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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2026

Ein emotionaler Sommer

Unser Sommer endet nie
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„Unser Sommer endet et nie“ erzählt die Geschichte der Schwestern Emma, geboren 1980, und der fünf Jahre jüngeren Agathe. Der Roman wechselt zwischen ihren Perspektiven und springt zusätzlich zwischen ...

„Unser Sommer endet et nie“ erzählt die Geschichte der Schwestern Emma, geboren 1980, und der fünf Jahre jüngeren Agathe. Der Roman wechselt zwischen ihren Perspektiven und springt zusätzlich zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her: einem „Gestern“, das sich über Jahrzehnte der Vergangenheit erstreckt, und einem „Heute“ in der Gegenwart, das sich über eine Woche an der Atlantikküste abspielt. Dort treffen sich die Schwestern noch einmal, während das Haus ihrer Großmutter geräumt und verkauft werden soll.
Wir blicken mit den beiden auf prägende Ereignisse zurück und sehen, wie sehr diese ihr heutiges Leben beeinflusst haben.

Im Mittelpunkt stehen Familie, Zusammenhalt, Abschied und die Frage, wie man nach Verlusten neue Wege findet. Beide Schwestern tragen ihre eigenen Probleme mit sich, und auch die familiären Beziehungen sind alles andere als einfach.

Die Geschichte hat mich sehr berührt, teilweise erschüttert und auch traurig gemacht, gleichzeitig gab es Momente, bei denen ich schmunzeln musste. Virginie Grimaldi lässt einen sehr nah an den Figuren dran sein. Ich konnte ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen, und die Schwestern wirkten dadurch für mich sehr lebendig und echt. Ein intensiver Roman, der lange nachhallt und den ich sehr, sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 09.06.2026

Berührendes Lesehighlight

Gretas Männer
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Fünfmal verheiratet und kein einziges Mal geschieden. Das bedeutet, dass vier ihrer Männer gestorben sind. So war es bei Greta. In der Verwandtschaft nannte man sie deshalb „die Bienenkönigin“.

Lola, ...

Fünfmal verheiratet und kein einziges Mal geschieden. Das bedeutet, dass vier ihrer Männer gestorben sind. So war es bei Greta. In der Verwandtschaft nannte man sie deshalb „die Bienenkönigin“.

Lola, Gretas Enkelin, weiß so gut wie nichts über ihre Großmutter, denn über Greta wird beharrlich geschwiegen.
Doch als Lola eine Tochter bekommt und sie nach ihrer Großmutter benennt, beginnt sich Gretas bewegtes Leben nach und nach zu entfalten.

Was für ein fesselndes Buch!
Der Roman von Judith Reusch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen, mich total berührt und begeistert.
Die Geschichte spielt in der Gegenwart und springt immer wieder zurück in die Vergangenheit ab Mitte der 1950er Jahre.

Wir erfahren, wie es dazu kam, dass Greta fünfmal geheiratet hat und warum ihre Tochter, Lolas Mutter, den Kontakt zu ihrer Mutter Greta abgebrochen hat.

„Gretas Männer“ erzählt von einer starken, lebensklugen Frau, die trotz vieler Verluste nie ihren Mut und ihre Hoffnung verloren hat. Und sie zeigt, wie Familiengeheimnisse Generationen prägen können.
Ein Roman, der berührt und nachdenklich macht.
Sehr, sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Verwilderte Wege, neue Anfänge

Brombeerblaue Tage
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Elisa, eine Landschaftsarchitektin aus Berlin, fährt nach Rügen, um sich um das Haus ihres Vaters zu kümmern, nachdem dieser ins Krankenhaus musste. Dort erwartet sie ein verwildertes Anwesen mit überwuchertem ...

Elisa, eine Landschaftsarchitektin aus Berlin, fährt nach Rügen, um sich um das Haus ihres Vaters zu kümmern, nachdem dieser ins Krankenhaus musste. Dort erwartet sie ein verwildertes Anwesen mit überwuchertem Garten, fehlendem Komfort und zahlreichen Erinnerungen an eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung. Während sie beginnt, den Garten langsam wieder in Form zu bringen, entdeckt sie nicht nur ihre Liebe zu Pflanzen neu, sondern stößt auch auf verborgene Geschichten der Gegend und ihrer eigenen Familie.

