man sich mit der Thematik beschäftigt. Allerdings ist es nicht schlecht, sich das Ganze nochmal in Erinnerung zu holen. Außerdem gibt es sehr viele Internetadressen oder Verweise auf Quellen, sodass man sich weitere Informationen holen kann.

Aber einiges war mir auch neu, darüber habe ich mich besonders gefreut. Hier werde ich mich gleich an die Umsetzung machen.

Ich war überrascht, wie viel man selber machen kann, auch Lebensmittel wie Joghurt, Butter oder Frischkäse. Denn genau das bereitet mir noch Bauchschmerzen, weil ich außer für den Joghurt kaum plastikfreie Alternativen gefunden habe. Die Rezepte gibt es direkt im Buch und ich werde sie auf jeden Fall ausprobieren.

Auch der Stil, in dem die Autorin schreibt, hat mir sehr gut gefallen. Sie hebt nicht den mahnenden Zeigefinger, sondern sagt ganz klar, dass man Plastik nicht komplett vermeiden kann (zum Beispiel bei Tabletten-Blistern) und dass es okay ist, wenn man nicht alles schafft. Sie motiviert eher, den Weg zu gehen und mit weniger Plastik auszukommen. Dabei hilft auf jeden Fall auch die 30-Tage-Challenge am Ende des Buches. Da kann man das Gelesene direkt alltagsnah umsetzen.

Mir hat das Buch auf jeden Fall etwas gebracht und ich nehme es immer wieder in die Hand, um nochmal etwas nachzublättern oder in den Rezepten für die Küche, das Bad oder Putzmittel zu stöbern. Meinen Plastikmüll habe ich von knapp zwei Säcken in zwei Wochen auf einen halben Sack reduziert und bin schon ein bisschen stolz :)

Veröffentlicht am 28.05.2019

In der Arktis

White Zone - Letzte Chance
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Die Grundidee hinter dem Buch fand ich spannend und ich würde es schon als Dystopie bezeichnen, auch wenn die Geschichte nicht allzuweit in der Zukunft spielt. Trotzdem gibt es einiges an neuer Technologie, ...

Die Grundidee hinter dem Buch fand ich spannend und ich würde es schon als Dystopie bezeichnen, auch wenn die Geschichte nicht allzuweit in der Zukunft spielt. Trotzdem gibt es einiges an neuer Technologie, was aber nicht eine große Rolle für die Geschichte an sich spielt.
Neben der Hauptgeschichte - den straffälligen Jugendlichen, die eine Erziehungsmaßnahme in der Arktis absolvieren - spielt auch das Thema Umwelt, Klimawandel und Tierschutz eine Rolle. Das fand ich super und kann mir vorstellen, dass das Jugendliche auch interessiert.
Während mich das Buch am Anfang richtig gefesselt hat, nahm es mit der Zeit leider ab. Denn irgendwie kommt die Story nur langsam voran und der rote Faden wird öfter durchbrochen. Es gibt noch einen spannenden Twist, allerdings hätte ich mir her Tiefe gewünscht.
An sich war es ganz nett und ich denke, bei der Zielgruppe kommt es gut an. Von mir gibt es 3 Sterne.

Veröffentlicht am 23.05.2019

Solider Krimi, leider wenig Afrika

Mord am Mandela Square
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Das Buch startet gleich mal - wie es sich für einen guten Krimi gehört - mit einer Leiche. Allerdings wechseln dann erstmal die Perspektiven, sodass man nicht zu ungeduldig sein darf. Nach und nach lernt ...

Das Buch startet gleich mal - wie es sich für einen guten Krimi gehört - mit einer Leiche. Allerdings wechseln dann erstmal die Perspektiven, sodass man nicht zu ungeduldig sein darf. Nach und nach lernt man die Protagonisten kennen, darunter Frank Sattler aus Deutschland, der mit einem Sonderauftrag seines Freundes im Gepäck nach Südafrika reist. Dort trifft er unter anderem auf Pia, eine deutsche Aktivistin, die er unterstützen soll.

So unterschiedlich die Charaktere auch auf den ersten Blick scheinen, harmonieren sie doch ganz gut. Sie haben eine komplett andere Ansichtsweise was das Leben betrifft, was man auch durch die Wahl ihres Wohnorts merkt. Gerade aber das aufeinanderprallen dieser beiden unterschiedlichen Welten war schön mitzuverfolgen.

Leider - und das ist vielleicht dem geschuldet, dass die Protagonisten beide Deutsche sind - hat mir allerdings der Afrika-Charme gefehlt. Ja, mal liest ein bisschen was über Townships und auch Pias Aufenthaltsort, ein besetztes, altes Hotel, zeigt die nicht so schönen Seiten von Johannesburg, aber das Lebensgefühl und der Unterschied zu uns in Europa kam mir einfach zu kurz. Auch aufgrund des Covers habe ich mehr Traditionen und Kultur erwartet.

