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Veröffentlicht am 07.02.2026

Das Lied meines Herzens

Kleopatra
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" So ist das mit den Geschichten, du musst immer auch die Geschichte des Erzählers kennen."

Inhalt

Als ihr Vater stirbt, rückt die junge Kleopatra in der Geburtenreihenfolge auf seinen Platz. Fortan ...

" So ist das mit den Geschichten, du musst immer auch die Geschichte des Erzählers kennen."

Inhalt

Als ihr Vater stirbt, rückt die junge Kleopatra in der Geburtenreihenfolge auf seinen Platz. Fortan soll sie als Pharaonin die Geschicke ihres Heimatlandes Ägypten leiten und lenken. Sie selbst nimmt die Herausforderung an, fühlt sich mit Land und Leuten eng verbunden und möchte, das Ägypten stark, autark und voller Wohlstand bleibt. Doch die Ränkespiele ihrer jüngeren Geschwister, die mit ihren Gegnern unseelige Verbindungen schließen, zwingt sie dazu, sich Verbündete aus Rom zu holen. Sie wendet sich an Julius Caesar, der ebenfalls ein Weltreich führt und ihr als Freund des verstorbenen Vaters seine Unterstützung zusichert. Doch die beiden verbindet bald mehr als nur politisches Interesse. Der römische Kaiser verfällt der deutlich jüngeren Kleopatra schnell und sie planen gemeinsam weiter zu regieren. Doch auch Caesars Gegner schmieden unheilvolle Pläne und die Geschichte nimmt ihren Lauf ...

Meinung

Hier war meine Neugier von Anfang an geweckt, denn obwohl ich schon einige Sachbücher über Kleopatra gelesen habe , wurde hier bereits klar kommuniziert, das es sich nicht um ein weiteres historisches Werk handelt, sondern um einen fiktiven Roman, in dem Kleopatra selbst ihre Geschichte erzählt. Die Idee fand ich sehr reizvoll und wollte mich gern mit den Gedanken der jungen Königin auseinandersetzen, auch wenn die Wahrheit hier natürlich keine sein wird, sondern lediglich der Phantasie der Autorin Saara El-Arifi entsprungen ist.

Ganz im Gegenteil, ich wollte mich auf die Spuren der Ägypterin begeben und habe mir erhofft, ihrem Denken und Handeln näher zu kommen. Prinzipiell hat mich dabei auch nicht die Fokussierung auf die Männer in Kleopatras Leben gestört auf wildes Begehren und Seelenverwandschaft. Trotzdem bin ich vom Gesamtpaket etwas enttäuscht.

Die Hauptprotagonistin bleibt mir hier leider viel zu blass, ich hatte das Gefühl keine echten Emotionen und Gedanken wahrzunehmen, sondern solche, die stets bemüht sind das Bild der Pharaonin aus der Historie mit dem als Frau in Einklang zu bringen. Geschwisterbeziehungen, Männerliebschaften und Mutterliebe sind zentrale Punkte im Handlungsverlauf, bleiben aber viel zu unbestimmt. Kleopatra sieht sich hier selbst in ihrer Rolle als historische Figur und versucht im Nachhinein ihre eigenen Gedanken zu den verfälschten, bruchstückhaften oder beschämenden Kommentaren der Schreiber darzulegen. Das ganze wirkt wie eine Rechtfertigung, für all die Dinge in ihrem Leben, die sie mit Schuld besudelt haben aber auch mit Glanz und Glorie. Lange Zeit hat es für mich keinen Sinn gemacht, warum sie als eine Art auktoriale Erzählerin auftritt, obwohl ich doch auf den inneren Monolog gehofft habe. Erst im Epilog erschließt sich der Zusammenhang, der mich allerdings noch wesentlich stärker mit den Augen hat Rollen lassen. Diese Wendung erklärt zwar einiges, verdirbt aber die Story nachhaltig und lässt mich hier nur zu einer mittelmäßigen Bewertung kommen.