„Brombeerblaue Tage“ von Simone Veenstra lässt sich richtig schön lesen. Mir haben besonders die Beschreibungen der Natur und die Atmosphäre des Landhausgartens gefallen. Die Geschichte ist ruhig erzählt, die Figuren sind sympathisch und die Handlung insgesamt stimmig.
Es ist ein kurzweiliges Buch, das mir richtig schöne, entspannte Lesestunden gebracht hat. Daher empfehle ich es sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Eine Straße voller Leben

Die Straße
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„Die Straße“ von Robert Seethaler ist ein stiller, eindringlicher Roman über das Leben im Kleinen und darüber, wie viel sich hinter scheinbar alltäglichen Fassaden verbirgt.

Im Mittelpunkt steht keine ...

„Die Straße“ von Robert Seethaler ist ein stiller, eindringlicher Roman über das Leben im Kleinen und darüber, wie viel sich hinter scheinbar alltäglichen Fassaden verbirgt.

Im Mittelpunkt steht keine einzelne Hauptfigur, sondern eine ganze Straße.
Es geht um Menschen, deren Wege sich kreuzen, ohne dass sie sich wirklich kennenlernen, und deren Geschichten sich Stück für Stück zu einem größeren Bild verweben.
Und es geht um Einsamkeit, Sehnsucht, kleine Glücksmomente und verpasste Chancen, die hier dicht beieinander liegen.

Robert Seethaler erzählt das alles mit seiner typischen Klarheit und Zurückhaltung. Gerade diese reduzierte Sprache macht die Figuren so nahbar und die Beobachtungen so intensiv. Vieles passiert leise und wirkt gerade deshalb lange nach.

Ich bin begeistert. Das war wieder ein großartiger Roman.
Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Ein Hotel zum Wohlfühlen

Das kleine Hotel am Getreidemarkt
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„Das kleine Hotel am Getreidemarkt“ von Gerda Stauner ist wie ein Sehnsuchtsort zwischen zwei Buchdeckeln. Ein Ort voller Wärme, Geborgenheit und Magie. Ein Hotel, in das man beim Lesen selbst gern einchecken ...

„Das kleine Hotel am Getreidemarkt“ von Gerda Stauner ist wie ein Sehnsuchtsort zwischen zwei Buchdeckeln. Ein Ort voller Wärme, Geborgenheit und Magie. Ein Hotel, in das man beim Lesen selbst gern einchecken würde.

Hier treffen ganz unterschiedliche Menschen aufeinander: Gäste, die Abenteuer suchen, Ruhe brauchen oder einfach nur einen Platz zum Ankommen. Gerade diese Vielfalt macht den Reiz der Geschichte aus. Jede Figur bringt ihre eigene Geschichte mit, und man begleitet sie abwechselnd, was das Lesen angenehm lebendig und abwechslungsreich macht.

Doch nicht alles bleibt so ruhig und harmonisch. Als jemand von außerhalb in Marilles Welt tritt, zeigt sich schnell, dass nicht alle dieser Offenheit mit Verständnis begegnen und das Miteinander wird auf die Probe gestellt. Gerade dann wird deutlich, wie wichtig Freundschaft und Menschlichkeit sind.

Ich mochte besonders diese leise, warme Art zu erzählen. Der Roman liest sich sehr angenehm und leicht, ohne dabei oberflächlich zu sein. Am Ende bleibt vor allem ein Gefühl von Zusammenhalt und Hoffnung.
Eine leichte, berührende Geschichte, die ein warmes Gefühl hinterlässt.
Und irgendwie spürt man beim Lesen, dass viel Herzblut drinsteckt. Kein Wunder, wenn man weiß, dass die Autorin selbst einmal ein kleines Hotel in Regensburg geführt hat.

Mir hat es wirklich Spaß gemacht, und daher empfehle ich das Buch gerne weiter.

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