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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2022

Witziger Yogakrimi mit niederländischem Einschlag - lesenswert!

Tod in Zeeland
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Frederike Weihs, genannt Freddie, begleitet ihre Freundin Miriam zu einem Yogaseminar ins niederländische Zeeland. Sie steckt in einer Beziehungskrise mit ihrem Freund Jan, der sie offensichtlich betrogen ...

Frederike Weihs, genannt Freddie, begleitet ihre Freundin Miriam zu einem Yogaseminar ins niederländische Zeeland. Sie steckt in einer Beziehungskrise mit ihrem Freund Jan, der sie offensichtlich betrogen hat und will sich im Klaren darüber werden, wie ihre Zukunft mit oder ohne Jan aussehen soll. Dummerweise kann sie darüber gar nicht so viel nachdenken, denn sie stolpert quasi über eine tot Yogini. Und plötzlich steht sie selbst im Visiert der Polizei, denn Jan soll ein Verhältnis mit der Toten gehabt haben. Also bleibt Freddie nichts anderes übrig, als heimlich selbst zu ermitteln, um ihre Unschuld zu beweisen. Und zwischen Yogaseminar und Ermittlungen stolpert sie in die unmöglichsten Situationen.

Wird Freddie ihre Unschuld beweisen können? Was hat Jan mit der ganzen Sache zu tun?

Ich schleiche schon länger um den Debüt-Roman der Autorin Carla Capellmann herum und eine Leserunde schien mir die beste Gelegenheit, endlich mal ihr Buch zu lesen. Eigentlich sind Krimis nicht mein bevorzugtes Genre, aber bei Cosy Crime mache ich schon mal eine Ausnahme. Dieses Buch hier hat mich mit Witz und Wortspielen absolut überrascht, der Humor ist einfach nur köstlich. Ich habe sehr oft herzhaft lachen müssen. Protagonistin Freddie ist absolut sympathisch und ich habe mich sehr gut in sie hineinversetzen können. Sie hat Humor und ist etwas tollpatschig, aber sie ist auch genau so, wie man sich eine gute Freundin vorstellt.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Was mir besonders gut gefallen hat, sind die Wortspiele und der Wortwitz, einfach nur großartig! Die Geschichte ist durchdacht, nachvollziehbar und zeugt von Ortskenntnis. In mir hat sie den Wunsch geweckt, selbst einmal nach Zeeland zu fahren und auf dem fiets den Fahrradweg durch die Dünen entlang zu radeln. Und so ganz nebenbei habe ich durch die Geschichte auch noch ein paar Brocken niederländisch gelernt.

Der Krimi ist durchdacht, logisch und absolut witzig geschrieben. Bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, wer der Mörder ist. So gehört sich das bei einem guten Krimi. Die Geschichte hat mir sehr viel Spaß gemacht und mich wunderbar unterhalten. Auch über Yoga habe ich einiges gelernt. Gerne gebe ich diesem Krimi 5 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung an alle, die dieses Genre lieben.

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Veröffentlicht am 23.03.2022

Sehr fesselnder Roman über die Judenverfolgung im Mittelalter - super recherchiert und absolut spannend erzählt

Wenn ich dich je vergesse ...
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In Erfurt im Jahr 1348 leben die jüdischen Geschwister Naomi und Jakob mit ihrer Familie direkt neben Merten und seiner christlichen Familie. Die Kinder sind befreundet und kennen sich von klein auf. Doch ...

In Erfurt im Jahr 1348 leben die jüdischen Geschwister Naomi und Jakob mit ihrer Familie direkt neben Merten und seiner christlichen Familie. Die Kinder sind befreundet und kennen sich von klein auf. Doch der Frieden trügt, denn Patrizier und hoch angesehene Handwerker wollen die jüdische Gemeinde auslöschen. Marten hat unglaubliche Angst um den Freund und Naomi, in die er sich verliebt hat. Reichen die Zeit und seine Möglichkeiten aus, die beiden zu retten? Was kann er als Junge und Sohn eines Christen ausrichten?

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Sichten der 3 Protagonisten und nicht chronologisch erzählt. Anfangs fand ich das etwas verwirrend, aber die Zeit- und Personenangaben über den Kapiteln haben mir geholfen, mich zurecht zu finden. Die Autorin ist Theologin und hat promoviert in mittelalterlicher Kirchengeschichte. Das merkt man den ganzen Roman hindurch. Das Progrom an den Erfurter Juden im Jahr 1349 ist wunderbar recherchiert, der Konflikt zwischen Christen und Juden sehr deutlich und anschaulich erzählt. Auch der Stand der Kirche und der Einfluss der reichen Bürgen wurde gut herausgestellt. Mir war gar nicht bewusst, dass die Juden bereits im Mittelalter mit solcher Grausamkeit verfolgt wurden. Insofern habe ich wieder was über die deutsche Geschichte gelernt. Sehr gut gefallen hat mir auch die Karte im Klappenumschlag, weil ich so immer genau wusste, wo sich was befindet und wo die Protagonisten gerade unterwegs sind.

