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Veröffentlicht am 19.11.2021

Gut recherchierter Roman zur Zeit des Wirtschaftswunders

Die Straße des Glücks
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„Die Straße des Glücks“ ist ein historischer Roman von Bettina Pecha.
Katharina verliebt sich zu Beginn des 2. Weltkrieges in den jungen Frank, der kurz danach eingezogen wird. Auch als Frank jahrelang ...

„Die Straße des Glücks“ ist ein historischer Roman von Bettina Pecha.
Katharina verliebt sich zu Beginn des 2. Weltkrieges in den jungen Frank, der kurz danach eingezogen wird. Auch als Frank jahrelang nicht aus dem Krieg zurückkehrt, hält sie an dieser Liebe fest. Katharina und Frank können nach dessen Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft heiraten und alles könnte perfekt sein.
Doch wie es damals üblich war, muss Katharina nach der Heirat ihren Beruf aufgeben und vermisst nach kurzer Zeit ihre Tätigkeit als Schneiderin und Modezeichnerin.
Sie erhofft sich viel mehr vom Leben, als nur Ehefrau zu sein.
Als ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit ans Licht kommt, kämpft Katharina um ihre Freiheit und Unabhängigkeit.
Katharina ist eine sehr starke mutige Protagonistin, die gegen die damaligen Konventionen kämpfen muss und dabei ihren eigenen Weg geht.
Sie steht symbolisch für alle Frauen, die damals in Ehen „gefangen“ waren und in die Abhängigkeit gefallen sind.
Ihre Entscheidungen und Beweggründe kann man als Leser sehr gut nachvollziehen.
Der Schreibstil der Autorin ist locker flüssig. Schon zu Beginn des Buches wird eine Grundspannung aufgebaut, da man im Prolog schon eine Frage im Kopf hat, die man im Laufe des Buches lösen möchte.
Der Autorin gelingt es, die Emotionen der Figuren wunderbar zu übermitteln.
Die Sprache ist dabei leicht verständlich.
Im Mittelpunkt des Romans steht vor allem die Rolle der Frau und deren Rechte in der Ehe zur damaligen Zeit in der Bundesrepublik Deutschland. Hierbei wurde sehr gut recherchiert und bei einigen Szenen kann man als moderner Leser nur den Kopf schütteln.
Gleichzeitig werden auch historische Ereignisse gekonnt mit eingebaut und Rückblenden in die Zeit des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung gegeben.
Zu guter Letzt sind auch einige Überraschungsmomente enthalten, die das Buch noch interessanter machen.
Für mich gab es beim Lesen keinerlei Langeweile und ich habe das Buch in nur wenigen Tagen zügig durchgelesen.
Die Lektüre verdient eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.11.2021

Dramatisch, fesselnd, spannend!

Ohne Schuld
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„Ohne Schuld“ von Charlotte Link ist der 3. Band der Kate-Linville-Reihe. Auch ohne die vorherigen Bände zu kennen, ist ein Einstieg mühelos möglich.
Inhalt:
Auf einer Zugfahrt von London nach York versucht ...

„Ohne Schuld“ von Charlotte Link ist der 3. Band der Kate-Linville-Reihe. Auch ohne die vorherigen Bände zu kennen, ist ein Einstieg mühelos möglich.
Inhalt:
Auf einer Zugfahrt von London nach York versucht ein Fremder eine Frau zu erschießen. Diese kann sich in letzter Sekunde retten.
Zwei Tage später stürzt eine junge Frau mit dem Fahrrad, weil ein Unbekannter einen Draht über den Weg gespannt hat; den anschließenden Schuss hört sie schon nicht mehr.
Zwei Frauen, die in keiner Verbindung zueinander stehen, wurden mit derselben Tatwaffe bedroht.
Kate Linville, die gerade erst neu bei der North Yorkshire Police angefangen hat, wird sofort in die Ermittlungen hineingezogen und gerät dabei selbst in tödliche Gefahr.
Die Geschichte beginnt sofort spannend. Der Leser wird unmittelbar mit mehreren Personen und Handlungssträngen konfrontiert, die scheinbar in keinem Zusammenhang stehen, jedoch aus noch unerfindlichen Gründen miteinander zu tun haben müssen.
Die Polizeibeamtin Kate Linville steht im Mittelpunkt der Ermittlungen. Sie ist dabei nicht der Stereotyp einer Kommissarin, sondern hat Ecken und Kanten. Sie ist nicht allseits beliebt, sondern muss um Anerkennung kämpfen. Sie hat zwischenmenschlich zu kämpfen und steht vor einem Neuanfang an einem neuen Ort. Aber genau das – ihre Hilfsbereitschaft, ihr Durchsetzungswille, ihre Klugheit – machen sie unglaublich sympathisch und authentisch.
Der Schreibstil ist fließend und fesselnd, von Beginn bis Ende spannend und hält einige Überraschungen für den Leser parat.
Emotional erreicht dieses Buch sehr viele Ebenen – von Trauer, Mitleid bis hin zu Wut durchläuft man einige Gefühle beim Lesen.
Charlotte Link gelingt es, dass man dem Rätsel um die Zusammenhänge unbedingt auf die Spur kommen will; dass man mitfiebert und das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Auch gesellschaftspolitisch werden einige heikle Themen mit ins Spiel gebracht – unerfüllter Kinderwunsch, Adoption, Mutterschaft und Überforderung und vieles mehr. Dies führt auch zu teilweise bedrückenden Leseminuten, die einen selber zum Nachdenken bringen.
Fazit:
Charlotte Link war mit bisher als Autorin zwar ein Begriff, aber ich habe noch kein Buch von ihr gelesen. Dieser Roman hat mir so gut gefallen, dass ich diese Lücke nun definitiv schließen werde. Eine ganz klare Leseempfehlung für spannende dramatische Lesestunden!!!

