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Veröffentlicht am 08.11.2016

spannend bis zum Schluss

Flammen der Rache
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Lily Parr befindet sich auf der Flucht. Auf der Suche nach Hinweisen über ihre Verfolger sucht sie Bruno Ranieri auf, dessen Geschichte mit ihrer verwoben scheint, wobei er selbst noch nichts davon weiß. ...

Lily Parr befindet sich auf der Flucht. Auf der Suche nach Hinweisen über ihre Verfolger sucht sie Bruno Ranieri auf, dessen Geschichte mit ihrer verwoben scheint, wobei er selbst noch nichts davon weiß. Bruno erliegt Lilys Reizen ohne zu ahnen, dass ihre Verfolger auch bald ihm auf der Spur sein werden...

„Flammen der Rache“ ist der 8. Band von Shannon McKennas Reihe über die McCloud-Brüder. Um der Handlung der Geschichte zu folgen, ist es nicht notwendig, die vorherigen Bücher zu kennen. In diesem Band spielen die McClouds zunächst auch nur eine sehr untergeordnete Rolle. Die Geschichte um Bruno und Lily steht klar im Vordergrund. Trotzdem gibt es etliche Andeutungen darüber, dass viele Familienmitglieder und deren Angehörige bereits eine schlimme Geschichte hinter sich haben. Diese waren jeweils Inhalt eines Bandes und stellen natürlich die Grundlage für die Beziehungen untereinander dar, die teilweise recht angespannt sind, sodass sich nicht jeder Konflikt sofort nachvollziehen lässt. Größtenteils wird es durch kleine Rückblicke aber auch für den unwissenden Leser aufgeklärt.

Die Handlung ist interessant und vor allem mysteriös, weil lange unklar bleibt, was es mit den Verfolgern und Drahtziehern auf sich hat. Der Schlüssel führt zurück in die Kindheit von Bruno und Lily und zusammen mit den beiden Protagonisten kann sich der Leser auf Spurensuche begeben. Zwar ist dies durchaus spannend, teilweise wird die Handlung durch endlose Diskussionen und Umwege aber etwas langatmig.

Auch die Beziehung von Bruno und Lily hat das Lesen manchmal etwas erschwert. Die beiden fallen bereits in der ersten Nacht übereinander her und auch im weiteren Verlauf kommt es immer wieder in den unmöglichsten, gefährlichen oder dramatischen Situationen zu intimen Momenten, die die Spannung erst mal unterbrechen. Ein paar weniger dieser Szenen hätten auch gereicht, so ansprechend die Liebesszenen auch beschrieben sind. Demgegenüber stehen einige unnötige Streits und in die Länge gezogene Diskussionen, aber je besser man die beiden kennenlernt, desto sympathischer werden sie.

Das rasante, dramatische Ende entschädigt dann für die kleinen Kritikpunkte. Sämtliche offene Fragen werden aufgeklärt und es gibt noch die ein oder andere Überraschung.
Auch der Schreibstil kann überzeugen. Das Buch liest sich sehr flüssig, die Beschreibungen sind anschaulich und detailliert, aber nicht überladen.

Im Verlauf der Handlung kommt eine Vielzahl von Personen zusammen, die es zunächst schwer macht, alle Namen zu behalten und die Beziehungen zuzuordnen. Alle haben aber gemeinsam, dass sie sehr vielschichtig dargestellt sind, wobei natürlich besonders die McCloud-Brüder, die trotz ihrer Kampfkünste auch eine sehr weiche Seite zeigen, sofort Sympathien gewinnen.

Fazit:
Ein heißer Thriller, der am Anfang etwas mehr Tempo vertragen hätte. Aber zum Schluss hin wird das Buch immer spannender und die Auflösung ist sehr gelungen. Auch die Figuren können nach einer Aufwärmphase überzeugen, auch wenn ihr Kennenlernen etwas fragwürdig bleibt.

Veröffentlicht am 08.11.2016

Erzählstil überzeugt komplett

Wer wird denn gleich von Liebe sprechen?!
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Heiß, heißer, Drew... so sieht er sich zumindest selbst. Der erfolgreiche Geschäftsmann zieht jedes Wochenende los, um Frauen aufzureißen. Ernsthafte Gefühle kennt er nicht, bis er eines abends eine Frau ...

Heiß, heißer, Drew... so sieht er sich zumindest selbst. Der erfolgreiche Geschäftsmann zieht jedes Wochenende los, um Frauen aufzureißen. Ernsthafte Gefühle kennt er nicht, bis er eines abends eine Frau trifft, die ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Da der Frauenheld mit seinen Gefühlen gar nicht umgehen kann, entsteht ziemliches Chaos.