Fazit

Für diesen fiktionalen Roman über das Leben und Wirken der sagenumwobenen Pharaonin vergebe ich 3 Lesesterne. Die Idee dieser Erzählung hätte äußerst vielversprechend sein können und eventuelle historische Faux-Pas hätte ich verziehen, doch die fehlende Nähe zur Erzählerin, ihr ständiges Kalkül sich selbst gegenüber und die Oberflächlichkeit mit der sie ihre Gedanken beschreibt, haben mich als Leser im Stich gelassen. Tatsächlich hatte ich nach dieser Lektüre eher das Gefühl eine schwächere Person kennengelernt zu haben, als das Bild jener Frau, die ich bisher vor meinem inneren Auge hatte, auch wenn dieses lediglich aus dritter oder vierten Hand stammen mag. Die schillernde, besondere Frau, die mit Kalkül ein Weltreich regiert, wirkt hier eher schwach, einsam und abhängig von anderen, obwohl sie ja genau dies weder war noch sein wollte. Es gibt bestimmt viele Leser, die an dieser Geschichte mehr Gefallen finden, sie ist kurzweilig, bildlich beschrieben und entwirft einen stimmigen Hintergrund. Vielleicht liest sich der Text mit weniger Kenntnissen und anderen Erwartungen richtig gut, für mich war es leider nicht das Richtige.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Mama ist tot und Papa ein Mörder

Da, wo ich dich sehen kann
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"Trauer hat die unangenehme Eigenschaft, einen einzukapseln und irgendwie abzuspalten von allen anderen. Es ist ein zutiefst persönliches Gefühl, das eine Art unsichtbareMembran um einen zieht."

Inhalt

Maja ...

"Trauer hat die unangenehme Eigenschaft, einen einzukapseln und irgendwie abzuspalten von allen anderen. Es ist ein zutiefst persönliches Gefühl, das eine Art unsichtbareMembran um einen zieht."

Inhalt

Maja findet ihre leblose Mutter im Wohnzimmer und verständigt den Notarzt. Als die Sanitäter kommen, offenbart sich Ihnen ein Familiendrama - der Vater hat die Mutter stranguliert, die 9-jährige Tochter steht fassungslos daneben und sucht all die Schuld bei sich, denn eigentlich hatte sie Papa viel lieber als Mama und die beiden haben immer so laut gestritten, ganz gewiss wegen ihr. Nun ist Mama tot und Papa ein Mörder. Die kleine Welt des Kindes zerbricht von jetzt auf gleich. Zunächst kommt Maja zu den mütterlichen Großeltern, auch wenn die viele Kilometer weit weg wohnen, nach dem richterlichen Beschluss jedoch zu den Großeltern väterlicherseits. Das Kind fängt an, sich selbst zu verletzen, wegzulaufen und sich in ernste Schwierigkeiten zu bringen. Nur Mamas beste Freundin Liv, die selbst maßlos trauert, schenkt Maja ein bisschen Geborgenheit und erklärt ihr nicht nur das Universum, sondern auch, warum sie keine Schuld an den Entwicklungen trägt und ihre Mama sie ganz gewiss lieb hatte ...

Meinung

Von der Autorin habe ich bereits zahlreiche Bücher gelesen, die ich alle gern mochte, deshalb war ihr neuester Roman förmlich "Pflichtlektüre" für mich. Außerdem ist die Thematik des Femizids eine ganz besondere, die deutlich macht, wie schlimm das Leben mancher Frau unter der Hand eines gewaltätigen Mannes ist. Und dabei kann man die zahlreichen Familiendramen, die fast täglich durch die Medien flimmern, als Außenstehender vielleicht ausblenden, oder die Opfer bemitleiden, warum sie es nicht geschafft haben, sich von den Fesseln der Partnerschaft zu befreien, doch so einfach ist es nicht.

Im vergangenen Jahr hat in meinem Bekanntenkreis ein ähnliches Verbrechen stattgefunden. Opfer und Mörder waren zwar erst Anfang 20, aber die zurückgewiesene Liebe des einen, hat den anderen vorsätzlich zur Tat verleitet - letztlich sind zwei junge Menschen dem Mord bzw. Selbstmord zum Opfer gefallen und keiner der Hinterbliebenen hätte diese Entwicklung kommen sehen, geschweige denn verhindern können - die Ohnmacht der Trauernden ist auch in diesem Roman die grundlegende Komponente.

