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Veröffentlicht am 30.10.2021

Skandinavische Hochspannung par ex­cel­lence

Meeressarg (Ein Fabian-Risk-Krimi 6)
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Stefan Ahnhem hat es für mich erneut geschafft, einen spannungsgeladenen Thriller zu schreiben, der mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen hat.

Im Kopenhagener Hafenbecken wird ...

Stefan Ahnhem hat es für mich erneut geschafft, einen spannungsgeladenen Thriller zu schreiben, der mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen hat.

Im Kopenhagener Hafenbecken wird durch Zufall ein Fahrzeug mit zwei Leichen gefunden. Auf Anordnung von Sleizner werden die Ermittlungen von Jan Hesk geleitet, der aus gutem Grund damit betraut wurde, war er doch bisher seinem Chef immer ein ergebener Mitarbeiter. Schnell wird eine Leiche als ein hochrangiger Beamter des Nachrichtendienstes identifiziert. Im Laufe der Ermittlungen kommen Beweismittel abhanden. Jan Hesk hat bereits erste Vermutungen, wer hinter diesen Vorkommnissen steckt und macht einen fatalen Fehler.

Auch Dunja arbeitet mit Hochdruck daran, Beweismittel gegen Sleizner zusammenzutragen. Mit zwei IT-Experten schafft sie es sogar, ihn auf Schritt und Tritt zu überwachen und sogar sein Handy abzuhören. Welche Grenzen muss sie noch überschreiten, um Sleizner zur Strecke zu bringen?

Fabian Risk, der derzeit um seinen Sohn Theodor trauert, kann sich nicht vorstellen, dass Theodor im dänischen Gefängnis freiwillig Selbstmord begangen hat und setzt alles daran, zu erfahren, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte. Dabei stößt er auf Anweisungen, die von der dänischen Polizei stammen. Die Jagd beginnt.

Einem korrupten, nazistischen Soziopathen wie Sleizner, der erpresst, misshandelt und letztendlich auch über Leichen geht, können die drei Hauptprotagonisten nur zusammen das Handwerk legen. Die drei Handlungsstränge sind sehr gut aufeinander abgestimmt und führen zu einem hervorragend konstruierten Ende. Der Spannungsbogen ist von Anfang an sehr hoch und steigert sich noch bis zum Schluss.

Durch den flüssigen und sehr spannenden Schreibstil ist das Buch ein absoluter Pageturner und steht den vorangegangenen Büchern der Reihe in nichts nach. Die Protagonisten sind authentisch und haben ausgeprägte charakterliche Züge, was mir wieder sehr gut gefallen hat.

Ich finde das Cover hat keinen direkten Bezug zum Inhalt, wobei es mich optisch wieder sehr anspricht. Skandinavisch und düster, wo man Abgründe des menschlichen Handelns erahnen kann.

Ich kann hier eine absolute Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 20.10.2021

Mysteriöse Kriminalfälle

Der rote Raum
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In der Stadt Växjö in Smaland ereignet sich kurz nach Mitsommer ein mysteriöser Mordfall. Ein alleinstehender Informatiker wird erschossen und ihm wird anschließend das Herz professionell entfernt und ...

In der Stadt Växjö in Smaland ereignet sich kurz nach Mitsommer ein mysteriöser Mordfall. Ein alleinstehender Informatiker wird erschossen und ihm wird anschließend das Herz professionell entfernt und durch einen ungewöhnlichen Stein ersetzt. Ein obskurer Fall für Ingrid Nyström und ihr Team. Das Hochhaus Stairway to Heaven, wo sich der Mord ereignet hat, ist das Opfer nur flüchtig bekannt und keiner der Bewohner kann über ungewöhnliche Vorkommnisse berichten. Zudem gibt die aufgezeichnete Schließhäufigkeit der überwachten Türen Rätsel auf. Je mehr Ingrid und ihr Team in die Vergangenheit von Adam Arlemark eintauchen, desto mehr erfahren sie über sein schreckliches familiäres Schicksal und seine geheimen Wünsche.
Stina Forss, die noch vor einiger Zeit in Ingrids Team war, ermittelt in Stockholm. Durch ihre wiederholten Alleingänge und die daraus resultierenden tragischen Ereignisse, wird sie nach Kiruna geschickt, um da dem ortsansässigen Polizisten Linus Tannendal bei einem weiteren rätselhaften Verbrechen unter die Arme zu greifen. Aus einem hermetisch abgeriegelten Raum, das sogenannte „Locked-room Mystery“, ist der Mörder spurlos verschwunden.

Es scheint, dass sich die beiden Fälle zunehmend aufeinander zu bewegen und es lassen sich erste Parallelen erkennen. Doch ist alles so, wie es scheint, werden noch mehr Menschen sterben müssen?

