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Veröffentlicht am 17.03.2017

Übernachten will ich bei dir!

Unsere Seelen bei Nacht
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„Ich will nur friedlich vor mich hin leben und darauf achten, was Tag für Tag passiert. Und abends herkommen und bei dir schlafen.“

Inhalt

Addie und Louis leben Haus an Haus in einer Kleinstadt in Colorado. ...

„Ich will nur friedlich vor mich hin leben und darauf achten, was Tag für Tag passiert. Und abends herkommen und bei dir schlafen.“

Inhalt

Addie und Louis leben Haus an Haus in einer Kleinstadt in Colorado. Beide sind über 70 und allein, weil die jeweiligen Ehepartner verstorben sind und die Kinder längst aus dem Haus. Addie mag ihren Nachbarn und fragt ihn, ob er bereit wäre sie abends und nachts zu besuchen um gemeinsam mit ihr in einem Bett zu schlafen – natürlich ohne sexuelle Hintergedanken sondern allein deswegen, weil sich so die Einsamkeit der Nacht besser überstehen lässt. Louis findet die Idee nicht schlecht und möchte es zumindest probieren. Schon bald merken die beiden, dass es sich zu zweit auch im Alter viel entspannter lebt und weiten ihre Treffen auch auf den Tag aus. Doch in Holt, rümpft man die Nase und stößt sich am unkonventionellen Verhalten von Addie und Louis. Überall stoßen sie auf Ablehnung und Unverständnis. Als Addies Sohn von seiner Mutter fordert, dass sie den Nachbarn nicht mehr trifft, weil sie sonst ihren geliebten Enkel verliert, muss sie sich entscheiden …

Meinung

Auf 197 Seiten entwirft der mittlerweile verstorbene amerikanische Autor Kent Haruf eine schöne, leichte und stille Geschichte über die Wünsche und Hoffnungen im Alter, auch diejenigen, die eine Liebe, eine tiefe innere Verbundenheit ausdrücken und die Menschen daran erinnern, dass es für Gefühle und Warmherzigkeit niemals zu spät ist. Die beiden Protagonisten wirken sehr lebensecht, tief verwurzelt in ihren Ansichten und wunderbar ausgeglichen. Beide haben etwas für sich entdeckt, was ihnen wieder mehr Lebensfreude und Energie schenkt und sie sehen es nicht ein, sich in ihrem Alter noch Gedanken darüber zu machen, was andere von ihnen denken. Mit dieser Ausgangssituation fängt der Autor den Leser und bietet im Folgenden eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, mit guten und schlechten Entscheidungen und zeichnet dabei ein sehr interessantes Bild über die Möglichkeiten, die sich eröffnen, wenn man dem Glück nur ein wenig die Tür öffnet.

Der Schreibstil von Haruf ist sehr einfach, konzentriert sich auf das Wesentliche und vermittelt dadurch für mich zu wenig echte Emotionen. Was mir z.B. gänzlich gefehlt hat war die Selbstreflexion von Addie aber auch von Louis – als Leser kennt man sie mehr aus zweiter Hand, was zwar objektiv richtig ist, mich aber nicht wirklich teilhaben lässt am inneren Prozess der Gefühlsfindung. Dadurch plätschert das Geschehen etwas dahin und die Aussagekraft des Buches bleibt minimal, denn beide gehen einen gemeinsamen Weg, lassen sich aber wieder voneinander abbringen – wohlgemerkt ohne damit glücklich zu sein. Tatsächlich finde ich den Plot der Geschichte besser geeignet für einen Film, als für ein Buch, schon allein weil es dann den Schauspielern obliegt Gefühle zu transferieren.

Fazit

Ich vergebe 4 Lesesterne für diesen naturverbundenen, einfachen und stillen Roman, der wenig braucht um etwas zu vermitteln und der vielleicht auch an die jüngere Generation appelliert, wie sie mit ihren Eltern und Großeltern in der späten zweiten Lebenshälfte umgehen möchte. Ganz klar und deutlich erscheint mir die Aussage, dass jedes Individuum einen anderen Traum von Glück und Zufriedenheit hat und dass es normalerweise niemanden geben dürfte, der Gefühle nur auf Grund gesellschaftlicher Konventionen abwertet oder sogar verbietet. Lesenswert!