Gerade die Perspektivenvielfalt verleiht dem Text eine immense Tiefe, jede Zeile ist harter Tobak und ich musste ganz oft die Tränen wegblinzeln . Die psychologische Betreuung der Hinterbliebenen scheint mir enorm wichtig und wird auch hier angesprochen und gelebt, auch wenn man sieht, wie schwer der Zugang zu den Menschen herzustellen ist, die sich immer selbst in der Verantwortung für das große Unglück sehen.

Fazit

Ich vergebe 5 Lesesterne für dieses bemerkenswerte Buch, welches sehr nahbar und ehrlich die Schrecken in scheinbar "ganz normalen" Familien heraufbeschwört. Fraglich bleibt, ob irgendwer hätte die Tat verhindern können, doch letztlich kann man keine Antwort auf diese Frage finden. Es hat mich froh gestimmt, dass trotz der traurigen Grundstimmung und des vorherrschenden Schmerzes so viel Zusammenhalt zwischen den Menschen existiert, dass zumindest in diesem Fall ein Kind einen sicheren Zufluchtsort findet und sich irgendwann mit den unbeschreiblichen Taten angstfrei auseinandersetzen kann. Der Text ist zudem abwechslungsreich gestaltet, beinhaltet Kinderzeichnungen, psychologische Gespräche, Gerichtsurteile und Gutachten - viele Personen wirken mit, wenn es heißt, wieder einen Alltag zu bewerkstelligen, obwohl die Trauer das dominante Gefühl aller zu sein scheint und geliebte Menschen unwiderruflich ihren Status verlieren oder das Leben selbst.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Willst du Beute sein oder zum Jäger werden?

Asa
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" Manchmal wiederholt sich die Geschichte, als wäre die Zeit unzufrieden damit, wie schlecht sie einst behandelt wurde. Als wollte sie eine Erneuerung, als wäre ein Ausgleich möglich. Dem ist aber nicht ...

" Manchmal wiederholt sich die Geschichte, als wäre die Zeit unzufrieden damit, wie schlecht sie einst behandelt wurde. Als wollte sie eine Erneuerung, als wäre ein Ausgleich möglich. Dem ist aber nicht so. Es gibt keinen Ausgleich, so wenig, wie es Gerechtigkeit gibt. Es gibt nur den Versuch, die Zeit und ihre Launen zu verstehen."

Inhalt

Asa Kolbert hat ihren Mann ermordet, sie saß dafür 6 Jahre im Gefängnis, ihr Mann hat Schuld auf sich geladen, so unwiderruflich, dass es Asa ein Bedürfnis war, ihm seiner gerechten Strafe zuzuführen. Und nun ist sie zurück in einem Leben, welches von Anfang an unter dunklen Geheimnissen und tödlichen Psychospielen stand. Sie stammt aus einer Familie, in der das Wissen um die Schwächen der Menschen hoch gehalten wird: nur die Starken können überleben, nur die Jäger haben eine Chance. Asa´s Vorfahren haben ein perfides Spiel etabliert und eine tödliche Gemeinschaft gegründet, aus der Asa um jeden Preis entkommen wollte. Und nun hat sie erstmals in ihrem Leben die Chance, jene zur Strecke zu bringen, die sie einst nur als einfache Beute sahen und denen sie als Teenager nur mühsam und unter Qualen entkommen konnte. Doch Asa wurde ausgebildet, sie kennt die Gesetze des Stärkeren und sinnt auf Rache, die Vernichtung bringt und die Lebensflamme ihrer Peiniger auslöscht ...

Meinung

Die war mein erster Thriller aus der Feder des aus Kroatien stammenden Autors, der bereits mit dem Friedrich-Glauser-Preis geehrt wurde. Die Leseprobe konnte mich fesseln, und hat sofort eine dramatische Stimmung und düstere Gedanken aufkeimen lassen. Und tatsächlich ist es der ungewöhnliche Erzählstil, der diesem Buch die ganz besondere Note verleiht. Hier tritt der ermordete Ehemann als Erzähler auf, seine Stimme förmlich aus dem Jenseits beschreibt für den Leser die breite Palette der grausigen Voraussetzungen, die hier zur vordergründigen Story gehören. Jedoch steht vielmehr die dunkle Familiengeschichte und die historischen Entwicklungen einer Sippe und ihrer Dorfgemeinschaft im Fokus. Das Buch konzentriert sich in weiten Teilen an dem Damals, an den Ursachen und Gegebenheiten, die Asa zu der Person gemacht haben, die sie nun ist - eine ausgebildete, skrupellose Mörderin auf dem persönlichen Rachefeldzug.

