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Veröffentlicht am 08.09.2021

Wie man (nicht) erfolgreich mit seiner Vergangenheit zusammenwohnt

Fly & Forget
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„Das Problem ist, dass sie das größte Geschenkt des Universums ist. Und gleichzeitig mein Untergang.“

In Livs Leben läuft es – rückwärts und bergab. Gerade erst endete ihre Beziehung in einem Desaster, ...

„Das Problem ist, dass sie das größte Geschenkt des Universums ist. Und gleichzeitig mein Untergang.“

In Livs Leben läuft es – rückwärts und bergab. Gerade erst endete ihre Beziehung in einem Desaster, sie steht ohne Wohnung da und auch ihr Journalismus Studium bereitet ihr Sorgen, da droht sie auch noch aus der Uni-Redaktion zu fliegen.
Doch dann scheint ein Lichtblick in Sicht, auch wenn sich alles in Liv gegen ihn strebt. Dennoch muss sie sich eingestehen, dass die WG von ihrem ehemaligen besten Freund Noah nicht nur ihre Wohnungssituation retten könnte, sondern dass sich Noah, mit seinem Fuckboy-Image, perfekt für die nächste Titelstory, ihre letzte Chance in der Redaktion, eignet.
Aber Noahs Feindseligkeit ihr gegenüber erschwert den WG- Alltag und auch Livs Projekt ist schnell dem Scheitern verurteilt, da es sie dazu zwingt, sich endlich mit der Vergangenheit auseinander zu setzten. Und diese ist nicht nur schmerzhaft & tragisch, sondern auch noch längst nicht abgeschlossen.

Die gesamten Charaktere, also die Soho-Clique, ist künstlerisch veranlagt, was ich unglaublich interessant finde. Für den Start der Trilogie wählte die Autorin die beiden Schreiberlinge, Noah und Liv, als Protagonisten. Schon allein diesen Fakt liebe ich. Als Lese- und Schreibbegeisterte finde ich es total spannend, wie man mit Worten ausdrückt, was man fühlt, wenn man mit Worten spielt.
Aber auch in anderen Punkten merkt man die Liebe der Autorin zum Detail und nichts überlässt sie dem Zufall. Alles hat seinen Grund, und so lernen wir zum Beispiel auch schon die Protagonisten aus den folgenden Bänden kennen und lieben und man freut sich automatisch aufs Weiterlesen.

Nun aber erstmal zu unseren beiden aktuellen Protagonisten, die mir beide ganz viel bedeuten:
Ich liebe Noah, weil er in Livs Gegenwart nichts mit einem Fuckboy zu tun hat, sondern einfach jedes Herz zum Schmelzen bringt. Noah spielt keine Sekunde mit ihr, er vertraut Liv noch immer, und das bricht mir ebenso das Herz, wie ich es feiere.

Liv dagegen spielt mit Noah, aber kann man es ihr wirklich übelnehmen?
Ich wollte sie dafür hassen, doch habe ich sie auch verstanden. Man kann sich super in beide Parteien reinversetzte, und das wühlt den Leser extrem auf. Greifbare Emotionen. Von Anfang an eine zum Zerreißen gespannte Stimmung, die voller Prickeln und Knistern ist.

Und gleichzeitig ist da immer diese Gewissheit: Einer von beiden wird verlieren. Mindestens einer von beiden wird ungemein verletzt werden und leiden. Das hat mir rasch ein unangenehmes Gefühl der Vorahnung im Hinterkopf beschert. Ist so eine Sache… nervt oft, weil man die Geschichte dann nicht richtig genießen kann. Allerdings war es hier anders. Auch wenn dieses typische „Klischee“ nicht ausgelassen wurde, es wurde überlagert von vielen anderen, viel wichtigeren Emotionen.
Daher hatte ich beim Lesen die ganze Zeit das Bedürfnis, meine rasenden Gedanken, das enorme Gefühlschaos in mir, sofort irgendwo und irgendwie festzuhalten. Aber viel wichtiger erschien es mir, weiterzulesen. Noah und Liv ihre Geschichte endlich, endlich beenden zu lassen.
Denn manchmal hatte ich wirklich das Gefühl, dass sich alles extrem zog, in die Länge, in die Dramatik. Auf der anderen Seite ist es genau das, was ich an der Story so sehr liebe: Die enorme Dramatik, keine Drama-Queen-Manier, sondern echtes Gefühlschaos. Der riesige Schmerz in den Worten ist echt, und der Schmerz, der sich zwischen all den Zeilen verbirgt ist noch gewaltiger. Gleichzeitig ist das Buch ganz großes Kino der Gefühle der romantischen Art. Ich meine, der Ansatz ist doch schon zum Dahinschmelzen, oder? Seelenverwandte, die trotz dem ganzen Schrott in ihrem Leben, wieder zueinanderfinden. Diese Botschaft, was zusammengehört, findet irgendwann, irgendwo, irgendwie zueinander, hätte schon gereicht, um mich weichzukochen. Doch nein, Nena Tramountani setzte direkt noch einen drauf und verpackte ihren überaus gelungenen Plot mit wundervollen Worten, die mich sehr berührt haben.

