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Veröffentlicht am 14.04.2023

Am Ende versunken

In blaukalter Tiefe
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Wer schon einmal mit einem Boot unterwegs war, wird sich auf diesen Seiten vielleicht ein wenig wiederfinden, denn es geht ums Segeln. Genauso aber wird er auch die Probleme und engen Grenzen kennen, mit ...

Wer schon einmal mit einem Boot unterwegs war, wird sich auf diesen Seiten vielleicht ein wenig wiederfinden, denn es geht ums Segeln. Genauso aber wird er auch die Probleme und engen Grenzen kennen, mit denen sich die fünf Figuren in Kristina Hauffs neuem Roman konfrontiert sehen.

Caroline und Andreas sind seit langem verheiratet und führen diese Beziehung mit all den Problemen, die man als erfolgreicher Anwalt und ebenso erfolgreiche Leiterin einer Zeitschrift so entwickeln kann. Um ihre Ehe zu retten planen sie einen Segeltörn zu den schwedischen Schären. Als Überraschungsgäste lädt Andreas jedoch seinen Kollegen Daniel und dessen Freundin Tanja ein. Gemeinsam mit Skipper Eric auf engstem Raum im Segelboot unterwegs tun sich schon bald die ersten Probleme und Befindlichkeiten auf.

Eines muss man der Autorin lassen: Landschaft und Segeln beschreiben, das kann sie. Ich habe mich zwischendurch gefühlt, als würde mir jeden Moment die Gischt ins Gesicht schlagen (oder in problematischen Momenten das Segel) und mich hat die Lust aufs Segeln gepackt.

Allerdings bin ich mir sicher, dass ich auf dem nächsten Törn keine der Figuren dabei haben möchte. Frau Hauff schafft es, aus ihnen das schlimmste hervorzukehren und dabei ein Kammerspiel dar Abgründigkeiten zu stricken, das sich immer weiter aufschaukelt.

Die Figuren werden mir dabei leider mit der Zeit so unsympathisch, dass mir die Lust am Lesen ein wenig vergeht. Das wird leider auch dadurch unterstützt, dass die Autorin es nicht schafft, ihren Spannungsbogen richtig aufzubauen. Zum Ende hin sinkt er wie ein Segelboot im Sturm und schafft es nicht mehr in den rettenden Hafen.

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Veröffentlicht am 14.04.2023

Untypisch

Der Paria
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Von Anthony Ryan habe ich nun schon mehrere Reihen gelesen udn war bisher immer sehr begeistert von seinen Geschichten und seinem Worldbuilding. Deshalb musste ich so gar nicht überlegen, als der Auftakt ...

Von Anthony Ryan habe ich nun schon mehrere Reihen gelesen udn war bisher immer sehr begeistert von seinen Geschichten und seinem Worldbuilding. Deshalb musste ich so gar nicht überlegen, als der Auftakt seiner neuen Reihe erschien.

"Der Paria" ist definitiv anders und das gleich in mehrerer Hinsicht. Mit Alwyn, dem Waisenjungen aus dem Shavine-Wald, haben wir eine feste Hauptfigur, der wir die ganze Geschichte über folgen. Durch seine Augen erleben wir seine Höhen und Tiefen, dabei durchbricht er in seinem Bericht gerne mal die vierte Wand und bezieht den Leser direkt mit ein.

Das ist mal ein anderes Stilmittel und bringt etwas frischen Wind in die Erzählung. Das braucht diese aber auch, denn anders als sonst gibt es nicht mehrere Handlungsorte und wechselnde Perspektiven, sonst bei Herrn Ryan sehr beliebtes Werkzeug, das seinen Büchern unheimlich viel Spannung und Geschwindigkeit verleiht.

Man merkt dem "Paria" seine Behäbigkeit und Ruhe ein wenig an. Fast könnte man behaupten, dass er "die Krankheit des ersten Bandes" hat. Es wird viel angedeutet, einige Fragen aufgeworfen, die unbeantwortet bleiben und viel Vorarbeit für die folgenden Bände geleistet. Dadurch verliert er aber etwas an Charme und Eigenständigkeit. Wer weiß, ob alle Leser dieses ersten Bandes das Interesse behalten werden, die folgenden zwei Bände weiterzuverfolgen.

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Veröffentlicht am 14.04.2023

Zu viel gewollt

Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel (Die Mordclub-Serie 3)
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Ich mag die Reihe rund um die vier rüstigen Senioren, die sich gerne in die Ermittlungsarbeit der Polizei einmischt. Der besondere Charme lag für mich bisher immer darin, dass die vier oft unterschätzt ...

Ich mag die Reihe rund um die vier rüstigen Senioren, die sich gerne in die Ermittlungsarbeit der Polizei einmischt. Der besondere Charme lag für mich bisher immer darin, dass die vier oft unterschätzt werden und sich regelmäßig verbale Kabbeleien mit den leitenden Ermittlern liefern.

Diesmal geht es um einen Cold Case, den der Club wieder aufwärmen möchte. Zusätzlich wird Elizabeth auch noch vor eine unmögliche Wahl gestellt, die über Leben und Tod entscheidet.

Viel mehr möchte ich gar nicht verraten, einerseits um nicht zu viel vorweg zu nehmen und andererseits weil alles weitere zu verwirrend werden könnte, ohne es selbst gelesen zu haben.

