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Veröffentlicht am 08.11.2020

Wortgewaltiges Worldbuilding vom Feinsten

Askeria: Hüter des Seelenfeuers
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Inhalt: das Abenteuer von Piara, Souta, Lia und Rigoras geht weiter. Um das Böse zu bezwingen und Ineas zu retten, müssen sie stärker sein, als sie es jemals zuvor waren. Die Geheimnisse des Ordens müssen ...

Inhalt: das Abenteuer von Piara, Souta, Lia und Rigoras geht weiter. Um das Böse zu bezwingen und Ineas zu retten, müssen sie stärker sein, als sie es jemals zuvor waren. Die Geheimnisse des Ordens müssen gelüftet werden, vertuschte Wahrheiten wollen ans Licht kommen. Freundschaften werden auf die Probe gestellt, Nerven getestet und es gibt viele Überraschungen – sowohl für die Charaktere als auch für die Leser*innen.

Meinung: Juliet May hat ein wahnsinnig detailliertes Universum erschaffen, das in Band II nochmal mehr Tiefe bekommt, als es ohnehin schon hatte. Ob Essen, Tier- und Pflanzenwelt, Landschaften und Kulturen, lokale Gepflogenheiten und Sprachfeinheiten. Auch an kleinen und großen Lebensweisheiten zwischendurch mangelt es nicht. Das wird vor allem beim Zwischenmenschlichen und den Dialogen sehr deutlich; das Buch ist psychologische Fantasy durch und durch. Feinfühlich und wortgewandt wird eine Welt beschrieben, die facettenreicher nicht sein könnte.

Juliet Mays große Stärke ist (meiner Meinung nach) die Empathie. Ob beim Schreiben generell, der Erschaffung der Charaktere oder deren Konversationen. Es fühlt sich alles sehr menschlich und realistisch an. Genau das zeichnet für mich gelungenes Storytelling aus. Denn Geschichten, die einen wirklich packen, überzeugen immer mit den Emotionen, die sie hervorrufen. Ob Mitgefühl, Neugierde oder Freude, bei Askeria fiebert man wirklich mit. Die Charaktere sind nicht nur mit vielen Facetten wunderbar geschrieben, sondern haben ein intensives Gefühlsleben und machen enorme Entwicklungen durch. Dabei bleibt die Geschichte nicht nur bei den angenehmen Gefühlen wie Liebe, Freude und Freundschaft, sondert nimmt auch die aufwühlenden Wege zu Angst, Wut, Furcht und Trauer. Für mich gehört das zu einem guten Fantasybuch auf jeden Fall dazu, denn so wird man in die Geschichte gesogen und empfindet sehr viel mit. Juiet May hat nicht nur eine fantastische Welt mit ihren Worten gebaut, sondern schöpft auch jegliche Emotionen der Gefühlswelt aus!

Außerdem möchte ich auch dringlich auf Juliet Mays Website und Instagramaccount hinweisen. Dort kann man sich noch einmal mehrere Details (wie zum Beispiel zwei extrem schön gestaltete Karten der beiden Kontinente) über Askeria anschauen. Der Instagramaccount hat außerdem noch sehr liebevolle Zeichnungen der Charaktere, die die Autorin selbst angefertigt hat!

Alles in allem ist der zweite Teil von Askeria eine wirklich gelungene Fortsetzung von Juliet Mays Fantasydebüt. Ich liebe die Reihe und freue mich schon sehr auf das, was noch kommt! Ein klare Empfehlung für alle, die gerne tiefgründige und komplexe Geschichten lesen, in denen vor allem die wunderbaren Figuren herausstechen.

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Veröffentlicht am 08.07.2020

Ein wahnsinnig gutes Buch. Jeder Fantasyfan sollte es sich auf die Leseliste setzen!

Askeria: Die letzte Generation
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Dieses Buch ist einfach nur der Wahnsinn.


Inhalt: In einer Welt, in der sich einst zwei Völker einen Lebensraum teilten, haben die Menschen die Vorherrschaft übernommen und haben all jene vertrieben, ...

Dieses Buch ist einfach nur der Wahnsinn.


Inhalt: In einer Welt, in der sich einst zwei Völker einen Lebensraum teilten, haben die Menschen die Vorherrschaft übernommen und haben all jene vertrieben, die anders sind als sie. Die junge Piara ist gezeichnet mit einem Mal des anderen Volkes, weshalb sie in ständiger Gefahr lebt. In dieser Welt muss sie sich zurecht finden, zwischen all den Widersprüchen, den Geheimnissen und den Gefahren. Getrennt von ihren Brüdern Souta und Ineas versucht sie nun, Licht ins Dunkel zu bringen. Auch Rigoras würde den Geheimnissen und sich rum am liebsten entfliehen, doch auch er muss sich der Gegenwart ud seinem Schicksal stellen. Denn auch von dem Orden, der Politik und Gesellschaft fest in seinem unbarmherzigen Griff hat, geht eine ständige Gefahr aus. Der Orden kontrolliert streng die Wissenszufuhr der Bevölkerung und verbietet die Lehren rund um Alchemie, Geschichte und Astronomie. Um der Wahrheit näher zu kommen, müssen die Piara und Rigoras mutig sein, durchhalten und für die Freiheit all jener kämpfen, die sie lieben.


Meinung: Askeria ist einfach rund herum ein großartiges Buch! Das Worldbuilding ist erster Klasse und kann meiner Meinung nach mit Welten und Werken wie Harry Potter, Narnia und vielleicht sogar Herr der Ringe (meine Lieblingswelt) mithalten :) Juliet May überzeugt nicht nur mit ihren perfekten Sätzen, sondern auch mit der Detailliertheit ihrer Charaktere, der überzeugenden Geschichte und der komplexen und gut durchdachten neuen Welt.

Bei den Charakteren weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Alle Personen sind wirklich gut ausgearbeitet und handeln "charaktertreu", was meiner Meinung nach nicht jede/r Autor/in so souverän beherrscht wie Juliet May. Die Figuren überzeugen vor allem durch ihre Nahbarkeit, denn auch Held*innen können nicht "perfekt" sein. Und so behandelt das Buch auch wichtige Themen wie Ängste, Unsicherheiten, Ver- und Misstrauen, zarte Freundschaften, erste Liebschaften und den Verlust und das Vermissen geliebter Personen. Auch die Nebencharaktere haben mir mit all ihren Facetten super gefallen - ob hinterhältig, liebevoll oder missgünstig. Auch die Dialoge sind sehr realistisch und flüssig, und klingen nicht "erzwungen". Die Geschichte ist so sehr greifbar.

Die geschaffene Welt ist einfach nur grandios. Der Kontext dazu wird in kleinen Happen geliefert, nie zu viel, nie zu wenig. Politik, Gesellschaft, Geschichte, Kulinarik, Gepflogenheiten, Technik und völlig neue Wesen. Juliet May hat nicht nur eine Geschichte geschrieben, sie hat eine Welt erschaffen.

Und doch hat das Buch, welches ich ins Genre Fantasy einordne, einen dystopischen Touch - was mir sehr gut gefällt. Denn so wird Kritik an Zuständen geübt, die nicht nur fiktiv sind, sondern auch auf die Gesellschaften unserer Welt zutreffen. Das alles geschieht aber nicht aufdringlich und sorgt nur noch mehr für den realistischen Eindruck, den man beim Lesen hat.

Auch die Botschaften, die das Buch vermittelt, sind toll: während das Aussehen den ersten Eindruck macht, zählt wahrlich nur der Charakter; Freundschaft ist die wichtigste Verbindung zu anderen Menschen (denn auch mit Partnern oder Familie verbindet uns Freundschaft); Vielfalt mach unsere Städte lebenswert; und auch in schweren Zeiten lohnt es sich zu kämpfen!

Besonders gut gefallen hat mir auch die Präsenz starker Frauen. Denn diese ist in den meisten Fantasywelten leider in den wenigsten Fällen anzutreffen. Oft gibt es maximal eine Frau, die eher Anhängsel oder Mittel zum Zweck als eindimensionale Rolle ist (z.B. die Mutter, die Kämperin, die schöne Frau, die gerettet werden muss, die alte Weise oder einsame, aber tapfere Schwester). Juliet May gibt ihren Frauenfiguren jedoch einen eigenen Charakter, eine Stimme, Facetten und verschiedene Stärken und Schwächen. Sie zeichnet Portraits von verschiedenen Leben und Ansichten. Es ist einfach schön zu sehen, dass die Geschlechter zu gleichen Teilen verteilt sind - wie im "wahren Leben" auch.

Und: das Buch liefert meine absolute Lieblings-Kussszene! Ich bin eigentlich keine große Romantikerin, aber bei dieser Szene musste ich einfach di ganze Zeit blöd vor mich hin grinsen.

Fazit: wieder einmal ein absolut empfehlenswertes Buch einer Selfpublisherin. Zum Glück gibt es schon Teil Zwei (ab dem 10.07.2020)! Das Hörbuch ist auch wunderbar, super gesprochen von Shanti Lunau!

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Veröffentlicht am 08.07.2020

Eine tolle Ergänzung, hoffentlich folgen weitere Teile!

Die Tribute von Panem X. Das Lied von Vogel und Schlange
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Inhalt: 64 Jahre vor den Ergeignissen der Trilogie finden die zehnten Hungerspiele statt. Coriolanus Snow, späterer Präsident von Panem, ist jung, machthungrig, narzisstisch und zusätzlich Mentor eines ...

Inhalt: 64 Jahre vor den Ergeignissen der Trilogie finden die zehnten Hungerspiele statt. Coriolanus Snow, späterer Präsident von Panem, ist jung, machthungrig, narzisstisch und zusätzlich Mentor eines Tributs. Das Buch folgt seinem Streben nach Erfolg und Ruhm und lässt durchblitzen, wie er zum mächtigsten Mann des Landes wird.


Meinung: das Prequel ist für mich eines meiner Jahreshighlights. Ich liebe die Tribute von Panem Reihe sosehr, dass ich sogar meine Bachelorarbeit darüber verfasst habe. Gerade deshalb sind mir auch die vielen kleinen, mitunter doch ziemlich subtilen Hinweise auf spätere Ereignisse aufgefallen. Ganz zu schweigen von den vielen Parallelen, die sich zur Trilogie ziehen lassen. Vor allem die Offenbarung von Snows durchtriebendem Charakter hat mir richtig gut gefallen.

Suzanne Collins greift auch in diesem Buch wieder aktuelle Entwicklung auf, wie es auch typisch für eine Dystopie ist. Manchmal mit kleinen Bemerkungen, manchmal durch die Ansichten der Figuren und natürlich durch das gesamte Buch. Notiert habe ich mir die Begriffe Müll- und Konsumwirtschaft, Marketing, Selbstmedikation, Inszenierung des Images, Klassenkampf, Besitzansprüche, Lebensmittelhamstern (wie unpassend passend zu Zeiten von Corona) etc...

Besonders spannend und gelungen fand ich auch die Perspektive. Denn meistens folgt die Sicht dem Helden, oder zumindest einer Figur, mit der man irgendwie sympathisieren kann/soll. Da man jedoch von Anfang an weiß, wer Coriolanus Snow ist und dass er einmal das größte Monster von Panem sein wird, betrachtet man eher, als dass man "mitfühlt". Doch gerade das fand ich sehr gelungen: man kann sein Kalkül, Machtsucht und seinen Geltungsdrang förmlich spüren.

Auch Snows Tribut, Lucy Grey, ist ein interessanter Charakter. Sie kam mir wie das Gegenteil von Katniss vor, weshalb ich die Spiele und das Geschehen rund um diese Inszenierung besonders spannend fand.

Parallelen zur Trilogie findet man zum Beispiel in den Nachnamen von Kapitolbewohnern, den Figuren und deren Verhalten, den eingestreuten Liedern und der Gesellschaft und deren Konventionen Panems. Auch der Hunger in "Hungerspiele" wird nochmal besonders deutlich.

Für mich bekommt die Trilogie mit dem Prequel einen wunderbaren Rahmen und ich würder gerne weitere Bücher lesen, die die Vorgeschichte weiter ausbauen. Ein super Buch, dass besonders durch die kontrastreiche Perspektive und die vielen Hinweise zur Trilogie glänzt.

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Veröffentlicht am 09.06.2020

Tiefes Thema mit flacher Erzählung

Die Hölle war der Preis
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2,5-3 Sterne. Interessante Geschichte, die mich in der Art und Weise der Erzählung aber nicht begeistern konnte.

Vorneweg: das Hörspiel kann ich leider nicht wirklich empfehlen (Erläuterung dazu weiter ...

2,5-3 Sterne. Interessante Geschichte, die mich in der Art und Weise der Erzählung aber nicht begeistern konnte.

Vorneweg: das Hörspiel kann ich leider nicht wirklich empfehlen (Erläuterung dazu weiter unten), bei Interesse an der Thematik könnte ich das Buch (zum Lesen, nicht Hören) Leuten empfehlen, die kleinere Ungereimtheiten verzeihen können.


Inhalt: Gisa Stein, genannt Peasy, lebt mit ihrem Mann Ed in der DDR. Peasy ist zutiefst unglücklich über ihre Lage, denn sie musste das eine aufgeben, was ihr Spaß gemacht hat: das Tanzen. Sie und ihr Mann, der von Natur aus rebellisch ist, unternehmen einen Fluchtversuch und scheitern. Als Strafe werden sie zu langen Haftstrafen in Zuchthäusern verdonnert. Das Hörspiel erkundet die grauenhaften Abgründe der DDR und schildert die unfassbar unmenschlichen Schikanen, die die Häftlinge ertragen mussten.


Meinung: Das Buch schildert Gisas Alltag im Frauenzuchthaus, bietet aber auch Einblicke in ihr vorheriges Leben in Form von Rückblenden. Die Passagen aus Gisas Vergangenheit fand ich sehr gelungen, davon hätte ich gerne mehr gehabt. Denn die Passagen in den verschiedenen Gefängnissen waren langatmig und so wiederholend und eintönig (Das liegt nicht am Gefägnisalltag, die Beschreibungen ziehen sich nur), dass ich sehr konzentriert zuhören musste, um nicht mit den Gedanken auf Wanderschaft zu gehen.

Die Sprecherin hat an sich eine angenehme Stimme. Die "netten" Charaktere sind auch alle mit einer angenehmen Stimme versehen. Die "bösen" Charaktere, also die Wärterinnen und Beamten der DDR, hatten durchweg nasale und leiernd Stimmen und klangen, als ob ein Mensch genervt nachgeäfft wird. Zudem waren die Akzente nicht richtig und somit extrem nervtötend. Am Anfang dachte ich noch, dass ich Sächsisch einfach nicht allzu gut einschätzen kann, doch dann kam Kölsch. Das kann ich sehr gut einschätzen und es klang kein bisschen wie Kölsch. Wenn man die Dialekte nicht intonieren kann, sollte man es lassen, da auch so das Zuhören anstrengend wird und es viele verbale Interaktionen in dem Buch gibt.

Was mich ein wenig an Peasy als Protagonistin gestört hat: ihr scheint es ja an sich nicht allzu schlecht in der DDR gefallen zu haben, bis ihr das Tanzen genommen wurde. Ed hingegen ist von Anfang an als rebellisch beschrieben. Sie wirkt sehr naiv (nicht auf die gute Art) und ich konnte nicht mit ihr warm werden.

Obwohl das Thema so schwerwiegend und tief ist, war die Erzählung für mich seltsam flach. Ich konnte keinerlei Beziehung zu den Charakteren aufbauen und habe Gisa auch als leicht nervig empfunden. Natürlich sind ihr schlimme Dinge widerfahren, ihre Reaktionen, Handlungen und Einstellungen kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Hinzu kommt, dass es hier und da in der Erzählung kleinere Ungereimtheiten und Fehler gab. Diese kleinen Fehler haben mich dann leider an der gesamten Glaubwürdigkeit zweifeln lassen. Da das Buch "auf wahren Begebenheiten beruht", stelle ich mir nun leider vor, dass die Autorin nicht allzu genau die Zeit im Gefängnis beschrieben hat, und zum Zwecke der Unterhaltung kleine (ausgedachte) Elemente hinzugefügt hat. Wenn diese dann auf Kosten der Glaubwürdigkeit hinzugefügt werden, verfehlen sie irgendwo ihren Zweck. Natürlich weiß ich, dass die Gefängnisse dort menschenverachtend und wirklich grauenhaft waren, daher wäre es eigentlich schön, wenn man einer Geschichte neben den Fakten auch das Erzählerische abkaufen würde.

Für das Ende hätte ich mir mehr Informationen zum weiteren Leben der beiden gewünscht. Ed kam zwar auch in der gesamten Geschichte zu kurz, aber es ist schließlich Gisas Perspektive.

Die Einteilung in so kurze "Hör"-Kapitel fand ich sehr praktisch, denn so konnte man auch zwischendurch immer wieder weiterhören, ohne lange die richtige Stelle suchen zu müssen.
Alles in allemist "Die Hölle war der Preis" ein (Hör)Buch, das mir vermutlich gelesen wesentlich mehr Spaß als gehört gemacht hätte. Die Inhalte fand ich zwar sehr spannend und interessant (wenn auch grausam und erschreckend, womit man jedoch bei einem solchen Buch rechnen sollte), die Art und Weise der Erzählung hat mich jedoch einiges an Motivation zum Weiterhören gekostet. Denn nicht nur die Intonation der Sprecherin hat das Hören so anstrengend gemacht: auch Aufbau, Längen der Passagen und die kleinen Logikfehler haben meine Begeisterung stark gedämpft.