Veröffentlicht am 13.03.2017

Vom Ende der Monogamie

Wie wir lieben
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„Die Liebe bleibt uns allen ein Labyrinth, dessen Ausgang jeder für sich finden muss. Sie bleibt also ein Abenteuer diese Reise. Aber nicht nur. Denn wie jede gute Reise, wie jedes große Abenteuer führt ...

„Die Liebe bleibt uns allen ein Labyrinth, dessen Ausgang jeder für sich finden muss. Sie bleibt also ein Abenteuer diese Reise. Aber nicht nur. Denn wie jede gute Reise, wie jedes große Abenteuer führt sie dorthin, wo wir uns am wohlsten fühlen.“

Inhalt

Friedemann Karig hat sie getroffen, die Paare, die anders leben, als es das gängige Modell vorsieht, die sich in ihrer Liebe, in ihren partnerschaftlichen Beziehungen sehr stark vom Mainstream abheben. Ihr Modell ist keine strikte Vorgabe, auch kein funktionierendes Patentrezept sondern schlicht und einfach das, was sie möchten, was sie mit ihrem Liebsten teilen möchten und nicht nur mit dem, sondern auch noch mit Anderen. Menschen, die polygam leben und damit glücklich sind, wenn da nicht die ständige Ablehnung, das Unverständnis von außen und die daraus resultierenden leisen Zweifel wären. Der Autor setzt sich mit vielen Facetten der körperlichen Liebe auseinander aber auch mit den Themen Treue, Eifersucht und Emotionalität sowie dem Wunsch nach persönlicher Freiheit.

Meinung

Dieses Sachbuch folgt einem ganz klaren Schema: zunächst das Thema, dann die These und schließlich das Fallbeispiel. Dadurch entsteht ein fundiertes, abwechslungsreiches Buch, dessen Inhalt man zielgerichtet folgen kann und welches gleichermaßen als „Aufklärungsbuch“ zu verstehen ist. Tatsächlich kann man hier etwas lernen, über das Lieben, die Lebensmodelle, die Entscheidungen und ist geneigt, dem geschriebenen Wort eine gewisse Bedeutung beizumessen. Mir persönlich haben gerade die Fallbeispiele Karigs sehr gut gefallen, weil dort Menschen zu Wort kommen, die mit ganz normalen Vorurteilen kämpfen, die lebensecht rüberkommen, weil sie Zweifel plagen, die aber auch zu 100% von ihrer Entscheidung überzeugt sind, selbst wenn sie nicht die Ewigkeit für sich beanspruchen.

Etwas ungeeigneter betrachte ich die Auseinandersetzung des Autors mit dem Thema an sich (also seine Thesen in den Sachtexten). Dort argumentiert er sehr entschlossen und oft in Anlehnung an andere Sachbuchautoren, so dass bitte auch der überzeugte Vertreter der Liebe zu nur einem Menschen darüber nachdenken mag, warum er nicht sein naturgegebenes Verhalten (also mehrere Geschlechtspartner) als das „richtige“ erkennt. Zwar rudert er immer wieder zurück, relativiert seine Aussagen, doch der Tenor bleibt: Freie Liebe, zu jedem Menschen, parallel und nebeneinander ist nichts Neues aber auch nichts Ungewöhnliches – wer das nicht kennt, findet sich in diesem Buch nicht wieder. Das der Autor eine Lobby für Menschen schaffen möchte, die sich immer noch ausgegrenzt fühlen und deren Belange in der Gesellschaft auf Ablehnung stoßen, finde ich lobenswert. Das ist ihm mit diesem Buch vielleicht sogar gelungen, doch um Freiheit in der Liebe zu erlangen, sollte sich jeder fragen, wieviel Offenheit eine partnerschaftliche Beziehung wirklich braucht und das ist eine individuelle Sicht, die in erster Linie auf Erfahrungswerten beruht.

Fazit

Ich vergebe gute 3 Lesesterne (3,5) für dieses informative, unkonventionelle Sachbuch rund um das Thema Liebe, Sex und persönlichen Lebenstraum. Gerade für Betroffene ist es eine befreiende Lektüre, weil sie Gehör finden, einfach weil ihnen der Autor seine Zeit und Aufmerksamkeit schenkt. Wer eher ein klassisches Lebens- und Liebesmodell lebt, fühlt sich wohl etwas ausgegrenzt, doch dieser literarische Aspekt ist durchaus gewollt und zeigt nur, wie bunt, wie schön und wie erfüllt die Liebe sein kann, wenn man sie nur lässt …

Veröffentlicht am 08.03.2017

Die Rebellion der Surrogate im Geheimversteck

Das Juwel - Die Weiße Rose
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„Das Arkanum schweigt. Ich betrachte die kleine silberne Stimmgabel, die inmitten des Schmucks auf meiner Frisierkommode liegt. Garnets Worte hallen mir durch den Kopf: Wir holen dich da raus.“

Inhalt

Violet ...