Damit kommen wir auch gleich zu einem Kritikpunkt: Es werden langsam einfach zu viele Figuren. Die vier Hauptperson, zusätzlich zu den wiederkehrenden Ermittlern und ihren privaten Verwicklungen. Dazu kommt nun ein ganzer Haufen neuer Akteure, die mehr oder weniger lange bleiben.

Die Handlung an sich trägt auch nicht gerade dazu bei, alles etwas durchsichtiger zu gestalten. Die Winkelzüge, die sonst die Spannung hoch halten und für viel Spaß und Überraschung sorgen, machten für mich das Chaos diesmal nahezu perfekt.

Nicht, dass ihr mich falsch versteht: gute Unterhaltung war es auch diesmal wieder und ich würde mich freuen, viele der Figuren wiederzusehen. Nur das nächste Mal bitte mit ein wenig mehr Struktur. Und den Donnerstagsmordclub nicht ganz so fehlerlos und übermächtig darstellen, bitte!

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Veröffentlicht am 14.04.2023

Ernüchternd

Grüner wird's nicht
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Dass der Klimaschutz uns alle etwas angeht und wir als Gesellschaft nur erfolgreich sein können, wenn alle mitmachen, sollte mittlerweile klar sein. William Sutcliffe hat mit seinem Buch "Grüner wirds ...

Dass der Klimaschutz uns alle etwas angeht und wir als Gesellschaft nur erfolgreich sein können, wenn alle mitmachen, sollte mittlerweile klar sein. William Sutcliffe hat mit seinem Buch "Grüner wirds nicht" einen Text verfasst, der schon die junge Leserschaft von diesem Thema hätte überzeugen können.

Luke lebt in einem typischen englischen Vorort und freut sich schon auf entspannte Sommerferien. Doch dann wird die halbe Straße gesperrt, denn die Häuser sollen für die geplante Flughafenerweiterung abgerissen werden. Kümmert Luke und seine Familie erst einmal nicht, bis die große Schwester plötzlich auszeiht und sich der Kommune anschließt, die das Haus gegenüber besetzt hat und gegen den Flugahefenbau bzw den dadurch bestärkten Klimawandel demonstrieren will. Plötzlich wird das Thema zu einem ganz persönlichen Erlebnis für die ganze Familie.

Das Buch hätte richtig gut werden können und fängt auch wirklich überzeugend an. Mit der engagierten Schwester und den eher konservativen Eltern stehen sich zwei Fronten gegenüber, zwischen denen sich Luke als eher unvoreingenommener wiederfindet. Damit wäre eigentlich die Basis geschaffen, um zu debattieren und Argumente für beide Seiten auf den Tisch zu bringen.

Leider plätschert das Buch mehr oder weniger dahin und verliert schnell an Spannung und vor allem auch an Überzeugung.
Ja, es ist ein Kinderbuch und man sollte versuchen, es nicht durch die Augen eines Erwachsenen zu betrachten, der sich schon länger mit dem Thema beschäftigt hat. Aber das Thema Klimawandel und -schutz rückt für meinen Geschmack etwas zu sehr in den Hintergrund und macht Platz für die persönlichen Probleme der Familie.

Zudem liest sich der ganze Protest zu kindgerecht. Die vielen rechtlichen und politischen Abwägungen, die den Klimaprotestlern von heute so im Weg stehen, kommen gar nicht zur Sprache. Ohne zu viel verraten zu wollen, führt der Vorstadt-Protest zu schnell zu Ergebnissen. Das liest sich irgendwie zu unrealistisch.

Aber nun ja, für Kinder stellt es vielleicht trotzdem einen sanften Einstieg in das Thema Klimaproteste dar.

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Veröffentlicht am 14.04.2023

Viel Cosy, wenig Crime

Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Genuss
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Nach Amsterdam wollte ich schon immer mal. Diese Sehnsucht hat das Buch zwar nicht erst geweckt, aber doch noch einmal bestärkt.

Ex-Polizist Arie will eine Detektei gründen und sucht dafür noch Mitstreiter. ...

Nach Amsterdam wollte ich schon immer mal. Diese Sehnsucht hat das Buch zwar nicht erst geweckt, aber doch noch einmal bestärkt.

Ex-Polizist Arie will eine Detektei gründen und sucht dafür noch Mitstreiter. Die findet er in Jan, Jack, Elin und Maddie. Und bis ihnen der erste Fall ins Haus (-boot) weht, vertreiben sie sich die Zeit auf eben diesem. Der erste Auftrag führt sie in die Gastronomie-Szene, als ein bekannter Sommelier tot im Kanal treibend gefunden wird und ein Kochwettstreit sie zwischen zwei renommierte Köche lotst.

Das Flair und die gemütliche Stimmung wird in diesem Buch wirklich gut eingefangen und man fühlt sich bei der Lektüre sehr wohl. Auch die Figuren machen mit ihren Spleens und Eigenarten viel Spaß, das Miteinander wertet das Buch auf jeden Fall auf.

Der Cosy-Part überzeugt wirklich auf ganzer Länge, dafür kommt der Crime-Part etwas zu kurz. Während die Findungsphase des Teams viel Zeit und Raum in Anspruch nimmt, kommt der Fall erst relativ spät zum Tragen und wird gefühlt recht schnell gelöst. Dabei lässt es das Buch vor allem an Ermittlungsarbeit missen und die Handlung wirkt, was spannende und überraschende Wendungen angeht, recht abgespeckt.

Für einen ersten Band einer neuen Reihe mag man es noch verzeihen, für die folgenden Teile wünsche ich mir aber etwas mehr Crime.

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