Die knapp 700 Seiten schmücken zwar oft auch kleine Handlungsstränge und Nebenschauplätze aus, entwickeln aber einen starken Lesesog und viel Verständnis für die Täterin. Zu viele skrupellose Mörder sind ihr begegnet und waren ihre Ausbilder, zu perfide ihr ganzes Leben, als das es auch nur möglich gewesen wäre, einen harmlosen Verlauf herbeizuwünschen. Der geneigte Leser trifft hier zahlreiche Psychopathen, gestörte Menschen, die ihrerseits dafür sorgen, dass sie nicht alleine bleiben, die morden ohne spezielle Hintergedanken und wenn dann nur aus dem Grund, die vermeintlich Schwächeren zu dezimieren, oder ihre eigenen Rechte durchzusetzen.

Fazit

Ich vergebe gute 4 Lesesterne für ein wirklich ungemein spezielles Buch, welches nicht den Mainstream bedient und dennoch viel Grauen erzeugt. Wer es liebt, in alte Geschichten einzutauchen, Familiengeheimnisse aufzudecken und das Böse aus nächster Nähe erleben möchte, der findet in diesem Thriller einen würdigen Verbündeten. Seltsam emotionslos und mit ausreichend Distanz taucht man direkt ins Grauen hinein und muss sich immer wieder innerlich schütteln, ob der obskuren Gedankengänge der Täter und ihrer Helfer. Hier geht es weder um Verständnis, noch um Mitleid - alle handelnden Personen glauben an eine bittere Theorie, die es ihnen unmöglich macht, anders zu handeln und keiner traut dem anderen über den Weg, jeder Jäger könnte zur Beute werden und jede Beute zum Jäger, wer sich falsch entscheidet bezahlt mit dem Leben und empfindet dies als absolute Gerechtigkeit ...

Veröffentlicht am 08.07.2025

Rache statt Gerechtigkeit

Der dunkle Sommer
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"Ich dachte, dass mich all das irgendwie heilen würde. Das es die Wut besänftigen würde, die all die Jahre in mir gebrodelt hat. Aber das tat es nicht. Es war nur ein weiterer Schritt in die Dunkelheit."

Inhalt

Tilda ...

"Ich dachte, dass mich all das irgendwie heilen würde. Das es die Wut besänftigen würde, die all die Jahre in mir gebrodelt hat. Aber das tat es nicht. Es war nur ein weiterer Schritt in die Dunkelheit."

Inhalt

Tilda möchte einen klaren Schnitt ziehen, nachdem die Beziehung mit ihrem langjährigen Partner Nathan zu Bruch gegangen ist. Die persönlichen Verfehlungen der Vergangenheit und ein Trauma holen sie zu Hause immer wieder ein und deshalb beschließt sie sich als Architektin ein verlassenes Haus in einer fast gänzlich verlassenen Gegend in Sardinien zu kaufen, für den symbolischen Wert von einem Euro. In dem Geisterdorf wohnt nur noch ein alter Mann mit seiner Haushälterin, beides ominöse Gestalten aber können sie auch gefährlich werden? Tilda zweifelt zwar an den örtlichen Geistergeschichten, die sich um ihr neu erworbenes Heim ranken und sie ignoriert auch das Klagegeheul vor ihrem Fenster, doch als ihr Bruder zu Besuch kommt, häufen sich die merkwürdigen Ereignisse. Zudem erfährt sie von einem ortsansässigen Journalisten eine düstere Geschichte aus der Vergangenheit, bei dem es um Kindesentführung und Mord ging, der letzte Bewohner ihres Dorfes war angeblich einer der Rädelsführer dabei. Und als sie zuerst im Keller der verfallenen Kirche eingeschlossen werden und wenig später ihr kleiner Bruder unauffindbar ist, ahnt Tilda, dass die Geister die sie rief nun zu neuem Leben erwacht sind ...

