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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2022

Kommunikation ist alles…

Idol - Gib mir alles von dir
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4. Band der Reihe.
Die Bücher können grundsätzlich unabhängig voneinander gelesen werden, allerdings bauen die einzelnen Beziehungen schon ein Stück weit aufeinander auf, sodass die gesamte Dynamik zwischen ...

4. Band der Reihe.
Die Bücher können grundsätzlich unabhängig voneinander gelesen werden, allerdings bauen die einzelnen Beziehungen schon ein Stück weit aufeinander auf, sodass die gesamte Dynamik zwischen den Figuren mit Vorwissen besser verständlich ist.

Bereits in den ersten Bänden hat mir der anschauliche, flüssige Schreibstil gut gefallen. Die wechselnden Ich-Perspektiven geben Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Figuren.
Wenn sie diese doch nur auch miteinander teilen würden…

Leider muss ich sagen, dass sich das Buch für mich immer wieder zog. Eigentlich ist von Beginn an alles klar. Brenna und Rye fühlen sich zueinander hingezogen. Sie mögen einander, auch wenn sie dies im Dauerstreit gut verbergen. Aber sie reden nicht vernünftig miteinander.
Stattdessen treffen sie ein eigenwilliges Abkommen, durch welches das Buch mit Unmengen erotischen Szenen aufwarten kann. Sie haben Sex. Sie denken an Sex. Aber ansonsten drehen sie sich im Kreis, weil niemand den Mund aufmacht. Die Geschichte ist nicht schlecht, aber schlicht zu lang.

Dabei müssen beide eine gewisse Entwicklung durchmachen. Auf unterschiedliche Art müssen sie sich über bestimmte Dinge klar werden, mit vergangenen Erlebnissen abschließen und sich von vorhandenen Verbindungen lösen.
Den Weg, den beide durchmachen, fand ich dennoch interessant. Überhaupt sind mir die zwei – wie auch die ganze Clique – total sympathisch. Besonders das Zusammenspiel in der großen Gruppe hat mir immer wieder richtig gut gefallen und ich hoffe trotz der jetzigen Längen, dass auch Whip noch einen eigenen Band bekommen wird, da das Buch seine Geheimnisse andeutet.

Fazit

Die Charaktere sind sehr sympathisch – sie sind ja bereits bekannt und die ganze Band samt „Anhang“ ist einfach klasse. Leider schaffen es Brenna und Rye allerdings nicht, einmal vernünftig miteinander zu reden, sodass sich das Buch unnötig in die Länge zieht und Drama verursacht wird, welches nicht notwendig gewesen wäre.

Veröffentlicht am 04.03.2022

berührend und witzig

Irgendwo ist immer Süden
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Alle in Inas Klasse erzählen von ihren tollen Reiseplänen für die Sommerferien. Sie fliegen in ferne Länder, in teure Hotels, auf sonnige Inseln.
Ina hat keine Pläne, doch das will sie nicht zugeben, wenn ...

Alle in Inas Klasse erzählen von ihren tollen Reiseplänen für die Sommerferien. Sie fliegen in ferne Länder, in teure Hotels, auf sonnige Inseln.
Ina hat keine Pläne, doch das will sie nicht zugeben, wenn sie dazugehören will. Also sagt sie, sie fährt auch in „den Süden“.
Alles eine Frage der Perspektive, wie sich herausstellen. Denn irgendwo ist immer Süden, wie ihr der neue Mitschüler Vilmer zeigt und damit ganz besondere Ferienerlebnisse schafft.

Dies ist ein Kinderbuch, das Spaß macht, obwohl es viele ernste Themen enthält.
Inas Mutter hat weder Geld, noch Zeit, mit ihrer Tochter gemeinsame Ferien zu gestalten. Damit die Lüge, die Ina in der Schule erzählt hat, nicht auffliegt, traut sich die Sechstklässlerin nicht aus dem Haus, damit sie niemand zufällig sehen kann. Letztlich lockt der neue Mitschüler, Vilmer, der in der selben Siedlung wohnt und ebenfalls nicht wegfahren kann, aus dem Haus.
Vilmer zeigt Ina sein Geheimversteckt, wo die zwei sich ihren ganz eigenen „Süden“ zaubern.

Das Ferienparadies, das sich Ina und Vilmer ausstatten, ist total niedlich. Kreativ nutzen die zwei das wenige, was ihnen zur Verfügung steht, um sich ihren Süden zu schaffen und Südendinge zu erleben. Und zeigen damit, dass es nicht immer auf materielle Dinge ankommt.

