schöne Alltags-Auszeit mit diesem Roman
Brombeerblaue TageDer farblich, passend in Brombeertönen gestaltete Buchumschlag mit Blick auf ein Gutshaus mit Reetdach hat bereits ein bisschen was von gedanklicher Auszeit - ein stückweit beruhigend, sehr stimmig, ein ...
Der farblich, passend in Brombeertönen gestaltete Buchumschlag mit Blick auf ein Gutshaus mit Reetdach hat bereits ein bisschen was von gedanklicher Auszeit - ein stückweit beruhigend, sehr stimmig, ein bisschen minimalistisch wirkend, aber mit dem Wichtigsten ausgestaltet, zieht es den Blick des Lesers an sich. Mir gefällt es sehr gut.
Elisa, deren Alltag von Hektik, Termindruck und engen Taktungen geprägt ist, könnte gefühlt durchaus einmal eine Pause gebrauchen. Wie das Leben so spielt, muss sie ihr "Leben auf der Überholspur" unterbrechen und das Gutshaus ihres Vaters auf Rügen für ein paar Tage hüten. Doch dort angekommen erlebt sie ihr "blaues Wunder" - nichts ist wie sie gedacht hatte. Beim "klar Schiff machen" im Garten und drum herum, lernt sie zu entschleunigen und ihre Liebe zu Pflanzen und zur Natur erlebt ein Revival.
Mir hat es unheimlich viel Freude gemacht Elisa hierbei begleiten zu dürfen. Ich bin nicht der Typ Hobbygärtner, aber ich fand die Geschichte und das Drum herum sehr interessant. Auch die Pflanzenporträts, die sich an der ein oder anderen Stelle finden, haben mich zuerst überrascht (weil ich nicht damit gerechnet habe), dann aber auch ein bisschen spannend und rätselnd nach vorne blicken lassen mit der Frage: wie viele und was wird denn noch vorgestellt werden?
Der gefühlvolle, sehr liebevolle und detaillierte Schreibstil ist meines Erachtens sehr gelungen und mehr als passend für diese Geschichte. Dabei geht es auch nicht nur um Elisa sondern auch um die Beziehung zu ihrem Vater. Auch ich als Leser habe Parallelen von Elias ursprünglichem durchgetakteten Leben und meinem erkannt und der Roman bot Denkanstöße für die Frage: weiter so oder ein bisschen anders.
Fazit: sehr gelungener, tiefgründiger Roman