Meinung

Dieses Buch habe ich mir ganz bewusst gekauft, weil mich bisher alle Bücher der Autorin begeistern konnten, gerade ihre letzten beiden Thriller gehören zu meinen absoluten Favoriten. Sie vermag eingänglich und persönlich zu schreiben und das erfundene Schrecken mit viel Leben und bösen Vermutungen auszustatten. Besonders positiv sind mir hier wieder die vielfältigen Erzählstimmen mit ihren jeweiligen Problemen und Gedankengängen aufgefallen. Dieser Spannungsroman wird dadurch richtig abwechslungsreich, weil jede Person grundlegend zu den Entwicklungen beiträgt und diese aus einem bestimmten Blickwinkel wiedergibt. Nur der Leser scheint immer kurz davor zu stehen, ein Quentchen mehr zu wissen, als der jeweilige Erzähler. Dennoch offenbaren sich die Wahrheiten nur langsam, während die Vermutungen ins Unermessliche wachsen. Darüber hinaus wartet dieser Thriller mit einer auf Wahrheiten basierenden Geschichte auf, die im Nachwort des Buches erläutert wird - dadurch wird es noch viel interessanter und manchmal sogar spektakulär. Auch der Handlungsort, in einem unsagbar warmen Sommer in Italien, zwischen tobenden Waldbränden und trägen Touristenmassen, hinein in die dunklen Gassen der verlassenen Geisterstadt mit dem tödlichen Geheimnis tragen ungemein zum Lesevergnügen bei. Hier entsteht Kopfkino und eine Verfilmung könnte ich mir auf Grund der verschiedenen Handlungsstränge und Erzählperspektiven ganz hervorragend vorstellen.

Fazit

Hier vergebe ich erneut begeisterte 5 Lesesterne für mystisch angehauchte Gänsehautstimmung, die jedoch sehr realitätsnah und basierend auf echten Verbrechen, ein breites Spektrum an Unterhaltungswert bietet. Die Fäden lösen sich alle auf, obwohl man im Vorfeld die wildesten Theorien gehegt hat. Die Lektüre passt auch gut in die Jahreszeit und weckt das Interesse an historischen Kapiteln, auf die niemand stolz sein kann. Die Autorin bleibt weiterhin auf meiner Watch-List und ich freue mich, dass sich schon zwei ältere Bücher von ihr in meinem Besitz befinden und nur noch darauf warten, gelesen zu werden. Klare Leseempfehlung für alle Thriller-Fans!

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  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 21.06.2025

Anderswo wartet ein anderes Leben

Im Leben nebenan
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Ohne es zu merken, war sie längst dabei zu vergessen. Dachte an das Vorher wie an eine Erzählung aus einer anderen Zeit, hatte sich abgefunden, sogar angefreundet mit der Frau, die ihr im Spiegel zunickte.“

Inhalt

Toni ...


Ohne es zu merken, war sie längst dabei zu vergessen. Dachte an das Vorher wie an eine Erzählung aus einer anderen Zeit, hatte sich abgefunden, sogar angefreundet mit der Frau, die ihr im Spiegel zunickte.“

Inhalt

Toni versucht vergebens schwanger zu werden, nachdem sie mit Jakob endlich einen Partner gefunden hat, den sie liebt und mit dem sie eine Familie gründen möchte. Doch die vielen Versuche, das ständige Scheitern und die eingeleitete Hormonbehandlung setzen ihrer Seele immer mehr zu. Und je länger sie sich mit sich selbst beschäftigt, umso mehr muss sie erkennen, dass der unerfüllte Kinderwunsch nur dazu führt, dass sie ihre persönlichen Wünsche verleugnet und in eine Abwärtsspirale rutscht.

Und als sie eines Tages plötzlich und unverhofft ein eigenes kleines Menschenkind an der Brust liegen hat und ihre Jugendliebe Adam durch die Tür tritt, versucht sie dem rätselhaften Geschehen zu entkommen, denn wie kann sie mit dem Bewusstsein der Gegenwart in einem vollkommen fremden Leben, mit Mann und Kind gelandet sein. Wo ist ihr Partner? Wie kommt sie wieder raus aus diesem Leben „nebenan“? Alle anderen bemerken rein gar nichts und Antonia verzweifelt immer mehr, angesichts der Ausweglosigkeit ihrer Situation.