Das Hörbuch empfehle ich nur Leuten, die kein Problem mit falschen Akzenten und übertriebenen Stimmen haben und auch kleine Fehler in Büchern verzeihen. Gelesen fallen einem eventuell auch die langatmigen Passagen mit wiederholenden Elementen (die vielleicht als Stilmittel gewertet werden könnten) weniger auf.

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Veröffentlicht am 27.05.2020

Ein emotionales Buch, das locker startet und immer intensiver wird.

Zähl nicht meine Tage
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Inhalt: Zoe möchte ihr Leben beenden und hat den Plan, in einem letzten Jahr noch ein paar Menschen zu helfen, um eine Schuld wieder gut zu machen. In Köln lässt sie ihr altes Leben hinter sich und arbeitet ...

Inhalt: Zoe möchte ihr Leben beenden und hat den Plan, in einem letzten Jahr noch ein paar Menschen zu helfen, um eine Schuld wieder gut zu machen. In Köln lässt sie ihr altes Leben hinter sich und arbeitet in einem Krankenhaus, einem Altenheim und einer Bank. Sie lernt die kleine, an Krebs erkrankte Mia kennen, die sie schnell ins Herz schließt. Die kratzbürstige Rentnerin Sophie schließt sie nicht ganz so schnell in ihr Herz und der Banker Alex Ferra ist wahrlich nicht der freundlichste Mensch in der Bank. Mit allen Dreien baut sich Zoe jedoch eine Beziehung auf, die sie so schnell nicht gehen lassen kann. Die Beziehungen werden immer enger und vertrauter, sodass Zoe sich am Ende die Frage stellen muss, ob sie ihren Plan überhaupt noch umsetzen will.


Meinung: Ich bin absolut begeistert von dem Buch, denn es hat mich im positiven Sinne total mitgenommen.. Es geht um die schwierigen, aber wichtigen Themen Selbstmord und Verlust von geliebten Menschen. Während es sich am Anfang noch nach einem flachen Plantschen im Meer der Gefühle anfühlt und viel Situationskomik beinhaltet, reißt einen der Strudel der Emotionen nach dem ersten Drittel so richtig mit. Durch meine eigenenen Erfahrungen im Leben mit Depressionen und den Verlust einer geliebten Person durch Selbstmord hat mich das Buch besonders das Herz berührt. Hin und wieder musste ich das Buch zur Seite legen, um kurz durchzuatmen. Ich konnte mich (wie fast noch nie zuvor mit einem Protagonisten) sehr mit Zoe identifizieren und habe deshalb alles intensiv mitgefühlt. Nicht wegen ihrem Charakter, sondern wegen ihrer Gefühle und Erfahrungen. Sehr sensible Menschen oder Personen mit ganz frischen emotionalen Wunden sollten eventuell abwägen, ob sie sich ein solch ernstes, aber unglaublich tolles Buch zutrauen. Wer intensive Geschichten mit Liebe und Leid gerne liest, wird dieses Buch jedoch nicht mehr aus der Hand legen können!

Fans von "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes, "Beim Leben meiner Schwester" von Jodi Picoult oder "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green werden dieses Buch lieben. Es geht um Trauer, Hilflosigkeit und die Dunkelheit, die viele von uns manchmal einholt. Aber auch um die vielen Gründe, die das Leben lebenswert machen, auch wenn wir manchmal nicht weiter wissen und uns allein fühlen. Zwar hat mich das Buch an viele meiner Wunden erinnert, die ich nur mit Mühe überwunden habe, aber es bestärkt einen auch, dass es sich lohnt, für sich selbst und andere zu kämpfen ❤️. Bitte zögert nicht, euch an Freunde, Verwandte oder die vielen Seelsorgeangebote zu wenden, wenn es euch sehr schlecht geht. Es tut gut, wenn man sich einmal überwunden hat. Es ist stark, wenn man über etwas reden kann, das einem selbst so schmerzt. Und es wird, langsam aber sicher, auch wieder besser. Fühlt euch alle, besonders in dieser Zeit der Isolation, ganz fest umarmt ❤️



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