Fazit:
Ich habe beim Lesen gelacht. Ich habe mich in die Figuren, allesamt, verliebt. Ich habe mich in dem Schreibstil verloren. Ich habe beim Lesen geweint, meine Augen blieben kaum ein Kapitel trocken. Ich habe schrecklich gelitten, während mir unglaublich viele Szenen persönlich sehr nahe gingen.
Ich möchte deshalb unbedingt erwähnen, dass man diesen Roman nicht mit der Erwartung an eine unterhaltsame Liebesgeschichte angehen sollte, denn das ist dieses Buch nicht. Der Unterhaltungsfaktor ist Nebensache. Man muss sich vielmehr darauf vorbereiten, dass einen diese Gefühle völlig von den Socken reißen und dennoch kann man sich nicht einmal ansatzweise darauf vorbereiten, wie unfassbar großartig und einfühlsam, greifbar und wirklichkeitsnah die gesamte Geschichte am Ende tatsächlich ist. Ich möchte nicht behaupten, dass alles an dem Buch perfekt ist. Aber darum geht es auch gar nicht.
„Fly & Forget“ ist für mich ein ganz besonderes Buch, dass mir unfassbar viel bedeutet und daher für immer einen ganz speziellen Platz in meinem Herzen haben wird. Ich kann es definitiv weiterempfehlen, aber wie gesagt, nicht unbedingt an die zart besaiteten unter uns ich geben dem Buch 5 von 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.09.2021

Bis Liebe über Verstand obsiegt

Der Schwur der Göttin, Band 1: Beyond Eternity
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„Blut für Blut. Leben für Leben. Bis Liebe über Verstand obsiegt.“

Alles begann mit einem rätselhaften Autounfall. Davor war Naylas Leben noch herrlich normal. Ihre Eltern drehten nicht durch, sie konnte ...

„Blut für Blut. Leben für Leben. Bis Liebe über Verstand obsiegt.“

Alles begann mit einem rätselhaften Autounfall. Davor war Naylas Leben noch herrlich normal. Ihre Eltern drehten nicht durch, sie konnte ihren besten Freunden Delilah und Matt alles erzählen und erst recht schirrten die beiden Neuen an ihrer Highschool noch nicht um sie herum: Philemon, der permanent gut gelaunte Sonnenschein und Cyrian, der mit seiner verschlossenen Art genau das Gegenteil seines Freundes darstellt. Das Problem: Cyrian beachtet sie zwar nicht, doch fahren Naylas Gefühle nur noch Achterbahn, wenn er in der Nähe ist.
Gut, das alles hört sich jetzt vielleicht nicht allzu verrückt an. Doch Naylas Alltag wird stetig merkwürdiger, bis sie die Möglichkeit, dass die römischen Gottheiten doch mehr sind, als nur eine nette Unterhaltungsgeschichte, schließlich doch in Betracht ziehen muss. Bald folgt die Erkenntnis, dass hinter den Fassaden ihrer Mitmenschen weit mehr steckt, als sie je geahnt hat…

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin eigentlich ein großer Fan von Romantasy-Romanen. Allerdings ist es nicht leicht, dass ein Buch mich dann wirklich hundertprozentig überzeugen kann. Oft ist das Verhältnis zwischen Romance und Fantasy nicht ausgeglichen genug, das gewisse Etwas fehlt oder der fiese Cliffhänger am Schluss raubt einem den letzten Nerv.

