leider enttäuschend
BerchtesgadenWas habe ich mich auf den großen Gesellschaftsroman zum 80jährigen Jubiläum des Kriegsendes „Berchtesgaden“ von der Autorin Carolin Otto gefreut.
Nun bin ich sehr enttäuscht. Für mich waren es zu viele ...
Was habe ich mich auf den großen Gesellschaftsroman zum 80jährigen Jubiläum des Kriegsendes „Berchtesgaden“ von der Autorin Carolin Otto gefreut.
Nun bin ich sehr enttäuscht. Für mich waren es zu viele Charaktere, die ersten Kapitel völlig zusammenhanglos, die Geschichte nicht zu Ende erzählt und in Gesamtheit betrachtet, konnte mich der Roman leider nicht berühren.
1945 der Krieg ist zu Ende, in Berchtesgaden beginnt der Run auf den Berghof und Obersalzberg. Franzosen und Amerikaner möchten des Führer-Hauptquartier als erster vereinnahmen. Gräueltaten der Deutschen kommen ans Licht, ranghohe Nazis begehen Selbstmord.
Leider fügen sich für mich die Teile aber nicht zusammen. Die Autorin berichtet über zu viele verschiedene Szenarien. Historisch gut recherchiert, keine Frage, aber mir fehlt „der rote Faden“. Da haben wir zum einen Sophie und Magda. Max, Sophies Bruder, der sich vor den Nazis versteckt hält. Neubürgermeister Rudolf Kriss, der einst von den Nazis zum Tode verurteilt wurde. Sam, ein GI, der auf Grund seiner Hautfarbe nie auf ein Siegerfoto darf. Ali, die Schauspielerin, die mit einem Nazi einen Sohn hat. Frank, der bayrische Amerikaner und die Fotografin Meg… Die Handlungsstränge laufen parallel ohne wirklichen Bezug zueinander. Der Roman liest sich auch nicht flüssig. Ist man in Lesefluss gekommen, wird er schnell wieder unterbrochen, weil ein neues Thema oder eine Wiederholung einfließt. Das Thema hätte so viel Potenzial. Weniger wäre hier mehr gewesen. Mir hätten einige Charaktere weniger besser gefallen, dafür aber ihre Geschichte zu Ende erzählt.