Der Schreibstil ist einfach wunderbar, passt genau zur Geschichte und ich war von Anfang an direkt in der Handlung drin. Die Recherchen zu Orten des Geschehens, der Situation der Juden im Mittelalter und alles rund um das Schlachterhandwerk sowie Malen und Schreiben im Kloster waren sehr gut. Alles könnte sich genauso zugetragen haben, ich habe mich direkt in die Zeit zurückversetzt gefühlt. Die Geschichte ist plausibel und logisch aufgebaut.

Wer die Kombination aus Historie, Handwerk und gelebter Geschichte liebt, dem kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. Ich war total gefesselt und wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. So muss ein guter Roman sein. Ich kann die Geschichte absolut und uneingeschränkt empfehlen und bewerte das Buch mit absolut verdienten 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 23.03.2022

Eines meiner Lesehighlights in 2022

Tausche Leben - Suche Glück
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Julian Beeman ist 40 Jahre alt und steht bereits vor den Trümmern seiner Existenz. Das „Astor“, ein altes Lichtspielhaus, steht vor dem Haus. Julian kann die Rechnungen nicht mehr bezahlen, weil in Zeiten ...

Julian Beeman ist 40 Jahre alt und steht bereits vor den Trümmern seiner Existenz. Das „Astor“, ein altes Lichtspielhaus, steht vor dem Haus. Julian kann die Rechnungen nicht mehr bezahlen, weil in Zeiten von Netflix und Co. kaum noch jemand ins Kino geht. Somit bleiben ihm nur noch wenige Tage, bis er das Kino schließen muss.

Zufällig stolpert er über die Online-Platform Lifeexchange.club. Hier laufen Angebot und Nachfrage von Leuten zusammen, die ihr Leben tauschen möchten, mit allen Konsequenzen. Neugierig geworden stellt er sein Leben online. Doch ob wirklich jemand mit ihm tauschen und sein Kino nebst Schulden, seine Wohnung und alles andere auch übernehmen möchte? Tatsächlich findet sich jeman, und das auch noch in der gleichen Stadt. Und Julian lässt sich hoffnungsvoll auf das Experiment ein.

Doch ist es ein Tausch ohne Haken? Kann er den Luxus zukünftig für immer sorgenfrei genießen? Und was passiert mit seinem alten Leben? Wird er wirklich loslassen können?

Von der ersten Seite an war ich vom Schreibstil und dieser wundervollen Geschichte gefesselt. Protagonist Julian war mir von Anfang an sympathisch und ich konnte mich sehr gut in ihn hinein versetzen. Allerdings war ich etwas skeptischer als er und hätte ihn ab und zu gerne mal geschüttelt. Doch wahrscheinlich hätte er eh nicht auf mich gehört…

Tatsache ist, dass ich das Buch absolut nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich habe es quasi durchgesuchtet. Das Szenario erscheint auf den ersten Blick unwahrscheinlich, aber je mehr ich gelesen habe, umso besser konnte ich mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die genau zu diesem Experiment bereit wären. Die Autorin hat alles gut erklärt, es gibt sogar eine Internetseite, die zeigt, was der Protagonist auf Liefeexchange.club sieht. Das macht das Ganz noch authentischer. Meine Fragen, die während der Geschichte aufgetaucht sind, wurden zum Ende hin alle beantwortet.

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, und ich kann hier nur eine absolute uneingeschränkte Leseempfehlung und volle 5 von 5 Sternen geben.

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Veröffentlicht am 02.03.2022

Sehr gefühlvolle und fesselnde Liebesgeschichte mit Setting in Ostfriesland am Meer - absolut empfehlenswert!

Das Herz im Wald, die Füße im Sand
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Protagonistin Ella ist des Jobs wegen vertretungsweise für 2 Monate zurück in ihrer Heimat Ostfriesland. Hier erinnert sie vieles an ihre früh verstorbenen Eltern und an ihren 6 Wochen vor der Hochzeit ...

Protagonistin Ella ist des Jobs wegen vertretungsweise für 2 Monate zurück in ihrer Heimat Ostfriesland. Hier erinnert sie vieles an ihre früh verstorbenen Eltern und an ihren 6 Wochen vor der Hochzeit verstorbenen Verlobten Philipp. Die Eltern haben ihr ein Modehaus hinterlassen, um das sich hauptsächlich ihre Pflegemutter und beste Freundin ihrer verstorbenen Mutter kümmert. Ella macht zwar die Buchhaltung und einige organisatorische Dinge, doch ihre Leidenschaft gehört ihrem Beruf als Försterin. Wird sie der Liebe zur Natur treu bleiben und den Försterberuf weiter ausüben, oder muss sie über kurz oder lang das Familienerbe antreten und den Laden leiten? Der attraktive alleinerziehende Vater Clemens, auf dessen Hof sie ein Ferienhäuschen gemietet hat, macht die Sache zusätzlich kompliziert. Ist sie nach Philipps Tod wieder bereit, sich auf eine neue Liebe einzulassen? Lässt sich das überhaupt mit ihrem Beruf als Vertretungsförsterin vereinbaren? Schließlich ist sie alle paar Wochen woanders. Wie wird sie sich entscheiden?