Aber nun habe ich „Beyond Eternity“ gelesen und was soll ich sagen? Ich bin absolut begeistert!!! Das Buch ist eigentlich ein ganz klassisches Beispiel für das, was man sich unter einem Romantasy-Roman vorstellt, spielt zwar in einer ganz eigenen Welt, tanzt aber eben nicht allzu sehr aus der Reihe. Dennoch ist das Buch absolut perfekt, und zwar genau so, wie es ist.
Der Schreibstil konnte mich rasch überzeugen und ich habe den Handlungsverlauf sehr genossen. Die Geschichte reißt einen nicht sofort mit, sondern lässt dem Leser ausreichend Zeit, um sich in Ruhe in der Story zurechtzufinden. Außerdem hat es mir gefallen, dass das Buch erst einmal in der „ganz normalen“ Welt beginnt und dabei starke Ähnlichkeiten mit einer gewöhnlichen Highschool-Lovestory hat.
Mit der Zeit wird aber alles abstrakter, und zwar in einem Tempo, dass zwar Spannung erzeugt, aber nicht aufdringlich oder unrealistisch wirkt. Immer mehr Geheimnisse kommen ans Licht, Rätsel werden gelöst, neue Fragen kommen auf und eine unheilvolle Vorahnung, vor all den versteckten Intrigen macht sich breit.
Die Geschichte basiert mehr oder weniger auf den Legenden rund um die römische Götterwelt, weshalb auch kleine, lehrreiche Einblicke in die Historik nicht fehlen dürfen. Währenddessen wird es natürlich nie langweilig, vielmehr lernt man die Götter recht plastisch kennen.

Die Stimmung ist dabei extrem vielseitig, was sehr unterhaltsam ist. Es fehlt nicht an Humor und die Geschichte ist ebenso spannend wie interessant. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz und die Autorin hat es geschafft, zwischen all den Fragen und Problemen Raum für ein romantisches Prickeln und Knistern zu schaffen, welches jedes Romantiker-Herz schneller schlagen lässt und den Leser mitreißt. Aber auch Freundschaft und Familie spielen eine große Rolle, wodurch die Geschichte definitiv sehr fassettenreich ist.

Übrigens bin ich auch mit den Charakteren schnell warm geworden und fand ihre Gefühle und Gedanken, während all dem Tumult, sehr nachvollziehbar. Daher viel es mir leicht, mit ihnen mitzufiebern und ich freue mich schon riesig auf das Wiedersehen in Band zwei.
Am Ende gibt es zwar einen Cliffhänger, doch der ist ziemlich annehmbar. Ohne unnötige Dramatik hat Greta Milán es also geschafft, mich neugierig auf den Fortgang, beziehungsweise das Ende der Dilogie zu machen und ich bin ehrlich gespannt darauf.

Fazit:
„Beyond Eternity“ ist genau die Art von Geschichte, die ich lesen möchte, wenn ich mich für einen Romatasy-Roman entscheide. Ich habe das Buch mir großem Interesse gelesen und die Spannung ebenso wie all die anderen Emotionen genossen. Deshalb kann ich den Roman wirklich und aus voller Überzeugung an alle Romance-, Fantasy- und Romantasy-Liebhaber weiterempfehlen. Oder auch an diejenigen unter euch, die ein besonderes Faible für römische Mythologie haben;)
Von mir gibt es also ganz klar volle 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2021

Rivals to Lovers

Stand by Me
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Daxton Hughes war schon in ihrer Jugend Kailyns großer Schwarm. Als der attraktive Schauspieler dann zusammen mit ihr Jura studiert, ist sie ganz aus dem Häuschen… doch schnell wird er zu ihrem größten ...

Daxton Hughes war schon in ihrer Jugend Kailyns großer Schwarm. Als der attraktive Schauspieler dann zusammen mit ihr Jura studiert, ist sie ganz aus dem Häuschen… doch schnell wird er zu ihrem größten Rivalen. Und am Ende hat er sie scheinbar einfach nur ausgenutzt.
Als Dax fünf Jahre später plötzlich als ihr Klient vor Kailyn steht, ist ihr klar, dass sie ihm niemals mehr vertrauen darf. Doch Dax hat gerade ganz andere Probleme, da er, nach dem schrecklichen Tod seiner Eltern, um das Sorgerecht für seine kleine Schwester Emme kämpft – und dabei auf Kailyn angewiesen ist.
Während sie gemeinsam kleinere und größere Hürden meistern kommen sie sich näher, obwohl Kailyn das doch unbedingt verhindern wollte. Aber was ist, wenn es dieses Mal gar nicht Kailyns Herz ist, das droht zu brechen, sondern das von Daxton ?!

