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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.12.2017

Hanna Hemlokk ermittelt wieder, spannend und originell

Buttgeflüster
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Hanna Hemlokk, die doppelt Berufstätige als „Tränenfee“ und Privatdetektivin, wobei sie letzteres bevorzugt, hat Probleme. Durch eine Stalkerin belästigt versiegt ihre kreative Fähigkeit, als Viavian ...

Hanna Hemlokk, die doppelt Berufstätige als „Tränenfee“ und Privatdetektivin, wobei sie letzteres bevorzugt, hat Probleme. Durch eine Stalkerin belästigt versiegt ihre kreative Fähigkeit, als Viavian LaRoche, Schmonzetten zu erfinden, Aufträge als Detektivin bleiben aus, mit ihrem Freund, dem Journalisten Harry herrscht dicke Luft, ihre Freundin Marga grollt ihr, weil sie sich nicht an deren Protestaktionen zugunsten der Umwelt beteiligt und zu allem Überfluss wird auch noch ihr Heimatdorf, das beschauliche Bokau an der Nordsee, von von geheimnisvollen Kornkreisen angelockten Esoterikern überflutet. Da helfen weder ihr heißgeliebter Earl Grey noch ihre Schikdkrötenfamilie oder ihre Vertraute, die Kuh Silvia, ihre Stimmung zu heben. . Doch endlich geht es aufwärts, gleich 2 Aufträge muss sie erledigen, doch nur einen bezahlten. Für Bettina Schmale soll sie den Unfalltod ihres Gatten untersuchen, an dem diese Zweifel hegt und dann will sie den befreundeten Johannes von dem Verdacht befreien, Schuld am mysteriösen Verschwinden der Esoterikerin und Engelmedium Juliane zu sein, sogar Mord wird ihm unterstellt.
So hat sie bald alle Hände voll zu tun und auch privat geht es bergauf.
Wie immer vermittelt die Autorin Ute Haese eine unnachahmliche Mischung aus Krmi, heiterem Roman und Urlaubsfeeling. Der locker-frische Schreibstil liest sich wunderbar angenehm und die vielen witzigen Nebensächlichkeiten lassen den Leser immer wieder schmunzeln. Auch die oft vorhandene Situationskomik trägt zum Lesevergnügen bei.
Ich bin seit dem ersten Fall ein Hanna Hemlokk Fan, doch auch ohne Vorkenntnisse ist dieser Roman verständlich und für jeden Leser ,der Spaß und Spannung gleichermaßen sucht und vielleicht auch noch ein bisschen Meeresfeeling als Zugabe begrüßt ,unbedingt empfehlenswert.

Veröffentlicht am 30.10.2017

Loretta in Gefahr, witzige Krimödie

Mausetot im Mausoleum
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Loretta Luchs arbeitet in einem Callcenter, wobei es da nicht um Bestellungen geht sondern eher um gewisse aus der Werbung des Spätprogramms bekannte Services. Momentan arbeitet sie in der Nachtschicht. ...

Loretta Luchs arbeitet in einem Callcenter, wobei es da nicht um Bestellungen geht sondern eher um gewisse aus der Werbung des Spätprogramms bekannte Services. Momentan arbeitet sie in der Nachtschicht. Sie lebt allein mit ihrem Kater Baghira, denn ihr Freund Pascal hat sich von ihr getrennt. Das liegt nicht an fehlender Zuneigung, doch er kommt mit einer besonderen Eigenschaft Lorettas nicht klar : sie scheint Leichen magisch anzuziehen , und zwar unter rätselhaften Umständen Umgekommene, und kann dann nie widerstehen, auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen und sich in Gefahr zu begeben. Ihre besorgten Freundinnen schenken der unter der Trennung leidenden Loretta eine Kamera, um sie mit diesem Hobby auf positivere Gedanken zu bringen. Es gefällt ihr auch gut, doch bei der Motivsuche auf dem Friedhof findet sie mal wieder eine Leiche. Prompt gerät sie in Gefahr und nicht nur sie..
Dies ist schon Lorettas neunter Fall, doch auch ohne die Vorgängerbände gelesen zu haben kam ich gut in die Geschichte hinein. Die Freundinnen und netten Bekannten wie den Kioskbesitzer Frank konnte ich mir sehr gut vorstellen, auch die Arbeitskollegin Doris und ihr Mann Erwin waren mir sofort sympathisch.
Der Schreibstil ist witzig, locker, sehr angenehm zu lesen., das vermittelte Ruhrpottfeeling war eine willkommene Beigabe.
Heitere Momente gab es einige, besonders die Erlebnisse bei der ungewöhnlichen Astrologin erfreuten mich., wobei da auch ernsthafte erstellte Horoskope vermittelt wurden , nicht nur Erkenntnisse aus „Glaskugeln“.
Spannung kam trotz des heiteren Grundtons auch genügend auf, es gab überraschende Wendungen und einen leichten Gruselfaktor,der Untertitel Krimödie trifft es genau.
Von mir eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 19.10.2017

