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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2025

Langsam und behäbig

Stromlinien
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Ich weiß nicht genau, was ich erwartet habe. Das Cover sieht vielversprechend aus und der Klappentext mutet fast schon reißerisch an. Und doch liest es sich ruhiger und behäbiger als gedacht.

Enna und ...

Ich weiß nicht genau, was ich erwartet habe. Das Cover sieht vielversprechend aus und der Klappentext mutet fast schon reißerisch an. Und doch liest es sich ruhiger und behäbiger als gedacht.

Enna und Jale sind am liebsten mit ihrem Boot unterwegs, während sie auf ihre Mutter warten und von der trostlosen Oma großgezogen werden. Sie zählen die Tage rückwärts, bis ihre Mutter Alea aus dem Knast entlassen werden soll. Doch genau an diesem Tag verschwindet sie, ebenso wie Jale. Enna bleibt nix anderes übrig, als die beiden zu suchen, und deckt dabei Familiengeheimnisse auf.

Zumindest versucht sie es. Und genau das zieht sich teilweise wie Kaugummi. Es hilft dabei auch nicht, dass die Figuren in typisch nordischer Manier kalt und unnahbar bleiben, sodass man als Leser kaum eine Verbindung aufbauen kann.

Zum Schluss schafft es das Buch tatsächlich noch, etwas zu überraschen. Allerdings möchte ich nicht darüber spekulieren, ob sich die 500 Seiten bis dahin gelohnt haben.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Tolle Ansätze

A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren
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Eine epische Fehde zwischen Gläubigen und Magiebegabten, Drachen und Menschen, matriarchalen und patriarchalen Strukturen und zwei junge Menschen, die zwischen den Fronten stehen- was kann da schon schief ...

Eine epische Fehde zwischen Gläubigen und Magiebegabten, Drachen und Menschen, matriarchalen und patriarchalen Strukturen und zwei junge Menschen, die zwischen den Fronten stehen- was kann da schon schief gehen?!
Eventuell so einiges, denn es steht und fällt mit den Figuren.

Aemyra wurde als erster weiblicher Spross der Blutlinie seit langem im Verborgenen aufgezogen, um eines Tages den Thron zu übernehmen, der ihr vorherbestimmt ist. Nur sitzt dort zur Zeit noch das Oberhaupt des verfeindeten Familienzweigs. Bis es zum Putsch kommt und sie ihre Chance gekommen sieht. Einzig Prinz Fiorean könnte ihr dabei noch einen Strich durch die Rechnung machen.

Wie gesagt, dieses Buch hält einige tolle Momente bereit: es gibt Drachen, schottisch angehauchte Clanstrukturen, ein matriarchal aufgebautes Gemeinschaftssystem, das durch einen fehlgeleiteten Glauben (befeuert von verunsicherten Männern) bedroht wird und natürlich dieses Paar, das zwischen den Fronten seinen Weg sucht und sich selbst dabei findet.

Aber genau mit diesen beiden hatte ich so meine Probleme, vor allem mit Aemyra. Hier sollte es doch eigentlich um kluge, starke Frauen gehen. Und ausgerechnet sie hat doch angeblich eine jahrelange Ausbildung genossen, die sie zu durchdachten Entscheidungen befähigen soll.

Davon lässt sie aber immer wieder viel vermissen. Dieses erste Buch ist geprägt von "Aber ich bin doch die Königin" und emotional geladenen Fehlentscheidungen. Immer wieder verlässt sie sich auf die falschen Menschen und eindeutig viel zu wenig auf sich selbst (oder auf ihr angeblich so kluges Köpfchen).

Trotzdem bleibt die Geschichte spannend und unterhaltsam (zum Glück), sie kann mich sogar mit ihren Wendungen des Öfteren überraschen und vor allem der Weltenaufbau hat ein paar sehr clevere Anleihen. Davon habe ich sehr gerne gelesen und dies, zusammen mit dem etwas fiesen Cliffhanger, steigert meine Vorfreude auf Band 2 (und die Hoffnung, dass Aemyra aus ihren Fehlern lernt und an ihren Erfahrungen wächst- charakterlich).

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Wenn (Alb)Träume wahr werden

Nachtlügen
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Ich liebe es ja, immer wieder neue Apsekte der Fantasy zu entdecken. Zauberer, Magier, Hexen, Werwölfe und Vampire kenne ich mittlerweile zur Genüge, aber über Albe habe ich bisher noch nichts gelesen. ...

Ich liebe es ja, immer wieder neue Apsekte der Fantasy zu entdecken. Zauberer, Magier, Hexen, Werwölfe und Vampire kenne ich mittlerweile zur Genüge, aber über Albe habe ich bisher noch nichts gelesen. Das hat sich nun aber sowas von geändert!