Mein erstes Buch der Autorin, konnte mich direkt durch den überaus angenehmen Schreibstil für sich einnehmen. Weshalb ich direkt einmal festhalten möchte, wie kurzweilig das Leseerlebnis hier war. Außerdem, und das gefällt mir am allerbesten, spart Helena Hunting nicht mit Ironie, Sarkasmus, Wortwitzen und Insidern. Manchmal ist der Humor sogar extrem trocken, aber das Buch schafft es einfach immer wieder, einen zum Schmunzeln, Glucksen oder Kreischen zu bringe – ja, das war bei mir alles dabei ;) Eins dürfte nun also klar sein: Dieser Roman sorgt für Unterhaltung!

Darüber hinaus war ich total fasziniert, wie hervorragend es der Autorin gelingt, Extreme an Gefühlen völlig greifbar darzustellen. Es waren nicht unbedingt die romantischen Gefühle, die mich hier am meisten angesprochen haben. Vielmehr geht es auch um Vertrauen, Trauer, Ratlosigkeit, Verzweiflung und so viel mehr, dass man gar nicht wirklich in Worte packen kann – aber Helena Hunting hat es geschafft.

Bei der Erzählung wechselt die Perspektive ständig zwischen Daxton und Kailyn. Man lernt beide sehr gut kennen und durchaus auch lieben. Mein persönlicher Favorit war ja Daxton, wie, er mich derart überrascht hat. Ich meine, wenn man den Klappentext liest, könnte man meinen, Dax sei ein wenig Bad-Boy, ein wenig Frauenschwarm. Aber in Wirklichkeit ist Daxton ein so liebevoller, herzensguter und unsicherer Mensch, dass er mein Herz im Nu zum Schmelzen brachte.

Kailyn ist für mich ein sehr spezieller Charakter. Sie war mir sympathisch, obwohl sie mir gleichzeitig mit ihren Charakterzügen völlig fremd war. Sie hat mich oft in den Wahnsinn getrieben, es aber jedes Mal wieder geradegebogen, sodass ich sie am Ende wirklich bewundere.

Dennoch war ich beim Lesen zweitweise zwiegespalten, denn alles um den Plot herum ist zwar großartig, aber den Plot an sich hatte ich mir deutlich spannender Vorgestellt. Anfangs waren da einmal meine Schwierigkeiten mit dem ganzen Anwaltsthema, das mich manchmal beinahe erschlagen hat, weil ich einfach nur Bahnhof verstand. Gleichzeitig denke ich, dass Leser, die sich für Jura-Themen interessiert, ganz besonders Gefallen an der Story finden werden. Alle anderen: Lasst euch nicht abschrecken, es braucht einfach seine Zeit, in die Story rein zu finden!

So oder so bleibt es dabei, dass ich mir vom Buch mehr Überraschungs-Momente gewünscht hätte, da alles recht vorhersehbar war. Gefallen hat mir dagegen, dass man merkte, wie gut durchdacht alles war.

Fazit:
„Stand by me“ ist ein Liebesroman, der gefühlstechnisch weit per ein romantisches Knistern hinausreicht und besonders durch das Fingerspitzen- & Feingefühl der Autorin glänzt. Nicht zu unterschätzen ist zudem der großartige Humor, welcher dem Roman den letzten Feinschliff verpasst. Lesenswert ist die Geschichte also allemal. Weil ich aber nicht immer gleichermaßen gefesselt wurde, und die stark vorhersehbare Storyline in meinen Augen für Durststrecken sorgt, gebe ich dem Buch im Gesamten 4 von 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 28.08.2021

Wortwörtlich die Macht der Liebe

Dead Hearts Can‘t Love
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Vampirgeschichten- die einen lieben sie, die anderen verachten sie. Aber dieses Buch hier ist genau der Mittelweg, und könnte wohl tatsächlich alle Geschmäcker treffen. Denn statt den bekannten Stereotypen ...

Vampirgeschichten- die einen lieben sie, die anderen verachten sie. Aber dieses Buch hier ist genau der Mittelweg, und könnte wohl tatsächlich alle Geschmäcker treffen. Denn statt den bekannten Stereotypen betrachtet J.M. Weimer diese mystischen Untote aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Loan Ryder ist ein Vampir, aber eben ein richtiger. Kein glitzernder Hottie, den man heutzutage auf der Kinoleinwand bewundern kann. Und schon gar kein attraktiver Bösewicht. Nein, Loan ist unscheinbar, pessimistisch und fühlt sich mit seinen gut 300 Jahren in dieser modernen Welt einfach nicht wohl. Loan hasst sein Dasein, die ständige Kälte in ihm, diese nie enden wollende Ewigkeit, in der er gefangen ist.
Doch dann begegnet er Sophia und plötzlich hat sein „Leben“ wieder einen Sinn. Sophias Lachen erhellt seine Dunkelheit. Allein ihr Anblick vertreibt die Kälte in Loan. In Sophias Gegenwart fühlt Loan endlich wieder etwas.
Aber wie kann das sein, wo Vampire sich niemals verlieben können? Loan sucht Antworten und findet sein sicheres Todesurteil… Also kein Happy End für ihn?