„Das Arkanum schweigt. Ich betrachte die kleine silberne Stimmgabel, die inmitten des Schmucks auf meiner Frisierkommode liegt. Garnets Worte hallen mir durch den Kopf: Wir holen dich da raus.“

Inhalt

Violet Lasting, dem aufsässigen Surrogat der Herzogin vom See, gelingt ihre Flucht aus dem Juwel, jener Welt der Schönen, Adligen und korrupten Menschen, die nur eines im Sinn haben – ihre Kinder von Frauen austragen zu lassen, die diese Geburt nicht überleben werden, um anschließend muntere Ränkespiele betreiben zu können. Mit Hilfe ihres Geliebten und des abtrünnigen Sohnes der Herzogin flieht Violet quer durchs ganze Land in einen Bezirk, der ein Geheimnis in den Tiefen seines Waldes beherbergt. Dort angekommen, im Haus „Der weißen Rose“, offenbart sich Violet die eigentliche Bestimmung aller Surrogate und ihre besondere Fähigkeit, die Elemente auf schockierende Art und Weise zu beeinflussen. Ihre neue Lehrmeisterin und deren geheimer Zirkel planen einen Aufstand, sie alle wollen gemeinsam die Grausamkeiten der Obrigkeit beenden und Violet steht im Zentrum ihrer Bemühungen, denn nur die stärksten Surrogate können die Elemente verändern und lenken und den Adel damit zerschlagen. Doch die Adligen ahnen eine Verschwörung und holen sofort zum Gegenschlag aus …

Meinung

Bereits den ersten Band dieser Jugendbuch-Trilogie habe ich im vergangenen Jahr voller Begeisterung gelesen, weil endlich mal ein untypisches und dennoch fesselndes Thema die Basis der Erzählung bildet. Im weitesten Sinne ist es natürlich der klassische Kampf zwischen Gut und Böse aber unter näherer Betrachtung geht es hier um Abhängigkeit, Leihmutterschaft, Ausbeute und Unmenschlichkeit. Amy Ewing jongliert in „Das Juwel“ gekonnt mit einer spannenden Haupthandlung, die stellenweise sogar märchenhaft schön wirkt, sie inszeniert eine harmonische aber nicht übertriebene Liebesgeschichte und setzt auf magische Handlungen, außergewöhnliche Gaben und unbekanntes Wissen. Insgesamt ein sehr gekonnter Mix, bei dem mich auch der zweite Teil der Reihe auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Der Schreibstil wirkt jugendlich frisch, die Charaktere sind gut beschrieben und die Rollen klar verteilt. Besonders die offenbarten Wahrheiten rund um das Leben der Surrogate oder hier explizit die Kraft ihrer elementaren Fähigkeiten konnten mich von der Story überzeugen. Selbst das gewählte Setting in einem Land, in dem es verschiedene Bezirke mit immer schlechteren äußeren Faktoren gibt und nur einen kleinen Teil, der voller Schönheit glänzt, weil er alle anderen Bereiche gnadenlos und skrupellos ausbeutet, gefällt mir sehr gut. Zwischen rauchenden Schloten und verfallenden Häusern dringt kaum Licht in das Leben der Menschen, während der Adel rauschende Feste in goldenen Palästen feiert und sich in seiner Herrlichkeit beweisen muss. All das ergibt eine in sich geschlossene, nachvollziehbare Geschichte, die nicht nur oberflächlich erzählt, sondern für ein Jugendbuch erstaunlich viele Werte und Bedeutsamkeit vermittelt.

Fazit

Ich vergebe 5 Lesesterne für dieses innovative Jugendbuch, welches seinem Vorgänger in nichts nachsteht. Empfehlenswert für alle, die Märchen mögen, gepaart mit Spannung, Intrigen, verbotener Liebe und magischen Fähigkeiten. Ein gelungener Mix, der auch junge Erwachsene begeistern kann. Ich freue mich schon sehr auf den Abschlussband der Trilogie, welcher im April 2017 erscheint. Besonders schön ist hier auch die Covergestaltung, die farblich auf den Inhalt abgestimmt wurde und hochwertig erscheint – also sicher auch eine gelungene Geschenkidee.