Dieses Buch hat mich überzeugt, weil es einfach anders ist, als andere Bücher dieses Genres, die ich bisher gelesen habe.
Drew ist der Ich-Erzähler der Geschichte. Es beginnt damit, dass er fürchterlich leidet. Er ist krank, wie er selbst sagt, richtig weinerlich und gar nicht er selbst. Nachdem seine Schwester bei ihm zuhause reinplatzt, erzählt er ihr seine Geschichte – aber nicht nur ihr, sondern auch dem Leser. Und genau das ist es, was dem Buch besonderen Charme verleiht. Drew spricht den Leser immer wieder an und gibt sein Insiderwissen, wie Männer wirklich ticken, an ihn weiter. Dabei wirkt er nicht immer sympathisch, was ihm allerdings auch bewusst ist – und das macht den selbstverliebten Typen dann schon wieder liebeswert.
Wäre der Beginn nicht – das Wissen, dass er anders sein wird, als er selbst sein früheres Ich darstellt – hätte ich mich aber wohl nur schwer mit ihm anfreunden können.

Die Erzählweise sorgt immer wieder für sehr lustige Momente, weil Drew einfach eine tolle Art hat, die Dinge aus seiner männlichen Sicht zu erklären.
Aber das Buch ist nicht nur witzig. Die Geschichte bietet allerlei verschiedene Emotionen. Dass Drew auch seine erotischen Abenteuer ausführlich schildert, ist wohl nicht weiter überraschend...

Die Handlung ist auf jeden Fall interessant, schon allein weil es spannend zu verfolgen ist, welcher Schachzug Drew als Nächstes einfällt. Was der Geschichte allerdings fehlt, sind große Überraschungen. Im Großen und Ganzen ist der Verlauf relativ vorhersehbar, daher vergebe ich trotz des großes Lesespaßes nur 5 Möhren und keine 5+.

Der Erzählstil ist erfrischend. Der Leser wird direkt angesprochen und Drew wirft in seine Lebensgeschichte immer wieder kleine Anekdoten über die Männerwelt ein, sodass der Schürzenjäger, der sich Frauen gegenüber nicht besonders fair verhält, trotzdem insgesamt sehr sympathisch wird. Die Handlung ist interessant, aber nicht überraschend, trotzdem macht es unglaublich Spaß, Drews mal sarkastische, mal witzige, mal traurige Erzählung zu verfolgen.

Veröffentlicht am 08.11.2016

vorhersehbar, aber trotzdem süß

Eversea - Ein einziger Moment
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Die 21-jährige Keri Ann ist Kellnerin in ihrem verschlafenen Heimatstädtchen Butler Cove. Als plötzlich der berühmte Schauspieler Jack Eversea auftaucht, ist es mit der Ruhe vorbei. Keri Anns Leben steht ...

Die 21-jährige Keri Ann ist Kellnerin in ihrem verschlafenen Heimatstädtchen Butler Cove. Als plötzlich der berühmte Schauspieler Jack Eversea auftaucht, ist es mit der Ruhe vorbei. Keri Anns Leben steht plötzlich Kopf, denn der Hollywoodstar sieht nicht nur verdammt gut aus, sondern entpuppt sich auch noch als richtig nett. Die Dinge nehmen ihren Lauf, bis beide sehr schmerzhaft daran erinnert werden, dass sie in verschiedene Welten gehören...

Mein erster Eindruck von Keri Ann war sehr positiv. Sie ist eine höfliche, aufgeschlossene, bodenständige junge Frau. Auch ihre ersten Reaktionen auf den Hollywoodplayboy machten sie sympathisch – denn zunächst begegnet sie Jack sehr zickig und sarkastisch, was für einige spaßige Momente sorgt. Doch sie kann die harte Fassade nicht lange aufrechterhalten und so entwickelt sie sich schnell zu einem gefühlsdusseligen Teenager, was sie letztlich nur authentisch macht. Denn wer würde nicht dahinschmelzen, wenn plötzlich sein sexy Film-Idol vor einem steht?!

Jack ist ein Charakter, den man oft nur schwer einschätzen kann. Mal ist er sich kühl und arrogant, dann wieder gibt er seltene, berührende Einblicke in seine nicht immer rosige Vergangenheit. Was allerdings seine vorgeplante Zukunft angeht, bleibt er eher verschlossen, was es schwer macht, seine Absichten einzuschätzen.

Verstärkt wird dieser Effekt durch die Ich-Perspektive von Keri Ann, welche Jack natürlich nur so zeigt, wie die junge Frau ihn wahrnimmt. Die Erzählperspektive bietet dafür allerdings sehr viele Einblicke in Keri Anns stetig wechselndes Gefühlsleben und lässt den Leser so mitlieben und mitleiden.
Sie hat eine angenehme, beschreibende Erzählweise, die es leicht macht, sich das Geschehen bildlich vorzustellen.