Nicht nur die Idee hinter der Geschichte ist einmalig, sondern der gesamte Plot, samt Figuren, Schreibstil, einfach alles. Also fangen wir mal mit dem gröbsten an:
der Aufbau.

Viele Geschichten werden nach der ähnlichen Vorgehensweise geplottet und immer an bestimmten Stellen finden sich Höhepunkte und Katastrophen. Solch ein Muster ist hier nicht erkennbar, was auf jeden Fall eine willkommene und erfrischende Abwechslung ist, finde ich. Außerdem entwickelt sich die Story eher gemächlich und besonders die Lovestory kommt verhältnismäßig spät richtig in Fahrt. Es handelt sich hierbei definitiv um eine Liebesgeschichte, aber diese steht eben nicht penetrant im Vordergrund. Nebensache ist sie natürlich auch nicht, aber die Autorin lenkt zusätzlich viel Aufmerksamkeit auf den Alltag der Protagonisten. So sind manche Szenen dabei, die nicht für den Plot notwendig sind, sondern eher die Welt aufzeigen. Manchmal habe ich mich dann gefragt, ob so eine ausschweifende Erzählweise wirklich notwendig ist, weil ein paar Seiten durchaus langatmig erscheinen können. Also das wäre so ein kleiner Kritikpunkt von meiner Seite aus.

Ausgeglichen wird das aber eindeutig durch den grandiosen Schreibstil. Und damit meine ich diesen pechschwarzen Humor, der einfach in beinahe jedem Satz insgeheim versteckt ist. Die Vampirwelt wird etwas grotesk dargestellt, wirklich kreative Ansätze übrigens, und der Schreibstil ist dabei irgendwie so ernsthaft, als wäre das alles völlig normal. Der Humor ist also sowohl trocken, als auch dunkel und an Sarkasmus wird nicht gespart. Das alles entspricht exakt meinem Sinn für Humor, wer da gleich denkt, sollte das Buch also auf jeden Fall lesen ;)

Wichtig ist mir noch, etwas zu den beiden Protagonisten zu erzählen, die ich beide so sehr ins Herz geschlossen habe. Loan ist zwar ein sehr düsterer Kerl, aber ich fand ihn von Anfang an irgendwie niedlich und habe mich somit mit jeder weiteren Seite mehr in ihn verknallt. Zudem sind Loans Ansichten von der Welt und überhaupt allem unheimlich unterhaltsam und höchst amüsant. Besonders spannend finde ich auch, dass er, wenn man es genau nimmt, eigentlich ein richtiger Held ist, aber eben nicht die Welt retten will, sondern ganz realistisch einfach nur das Beste für sich, und die, die im wichtig, sind, will.

Sophia habe ich besonders geliebt, weil ich mich von Anfang an super mit ihr identifizieren konnte und sie gleichzeitig so sehr bewundert habe, wenn sie mal wieder absolut selbstbewusst aufgetreten ist. An der Stelle sollen sich alle Frauen angesprochen fühlen, vielleicht auch besonders die jüngeren, die mit sich selbst und ihrem Körper nicht im Reinen sind. Kommt dir bekannt vor? Denn so geht es auch Sophia, die mit ihren Kurven einfach nicht klarkommt. Ich finde es unfassbar wichtig, dass es auch einmal solche Charaktere in Büchern gibt, die von der Gesellschaft gerne mal als „dick“ und „unattraktiv“ abgestempelt werden. Aber jeder ist auf seine Wiese schön, und ja, diese Botschaft wird hier (neben vielen anderen) vermittelt. Jetzt dürfte es wohl klar sein, dass dies hier keine „gewöhnliche“ Vampirstory ist, oder?!

