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Veröffentlicht am 10.12.2024

Verborgene Aussage

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen
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Wie sehr habe ich mich auf dieses Manifest weiblicher Wut gefreut, auf diese geballe Portion "female rage". Doch leider hat sie sich etwas zu sehr zwischen den Zeilen langsamer Behäbigkeit versteckt.

Alex ...

Wie sehr habe ich mich auf dieses Manifest weiblicher Wut gefreut, auf diese geballe Portion "female rage". Doch leider hat sie sich etwas zu sehr zwischen den Zeilen langsamer Behäbigkeit versteckt.

Alex wächst im Amerika der 1950er Jahre auf. Männer gehen Geld verdienen, während die Frauen zuhause bleiben und sich um die Kinder kümmern. "Sei brav und halte den Blick gesenkt" ist der Leitspruch, mit dem sie erzogen wird. Doch 1955 wehren sich einige Frauen dagegen. SIe brechen aus den vorgegebenen Mauern aus und werden zu gefürchteten Drachinnen. So gefürchtet, dass es verboten ist, über sie zu sprechen. Sie werden als vulgär und verdorben erachtet. Und währenddessen versucht Alex, ihren Weg in die Wissenschaft zu finden.

Klingt großartig? Könnte es sein, wenn es nicht so langatmig erzählt würde. Die aus Alex Sicht geschilderte Geschichte plätschert in großen Teil einfach nur dahin. Zwischendurch werden wissenschaftliche Auszüge eingeschoben, Zeitungsberichte und Protokolle. Die lockern das Ganze zum Glück etwas auf und sorgen für Spannung.

Mit Alex dagegen werde ich nicht so richtig warm. Und die Drachenwandlung verstehe ich auch nicht so richtig. Ist es die Wut, die aus den Frauen herausbricht? Stellenweise sieht es so aus. Doch dann wiederum ändert sich danach nicht ganz so viel wie erhofft, wenn die Drachinnen in ihre alten Muster zurückkehren, ihre alten Rollen wieder aufnehmen. Was hat ihnen das Wandeln also gebracht?

So ganz hat sich mir die Bedeutung nicht erschlossen.

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Veröffentlicht am 10.12.2024

Ein Kind seiner Zeit

Carmilla
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Kennt ihr Bram Stokers Dracula? Den Vater aller Vampirromane? Dann solltet ihr an Carmilla, dessen Großmutter, nicht vorbeigehen.

In den 1850ern geschrieben, stellt sie die Uridee des Vampirromans dar. ...

Kennt ihr Bram Stokers Dracula? Den Vater aller Vampirromane? Dann solltet ihr an Carmilla, dessen Großmutter, nicht vorbeigehen.

In den 1850ern geschrieben, stellt sie die Uridee des Vampirromans dar. Atmosphärisch und düster, vor allem aber auch ein bisschen romantisch und temporeich.

Die junge Laura lebt mit ihrem Vater auf einem Schloss in der Steiermark, weit und breit ist kein Nachbar in Sicht. Und doch verunglückt eines Tage eine Kutsche direkt vor ihren Toren. Die darin sitzende Mutter will sofort weiterreisen, doch ihre Tochter scheint gesundheitlich so angeschlagen, dass sie in der Obhut der beiden zurückgelassen wird. Und so betritt Carmilla die Bühne.

Man muss sich bewusst sein, dass sowohl Erzählstil als auch -tempo ein anderes sind, als das was man heutzutage gewohnt ist. Wer auf klassische Erzählungen steht, wird an Carmilla seine wahre Freude haben. Und wer etwas neues probieren möchte, sollte das Abenteuer wagen- es ist im Zweifelsfall kurz genug für ein solches Experiment.

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Veröffentlicht am 10.12.2024

Wo bleibt der Krimi?

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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Ich mag Klufti und seine oftmals vertrottelte Art, besonders die Vertonung durch die beiden Autoren hat es mir angetan. Und doch wollte dieser Band einfach nicht so richtig zünden.

Während einer Großeinsatzübung ...

Ich mag Klufti und seine oftmals vertrottelte Art, besonders die Vertonung durch die beiden Autoren hat es mir angetan. Und doch wollte dieser Band einfach nicht so richtig zünden.

Während einer Großeinsatzübung findet man plötzlich ein Opfer. Ein echtes, noch dazu ein Polizist. Als hätte Klufti nicht schon genug als Interimspräsident zu tun, muss er nun diesen Todesfall aufklären und nebenbei noch an der Wahl zum Gemeinderat teilnehmen.