Zwischen all dem Spaß, den die beiden erleben, gibt es viele ernste, traurige und berührende Momente. Es ist eine ganz besondere Geschichte über die erste Liebe, eine besondere Freundschaft, falsche Freunde und den Wunsch, dazuzugehören.
Ina macht einige Fehler und muss lernen, dass es manchmal nicht reicht, Entschuldigung zu sagen – manchmal muss man auch Entschuldigung tun. Im Verlauf erkennt sie, dass ihr ursprünglicher Wunsch nicht das ist, was sie glücklich macht – zumindest nicht für den Preis, den sie dafür zahlen muss. Mit Inas Erkenntnis und dem Weg, den sie dafür gehen muss, bringt das Buch tolle Botschaften mit.

Immer wieder schwingen auch die Probleme von Inas Mutter und Vilmers Vater mit, die beide Kinder wahrnehmen und auf ihre Weise mittragen müssen. Ich-Erzählerin Ina beschönigt nicht nur ihre häusliche Situation vor ihrem Umfeld, sondern verbirgt auch ihre Sorgen vor ihrer Mutter, um dieser ihrerseits weniger Sorgen zu bereiten.

Der Erzählstil ist kindgerecht einfach gehalten, flüssig und anschaulich.

Fazit

Warmherzig und lockerleicht erzählt Marianne Kaurin eine ebenso unterhaltsame wie berührende Geschichte voller Tiefe – über Mobbing, Selbstzweifel, Freundschaft und Fehler, die wieder gutgemacht werden müssen.

Veröffentlicht am 04.03.2022

Starke Fortsetzung

Heartless, Band 2: Das Herz der Verräterin
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Achtung: 2. Band. Rezension enthält inhaltliche Spoiler zum Vorgänger.

Die Handlung wird nahtlos fortgesetzt. Im Verlauf gibt es kleinere Rückblicke, die die wichtigsten Fakten nochmal auffrischen. Dennoch ...

Achtung: 2. Band. Rezension enthält inhaltliche Spoiler zum Vorgänger.

Die Handlung wird nahtlos fortgesetzt. Im Verlauf gibt es kleinere Rückblicke, die die wichtigsten Fakten nochmal auffrischen. Dennoch war ich froh, mir die Geschichte von Band 1 als Hörbuch in Erinnerung gerufen zu haben, um so auch alle kleinen Details und Andeutungen parat zu haben.

Der Cliffhanger von Band 1 war richtig fies, daher war ich sehr gespannt, wie es weitergeht. Direkt zu Beginn konnte mich die Handlung überraschen, da ich mit dieser Wendung absolut nicht gerechnet habe. Später im Verlauf hingegen gibt es eine weitere Wendung, die sich bereits angedeutet hat, aber nicht weniger dramatisch daherkommt.
Die Geschichte ist eine Mischung aus spannenden, aufregenden Passagen, hitzigen Wortgefechten und vielen, vielen inneren Monologen. Zera hadert mit ihrem Schicksal. Sie hadert mit ihren Dasein als Herzlose. Sie hat Schuldgefühle aufgrund der Dinge, die sie getan hat und zu tun gezwungen war. Darüber denkt sie unglaublich viel nach – für mich fast ein klein wenig zu viel, sodass die insgesamt rasante, abwechslungsreiche Geschichte immer mal wieder ein wenig ausgebremst wird. Die vielen dramatischen und wendungsreichen Ereignisse machen diese Passagen aber wieder wett, sodass es mir insgesamt schwer fiel, das Buch aus der Hand zu legen.

Ich-Erzählerin Zera ist prinzipiell eine starke Protagonistin, die häufig einen frechen Spruch auf den Lippen hat. Sie hat für sich selbst ein klares Ziel definiert, versucht aber dennoch, im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Beste für ihre Freunde zu tun und nimmt dabei in Kauf, selbst verletzt zu werden. Nur in einem Punkt ist sie nicht zu Kompromissen bereit. Ihre innere Zerrissenheit wird durch die zahlreichen inneren Monologe nachvollziehbar dargestellt. Ihre aufgewühlte Gefühlswelt ist verständlich.
Einen Perspektivwechsel zu Lucien hätte ich allerdings auch interessant gefunden, da er ebenfalls ein spannender, sympathischer Charakter ist.
Auch die treuen Freunde, die Lucien an seiner Seite hat, sind tolle, facettenreiche Figuren, die immer wieder für eine Überraschung gut sind.

Im Verlauf werden einige Fragen beantwortet, aber auch neue aufgeworfen. Das Ende lässt noch vieles offen.

Fazit

Nach den dramatischen Ereignissen des ersten Bandes erwarten Zera nun nicht weniger schwierige und gefährliche Aufgaben. Die Handlung steckt voller Wendungen und Überraschungen, Emotionen und dramatischen Ereignissen, die sich dank des anschaulichen Schreibstils schnell verschlungen lassen.