Authentischer Spionageroman im spanischen Bürgerkrieg

Der Preis, den man zahlt
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Der Roman spielt 1936 im bürgerkriegsgeplagten Spanien. Der Agent Falco Lorenzo wird mit einer wichtigen Mission betraut : er soll mithilfe einer ortsansässigen Widerstandsgruppe einen wichtigen Anführer ...

Der Roman spielt 1936 im bürgerkriegsgeplagten Spanien. Der Agent Falco Lorenzo wird mit einer wichtigen Mission betraut : er soll mithilfe einer ortsansässigen Widerstandsgruppe einen wichtigen Anführer der Falangisten aus dem Gefängnis in Alicante befreien. Zu dieser Gruppe gehört neben den Geschwistern Ceri und Gines Montero auch die charismatische Eva Renger. Zwischen Falco und Eva entwickelt sich eine Anziehungskraft. Doch wer spielt falsch, wem kann man trauen?
Der Roman ist von Intrigen und taktischen Überlegungen geprägt. Leider verfüge ich über kein wirkliches Hintergrundwissen über den spanischen Bürgerkrieg, so dass mir manche Zusammenhänge fehlten, manche Logik unverständlich blieb. Da wäre eine kurze Einführung oder ein Glossar hilfreich gewesen, ebenso eine Karte, die die Wege Falcos verfolgen ließ.
Nach anfänglich noch vielen von Gesprächen und Taktik geprägten Abschnitten entwickelt der Roman allmählich Spannung, besonders bei der Planung und Durchführung der Mission in Alicante
Der überraschende letzte Abschnitt ist dann wirklich rasant zu nennen.
Leider konnte ich keine große Sympathie zu Falco aufbauen. Dass er als Agent kaltblütig und grausam handelte, war zu erwarten, auch eine gewisse Gefühlsarmut , aber er weist auch keinerlei Überzeugung für eine Sache auf, sein Engagement für die Seite der Falangisten ist eher zufällig, er vertritt die Sache seines Mentors, des Admirals, Leiter des Geheimdienstes SNIO. Auch sein frauenverachtendes Verhalten nahm mich nicht sonderlich für ihn ein.
Jedoch sind die beiden Hauptprotagonisten, Falco Lorenzo und Eva Renger realistisch und authentisch charakterisiert, auch die teils von Armut, Angst und Gewalt, teils vom Luxus der Machthaber geprägte Bürgerkriegsatmosphäre ist sehr gut und einfühlsam beschrieben.
Insgesamt sicher ein atmosphärisch gelungener Roman , für den mir aber Hintergrundinfomationen fehlten, um dem Geschehen konsequent folgen zu können und mit deren Hauptcharakter Falco Lorenzo mich zunächst wenig Sympathie verband., erst gegen Ende konnte ich mich mehr mit ihm identifizieren.

Veröffentlicht am 03.10.2017

Einfühlsame Beschreibung der sehr unterschiedlichen Lebenswege der Freundinnen

Die Geschichte der getrennten Wege
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Dies ist der dritte Band der auf 4 Bände ausgelegten neapolitanischen Freundschaftssaga.
Nach den Kindheitsjahren in „Meine geniale Freundin“ und der Jugend- und frühen Erwachsenenzeit in „Die Geschichte ...