Der Schreibstil ist relativ flüssig, doch einige Sätze waren schon arg lang. Es wurde in 3 Handlungssträngen erzählt, wobei man die dritte Handlung erst am Ende zuordnen konnte. Für mich hätte dieser Strang in wesentlich kürzerer Form ausgereicht. Sara Hjalmarsson und Linus Tannendal waren in diesem Krimi ganz klar meine Sympathieträger, wobei die anderen Charaktere für mich nicht richtig greifbar waren bis auf Stina Forss, die in ihrer Art sehr speziell ist, denn außergewöhnliche Ermittler mag ich sehr.

Die Spannung hat sich bis zum Ende gut aufgebaut, doch die Handlungen wirkten teilweise etwas konstruiert.

Das Cover passt auf jeden Fall in die Krimireihe und hat einen Wiedererkennungswert.
Ich habe die Vorgängerbücher nicht gelesen und durch die vielen Rückblenden und Erklärungen war dies auch nicht nötig und wird nicht nötig sein. Mich hat das Buch sehr gespalten und enttäuscht zurückgelassen.

Ich vergebe für diesen Krimi wohlwollende 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.10.2021

Wie nachhaltig unsere Vergangenheit unsere Zukunft prägt!

Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen
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„Girl on the Train“ habe ich leider noch nicht gelesen und somit ist „Wer das Feuer entfacht“ für mich der erste Roman von der Autorin Paula Hawkins.

Das Setting dieses Spannungsromans ist London. Auf ...

„Girl on the Train“ habe ich leider noch nicht gelesen und somit ist „Wer das Feuer entfacht“ für mich der erste Roman von der Autorin Paula Hawkins.

Das Setting dieses Spannungsromans ist London. Auf einem Hausboot wird ein junger Mann, Daniel Sutherland, von der auf dem Nachbarboot lebenden Miriam tot aufgefunden. Die junge Laura rückt zuerst ins Visier der Ermittlungen, da Sie blutverschmiert am Tatort gesehen wurde. Die dritte verdächtige Person ist Carla, Daniels Tante. Nur einige Wochen vor Daniels Tod ist seine Mutter Angela, Carlas Schwester, durch einen Treppensturz ums Leben gekommen. Somit ist sie die einzige Verwandte. Alle drei Protagonistinnen stehen in unterschiedlicher Weise in Beziehung zum Opfer und wurden durch tragische Ereignisse im Leben geprägt. Den Frauen wurde in der Vergangenheit Unrecht zuteil. Ist jetzt die Zeit der Vergeltung?

Die Geschichte zieht den Leser sofort in den Bann. Nach und nach erfährt man, welche schrecklichen Schicksale die drei Protagonistinnen erlitten haben. Die Ermittlungen in Zusammenhang mit Daniels Tod werden nur marginal erwähnt und sind von untergeordneter Bedeutung. Die Charaktere sind besonders gut ausgearbeitet. Zu erwähnen wäre auch noch die 80jährige Irene, die Nachbarin von Angela, die in dieser Geschichte die absolute Sympathieträgerin ist und im letzten Drittel des Buches an Bedeutung gewinnt.

Der Roman mit seinen Protagonistinnen und einigen Nebenfiguren, wie die Polizisten und Theo (Carlas Ex), ist sehr gut konstruiert mit seinen Verstrickungen von Vergangenheit und Gegenwart, so dass dem Leser nicht gleich offensichtlich der Täter präsentiert wird. Der Spannungsbogen hat sich schnell aufgebaut und war bis zum Ende gleich hoch, so dass mich die Geschichte ab der ersten Seite gefesselt hat. Den Blick in die Abgründe des menschlichen Daseins hat die Autorin gekonnt in Szene gesetzt, ich bin begeistert. Wobei die Offenlegung des Täters die Bilanz der Ereignisse und Interaktionen war.

Das Cover des Buches ist super auf den Inhalt abgestimmt. Die Frauengesichter sind durch den Rauch nicht ganz greifbar.

Ich kann hier eine absolute Leseempfehlung aussprechen!

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Veröffentlicht am 25.09.2021

Traumabewältigung - Das andere Ich

Die andere Tochter
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Antonia, genannt Toni, entrümpelt beruflich die Wohnungen Verstorbener. Nach einem unglücklichen Unfall verliert Sie ihr Augenlicht und erhält durch eine Corneaspende ihre Sehfähigkeit zurück. Da Transplantationen ...