Die Handlung ist – obwohl weite Teile sehr vorhersehbar sind – interessant zu verfolgen. Zunächst versuchen Keri Ann und Jack, trotz der Zuneigung, die beide empfinden, Abstand zu halten. Lange gelingt ihnen dies aber nicht, sodass es spannend zu beobachten ist, wer wann und warum zuerst nachgibt. Dabei durchleben beide Figuren sehr unterschiedliche Gefühle und besonders im letzten Teil wird es emotional und eine Spur dramatisch. Auch erotische Momente gibt es, wobei diese passend in die Handlung eingebunden sind.

Die Wendung zum Schluss ist dann wieder wenig überraschend, wobei das Buch mit einem Cliffhanger endet und noch etliche Fragen unbeantwortet bleiben. Besonders in Bezug auf Keri Anns Freunde wurden einige Handlungsstränge begonnen, im Verlauf aber nur sehr spärlich aufgegriffen.

Obwohl die Handlung vorhersehbar ist und wenig Neues bietet, ist das Geschehen süß zu verfolgen – eine Prise Kitsch, Erotik und Klischees inklusive.

Veröffentlicht am 08.11.2016

witzig, bissig, romantisch – Lena Marten!

Ausgerechnet du
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Jenny hat nur Pech mit Männern – und mit der Arbeitssuche. Auf drängen ihres Vaters beginnt sie einen Job, bei dem ihr Kollege ausgerechnet ihr Ex-Freund Tobi ist, den sie seit Jahren nicht mehr gesehen ...

Jenny hat nur Pech mit Männern – und mit der Arbeitssuche. Auf drängen ihres Vaters beginnt sie einen Job, bei dem ihr Kollege ausgerechnet ihr Ex-Freund Tobi ist, den sie seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Völlig frustriert von der Liebe ruft Jenny eine Wahrsagerin an, die ihr prophezeit, ihren Traummann am 14. Februar zu treffen. Nun setzt Jenny alles daran, dass aus einer Bekanntschaft des Valentinstages die perfekte Beziehung wird. Aber ist dieser Mann wirklich der richtige...?

Nach „Nicht auch noch der!“ war ich neugierig auf das neue Buch von Autorin Lena Marten und habe mich darauf gefreut, bekannte Charaktere wiederzutreffen. Die Geschichten sind unabhängig voneinander und in sich abgeschlossen. Man benötigt also nicht dringend Vorwissen, um der aktuellen Handlung zu folgen. Es ist aber sehr schön zu sehen, wie sich die Geschichte von Ben und Luca weiter entwickelt hat. Neben diesen zwei liebgewonnenen Charakteren gibt es noch zahlreiche andere, facettenreiche Nebenfiguren, die das ohnehin schon recht turbulente Leben von Tobi und Jenny bereichern.

Jenny ist keine ganz einfache Protagonistin. Auf der einen Seite hat sie eine frische, schlagfertige Art, auf der anderen Seite wird sie aber relativ schnell zickig und lässt sich in Liebesfragen stark von einer Zeitschrift beeinflussen, die sie etwas arg häufig zitiert. Witzige und peinliche Situationen sind bei Jenny vorprogrammiert, so dass es so manche Szene zum Schmunzeln gibt. Und letztlich hat sie mit ihrer bissigen Art doch meine Sympathien gewonnen.

Tobi mochte ich allerdings dank seines ruhigen, freundlichen Wesens noch etwas lieber. Er ist ein loyaler Freud, der aber Jennys giftige Attacken gekonnt erwidert, sodass die zwei sich einige Wortduelle liefern.

Es macht Spaß, die Kabbeleien der zwei zu verfolgen und ein wenig mitzufiebern, wie lange sie sich weiterhin vor der Wahrheit verschließen wollen. Allerdings war ich irgendwann an dem Punkt, wo ich beide gern hin und wieder geschüttelt hätte, weil sie sich so angestellt haben...

Die wechselnde Ich-Perspektive zwischen Jenny und Tobi bringt Abwechslung und ermöglicht Einblicke in die Gedanken und Gefühle beider Charaktere. Dabei wird immer wieder deutlich, dass sie einige Geheimnisse voreinander haben und es in ihrer Vergangenheit noch ein wenig aufzuarbeiten gibt. Hier kommt es zu einigen wirklich emotionalen Szenen.