Die altbekannten Figuren sind fast alle mit dabei. Dieses Wiedersehen finde ich ja immer wieder schön. Und doch ist es diesmal zu viel. Zu viel Gerangel mit Dr. Langhammer. Zu viel Trara um diese unsägliche, fast überflüssige Wahl und den aufgeblasenen Wahlkampf.

Daneben kommt der eigentliche Kriminalfall zu kurz. Was schade wäre, wenn die Thematik an sich nicht etwas zu ausgelutscht wäre und mit Sicherheit nicht jedem Lesenden schmecken wird.

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Veröffentlicht am 10.12.2024

Ist es Liebe?

Love Letters to a Serial Killer
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Die zentrale Frage des ganzen Romans: Ist es Liebe? Liebe zwischen der Protagonistin und ihrem "Brieffreund". Selbstliebe, die sie für sich selbst empfindet. Liebe, die man als Lesende zu ihr entwickelt.

Hannah ...

Die zentrale Frage des ganzen Romans: Ist es Liebe? Liebe zwischen der Protagonistin und ihrem "Brieffreund". Selbstliebe, die sie für sich selbst empfindet. Liebe, die man als Lesende zu ihr entwickelt.

Hannah ist gelangweilt von ihrem Leben, enttäuscht von sich selbst (auch wenn sie sich das nicht eingestehen kann). Stattdessen hängt sie seit 10 Jahren in ihrem ungeliebten Job fest, kann keine dauerhafte Beziehung zum männlichen Geschlecht aufbauen und ihre Freundinnen verlassen sie nach und nach. Da kommt das Verschwinden einer jungen Frau gerade recht. Endlich etwas, worin sie sich vertiefen kann, wo sie sich reinsteigern kann. Vor allem als nach und nach weitere Frauen verschwinden und an genau der gleichen Stelle wieder auftauchen wie die erste Leiche. Es gipfelt in einem Briefwechsel mit Anwalt William, den man bald als Mörder verhaftet.

Hannah ist eine ganz klar psychisch kranke Frau, die sich in obsessive Beziehungen hineinsteigert, bis hin zum Stalking. Das zeigt sich allein schon in ihrer aufkeimenden Beziehung zu einem Serienkiller. Man kann zu ihr keine positive Verbindung aufbauen, aber das soll man vermutlich auch nicht.

Die ganze Geschichte lässt einen vielmehr zum ungewollten Voyeur werden. Zum Beobachter einer Frau, die immer mehr die Kontrolle über ihr Leben verliert und sich stattdessen in eine ebenso aussichtslose und ungesunde Beziehung zu diesem Mann und seiner Familie verrennt.

Ist es realistisch? Ich hoffe nicht. Ist es glaubwürdig? Nicht immer, vor allem je mehr man sich dem Ende nähert. Ist es unterhaltsam? Und wie! Fesselnder Erzählstil und eine Geschichte wie ein Unfall, bei dem man einfach nicht wegschauen kann.

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Nett und nicht schlecht

Five Broken Blades
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Allein das Äußere dieses Buches macht schon viel her. Schicker Farbschnitt, Goldgeprägter Einband, sowie hübsche Bilder und eine Karte im Inneren. Man könnte jetzt böse sein und argwöhnen, dass damit über ...

Allein das Äußere dieses Buches macht schon viel her. Schicker Farbschnitt, Goldgeprägter Einband, sowie hübsche Bilder und eine Karte im Inneren. Man könnte jetzt böse sein und argwöhnen, dass damit über den lückenhaften Inhalt hinweggetäuscht werden soll. Dem würde ich wirklich nur ganz, ganz leise zustimmen.

Grundsätzlich kann die Geschichte über sechs verschiedene Figuren (Diebin und Leibwächter, Giftmörderin und Fürstensohn, sowie Prinz und Spion) mit viel Spannung und Unterhaltung aufwarten. Auch die Romantiker unter den Lesenden werden definitiv auf ihre Kosten kommen (auch wenn die Story das aus meiner Sicht mal wieder nicht gebraucht hätte).

Und doch fehlt irgendwie das letzte Quäntchen um aus einem ziemlich netten Buch einen absoluten Knaller zu machen. Möchte ich deshalb unbedingt, dass es weitergeht? Joa, wäre schon nett, in diese Welt zurückzukehren. Ich wäre aber auch mit diesem einen Band zufrieden.

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