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Veröffentlicht am 06.11.2021

Fluch der Aurelia - gelungener Teil 3 der Drachenreiterreihe

Drachenreiter 3. Der Fluch der Aurelia
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„Drachenreiter-Der Fluch der Aurelia“ ist Band drei der Drachenreiter-Trilogie. In diesem Buch von Cornelia Funke geht es um eine große Qualle, welche die Welt der Fabelwesen retten und zugleich zerstören ...

„Drachenreiter-Der Fluch der Aurelia“ ist Band drei der Drachenreiter-Trilogie. In diesem Buch von Cornelia Funke geht es um eine große Qualle, welche die Welt der Fabelwesen retten und zugleich zerstören kann, im Falle sie fühlt sich bedroht. Die Wiesengrunds und ihre Freunde machen es sich zur Aufgabe die Aurelia zu empfangen und ihre Kapseln in Sicherheit zu bringen. Doch als ein alter Feind plötzlich seine Chancen wittert, gerät dieses Vorhaben in Gefahr.

Das Cover hat mich sehr angesprochen, da es mit den bunten Farben und dem tollen Bild darauf auffällt. Mir gefällt auch, dass auf jedem Band der Drachenreiter-Trilogie der Umriss eines Jungen in einem Drachen zu sehen ist.

Ich war durch den schönen Schreibstil sofort wieder in der Geschichte drin. Man kann es gut lesen und der Spannungsbogen ist genau richtig. Es wird nie langweilig oder langatmig. Die schönen Illustrationen auf fast jeder neuen Seite verzaubern einen, sodass man sich darauf freut weiter zu lesen. Es ist schön bekannten Charakteren wieder zu begegnen und neue kennen zu lernen. Besonders gefallen haben mir die kleinsten - wegen ihrer tollen Charakterzüge.

Es ist ein sehr schönes Buch, aber ich empfehle vorher die ersten beiden Bände zu lesen, damit man in der Geschichte mitkommt.
Für mich zeigt die Geschichte, dass die Kleinsten manchmal die größten Helden sind!

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Veröffentlicht am 28.10.2021

Eine Liebesgeschichte mit zu viel Distanz

Mit uns wäre es anders gewesen
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„Mit uns wäre es anders gewesen“ ist ein Liebesroman von Éliette Abécassis – ins Deutsche übersetzt von Julia Schoch.

Inhalt:
Amélie und Vincent treffen sich in jungen Jahren als Studenten an der Sorbonne ...

„Mit uns wäre es anders gewesen“ ist ein Liebesroman von Éliette Abécassis – ins Deutsche übersetzt von Julia Schoch.

