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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2025

Eine spannende Reise in die Vergangenheit

Sieben Jahre
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Aha, das ist also seine Mutter. Diese Königin ohne Krone. Nicht mehr ganz so umfangreich wir vor der Ankunft des kleinen Bruders. Sie ist erschöpft, das sieht Heinrich sofort und er macht sich so seine ...

Aha, das ist also seine Mutter. Diese Königin ohne Krone. Nicht mehr ganz so umfangreich wir vor der Ankunft des kleinen Bruders. Sie ist erschöpft, das sieht Heinrich sofort und er macht sich so seine Gedanken. Sein Vater, der König, regiert mit strenger Hand. Nicht nur das Reich, auch seine Familie war vor seinen Wutausbrüchen nicht sicher. Als Friedrich sein Heim verlassen wollte, musste er ein Jahr lang in „Einzelhaft“ verbringen. Zudem auch noch ansehen, wie sein bester Freund erhängt wurde. Seine Schwester Wilhelmine züchtigte der strenge Vater, weil sie ihren Lieblingsbruder nicht verraten wollte. Und trotzdem wurde Friedrich König und Wilhelmine blieb seine Lieblingsschwester.

"Sieben Jahre" lässt die Historie Preußens lebendig werden. Friedrich II ging als „der Große“ in die Geschichte ein. Obwohl er verheiratet war hält sich hartnäckig das Gerücht, er sei homosexuell. Dass er gerne musizierte ist allerdings unzweifelhaft belegt und wird auch in diesem Roman thematisiert.

Die Autorin Tanja Kinkel ist bekannt für ihre akribische Recherchearbeit. Aus dem Grund ist das Buch auch recht umfangreich. Das Lesen lohnt sich allerdings und die Reise in die Vergangenheit ist nicht nur spannend sondern auch bildhaft dargestellt. Besonders gefielen mir die Dialoge der Brüder Heinrich und Friedrich. Die beiden hatten keine Scheu voreinander und Heinrich nahm bei seiner Kritik an Friedrich kein Blatt vor den Mund. Meine Leseempfehlung gilt ohne Einschränkung.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Die Vergangenheit holt jeden ein

Aufsteiger
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Heute ist es endlich soweit. Felix ist sich ganz sicher, dass er Chefredakteur wird. Warum sonst hätte sein Chef sich über viele Stunden mit ihm Gedanken über die künftige Ausrichtung des Magazins gemacht? ...

Heute ist es endlich soweit. Felix ist sich ganz sicher, dass er Chefredakteur wird. Warum sonst hätte sein Chef sich über viele Stunden mit ihm Gedanken über die künftige Ausrichtung des Magazins gemacht? So oft, dass er weder an Frau und Tochter dachte, die auf ihn verzichten mussten? Dabei machte er doch alles nur für sie. Das tolle Haus, die Reitstunden der Tochter, die Shoppingtouren seiner Frau. Alles musste doch finanziert werden. Für Felix Licht unvorstellbar, aber der Inhaber des Magazins dachte gar nicht daran, ihn zu befördern. Den Zuschlag bekam eine Frau. Zoe Rauch, die heimliche Liebe von Felix seit 12 Jahren.

Und wieder einmal hat es ein Hörbuch des Argon Hörbuch Verlags geschafft, mich ausnahmslos zu begeistern. Die Story um Felix Licht zeigt eindringlich, wie sehr die Vergangenheit Einfluss auf Gegenwart und Zukunft von Menschen hat. Zunächst scheint es ein ganz „normaler“ 08/15 Roman zu sein. Bis Felix nicht den Job bekommt, den er anstrebt und Zoe erneut in sein Leben tritt. "Aufsteiger" war nie langweilig und die Wendungen sorgten für permanente Spannung.

Dieses Hörbuch wird von Markus J. Bachmann gelesen und das ausgezeichnet. Für mich ein wesentlicher Aspekt, wenn mir ein Hörbuch gefällt. Meine Empfehlung gilt also ausnahmslos.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Welch eine bemerkenswerte Frau

Peggy Guggenheim
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Peggy Guggenheim kaufte nicht ausschließlich Werke junger und unbekannter Künstler. Viele von ihnen konnten ihre Miete nicht bezahlen und wurden nur selten satt. Als die Nationalsozialisten in vielen Staaten ...

Peggy Guggenheim kaufte nicht ausschließlich Werke junger und unbekannter Künstler. Viele von ihnen konnten ihre Miete nicht bezahlen und wurden nur selten satt. Als die Nationalsozialisten in vielen Staaten Europas die Herrschaft übernahmen, gab es den Begriff „entartete Kunst“. Dabei handelte es sich um Werke, die von jüdischen Künstlern kreiert wurden. Frau Guggenheim war selbst Jüdin und widersetzte sich den Verboten. Sie kaufte auch diese Gemälde und ihre Sammlung nahm schnell Dimensionen ein, die keinen Wandschmuck für ein Einfamilienhaus darstellten. Ihr haben wir zu verdanken, dass Werke von Munch, Kandinski, Legér, Klee und weiteren guten Künstlern bis heute erhalten blieben.