Dies ist der dritte Band der auf 4 Bände ausgelegten neapolitanischen Freundschaftssaga.
Nach den Kindheitsjahren in „Meine geniale Freundin“ und der Jugend- und frühen Erwachsenenzeit in „Die Geschichte eines neuen Namens“ kommen jetzt die Erwachsenenjahre der beiden Freundinnen Elena Greco, genannt Lenu, der „Verfasserin“ der Geschichte und Raffaella Cerullo, genannt Lina oder Lila, ihrer genialen Freundin an die Reihe.
Eine kurze Vorstellung der Personen, ihrer Beziehungen und der vorhergegangenen Ereignisse wird
Dem eigentlichen Roman vorangestellt, hilfreich sowohl für Neueinsteiger als auch für Leser der Vorgängerbände zur Auffrischung des Gedächtnisses.
Nach ihrer Trennung von ihrem Ehemann Stefano und ihrem Geliebten Nino Sarratore lebt Lila jetzt mit ihrem Sohn Gennaro in platonischer Beziehung bei ihrem Jugendfreund Enzo und arbeitet schlecht bezahlt und unter erbärmlichen Bedingungen in einer Wurstfabrik.
Elena hat ihr Studium erfolgreich abgeschlossen, ein Buch veröffentlicht und heiratet Pietro, Akademiker und Sohn einer sehr angesehenen Familie. Sie übersiedelt nach Florenz.
Die Lebenswege der Freundinnen haben sich getrennt, Treffen finden nur noch selten statt, Gespräche meist nur telefonisch .
Auch wenn , besonders zu Anfang, Elena als die Glücklichere erscheint, die das ersehnte Leben in Anerkennung und finanziellem Wohlstand führt, so blitzt doch immer wieder ihre Sehnsucht nach Anerkennung von Lila auf, ihr Bestreben, der Freundin auf einer Höhe zu begegnen, ihre Bewunderung für deren Fähigkeiten.
Im Laufe des Romans neigt sich die Waage, Elenas Leben entwickelt sich eher zum Schlechteren während es mit Lila , nach schweren Zeiten, aufwärts geht.
Ein weiteres Thema nach dem zentralen Thema der Beziehung und der Lebenswege der beiden Freundinnen sind die politischen Verhältnisse in Italien zu jener Zeit. Geschickt flicht die Autorin
die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken, die von den Studenten unterstützen Revolten, die Gewalttaten der Faschisten,aber auch die Änderung des Frauenbildes in die Erlebniswelt von Lila und Lenu ein, lässt sie entweder persönlich oder durch Freunde und Familie betroffen daran teilhaben.
Wie in den Vorbänden gelingt es der Autorin wieder ein sehr authentisches Bild zu schaffen, das den Leser unmittelbar das Geschehen miterleben lässt.Die Gefühle und Erlebnisse von Lenu und Lila werden sehr eindrucksvoll und nachvollziehbar beschrieben in dem von den Vorbänden her gewohnten ausdrucksstarkem Sprachstil..
Eine gelungene Fortsetzung, die die Erwartung auf den letzten Teil schürt.

Veröffentlicht am 17.09.2017

Zwei Schwestern im Gefühlschaos.

Mittsommerleuchten
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Gloria ist eine erfolgreiche , lebenslustige, schwedische Opernsängerin, auch mit 53 brilliert sie noch auf der Bühne und gerade ist sie in der Stockholmer Oper als Carmen gebucht. Doch diesmal freut ...

Gloria ist eine erfolgreiche , lebenslustige, schwedische Opernsängerin, auch mit 53 brilliert sie noch auf der Bühne und gerade ist sie in der Stockholmer Oper als Carmen gebucht. Doch diesmal freut sie sich nicht auf die bevorstehende Rolle. Zwar liegt ihr die Figur der Carmen , gerade wegen ihrer spanischen Wurzeln,doch sind mit ihr als männliche Hauptdarsteller der Mann, der ihr einst das Herz brach und ein verflossener Liebhaber im Ensemble. Zusätzlich ist ihre ehemals beste Freundin Kit, mit der sie sich aber wegen einer Männergeschichte heillos zerstritten hat., die Inspizientin. All dies versetzt sie in Panik. Meist findet sie Trost und Aufmunterung bei ihrer Schwester Agnes, einer Pilotin, die zufrieden in einer langjährigen stabilen Beziehung lebt. Doch gerade jetzt bekommt auch Agnes Probleme. Sie hält die Ereignislosigkeit ihrer Ehe nicht mehr aus und flüchtet zu Gloria.
Agnes und Gloria versuchen auf sehr unterschiedliche Weise, ihr Gefühlschaos in den Griff zu bekommen. Das zu lesen ist unterhaltsam und berührend zugleich. Asa Hellberg zeigt, wie schon oft in ihren bisherigen Romanen, auf sehr lebendige Art und Weise ,wie Frauen mittleren Alters ihr Leben und ihre Beziehungsprobleme meistern.Ihr Schreibstil liest sich angenehm und flüssig, es gibt überraschende Wendungen, emotional berührende Momente und auch Spannung wird eingeflochten. Stockholmkenner werden das Ambiente besonders zu würdigen wissen aber auch anderen gefallen bestimmt die Beschreibungen von Natur, Wetter und örtlichen Gegebenheiten.
Ein Lesevergnügen , besonders, aber nicht nur, für Frauen jenseits der 40.