Es ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe, und es hat mich vollends begeistert. Ella ist eine Protagonistin, die mir sogleich sehr sympathisch war, die ihr Herz am rechten Fleck hat und die ich mir gut als Freundin vorstellen könnte. Sie ist gradlinig, fleißig und ehrlich. Ich konnte ich mich sehr gut in die Protagonistin hineinfühlen.

Auch der Schreibstil ist wunderbar fließend und locker geschrieben, so dass ich gleich in die Geschichte eintauchen konnte. So liebe ich es. Auch Landschaftsbeschreibungen und Gefühle kamen nicht zu kurz. Ich habe am Strand die Wellen rauschen und die Möwen kreischen hören, bin mit Ella durch den Wald gestreift und habe mit ihr in der Küche gestanden und Kuchen gebacken. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil es mich extrem gefesselt hat.

Ich habe mich mit Ella in Ostfriesland pudelwohl gefühlt und gebe dieser wundervollen Geschichte 5 von 5 Sternen und eine unbedingte Leseempfehlung an alle, die dieses Genre lieben.

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Veröffentlicht am 05.02.2022

Die Reihe wird von Buch zu Buch besser und Band 4 ist mein Highlight

Highland Hope 4 - Eine Bäckerei für Kirkby
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Protagonistin Anna Campbell lebt seit einigen Monaten in Kirkby, einem kleinen Nest in Schottland, und betreibt hier eine Landarztpraxis. Ein kleines Ritual ist das tägliche Frühstück in der Old Bakery, ...

Protagonistin Anna Campbell lebt seit einigen Monaten in Kirkby, einem kleinen Nest in Schottland, und betreibt hier eine Landarztpraxis. Ein kleines Ritual ist das tägliche Frühstück in der Old Bakery, wo das beste Shortbread in ganz Schottland gebacken wird. Hier trifft sie auf Lennox, der als Musiker und Lebenskünstler als das schwarze Schaf der Familie Fraser gilt und seit Jahren zum ersten Mal wieder in Kirkby ist. Leider war sein Vater von jeher gegen seine Musikerkarriere, und lange Jahre war nahezu Funkstille zwischen den beiden. Auch jetzt sieht es nicht so aus, als ob sich das ändern würde. Damit rennt Lennox bei Anna offene Türen ein, denn sie weiß, wie es sich anfühlt, wenn man nicht akzeptiert wird und sich alleine durchboxen muss. Die beiden fühlen sich unglaublich zueinander hingezogen. Doch ein lang gehütetes Familiengeheimnis, das langsam ans Licht kommt, stellt die beiden auf eine harte Probe.

Ich persönlich finde, dass der Titel nicht besonders gut zur Geschichte passt, denn die Bäckerei spielt eigentlich nur eine untergeordnete Rolle. Das hat aber keinen Einfluss darauf, dass mich auch Band 4 der Reihe wieder sofort packen konnte. Erneut habe ich mich in Kirkby bei den vielen mir bereits bekannten Bewohnern wieder auf Anhieb wohlgefühlt und hätte gerne mal die leckeren Shortbread probiert.

Der Schreibstil war wie gewohnt einfach wundervoll. Er ist fließend und locker geschrieben und ich konnte so tief in die Geschichte eintauchen. Ich habe die Aufregung, die Freude und auch die Enttäuschung der Protagonisten gefühlt und konnte über die Späße herzlich lachen.

Die Bände 1, 2 und 3 haben mich schon sehr begeistert, und daher waren meine Erwartungen auch an den letzten recht hoch. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ich habe alte Bekannte wiedergetroffen und so u.a. erfahren, wie es mit den Protagonisten aus den Vorgängerbänden weitergeht. Es ist eigentlich nicht zu fassen, aber mit jedem Band hat mich die Autorin mehr gefesselt. Tatsächlich ist Band 4 mein absolutes Highlight und der absolute Höhepunkt der Geschichte. Somit muss ich nun von Kirkby leider Abschied nehmen, hoffe aber, dass es doch irgendwann nochmal einen Band 5 gibt. Ich wäre sofort dabei!

Ich gebe dieser wundervollen Geschichte 5 von 5 Sternen und eine unbedingte Leseempfehlung an alle, die dieses Genre lieben.

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