Es handelt sich hier ja auch um einen Krimi und es bleibt nicht bei dem einen Mord. Der zweite bleibt leider etwas oberflächlich, auch wenn er mit dem ersten verknüpft ist. Eine klassische Ermittlung gibt es nicht, Sattler und seine Gefährten machen sich selbst an die Aufklärung, weil sie immer mehr darin verwickelt werden. Bis es so richtig in Fahrt kommt und der Leser auch seine ersten Ideen entwickeln kann, dauert es leider etwas. Dann wird es aber richtig spannend, vor allem weil der Mörder keine Skrupel kennt und äußerst brutal vorgeht. Die Verwicklungen gehen dann auch tiefer, als anfangs gedacht, man sollte also genau lesen, um keinen Schnittpunkt zu verpassen.

Insgesamt war das Buch nicht unbedingt das, was ich erwartet habe, weil mir Südafrika zu kurz kam. Trotzdem war es ein solider Krimi mit spannenden Momenten, deswegen von mir 3,5 Sterne!

Veröffentlicht am 23.05.2019

Welt retten in 2 Minuten

Schluss. Mit. Plastik.
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Der Titel sagt schon, was den Leser in diesem Buch erwartet: Es geht darum, Plastik zu vermeiden, weil es einfach irrsinnig ist, wie viel wir davon täglich verbrauchen - obwohl es Alternativen gibt. Ich ...

Der Titel sagt schon, was den Leser in diesem Buch erwartet: Es geht darum, Plastik zu vermeiden, weil es einfach irrsinnig ist, wie viel wir davon täglich verbrauchen - obwohl es Alternativen gibt. Ich gebe zu, meine Erwartungen waren auch dementsprechend vor dem Lesen hoch.

Geschrieben wurde das Buch von Martin Dorey aus England, der die Initiative #2minutesbeachclean ins Leben gerufen hat. Dabei fordert er seine Mitmenschen auf, während eines Strandspaziergangs einfach mal etwas Müll aufzusammeln, ganz nach dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist". Diese Initiative wird in dem Buch kurz vorgestellt und das fand ich sehr interessant. Auch wenn ich keinen Strand in der Nähe habe, lässt sich das auch gut auf der Straße umsetzen. Erschreckend waren aber die Ergebnisse, die durch die Strandsäuberungen sichtbar werden: Was alles an Plastikmüll im Meer schwimmt, ist einfach nur beschämend, erschreckend und eklig. Der Autor zeigt hier eindeutige Fakten auf und erklärt auch, warum und wie diese Dinge ins Meer geraten. Das war für mich sehr überzeugend und motivierend, da genau dort weiterzumachen, wo ich gerade bin.

Darüber hinaus gibt das Buch Informationen zu den verschiedenen Plastikarten, denn nicht alles kann recycelt werden, auch wenn man es in den Gelben Sack wirft. Auch hier habe ich viele neue Informationen bekommen. Mir gefällt die kurzweilige, informative Art, wie die Infos vermittelt werden.

Außerdem stehen natürlich die Plastik-Spartipps und Alternativen im Mittelpunkt. Für mich waren sie ja der ausschlaggebende Punkt, um das Buch zu lesen. Die Tipps sind in verschiedene Kategorien geordnet, es gibt auch Vorschläge für Kinder und das Büro. Neben allgemeinen Informationen gibt es auch immer mindestens einen Vorschlag, den man, wie der Titel sagt, sofort in zwei Minuten umsetzen kann. Ausreden will der Autor hier nicht gelten lassen.
Allerdings muss ich sagen, dass ich von den Tipps nicht so sehr überzeugt war. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich mich schon eine Weile aktiv mit dem Thema beschäftige, sodass ich eigentlich nichts Neues gelernt habe. Das meiste (unverpackt einkaufen, keine Plastik-Wattestäbchen, etc.) setze ich schon um. Für mich hätte das Buch hier auf jeden Fall noch weiter gehen müssen.

Für einen Einsteiger, der jetzt damit anfangen möchte, Plastik zu sparen, werden die Tipps aber nützlich und ein guter Einstieg sein, seinen Alltag etwas zu verändern. Deswegen empfehle ich das Buch auch allen, die sich kurzweilig mit dem Thema beschäftigen möchten. Wer schon seine Putzmittel selbst herstellt etc. braucht dieses Buch nicht unbedingt zu lesen. Von mir gibt es deswegen 3,5 Sterne!