Veröffentlicht am 04.03.2022

Tolle Idee mit schwächen in der Umsetzung

Keine bösen Tiere
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Die grundsätzliche Idee des Buches finde ich total klasse: Einige Tierarten haben nicht den besten Ruf. Sie gelten als gefährlich, dreckig, stinkend, eklig… Das Buch möchte mit den Vorurteilen aufräumen ...

Die grundsätzliche Idee des Buches finde ich total klasse: Einige Tierarten haben nicht den besten Ruf. Sie gelten als gefährlich, dreckig, stinkend, eklig… Das Buch möchte mit den Vorurteilen aufräumen und die guten und nützlichen Eigenschaften der einzelnen Tiere aufzeigen. Dies gelingt ihm in meinen Augen aber nur bedingt.

Aufgebaut ist das Buch wie folgt:

Zu jeder Tierart gibt es zwei Doppelseiten.

Auf der ersten Seite sind die Tiere gruselig, blutrünstig und gefährlich gezeichnet – soll heißen: sie fletschen die Zähne, die Augen glühen (rot) oder sie schauen fies. Dazu gibt es etliche farblich abgesetzte Felder, teilweise in Form von Sprechblasen, die direkt von den Tieren ausgehen, in denen allerlei fiese Dinge stehen: ich bin gemein, gefährlich, ich stinke, ich mache XY um dich zu ärgern, ich klaue dir dein Essen, kommst du mir zu nah, greife ich dich an … Hier finden sich viele bekannte Eigenschaften wieder, die man den Tieren gemeinhin zuschreibt. Manches empfand ich aber auch etwas an den Haaren herbeigezogen. Auch war ich über manche der aufgeführten Tierarten überrascht, da ich von Orcas, Füchsen oder Kamelen kein grundsätzlich negatives Bild im Kopf hatte.

Auf der zweiten Doppelseite findet dann das Gegenteil statt. Die Darstellung der Tiere ist lieb und niedlich. Alle schauen durchweg freundlich und haben riesige Kulleraugen. Dabei finde ich die Zeichnungen einiger Tiere weniger gelungen – Körperproportionen werden zugunsten möglichst großer, niedlicher Gesichter verzerrt. Einige sehen schlicht lächerlich aus. Auch Kackhaufen bekommen hier lustige Gesichter…
Zudem gibt es auch auf dieser Doppelseite Text: Einmal in Form eines schwarzen Kastens, der wissenswerte Fakten zu den Tieren wiedergibt. Diese Details fand ich überwiegend wirklich interessant und sinnvoll. Dies trifft aber nicht zwingend auf den restlichen Text zu:
In weiteren Textfeldern, teilweise wieder in Form von Sprechblasen, teilweise frei auf der Seite schwebend, gibt es einige weitere interessante Daten zu den Tieren.
Zudem werden die meisten „Fakten“ der Negativseite aufgegriffen und richtiggestellt – was in einigen Fällen Sinn macht, in anderen Fällen aber daneben geht. So behauptet nahezu jedes Tier von sich, doch total süß, flauschig und niedlich zu sein oder weist auf seine lustigen, niedlichen, hübschen Gliedmaßen oder Farben etc. hin. Der Stier lädt uns auf eine Tasse Tee ein und Rotkäppchen kuschelt sich an den ach so lieben Wolf.
Letztlich wird mir zu viel Zeit damit verschwendet, zu sagen: „hallo, ich bin niedlich und ich mache all die bösen Sachen gar nicht mit Absicht“ statt handfestes Wissen zu vermitteln. Was am Anfang vielleicht noch ganz witzig ist, wird bei 38 Tieren dann doch anstrengend. Teilweise erfährt man dadurch über einzelne Tierarten leider relativ wenig, während sich das allgemeine Geplänkel immer wieder wiederholt.
Der Kinder-Praxistest wird erst noch zeigen, ob die Kids am Ende zwischen all den Behauptungen Wahrheit und Lüge noch werden sortieren können oder was am Ende zu den Tieren tatsächlich hängen bleibt.

Am Ende des Buches gibt es eine hilfreiche kleine Liste mit Begrifferklärungen von benutzten Wörtern wie bestäuben, Aas oder Schädling.

Fazit

Schöne Idee, die in der Umsetzung für mich nicht komplett geklappt hat. Grundsätzlich ist die optische Gestaltung mit den farbenfrohen Zeichnungen und den abgesetzten Textfeldern ansprechend. Der Versuch, die Tiere freundlich darzustellen, führt allerdings in vielen Fällen zu überzogenen, unrealistischen Abbildungen. Für ein Kindersachbuch kommt mir auch die Faktenvermittlung teilweise zu kurz, da jedes Tier immer wieder von sich behauptet, total niedlich und süß zu sein, was zu unnötigen Wiederholungen führt, immerhin wird das Prozedere mehr als 30 mal durchgezogen. Was aus dieser Flut an Behauptungen am Ende in Erinnerung bleibt, ist dann nochmal eine ganz andere Frage.