Insgesamt hat mich das Buch sehr gut unterhalten, auch wenn ich mir zum Ende hin gewünscht hätte, dass das Hin und Her zwischen den Protagonisten zu einem schnelleren Ende kommt. Der Schluss war relativ vorhersehbar. So fehlte es mir insgesamt auch ein wenig an großen Überraschungen (ein völlig unerwartete gab es aber!) in der Handlung.

Der lockere, flüssige Erzählstil sowie das Zusammenspiel der abwechslungsreichen Charaktere sorgen für spaßige, abwechslungsreiche Lesestunden voller Neckereien und Zankereien. Große Überraschungen bleiben leider aus, dafür gibt es umso größere Emotionen. Da das Ende aber vorsehbar war, empfand ich den Schluss etwas zu lang gezogen und hätte den Figuren gern hin und wieder persönlich auf die Sprünge geholfen. Über das Wiedersehen mit den liebgewonnenen Charakteren aus dem ersten Band habe ich mich aber sehr gefreut.

Veröffentlicht am 08.11.2016

sympathische, ruhige Protagonistin trifft Weiberheld - explosive, emotionale Mischung

Nicht auch noch der!
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Luca ist schockiert: Aufgrund einer Verwechslung ihres Namens soll die junge Frau in eine Männer WG ziehen, in der sich das einzige freie Zimmer des Studentenwohnheimes befindet. Aber was bleibt ihr anderes ...

Luca ist schockiert: Aufgrund einer Verwechslung ihres Namens soll die junge Frau in eine Männer WG ziehen, in der sich das einzige freie Zimmer des Studentenwohnheimes befindet. Aber was bleibt ihr anderes übrig – zu ihrem Ex-Freund, der sie betrogen hat, kann sie nicht zurück, und die Wohnung ihrer Freundin, bei der sie vorübergehend unterkommen konnte, ist zu klein für zwei. So fügt sie sich in ihr Schicksal. Und es wäre alles nur halb so schlimm, wenn nicht ausgerechnet der Frauenheld Ben, der jede Nacht ein anderes Mädchen mitbringt, einer ihrer Mitbewohner wäre. Doch mit der Zeit entdeckt Luca auch noch eine andere Seite von Ben...

Luca ist eine unglaublich sympathische Protagonistin. Sie ist die Ich-Erzählerin der Geschichte und führt mit ihrer mal lustigen, mal sarkastischen Art in einen jungen, frechen Stil durch die Handlung. Nach außen gibt sie sich selbstbewusst und kämpferisch, und versteckt damit die tiefe Verletzung, die sie in ihrer Vergangenheit erfahren hat. Die Perspektive erlaubt zwar intensive Einblicke in Lucas Gedanken und Gefühle, ihr Geheimnis behält sie aber lange für sich.

Ben ist ein Charakter, der sehr unterschiedliche Gefühle in mir hervorruft. Einerseits mag ich seine lockere Art und das Beschützerverhalten, das er an den Tag legt. Sein Umgang mit Frauen führt allerdings dazu, dass er alle soeben erhaltenen Sympathiepunkte sofort wieder verliert. Auch wenn er sich im Verlauf der Geschichte öffnet und zuletzt auch offenbart, warum er sich so verhält, kann ich mich nicht vollständig mit ihm anfreunden.
Auch Luca hat so ihre Probleme mit ihm. Immer wieder kommt es zu hitzigen Wortgefechten, die oft sehr spaßig zu lesen sind.

Es gibt noch viele weitere, sehr unterschiedliche Figuren, sodass eine interessante, konfliktgeladene Mischung entsteht.

Der Ausgang der Geschichte ist in diesem Genre vorhersehbar. Der Weg dahin ist aber sehr interessant gestaltet. Es gibt immer wieder witzige Szenen, einige kleine Dramen und eine Menge unerwartete Ereignisse. Sowohl Luca als auch Ben kämpfen mit ihren Geheimnissen, die sie lange verbergen. Doch besonders Luca wird früh von ihrer Vergangenheit eingeholt, was für sehr spannende, temporeiche Passagen sorgt.
Die Aufdeckung, was beide Figuren beschäftigt, kam für mich überraschend, fügt sich aber gut in die Geschichte und erklärt einige Verhaltensweisen.

Fazit: Eine Geschichte voller Emotionen und spaßiger Passagen. Dramatisch Momente und verborgene Geheimnisse sorgen für Spannung. Und obwohl man sich sicher ist, den Ausgang zu kennen, gibt es auf dem Weg dahin einige Überraschungen. Es hat Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen und dank der flüssigen Erzählweise kann man sich auch leicht in Luca hineinführen. Einzig mit Ben hadere ich noch immer... ziehe dafür letztlich aber keinen Punkt ab, dafür hat mir das Buch dann doch zu gut gefallen: