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Veröffentlicht am 13.03.2025

Öko-Thriller mit kleineren Schwächen

Die Herde
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Mit „Die Herde“ erscheint bereits der dritte Öko-Thriller aus der Feder von Thilo Winter.

Der schwedische Zoologe Peter Danielsson, der sich auf den Schutz der Zwerggänse spezialisiert hat, setzt sich ...

Mit „Die Herde“ erscheint bereits der dritte Öko-Thriller aus der Feder von Thilo Winter.

Der schwedische Zoologe Peter Danielsson, der sich auf den Schutz der Zwerggänse spezialisiert hat, setzt sich in der chinesischen Provinz Kunming dafür ein, dass ein riesiges Staudammprojekt verhindert wird, um die Auswirkungen auf Flora und Fauna in der Umgebung zu minimieren. Die erste Begegnung mit der verantwortlichen Bau-Ingenieurin Sui Dayan fällt demzufolge eher unterkühlt aus. Doch als sie die Nachricht von einer asiatischen Elefantenherde erhalten, die sich aus ihrer Heimat in einem Nationalpark auf den Weg nach Norden gemacht hat und dabei sowohl Dörfer als auch Menschen in Gefahr bringen, ist eine Zusammenarbeit der beiden notwendig und wichtig. Die anfängliche Faszination für die Tiere schlägt schnell in Angst und Schrecken um und Peter versucht alles, um die Tiere vor dem sicheren Abschuss zu retten und die Ursache für ihr seltsames Verhalten herauszufinden. Doch nicht nur in China verhalten sich die Tiere seltsam, sondern überall auf der Welt – Affen in Bangkok, Grackeln in Texas usw.

Das Cover des Thrillers ist sehr gelungen und passt zur Geschichte.
Wie gewohnt gelingt es Thilo Winter mit seiner lebendigen und bildlichen Schreibweise, mich direkt in die Geschichte zu holen.
Durch kurze Kapitel und immer wieder wechselnde Perspektiven wird man in den Sog der Handlung gezogen und ist förmlich gezwungen weiterzulesen, um mehr zu erfahren.
Charaktere gab es in diesem Roman viele, doch die Hauptcharaktere blieben mir tatsächlich etwas fremd und zu blass und in ihrem Handeln konnte ich manches nicht ganz nachvollziehen.

Was mir in diesem Buch gefehlt hat, war der Thrill-Effekt. Die Spannung war für mich von Anfang an nicht wirklich vorhanden. Es war zwar eine interessante Geschichte und dem Autor ist es gelungen, meine Aufmerksamkeit zu erhalten, doch der übliche Nervenkitzel oder die Aufregung, die ich beim Lesen eines Thrillers spüren möchte, kam leider nicht auf.

Auch das Rätseln um die mögliche Ursache für das seltsame Verhalten der Tiere wurde mir leider genommen, da es innerhalb der Handlung so gut wie keine Hinweise darauf gab. Man konnte sich zwar denken, dass die einzelnen Handlungsstränge einen Zusammenhang haben müssen und ich hatte auch zwischendurch bereits den richtigen Riecher, aber mir fehlte auch hier die Spannung und ein Twist in der Handlung.
Die Auflösung war zwar schlüssig, aber etwas eilig erklärt und für mich nicht ganz zufriedenstellend.

Sehr gelungen war das Nachwort des Autors, welches noch einmal auf die wahren Begebenheiten hinweist, die dem Roman zugrunde liegen und mich persönlich nachhaltig zum Nachdenken angeregt hat. Nicht die Tiere sind schuld an ihrem seltsamen Verhalten, sondern der Mensch, der immer wieder in die Lebensräume der Tiere eingreift, diese massiv verändert und sich am Ende wundert, wenn diese sich nicht anpassen können.
Somit ist die Botschaft, die dieser Roman vermittelt, sehr wichtig.

Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen. Es ist eher ein Abenteuerroman, den es lohnt zu lesen und er bekommt von mir 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 06.03.2025

Das Schweigen der Maria Arnold

Niemand hat es kommen sehen
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Ein Jahr lang war Maria Arnold aus ihrem Heimatdorf verschwunden, als sie plötzlich zurückkehrt und scheinbar keine Erinnerung an die Zeit ihres Verschwindens hat. Doch warum ist sie nach dem Tod ihrer ...

Ein Jahr lang war Maria Arnold aus ihrem Heimatdorf verschwunden, als sie plötzlich zurückkehrt und scheinbar keine Erinnerung an die Zeit ihres Verschwindens hat. Doch warum ist sie nach dem Tod ihrer Mutter, die sie jahrelang aufopferungsvoll gepflegt hat, so plötzlich verschwunden und was ist in der Zeit ihres Fernbleibens tatsächlich geschehen?
Als das Ermittlerteam Theo Nebel und Melanie Ramsauer versuchen einen Mordfall aufzuklären, bei dem eine Verbindung zu Maria hergestellt werden kann, kommen immer mehr Fragen auf, doch Maria bleibt weiterhin stumm. Kann sie sich wirklich nicht erinnern oder würde sie sich selber belasten, wenn sie etwas sagt? Ist Maria Täterin oder Opfer?
Mit dem Kriminalroman „Niemand hat es kommen sehen“ von Gudrun Lerchbaum erscheint der Nachfolgeband zu „Zwischen euch verschwinden“.
Nach dem Lesen des vorliegenden Romans bin ich der Meinung, dass man den Vorgänger durchaus vorab lesen sollte, um die hier nur angedeuteten Vorfälle etwas näher in Erfahrung zu bringen und damit gegebenenfalls Zusammenhänge und Hintergründe besser zu verstehen, die somit teilweise nur oberflächlich und damit auch lückenhaft dargestellt werden.
Mit dem Schreibstil der Autorin bin ich von Anfang an nicht ganz warm geworden. Die Protagonistin blieb mir leider fremd, da die verwendete Sprache teilweise sehr hochgestochen war und gerade in der ersten Hälfte des Romans in meinen Augen viel zu viele aktuelle Themen fast zwanghaft thematisiert wurden, die für den Fortgang der Handlung keinerlei Rolle spielten.
Die Figur der Maria und deren Bedeutung für das Frauenbild wurde für mich ebenfalls nicht ganz klar. Da Maria selber sich nie wirklich zu ihrer Zeit geäußert hat und man somit immer nur andeutungsweise ihre Rolle erahnen konnte, bleibt bis zum Schluss unklar, ob sie nun nur die aufopferungsvolle pflegende und nie gesehene stille Frau war oder sich doch gewehrt hat.
Manch einer mag diese Art der Erzählung, mich hat es leider nicht ganz abgeholt.
Während der Anfang für mich eher zusammenhanglos war, wurde es in der zweiten Hälfte besser und die einzelnen Erzählstränge haben sich zu einem Ganzen gefügt. Das Ende war ganz nett, sodass ich diesen Roman für mich im Mittelfeld einordnen würde.
Von mir gibt es 3 Sterne, da der Ansatz sicher Potential für mehr Tiefgang und eine bessere Umsetzung hätte, die mich mehr mitreißen würde. Hängenbleiben wird die Geschichte wohl leider nicht sehr lange in meinem Kopf.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2025

Das Böse in den eigenen vier Wänden

Don't Let Her Stay
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„Don´t let her stay – Wenn das Böse Einzug hält“ ist ein spannungsgeladener Thriller von Nicola Sanders.

Joanne lebt zusammen mit ihrem Mann Richard und ihrer 5 Monate alten Tochter Evie in einem großen ...

„Don´t let her stay – Wenn das Böse Einzug hält“ ist ein spannungsgeladener Thriller von Nicola Sanders.

Joanne lebt zusammen mit ihrem Mann Richard und ihrer 5 Monate alten Tochter Evie in einem großen wunderschönen Landhaus weit weg von London. Die kleine Familie hat alles, was sie sich wünschen kann und Joanna keinen Grund zu klagen. Doch als die 20-jährige Chloe, Tochter aus erster Ehe von Richard, bei ihnen unverhofft einzieht, ändert sich alles.
Sie bietet an, längerfristig zu verweilen und Joanne bei der Sorge um die kleine Evie zu unterstützen, doch in Joanne reift immer mehr das Gefühl, dass mit Chloe etwas nicht stimmt. Oder ist es Joanne selber, die langsam den Verstand verliert?
Bereits das Cover des Thrillers hinterlässt ein mulmiges Gefühl und genauso ist der Schreibstil der Autorin.
Von Beginn an wird eine unterschwellige Spannung aufgebaut.
Wie oft ich mich in diesem Thriller über die perfiden Spielchen von Chloe geärgert, mich gleichzeitig jedoch gefragt habe, ob vielleicht doch alles ganz anders ist, kann ich nicht zählen. Der Autorin gelingt es, ihre Protagonisten, deren Vergangenheit und Gefühlsregungen geschickt zu verweben, sodass man als Leser zwischenzeitlich an seinem eigenen Urteil zweifelt.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da mich die Story so sehr gefesselt hat und ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht.
Das Ende ist grandios – ich hatte es zwar die ganze Zeit vermutet, war jedoch trotzdem geschockt.

Fazit:
Ein absoluter Pageturner mit einigen Twists. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für dieses Thriller-Highlight!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2025

Der 7. Fall des Kryptologen Arne Stiller

Der Seher
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Mit „Der Seher“ ist der mittlerweile 7. Band aus der Arne-Stiller-Thriller-Reihe von Elias Haller erschienen.
In Dresden wird bei Bauarbeiten im Zwinger ein Mann bei einem blutigen Streit schwer verletzt. ...

Mit „Der Seher“ ist der mittlerweile 7. Band aus der Arne-Stiller-Thriller-Reihe von Elias Haller erschienen.
In Dresden wird bei Bauarbeiten im Zwinger ein Mann bei einem blutigen Streit schwer verletzt. Die Ermittlungen ergeben, dass dieser auf der Suche nach einer Zeitkapsel war. Der Inhalt dieser offenbart Furchtbares – Knochen eines Säuglings - und lässt die Ermittler einen lange Zurückliegenden Fall wieder aufrollen.
Der Kriminaloberkommissar und Kryptologe Arne Stiller wird zu dem Fall hinzugezogen, da sich auf der Zeitkapsel eine Chiffre befindet. Doch noch bevor dieser den Code knacken kann, wird ein weiteres Baby entführt und die Zusammenhänge zum damaligen Fall vor 17 Jahren werden immer offensichtlicher.
Die Zeit spielt gegen die Ermittler. Was Arne Stiller in diesem Moment wohl als allerletztes gebrauchen kann, ist ein Hellseher, der seine Hilfe bei der Auflösung des Falles und der Suche nach dem Täter anbietet.
Wie bereits bei den vorherigen Bänden dieser Reihe gelingt es Elias Haller mit seiner packenden Schreibweise, dass man sofort im Fall drin ist und man von Beginn an miträtselt, was hinter der Tat und dem Motiv des Täters stecken könnte.
Dabei habe ich immer wieder Theorien aufgestellt, verworfen und wurde zum Ende hin von der Auflösung dann doch wieder mal überrascht.
Bei dieser Thriller-Reihe gefällt mir sehr gut, dass man die Entwicklung der einzelnen Charaktere in ihrem Lebenslauf weiterverfolgen kann. So geht Inge, die langjährige Arbeitskollegin von Arne Stiller, nun in Pension. Für alle eine Umstellung.
Arne Stiller ist wie üblich unangepasst und unkonventionell. Auch wenn mir seine Sprüche der Privatreligion Jalta Sinn auch in diesem Teil mal wieder nicht wirklich viel Sinn ergaben, gefällt mir seine Vorgehensweise und dass er sich von den Regeln nicht davon abhalten lässt, seinem Instinkt zu vertrauen.
Die junge Kommissaranwärterin Sandy Rosenberg hat mich im gesamten Verlauf der Geschichte etwas zwiegespalten. Sie ist auf der einen Seite eine fähige Anwärterin, die definitiv eine Spürnase für das Lösen von Fällen besitzt, wird aber leider mit zahlreichen Klischees der jungen Generation belegt und benimmt sich auch in vielen Situationen sehr unprofessionell. Ich bin gespannt, ob wir sie in den nächsten Bänden als ausgelernte Kommissarin als neue Kollegin an der Seite von Arne Stiller erleben dürfen.
Die Thematik mit Babyleichen und der Entführung von Kindern ist keine leichte Lektüre und ging mir an manchen Stellen ziemlich an die Nieren.
Alles in allem war es aber wieder eine sehr interessante Geschichte, die zum Schluss nochmal richtig spannend wurde.
Ich habe diesen Thriller innerhalb von 2 Tagen gelesen. Das spricht eindeutig für ein gutes Buch!
Fazit:
Von mir gibt es 4 von 5 Sternen aufgrund kleinerer Schwächen in der Charakterisierung einzelner Personen. Die Story an sich fand ich wieder sehr spannend!
Ich freue mich auf den nächsten Fall von Arne Stiller!

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Spannende Urban-Fantasy mit emotionaler Tiefe!

If the Moon Triumphs
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Eine Hexe braucht einen Zirkel, aber was ist, wenn man eigentlich keine Hexe sein will und Kräfte besitzt, die anderen nur schaden?
In „If the moon triumphs“ von Fam Schaper will Lilith keine Hexe mehr ...

Eine Hexe braucht einen Zirkel, aber was ist, wenn man eigentlich keine Hexe sein will und Kräfte besitzt, die anderen nur schaden?
In „If the moon triumphs“ von Fam Schaper will Lilith keine Hexe mehr sein. Sie hat ihren Hexenzirkel verlassen, ihrer Magie abgeschworen und versucht ein normales Leben zu leben. Doch nach einem One-Night-Stand mit dem attraktiven Studenten Marek verwandelt sich dieser in einen Werwolf und die Sonne verschwindet. Die Nacht und der Winter scheinen nicht enden zu wollen und Lilith ist gezwungen, sich ihrer Magie zu stellen. Gemeinsam mit Marek und ihren Freunden versuchen sie einer Verschwörung auf die Spur zu kommen. Jemand will die Menschheit auslöschen. Doch wer ist hier Freund und wer Feind? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn die Freunde haben nur bis zum nächsten Vollmond Zeit, dem Rätsel auf die Spur zu kommen und den Untergang der Menschheit zu verhindern.
Der Schreibstil des in sich abgeschlossenen Fantasy-Romans ist sehr bildlich und flüssig.
Die Stadt Prag mit ihren Gassen und ihrem Kopfsteinpflaster, aber auch die düstere Atmosphäre konnte ich mir sehr gut vorstellen.
Lillith als Ich-Erzählerin kommt einem im Laufe der Geschichte sehr authentisch und nahbar vor. Ihre Gefühls- und Gedankenwelt konnte ich sehr gut nachvollziehen und sie war mir von Beginn an sympathisch.
Auch Marek ist eine tolle Hauptfigur. Jedoch merkt man bei ihm von Anfang an, dass er Dinge verheimlicht, die für die Story mit Sicherheit noch eine Rolle spielen.
Sehr gefallen haben mir die Nebenfiguren – allen voran Dario, der mir sehr ans Herz gewachsen und für mich definitiv eine der Lieblingsfiguren in diesem Roman geworden ist!
Die Charakterentwicklung und dabei auch einige überraschende Wendungen fand ich sehr gelungen.
Auch an emotionaler Tiefe fehlt es dem Roman keineswegs.
Die Mischung von nordischer Mythologie, Hexen und Werwölfen war perfekt.
Für mich war die Botschaft in diesem Roman auch eine sehr wichtige – Liebe und Freundschaft sind stärker als Hass!

Fazit:
Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen für diesen sehr unterhaltsamen und spannenden Fantasy-Roman und eine absolute Leseempfehlung!

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