Veröffentlicht am 06.03.2017

Schöne neue Heimat auf Zeit

Das geträumte Land
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„Viel zu lange hatte sie gewartet, etwas aus sich zu machen, und jetzt, mit dreiunddreißig, hatte sie alles, oder war kurz davor, alles zu haben, was sie sich je für ihr Leben gewünscht hatte.“

Inhalt

In ...

„Viel zu lange hatte sie gewartet, etwas aus sich zu machen, und jetzt, mit dreiunddreißig, hatte sie alles, oder war kurz davor, alles zu haben, was sie sich je für ihr Leben gewünscht hatte.“

Inhalt

In ihrem Heimatland Kamerun sehen Neni und Jende keine Perspektiven für sich und ihr gemeinsames Leben, ganz anders als in Amerika, in einem Land, in dem jeder die Möglichkeit bekommt, sich zu beweisen und ungeachtet seiner Herkunft oder Abstammung erfolgreich zu sein. Sie sind jung, engagiert und träumen gemeinsam den Traum einer selbstbestimmten, erfolgreichen Zukunft, fernab der Fesseln ihrer Heimat. Jende arbeitet als Chauffeur des erfolgreichen Geschäftsmannes Clark Edwards und Neni drückt die Schulbank, um in nicht allzu ferner Zeit Pharmazie studieren zu können. Doch was vielversprechend und hoffnungsvoll beginnt, wandelt sich bald in ein schlechtes Omen. Die Jongas haben keine Greencard und stehen kurz vor der Ausweisung, die Wirtschaftskrise zwingt Mr. Edwards dazu, seinen Angestellten zu entlassen und das zweite Kind fesselt Neni an ein ungewolltes Hausfrauendasein. Schon bald müssen die beiden erkennen, dass die schöne neue Welt, in der sie sich bereits tief verankert sahen, ihnen immer mehr entgleitet. Als Jende auch noch krank wird, ziehen sie Bilanz und überdenken erstmals ihre Entscheidung…

Meinung

Die kamerunische Autorin Imbolo Mbue vereint in ihrem Roman viele verschiedene Aspekte des Migrantendaseins in einem Land fern der Heimat. Zum einen entwirft sie das Bild einer zunächst glücklichen Ehe, getragen von gemeinsamen Zukunftsplänen und tiefer, echter Liebe zum anderen zeigt sie die Entwurzelung, die der Sprung ins Ungewisse mit sich bringt. Während in der Heimat existentielle Probleme vorherrschen, denen man sich nicht entziehen kann, wenn es an Geld und Status fehlt, bedrohen in der Fremde eher die mangelhaften Rahmenbedingungen das Glück. Und so wandelt sich nicht nur die Bedeutsamkeit der Eheleute füreinander, sondern es treten zunehmend Dissonanzen in ihrer Beziehung auf, die bald mit Abweisung, Sorge und körperlicher Wut einhergehen. Im fremden Land werden auch die Liebenden zu Fremden, weil alle Gewissheiten, die man in der Heimat hat, hier nicht gelten. Allein die klassische Rollenverteilung in einer kamerunischen Ehe wird intensiv und differenziert beleuchtet, das Dilemma zwischen Verantwortung und Fürsorge einerseits und Freiheitsbeschneidung und Abhängigkeit andererseits. Amerika öffnet Türen, die vorher gar nicht da waren.

Auch der zweite Erzählstrang, der sich nahtlos und in Kombination mit dem ersten abwechselt, zeigt eine typisch amerikanische Familie, die zwar genügend Geld und Status besitzt, aber vollkommen die Werte zueinander verloren hat. Eine betrogene Ehefrau, die ihr Unglück in Alkohol und Tablettensucht begräbt, zwei Söhne, die der Familie zumindest teilweise den Rücken kehren und ein Familienoberhaupt, welches nur noch die Karriere vor Augen hat und darüber hinaus keine Freizeitaktivitäten mehr pflegen kann und möchte. Trotz Geld und Ansehen findet man hier Gefühlskälte und Drama. Interessant ist die Verknüpfung der Lebenswege durchaus, obwohl sich auch Längen einschleichen, obwohl man als Leser schnell erkennt, dass es für die Afrikaner in Amerika kein Happy-End geben wird. Und sich durch die Schreibweise dazu berufen fühlt, keine wirkliche Nähe zu den Protagonisten aufzubauen. Sie stehen eher für Rollenbilder, für Menschen ihres Volkes und weniger für sich selbst. Alles wirkt irgendwie verallgemeinernd und man könnte vielleicht die Namen tauschen, die Schicksale und Lebenswege blieben die gleichen.