Isra ist als kleines Wunderkind bei ihrer Großmutter, einer bekannten Traumforscherin, aufgewachsen. Bis ihr Leben durch eienn unfall auf den Kopf gestellt wurde. Seitdem arbeitet sie als Kellnerin in einem Varieté und besucht nachts fremde Menschen, um ihnen ihre Träume zu stehlen und durch Albträume zu ersetzen. Denn sie ist ein Alb und die Essenz von Träumen ihre lebensnotwendige Nahrung.

Lisanne Surborg hat in ihrem Buch viele spannende Aspekte vereint. Zum einen die Welt der Albe, die sich nahtlos in die unsere einfügt und teilweise überraschend "menschlich" wirkt. Es gibt eine Verwaltungsinstitution, eine Präsidentin und eben das Forschungsinstitut ihrer Großmutter, das die Albe von ihrer Abhängigkeit vom Traumrauben befreien will.

Mit diesen Stützen ihrer Gesellschaft einher gehen natürlich auch die ganz normalen Probleme: aufrührerische Albe mit Umsturzgedanken, Geheimnisse und Intrigen und Verwaltungsvorschriften. Und Isra mittendrin!

Das alles könnte wirklich spannend sein, ist aber für meinen Geschmack nicht ganz ausgearbeitet. Manche Andeutungen laufen ins Leere und man hätte als Leser gerne mehr Infos bekommen.

Auch die vielen Figuren überfrachten den Roman stellenweise etwas. Isra trägt die Geschichte ganz gut auf ihren Schultern, bekommt dabei aber etwas zu wenig Raum, um ihre Emotionen richtig ausleben zu können (außer wenn es um ihre negativen Emotionen geht).

Insgesamt ist es eine tolle Idee, eine aufregende und interessante Welt, über die ich ehrlicherweise gerne so viel mehr erfahren hätte als über Isras Traumwelten.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Amüsant und wortgewandt

Die Spurenfinder und das Drachenzepter
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Marc-Uwe Kling hat einfach ein Händchen für spannend-lustige Geschichten und Figuren, die ans Herz gehen. Dass er dieses Talent offensichtlich seine drei Töchter weitergegeben hat, mit denen er dieser ...

Marc-Uwe Kling hat einfach ein Händchen für spannend-lustige Geschichten und Figuren, die ans Herz gehen. Dass er dieses Talent offensichtlich seine drei Töchter weitergegeben hat, mit denen er dieser Reihe gemeinsam Leben einhaucht, freut mich umso mehr.

Elon von Bergen ist mal wieder mit seinen Zwillingen Ada und Naru unterwegs, denn das Zepter des Königs ist verschwunden und nur der weltberühmte Spurenfinder kann es wiederfinden.

Auch in diesem zweiten Band der Reihe erleben wir wieder große Abenteuer, kleine-feine Wortduelle und Wiedersehen mit alten und neuen Bekannten. Dabei bleibt der Erzählstil so bildhaft und leicht, dass einem in keinem Moment langweilig wird. Auch die Figuren haben nichts von ihren Schrullen verloren und die Einblicke in die jugendliche Vergangenheit Elons von Bergen werfen ein ganz neues Licht auf diese so getragene, ernsthafte Figur (hätte er wohl gerne!).

Ich kann mir vorstellen, dass diese Reihe gelesen sehr viel Spaß macht- als Hörbuch ist sie allerdings unschlagbar!

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Viele Teile fehlen

Die Summe unserer Teile
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Dieses Buch verspricht so viel und hält leider sehr wenig davon.

Es geht um drei Generationen einer Familie- der Großmutter, die aus Polen flieht um im Libanon eine erfolgreiche Chemikerin zu werden; ...

Dieses Buch verspricht so viel und hält leider sehr wenig davon.

Es geht um drei Generationen einer Familie- der Großmutter, die aus Polen flieht um im Libanon eine erfolgreiche Chemikerin zu werden; die Mutter, die sich in München ein Leben als erfolgreiche Medizinerin aufzubauen, mit dem sie nicht glücklich wird und die Tochter, die vor der einengenden Beziehung zu ihrer Mutter nach Berlin flieht und dort als Informatikerin Fuß fassen will.

Man könnte jetzt meinen, dies wäre eine grobe Zusammenfassung der ersten Kapitel. Leider stellt es mehr oder weniger den ganzen Inhalt des Romans dar. Als "Die Summe unserer Teile" hätte ich eigentlich tiefere Einblicke in die Vergangenheit und Gefühlswelt dieser drei Frauen erhofft. Begründungen dafür, warum sie zu den Frauen wurden, die sie heute sind.

Doch irgendwie bleibt die Erzählung sehr oberflächlich, man krazt an der blanken Außenfassade der Figuren, ohne tiefer zu dringen und die Geheimnisse, die aufgedeckt werden, werden leider kaum angerissen.

Damit bleibt das Buch wie eine hohle Hülle zurück, durch deren fehlende Puzzleteilchen man einen Blick ins leere Innere werfen kann.

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