Antonia, genannt Toni, entrümpelt beruflich die Wohnungen Verstorbener. Nach einem unglücklichen Unfall verliert Sie ihr Augenlicht und erhält durch eine Corneaspende ihre Sehfähigkeit zurück. Da Transplantationen in Deutschland anonym verlaufen und es Toni besonders wichtig ist sich zu bedanken, schreibt sie einen Brief an die Spenderfamilie, der über die Cornea-Datenbank weitergeleitet wird. Kurze Zeit später nimmt die Mutter der Spenderin zu ihr Kontakt auf und lädt sie nach Frankfurt ein. Auf Anhieb verstehen sich Clara und Antonia und ihr Umgang ist sehr herzlich, fast schon freundschaftlich. Nachdem sie mehr über die junge Spenderin Zsazsa erfährt, meint sie, in den immer wieder seit der Operation auftretenden Visionen, Gefühle und Botschaften von Zsazsa zu erkennen und zweifelt an ihrer eigenen Identität. Je tiefer sie ins Umfeld der Familie Mertens hineingezogen wird, desto mehr Geheimnissen ist sie auf der Spur, auch in ihrer eigenen Familie, die weit in die Vergangenheit reichen.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen zwischen April 2019 und Oktober 2019. Abwechselnd bewegen sich diese beiden Zeitebenen im Laufe des Buches aufeinander zu.

Das erste Drittel des Buches fand ich ein bisschen zäh, doch dann haben die Handlungen Fahrt aufgenommen und aus dem vermeintlichen Roman ist ein Krimi geworden. Der Spannungsbogen konnte bis zum Ende gehalten werden. Zwischenzeitlich wirkte die Protagonisten auf mich oft verloren und ihre Handlungen waren immer wieder irrational.

Das Cover finde ich super auf den Inhalt abgestimmt, denn die Protagonistin muss Puzzleteil für Puzzleteil zusammensetzen, um den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Auch die Farbgebung ist sehr passend und es gefällt mir sehr gut. In diesem Buch wurden spannende Themen, wie Organspende, Patientenverfügung, Provenienzforschung und Traumata angesprochen.

Ich habe vorher noch kein Buch von Dinah Marte Golch gelesen und kann dieses nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 20.09.2021

Tod, Trauer und was kommt dann?

Was bleibt, wenn wir sterben
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Louise Brown beschreibt in diesem Buch sowohl ihre ganz eigenen Erfahrungen von Tod und Trauer als auch die als Trauerrednerin. Sie schreibt über die Zeit nach dem Tod ihrer Eltern und wie sie ihren Beruf ...

Louise Brown beschreibt in diesem Buch sowohl ihre ganz eigenen Erfahrungen von Tod und Trauer als auch die als Trauerrednerin. Sie schreibt über die Zeit nach dem Tod ihrer Eltern und wie sie ihren Beruf als Journalistin aufgegeben und den Quereinstieg als Trauerrednerin gewagt hat.
Für diesen Beruf muss man viel Empathie und Feingefühl mitbringen, muss teilweise bei den Angehörigen die richtigen Fragen stellen und zwischen den Zeilen lesen, um mehr über das Leben, die Eigenheiten, Anekdoten oder den Charakter des Verstorbenen zu erfahren.
Die Autorin beschreibt ihre Erlebnisse und die Begebenheiten, die sie mit Hinterbliebenen beim Gespräch und bei Beerdigungen erfährt. Sie erzählt von sehr traurigen Momenten aber auch von schönen und unerklärlichen Augenblicken, wie z.B. als die Sonne, die zu Beginn der Abschiedsfeier durch das runde Fenster genau auf die Urne einer Sonnenanbeterin scheint.
Viel Raum hat sie der Zeit ihrer eigenen Trauer und Trauerbewältigung gewidmet. Berichtet über Gefühle der Hilflosigkeit am Sterbebett der Mutter oder prägende Momente beim Regeln des Nachlasses.
Für jeden ist der Verlust eines geliebten Menschen ein ganz individuelles Erlebnis. Keiner kann sich darauf richtig vorbereiten, welche Gefühle und welche Ängste damit verbunden sein können. Das Buch gibt Einblicke in die Welt des Verabschiedens, der Trauer und dass man für sich das Leben bewusster erleben kann.
Jedes Leben hat seine Endlichkeit und jeder sollte sich dieser Endlichkeit bewusst sein und für die Angehörigen schon vorsorglich einige Dinge besprechen oder schriftlich festhalten, wie z.B. Lieblingsmusik, Dekoration, Blumen.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und einfühlsam. An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir ausführlichere Schilderungen über ihre Arbeit gewünscht.
Das Cover gefällt mir besonders gut. Die Vögel verkörpern für mich die Seele, die nach dem Tod den Körper verlässt und gen Himmel steigt.
Ein empfehlenswertes Buch, für alle, die sich näher mit der Thematik auseinandersetzen wollen!

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