Veröffentlicht am 04.03.2022

Emotionale Schottlandreise

The Way We Fall - Edinburgh-Reihe, Band 1 (knisternde New-Adult-Romance mit absolutem Sehnsuchtssetting)
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Die 22-jährige Amelia lebt gemeinsam mit ihrer Schwester bei ihrer Tante in Edinburgh. Sie arbeitet in einem kleinen Café. Dort lernt sie den Schriftsteller Jasper Haven kennen – und kann den selbstverliebten, ...

Die 22-jährige Amelia lebt gemeinsam mit ihrer Schwester bei ihrer Tante in Edinburgh. Sie arbeitet in einem kleinen Café. Dort lernt sie den Schriftsteller Jasper Haven kennen – und kann den selbstverliebten, unfreundlichen Kerl nicht leiden. Doch die Wege der beiden kreuzen sich immer wieder und bald können sie die Anziehung zwischen ihnen nicht mehr leugnen. Allerdings plagen beide die Schatten ihrer Vergangenheit…

Erzählt wird die Geschichte aus den Ich-Perspektiven von Amelia und Jasper, wobei letzterer anfangs selten und später etwas mehr zu Wort kommt.

Schnell wird klar, dass beide Hauptfiguren stark von ihrer Vergangenheit geprägt sind und an ganz unterschiedlichen Ereignissen immer noch zu knabbern haben, was ihr aktuelles Verhalten beeinflusst.

Der unnahbare Schriftsteller hat mich im Klappentext besonders angesprochen. Jasper ist eine interessante Figur. Er ist erfolgreich und begehrt. Vor Publikum ist er charmant und lächelt, doch sonst ist er eher wortkarg und abweisend. Seine Geschichten dienen nicht nur anderen als Zuflucht. Auch für ihn stellt die Flucht in fantastische Welten einen willkommenen Weg dar, sich nicht mit der Realität beschäftigen zu müssen.

Amelia fühlt sich verantwortlich für ihre Schwester. Mit 22 schaut sie noch nicht wirklich in die Zukunft, denn sie traut sich kaum einen Schritt von zuhause weg. Sie vermisst nichts, bis sie einen Vorgeschmack bekommt, was sie in der Welt noch alles erwarten könnte

Von Anfang an fühlen die zwei sich zueinander hingezogen. Doch ihre jeweiligen Belastungen und Ängste stehen zwischen ihnen.

In der Mitte des Buches war ich etwas frustriert. Die Naturbeschreibungen sind super schön. Die Figuren ja durchaus interessant. Aber es ging nicht so richtig weiter. Die Handlung zog sich etwas. Schweigen und Geheimniskrämerei führt zu Missverständnissen und Drama und ich fürchtete schon, dass die Geschichte nun noch 200 weitere Seiten vor sich hinplätschern würde. Doch weit gefehlt: Im letzten Drittel rückt das Drama zwischen Jasper und Amelia in den Hintergrund, während ein anderes Thema den Mittelpunkt bildet und in ganz anderer Form für Dramatik sorgt, wodurch die Geschichte nochmal richtig interessant wird.

Ein paar Dinge entwickeln sich dann etwas zu schnell. Zwischenzeitlich dachte ich schon, die Handlung um Jasper und Amelia wäre gar nicht in einem Band abgeschlossen. Ist sie dann aber recht plötzlich doch und in Band 2 steht nun Amelias Schwester Maisie im Vordergrund. Deren Geschichte finde ich schon hier sehr interessant und hoffe, in ihrem Band dann auch mehr über die Entwicklungen zu erfahren, die sie hier durchmacht, die aber nur angedeutet werden
Tatsächlich war mir aber auch Amelias Veränderung etwas zu plötzlich und dadurch – im Gegensatz zu dem sehr emotionalen Weg, den Jasper beschreiten muss – schwerer greifbar. Dadurch geht dem Buch ein wenig an möglicher Tiefe verloren.

Fazit

Die Naturbeschreibungen vom rauen Schottland haben mich besonders in ihren Bann gezogen. Aber auch die Hintergründe der Figuren, die auf so unterschiedliche Art von ihrer Vergangenheit geprägt sind, fand ich interessant. Richtig fesseln konnte mich aber erst das letzte Dritte des Buches, in dem das Beziehungsdrama an sich viel weniger im Zentrum steht.