Fazit:
„Dead Hearts can’t Love“ ist für mich eine ganz besondere Geschichte, weil sie einmalig ist und einfach in keine Schublade passt. Es herrscht Spannung, man lacht sich schlapp und liebt die Charaktere, so gruselig alles manchmal sein mag. Ich wurde von dem Roman toll unterhalten und kann ihn jedem weiterempfehlen. Solchen Lesern, die sowieso Fans von Vampiren sind, aber auch denen, die meinen, den Geschichten nichts abhaben zu könne. „Dead Hearts can’t Love“ ist anders und daher definitiv einen Blick wert.

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Veröffentlicht am 16.08.2021

Hühnergötter und andere Schicksale

Wie das Leuchten von Bernstein
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Der Titel schient nicht nur genau das, was ich mir unter einem Urlaubroman vorstelle und von einer Sommerlektüre wünsche, zu sein… „Wie das Leuchten von Bernstein“ ist wirklich eine derart wundervolle ...

Der Titel schient nicht nur genau das, was ich mir unter einem Urlaubroman vorstelle und von einer Sommerlektüre wünsche, zu sein… „Wie das Leuchten von Bernstein“ ist wirklich eine derart wundervolle Geschichte!
Es geht um Marie, die mit 18 Jahren ihre Heimat Hiddensee geradezu fluchtartig verlassen hat und nun, mit fast 30, gezwungenermaßen zurückkehrt. In der Zwischenzeit hatte sie sich in München durch harte Arbeit ein ganz neues Leben erkämpft, das innerhalb weniger Tage aber in sich zusammengefallen ist. Nun steht sie also vor den Scherben ihres Lebens und damit wieder auf Hiddensee bei ihrer Großmutter.
Doch je mehr Zeit sie auf Hiddensee verbringt, desto weniger versteht Marie, wieso sie damals alles aufgegeben hat. Marie möchte die Fehler ihrer Vergangenheit wiedergutmachen und stellt sich endlich ihren Ängsten und Zweifeln.
Dabei läuft sie nicht nur ihrer großen (Jugend)Liebe Ole wieder über den Weg, sondern findet auch zu ihren Wurzeln und letztendlich vielleicht sogar zu sich selbst zurück. Wird Marie endlich Glück finden – im Leben und der Liebe?

Von dem angenehmen Schreibstil, der zum Tagträumen einlädt, in den Bann gezogen, reist der Leser mit Marie auf die wunderschöne Ostseeinsel Hiddensee. Wer dem Charme der Insel bereits verfallen ist, sollte sich den Roman also keinesfalls entgehen lassen. Aber auch für alle, die verreisen möchten, und sei es nur gedanklich, bietet das Buch die großartige Möglichkeit, dem Alltag entfliehen oder im Urlaub wirklich komplett abschalten zu können. Die Themen im Buch sind ergreifend und keineswegs oberflächlich und das Buch hat es somit nicht nötig, den Leser mit übermäßigem, unnötigem Drama zu fesseln. Vielmehr taucht man von der ersten Seite an gerne ins Buch ein und fiebert gespannt mit. Dass der Roman dann stellenwiese vorhersehbar ist, stört dabei nicht, weil dies bei diesem Genre einfach dazugehört und definitiv nicht überhand nimmt.
Die wundervollen Charaktere habe ich allesamt schnell ins Herz geschlossen und zusammen ergeben sie nicht nur einen etwas schrägen Haufen, sondern machen das Buch besonders lebendig. Und ja, vielleicht auch etwas verrückt. Denn, eines der Dinge, die ich am Buch besonders geliebt habe, ist der großartige Humor. Irgendwann habe ich den Überblick über all die Lachanfälle, die ich beim Lesen hatte, verloren ;D
Doch den meisten Charme verleiht der Story wirklich das umwerfende Setting. Hiddensee wird nicht einfach als Schauplatz gewählt… Nein, das Buch lebt Hiddensee und Hiddensee lebt das Buch. Ich liebe es, welch verträumte, heimelige Note das Setting der gesamten Story verleiht.

Fazit:
Mit „Wie das Leuchten von Bernstein“ habe ich nicht nur eine wundervolle Unterhaltung gefunden, sondern auch einen neuen Favoriten unter meinen Sommerlektüren. Ich bin verliebt in jede Seite des Buchs und gebe dem Roman daher ganz, ganz klar volle 5 Sterne. Diese Sommerlektüre hat alles, was man sich nur wünscht: Unfassbar viel Gefühl, alle Sorten an Emotionen, einen Urlaubsfeeling-Schauplatz, herzliche Charaktere und natürlich ganz viel Liebe. Wer (zumindest gedanklich) mal wieder auf Reisen gehen möchte, MUSS auf jeden Fall zu diesem Liebesroman greifen.

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