Doch dann probiert sie dieses „Paralleluniversum“ einfach aus und lässt sich auf den Alltag mit Baby ein, wohlwissend, dass diese Version ihrer Selbst zwar nie bewusst ausgefüllt werden kann, aber sie liegt auch nicht im Bereich des Unmöglichen. Und nach und nach erkennt sie, das beide Versionen ihren eigenen Reiz besitzen, dass eine andere Entscheidung zu anderen Folgen geführt hätte – dennoch sie selbst ist immer noch die gleiche und irgendwann akzeptiert sie sogar die Möglichkeit, dass es vielleicht kein Zurück mehr geben wird …

Meinung

Wieder ein richtig gutes Buch, welches ich mit ganz gemischten Gefühlen gelesen habe. Toni, die Kinderlose und Antonia, die frisch gebackene Mutter erzählen abwechselnd von ihren Eindrücken, Gefühlen und Sorgen, ganz nah, voller Emotionen und sehr ehrlich. Beide erleben Dinge, die sie sich so nicht ausgesucht haben und versuchen doch das beste aus der jeweiligen Situation zu machen. Gerade die Mutterrolle im Besonderen kommt hier richtig gut zur Geltung. Auch die Blicke, die Frauen untereinander tauschen, weil sie entweder Kinder haben und in der gleichen Liga spielen, oder dafür scheel angesehen werden, weil sie keine haben und demzufolge gar nicht mitreden können.

Das Beste an dem Buch ist aber die absolut vorstellbare Fiktion, von zwei Lebensentwürfen, die beide hätten eintreten können, auch wenn es letztlich nur eine davon geworden ist. Diese Frage stellt sich der Leser immer wieder, man wird mit eigenen Entscheidungen konfrontiert und sucht vielleicht nach den Scheidewegen in der eigenen Lebensgeschichte. Und ja, auch wenn es nicht unbedingt die Kinder sind, dann sind es möglicherweise die Berufswege, die Partner, die Wohnorte, die Überzeugungen. Nur die charakterlichen Züge wären ähnlich, alles andere könnte ein schöner oder ein weniger erstrebenswerter Traum sein.

Fazit

Dieser zeitlose, moderne Roman über eine junge Frau in der Zwickmühle bekommt von mir sehr gute 5 Lesesterne. Die Struktur ist einfach gehalten, aber absolut eingängig. Die Gefühlsebene steht an erster Stelle und als Leser kann man direkt in die Welt von Antonia eintauchen. Zwischen dem eigenen Leben und der fiktiven Romanfigur, gibt es nur wenig Abweichungen. Empathie ist hier das Schlagwort, weshalb ich mir gut vorstellen kann, dass es wohl eher ein Buch für Frauen ist, die selbst diese Gedankengänge haben könnten. Auch die Passgenauigkeit für verschiedene Altersklassen ist hervorragend herausgearbeitet. Das junge Ich, der verliebte Teenager, die freiheitsliebende Zwanzigjährige und die etablierte Dreißigjährige – doch auch später funktioniert das Konstrukt sehr gut, weil es um Überzeugungen geht, die man wahllos auf ein und dieselbe Situation übertragen könnte.

Die Aussagekraft des Textes ist universell und beinhaltet viele Möglichkeiten, zieht aber auch ein eindeutiges Fazit: Leb dein Leben, wie es zu dir passt, gib nichts auf die Meinung anderer, wenn du persönlich wachsen möchtest, triff deine eigenen Entscheidungen, bleib dir treu und lerne zu akzeptieren, dass jedes Leben seine Höhen und Tiefen hat, seine Vor- und Nachteile bietet und nur darauf wartet, gelebt zu werden …
Ohne es zu merken, war sie längst dabei zu vergessen. Dachte an das Vorher wie an eine Erzählung aus einer anderen Zeit, hatte sich abgefunden, sogar angefreundet mit der Frau, die ihr im Spiegel zunickte.“

Inhalt

Toni versucht vergebens schwanger zu werden, nachdem sie mit Jakob endlich einen Partner gefunden hat, den sie liebt und mit dem sie eine Familie gründen möchte. Doch die vielen Versuche, das ständige Scheitern und die eingeleitete Hormonbehandlung setzen ihrer Seele immer mehr zu. Und je länger sie sich mit sich selbst beschäftigt, umso mehr muss sie erkennen, dass der unerfüllte Kinderwunsch nur dazu führt, dass sie ihre persönlichen Wünsche verleugnet und in eine Abwärtsspirale rutscht.