Fazit

Ich vergebe 4 Lesesterne für diesen vielschichtigen, unterhaltsamen Migrantenroman, der zeigt, dass sich Träume und Wunschvorstellungen in der Realität manchmal als untragbar und enttäuschend herausstellen, der für Ausgewogenheit und menschliche Nähe plädiert und letztlich auch dafür, sein persönliches Glück eher in den Menschen zu suchen und weniger in der äußeren Lebensweise.

Veröffentlicht am 27.02.2017

Die tödliche Prophezeiung von Carcassonne

Secret Fire
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„Wie ich schon sagte, die Finsternis ist in Ihnen. Aber Sie selbst sind nicht dunkel. Tatsächlich wissen wir über diese Wirklichkeit nur wenig. So viel Wissen ist verloren gegangen. Es wird ein äußerst ...

„Wie ich schon sagte, die Finsternis ist in Ihnen. Aber Sie selbst sind nicht dunkel. Tatsächlich wissen wir über diese Wirklichkeit nur wenig. So viel Wissen ist verloren gegangen. Es wird ein äußerst gefährliches Experiment.“

Inhalt

Sacha bleiben nur noch wenige Tage, bis zu seinem 18. Geburtstag und an diesem denkwürdigen Tag soll sich der uralte Fluch seiner Familiendynastie erfüllen, der besagt, dass Sacha sterben muss. Um dies zu verhindern arbeiten Taylor und der Bund der Alchemisten unter Hochdruck an einer Strategie, die die Unabänderlichkeit der Prophezeiung aufheben kann. Doch ihr Gegner, selbst ein abtrünniger Alchemist hat einen dunklen Pakt mit dem Dämon der Finsternis geschlossen und setzt all seine Energie darauf, den Fluch wahr werden zu lassen. Denn erst wenn Sacha tot ist, kann das Böse die menschliche Dimension durchdringen und Zugang zur realen Welt bekommen. Es beginnt ein erbitterter Wettlauf gegen die Zeit, bei dem es nur einen Sieger geben kann …

Meinung

Nachdem bereits der erste Band dieser Dilogie mein Interesse geweckt hatte, musste die Fortsetzung natürlich auch gelesen werden, denn ich wollte doch unbedingt wissen, ob es den beiden jugendlichen Protagonisten gelingt, mit Hilfe der Alchemie ihre mächtigen Gegner auszuschalten. C.J. Daugherty schafft mit der Reihe „Secret Fire“ eine wirklich gelungene Fantasy-Reihe, die in erster Linie spannend, actionreich und magisch daherkommt und bei der die Liebesgeschichte angenehm im Hintergrund bleibt. Klassische Elemente, wie übersinnliche Fähigkeiten, dunkle Kräfte und bedrohliche Vorkommnisse wechseln hier mit spannenden Kampfszenen und halsbrecherischen Stunts. Oft fühlt man sich als Leser wie in einem Film, der nicht nur in die historische Stadt Carcassonne führt, sondern in alte Kathedralen, verlassene Gebäude und andere magische Orte. Alles steuert in diesem Finale auf einen Zweikampf hin, dessen Ausgang bis zur letzten Minute ungewiss bleibt und dessen Gelingen von vielen entscheidenden doch unbekannten Faktoren abhängig zu sein scheint.

Fazit

Ich vergebe 4 Lesesterne für diese gelungene Jugend-Fantasy, die mit sympathischen Protagonisten und einem hohen Spannungsfaktor punkten kann. Sehr geeignet auch für junge Leser und interessant für alle, die gerne mal in das Genre hineinschnuppern möchten. Es empfiehlt sich, den ersten Band im Voraus zu lesen, weil man erst dann alle Zusammenhänge logisch erschließen kann und die Vergangenheit der Protagonisten ausreichend kennt.