Was für ein Buch. Obwohl als Sachbuch veröffentlicht, war es zu keinem Zeitpunkt abgehoben oder gar langweilig. Wer Salvador Dali als „wandelnde Schnapsbar“ betitelt, hat eine große Portion Humor, die er in seinem Buch verarbeitet. Frau Guggenheim eröffnete auch Frauen den Zutritt zu ihren Ausstellungen. Surrealisten waren so borniert, dass sie nicht wahrhaben wollten, dass Frauen auch gut malen können.

Frau Guggenheim ließ 7 Abtreibungen zu. Einmal wurde sie und zudem auch die Ehefrau ihres Geliebten gleichzeitig schwanger. Sie war ein Abbild dieser Zeit. Eine Geliebte, oder Mätresse, zu haben, gehörte zur Normalität, zum „guten Ton“. Es war nicht verwerflich.

Peggy Guggenheim hatte ein großes Herz und einen ebenso großen Geldbeutel. Sie verhalf nicht nur Marc Chagall und Max Ernst zur Flucht vor den Nationalsozialisten. Dieses Buch ist eine würdige Biografie für diese außergewöhnliche Frau. Was mir besonders gefiel, das sind die vielen Fotos. Je mehr ich über diese Dame lese, desto beeindruckter bin ich von ihr.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Spannender Krimi humorvoll dargestellt

Die Klöntür zum Hof
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Joost ist nach Sylt gereist. Dort soll er das Haus seines Sohnes hüten. Eigentlich ist es ja Seins, aber er hat es seinem Sohn überschrieben. Als er Greta anruft, klingt er völlig verstört. In der Küche ...

Joost ist nach Sylt gereist. Dort soll er das Haus seines Sohnes hüten. Eigentlich ist es ja Seins, aber er hat es seinem Sohn überschrieben. Als er Greta anruft, klingt er völlig verstört. In der Küche liegt ein Toter und den kennt er auch noch sehr gut. Greta überlegt nicht lange und macht sich auf den Weg zur Insel. Hier lernt sie nicht nur die Freunde Joosts kennen. Sie stürzt sich sofort in die Ermittlungen. Zumal ihr bester Freund Opfer eines Mordanschlags wird.
"Die Klöntür zum Hof" ist das zweite Buch, in dem Joost und Greta ermitteln. Den ersten Teil las ich nicht und konnte dem Geschehen trotzdem gut folgen. Joost kennt viele Menschen auf Sylt und hat einen soliden Freundeskreis. Das ist hier normal, denn die Einheimischen halten zusammen. Doch, wer tötete den Freund von Joost und wer will ihn ermorden? Die Ermittler tappen im Dunkeln. Auch Greta weiß zunächst nicht, was sie davon halten soll.

Viele Verdächtige gibt es und auch die Wendungen sind zahlreich. Wie sich dann am Schluss die Lösung gestaltet, das hat mich überrascht. Die Sprecherin Astrid Schulz gefiel mir sehr gut. Ihre Fähigkeit, die Stimmen den Akteuren anzupassen war perfekt. Das Hören war mir ein Genuss.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Konnte mich nicht so richtig überzeugen

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Mimi kann es nicht fassen. Da denkt sie, dass sie im Paradies wohnt und dann das. Nur wenige Minuten entfernt lebt eine Erpresserin. Und Mimi war sich sicher, dass sie die Fehler der Vergangenheit erfolgreich ...

Mimi kann es nicht fassen. Da denkt sie, dass sie im Paradies wohnt und dann das. Nur wenige Minuten entfernt lebt eine Erpresserin. Und Mimi war sich sicher, dass sie die Fehler der Vergangenheit erfolgreich hinter sich bringen konnte. Jetzt ist sie 77 Jahre alt und lebte die letzten 23 Jahre zufrieden und ohne Sorgen auf der Insel Mackinac. Sollte das jetzt vorbei sein? Nein, das darf nicht sein. Wie soll sie auf diesen unsäglichen Erpresserbrief reagieren? Es ist nicht nur ein Brief, sondern eine Einladung zur Party mit etlichen Gästen.

Mimi ist eine taffe ältere Dame. Sie lebt ohne Geldsorgen alleine in einem großen Haus. Ihre einzige Familie ist ihre Enkelin Addie. Leider hatten die beiden eine heftige Auseinandersetzung und seitdem keinen Kontakt. Tja, nicht nur daran merken Außenstehende, dass sie verwandt sind. Ihre Sturheit wirkt sich oft nachteilig auf ein Zusammenleben aus. Mimi springt über ihren Schatten und kontaktiert ihre Enkelin. Beide folgen der Einladung und besuchen das Fest der Erpresserin. Leider wird diese schon nach wenigen Stunden ermordet. Und es bleibt an diesem Abend nicht bei einer Toten.

„Die Einladung“ konnte mich nur mäßig überzeugen. Zu viele Namen verwirrten und die Suche nach dem Täter oder der Täterin hätte nicht so ausgedehnt erfolgen müssen. Interessant fand ich das Verdeutlichen von Zusammenhängen. Wer war mit Jane, der Gastgeberin, verwandt? Wer gut oder nur flüchtig bekannt? Im Verlauf der Ermittlungen gibt es einige Überraschungen, die so nicht vorhersehbar waren.

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