Und als sie eines Tages plötzlich und unverhofft ein eigenes kleines Menschenkind an der Brust liegen hat und ihre Jugendliebe Adam durch die Tür tritt, versucht sie dem rätselhaften Geschehen zu entkommen, denn wie kann sie mit dem Bewusstsein der Gegenwart in einem vollkommen fremden Leben, mit Mann und Kind gelandet sein. Wo ist ihr Partner? Wie kommt sie wieder raus aus diesem Leben „nebenan“? Alle anderen bemerken rein gar nichts und Antonia verzweifelt immer mehr, angesichts der Ausweglosigkeit ihrer Situation.

Doch dann probiert sie dieses „Paralleluniversum“ einfach aus und lässt sich auf den Alltag mit Baby ein, wohlwissend, dass diese Version ihrer Selbst zwar nie bewusst ausgefüllt werden kann, aber sie liegt auch nicht im Bereich des Unmöglichen. Und nach und nach erkennt sie, das beide Versionen ihren eigenen Reiz besitzen, dass eine andere Entscheidung zu anderen Folgen geführt hätte – dennoch sie selbst ist immer noch die gleiche und irgendwann akzeptiert sie sogar die Möglichkeit, dass es vielleicht kein Zurück mehr geben wird …

Meinung

Wieder ein richtig gutes Buch, welches ich mit ganz gemischten Gefühlen gelesen habe. Toni, die Kinderlose und Antonia, die frisch gebackene Mutter erzählen abwechselnd von ihren Eindrücken, Gefühlen und Sorgen, ganz nah, voller Emotionen und sehr ehrlich. Beide erleben Dinge, die sie sich so nicht ausgesucht haben und versuchen doch das beste aus der jeweiligen Situation zu machen. Gerade die Mutterrolle im Besonderen kommt hier richtig gut zur Geltung. Auch die Blicke, die Frauen untereinander tauschen, weil sie entweder Kinder haben und in der gleichen Liga spielen, oder dafür scheel angesehen werden, weil sie keine haben und demzufolge gar nicht mitreden können.

Das Beste an dem Buch ist aber die absolut vorstellbare Fiktion, von zwei Lebensentwürfen, die beide hätten eintreten können, auch wenn es letztlich nur eine davon geworden ist. Diese Frage stellt sich der Leser immer wieder, man wird mit eigenen Entscheidungen konfrontiert und sucht vielleicht nach den Scheidewegen in der eigenen Lebensgeschichte. Und ja, auch wenn es nicht unbedingt die Kinder sind, dann sind es möglicherweise die Berufswege, die Partner, die Wohnorte, die Überzeugungen. Nur die charakterlichen Züge wären ähnlich, alles andere könnte ein schöner oder ein weniger erstrebenswerter Traum sein.

Fazit

Dieser zeitlose, moderne Roman über eine junge Frau in der Zwickmühle bekommt von mir sehr gute 5 Lesesterne. Die Struktur ist einfach gehalten, aber absolut eingängig. Die Gefühlsebene steht an erster Stelle und als Leser kann man direkt in die Welt von Antonia eintauchen. Zwischen dem eigenen Leben und der fiktiven Romanfigur, gibt es nur wenig Abweichungen. Empathie ist hier das Schlagwort, weshalb ich mir gut vorstellen kann, dass es wohl eher ein Buch für Frauen ist, die selbst diese Gedankengänge haben könnten. Auch die Passgenauigkeit für verschiedene Altersklassen ist hervorragend herausgearbeitet. Das junge Ich, der verliebte Teenager, die freiheitsliebende Zwanzigjährige und die etablierte Dreißigjährige – doch auch später funktioniert das Konstrukt sehr gut, weil es um Überzeugungen geht, die man wahllos auf ein und dieselbe Situation übertragen könnte.

Die Aussagekraft des Textes ist universell und beinhaltet viele Möglichkeiten, zieht aber auch ein eindeutiges Fazit: Leb dein Leben, wie es zu dir passt, gib nichts auf die Meinung anderer, wenn du persönlich wachsen möchtest, triff deine eigenen Entscheidungen, bleib dir treu und lerne zu akzeptieren, dass jedes Leben seine Höhen und Tiefen hat, seine Vor- und Nachteile bietet und nur darauf wartet, gelebt zu werden …

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