Inhalt:
Amélie und Vincent treffen sich in jungen Jahren als Studenten an der Sorbonne in Paris. Sie verbringen eine Nacht zusammen mit tiefgründigen Gesprächen und einem Spaziergang an der Seine. Als sie sich für den nächsten Tag in einem Café verabreden, wartet Vincent vergeblich auf Amélie. Als diese aufgrund ihrer inneren Zerrissenheit erst viel zu spät zum Treffen erscheint, ist Vincent schon lange fort.
In den folgenden dreißig Jahren begegnen sich die beiden immer wieder – facebook und Co. machen die Kontaktaufnahme auch immer leichter. Bei jedem ihrer Treffen sprechen sie über ihr Leben, ihre Erfahrungen – Kinder, Ehe, Elternsein, Scheidung. Doch mittlerweile steht nicht nur die Unsicherheit zwischen den beiden, sondern was anderes: das Leben.
Meinung:
Von einem Liebesroman erwarte ich Romantik und Einblick in die innere Gefühlswelt der Protagonisten.
Die Autorin hat in diesem Roman eine eher distanzierte Schreibweise gewählt, bei der man jeweils im Wechsel auf das fortlaufende Leben der beiden Protagonisten schaut, verschiedene Ereignisse wie Heirat, Kinder etc. kurz miterlebt, aber nicht wirklich tiefgründige Gefühle verstehen kann.
So bleiben einem die Protagonisten für die Dauer der Geschichte leider fremd.
Der Schreibstil ist dabei recht flüssig – es gibt meist kurze, knappe Sätze – sodass man sehr zügig lesen kann. Aber auch hier fehlt wieder die tiefgründigere Beschreibung. Wörtliche Rede kommt recht selten vor. Gefühle werden nur oberflächlich dargestellt.

Der Sinn des Romans ist wohl eher darin zu sehen, dass man für die Dauer des Lebens an einem Moment der Liebe festhalten kann. Die Sehnsucht nach dieser Liebe wird immer wieder deutlich – nach dieser „Wunschvorstellung“.
Doch wäre es wirklich anders gewesen? Diese Frage kann am Ende der Lektüre jeder für sich selber beantworten.
Ich gebe diesem Roman, der für mich aufgrund der Kürze eher einer Kurzgeschichte gleicht und für den der Preis von 18,50 € meiner Meinung nach auch etwas zu hoch gegriffen ist, 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 26.10.2021

Wieder zurück in Kingsbridge

Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit
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„Kingsbridge – Der Morgen einer neuen Zeit“ ist nunmehr der 4. Band dieser wunderbaren Reihe über die Stadt Kingsbridge und im Großen und Ganzen der eigentliche Vorgänger der bisher erschienenen Bände.
Der ...

„Kingsbridge – Der Morgen einer neuen Zeit“ ist nunmehr der 4. Band dieser wunderbaren Reihe über die Stadt Kingsbridge und im Großen und Ganzen der eigentliche Vorgänger der bisher erschienenen Bände.
Der Leser erfährt in diesem Band die Vorgeschichte von Kingsbridge – wie alles begann. Aus einem unbedeutenden Flecken Erde namens Dreng´s Ferry mit nur ein paar heruntergekommenen Häusern wird Stück für Stück eine blühende Stadt, in der sogar eine vom König genehmigte Brücke gebaut werden darf und somit der Aufstieg zu mehr Wohlstand und Bekanntheit seinen Lauf nimmt.
Ken Follett gelingt es auch in diesem Band die Leser in seinen Bann zu ziehen. Hier geht es nicht um bedeutende Adlige oder den Bau einer riesigen beeindruckenden Kathedrale, sondern vielmehr um das Leben der kleinen Leute, der Bauern, der Sklaven, der Geistlichen auf ihrem Weg zum Glück.
Die Sprache ist dabei sehr gut gewählt, sodass man immer folgen kann.
Das Buch lebt dabei nicht von einer außergewöhnlichen Spannung, sondern vielmehr von den Protagonisten, die man aufgrund ihrer vielseitigen Charakterzüge sofort ins Herz schließen kann. Die normannische Edelfrau Ragna, der einfache Edgar, der Mönch Aldred, aber auch die Widersacher wie Bischof Wynstan mit all seinen Intrigen…
Mir wurde es beim Lesen nicht langweilig und ich wollte immer wissen, wie es den Protagonisten weiter ergeht und ob am Ende die „Bösen“ ihre gerechte Strafe erhalten.
Mir hat besonders gut gefallen, dass man die Entwicklung des kleinen Örtchens so gut mitverfolgen konnte und somit noch mehr Bezug zu diesem wunderbaren Flecken erhalten hat, was mir durch die Vorgängerbände schon so ans Herz gewachsen ist.
Es waren letztlich nur 10 Jahre Geschichte, die hier beschrieben wurden und wie ich aus dem Nachwort herausgelesen habe, ist aus dieser Zeit nicht allzu viel bekannt und überliefert, sodass man auch viel eigene Fantasie mit einbringen kann. Auch viel Luft für einen weiteren Kingsbridge-Roman ist wohl vorhanden, den ich dann auch mit Freude lesen würde.
Für mich war es auf jeden Fall wieder ein Genuss, zu diesem hier noch kleinen Örtchen zurückzukehren.

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