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Veröffentlicht am 02.11.2020

Über das Phänomen wunschlos unglücklich zu sein

Das Buch eines Sommers
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„Das Buch eines Sommers“ erzählt die Geschichte von Nicolas. Strenger Vater, der sehr erfolgreiche eine Firma aufbaute. Sehr streng zu seinem Sohn und der Zwang, die Firma zu übernehmen. Aber, eigentlich ...

„Das Buch eines Sommers“ erzählt die Geschichte von Nicolas. Strenger Vater, der sehr erfolgreiche eine Firma aufbaute. Sehr streng zu seinem Sohn und der Zwang, die Firma zu übernehmen. Aber, eigentlich wollte Nicolas doch etwas ganz Anderes. Er wollte schreiben, wie sein Onkel Valentin, der von dem Vater nur als „Spinner der Familie“ genannt wird. Als Valentin stirbt, ändert sich auch für Nicolas etwas Grundlegendes. Er will aus dem Hamsterrad seines Lebens aussteigen.

Bas Kast schrieb also hier seinen ersten Roman. Mit einem Sachbuch war er wohl schon recht erfolgreich. In dem „Buch eines Sommers“ zeigt sich, was er studierte und womit er sich beschäftigt. Mit Erziehung, den Auswirkungen von Druck und dem Einfluss der Gene bei der Entwicklung. Valentin war für Nicolas ein großes Vorbild, jedoch gefiel das dem Vater überhaupt nicht. Er erwartete absoluten Gehorsam von seinem Sohn und der traute sich nicht, sich selbst zu verwirklichen.

Bas Kast bringt einige gute Beispiele für seine Ansichten und die waren für mich nachvollziehbar. Jedoch nicht die Kapitel, wo es um seine Wachträume und der Unterhaltung mit Gestalten aus der Phantasie. Da ging mit ihm wohl die Einbildungskraft durch. Wie sich dann schlussendlich der Traum des Nicolas erfüllt und was sich in seinem Leben ändert, das erfährt der Leser, wenn er sich dieses feine Buch gönnt. Für meinen Geschmack ein wenig zu oberflächlich, hat es mich trotzdem gut unterhalten. Zumindest gibt es einige gute Denkansätze, die jeder für sich weiter entwickeln kann.

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Veröffentlicht am 29.10.2020

Aufwachsen in einer fremden Welt

Der verlorene Sohn
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Im Jahr 1838 wird Jamalludin als Geisel aus der Obhut seiner Familie gerissen. Der Grund liegt in der lang währenden Auseinandersetzung zwischen Russen und Awaren, der Kaukasische Krieg. Dem Jungen wird ...

Im Jahr 1838 wird Jamalludin als Geisel aus der Obhut seiner Familie gerissen. Der Grund liegt in der lang währenden Auseinandersetzung zwischen Russen und Awaren, der Kaukasische Krieg. Dem Jungen wird gesagt, dass es nur wenige Tage oder Wochen dauert, bis er wieder bei seinen Eltern und den Geschwistern sein darf. Jedoch kommt es ganz anders. Jamalludin kommt zum Hof des Zaren und lernt hier eine völlig neue „Welt“ kennen. Voller Luxus und Angeboten zum Lernen und zur Freizeitgestaltung zeigen der Zar und seine Frau, was er verpasst hätte, wäre er im Kaukasus geblieben. Also, ist die Entführung ein Segen für den Jungen?

„Der verlorene Sohn“ ist nicht das erste Buch, welches ich von Olga Grjasnowa las. Neben ihrem Debüt „Der Russe ist einer der Birken liebt“ gefiel mir auch „Gott ist nicht schüchtern“ sehr gut. Frau Grjasnowa wurde in Armenien geboren und weiß sehr gut, wovon sie schreibt. Für mich ist aber auch klar, dass hier einige allgemeine Vorstellungen bedient werden. Prachtvolle Bälle auf der einen und Misshandlungen von Familienmitgliedern auf der anderen Seite gehören dazu. Auch die Ermordung eines unerwünschten Kindes, weil es genug „Mäuler zu stopfen“ gilt. Will sagen, dass Frau Grjasnowa in diesem Buch nicht ihre Ansicht über die Russen verbergen kann (will?).

Dennoch, wer sich nicht nur auf die Ausführungen des Buches verlässt und ein wenig tiefer forscht, der hat eine perfekt Grundlage, in die Geschichte der Awaren einzutauchen. Das Ende gefiel mir nicht und es bleiben einige Fragen offen. Trotzdem empfehle ich das Buch. Die klare und erzählende Sprache der Autorin sowie ihre lebhafte Beschreibung von Land und Leuten, lassen eindrückliche Bilder entstehen.

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Veröffentlicht am 27.10.2020

Spannende Unterhaltung bis zum 24.12.

Escape Room Adventskalender. Die drei unheimlichen Geschenke
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Toni und Bruder Luka sind dir zwei Hauptpersonen in diesem tollen Mitmachbuch. 24 Rätsel müssen gelöst werden bis am Schluss der Weihnachtsmann befreit werden kann. Aber stopp! Nicht einfach umblättern, ...

Toni und Bruder Luka sind dir zwei Hauptpersonen in diesem tollen Mitmachbuch. 24 Rätsel müssen gelöst werden bis am Schluss der Weihnachtsmann befreit werden kann. Aber stopp! Nicht einfach umblättern, das wäre doch zu einfach. Erst muss der Detektiv ein Rätsel lösen und falls er das richtig machte weiß er, welche Seite er auftrennen darf. Ja, es sind immer zwei Seiten durch eine Perforation verbunden. Keine Angst, die Kinder haben kompetente Hilfe an ihrer Seite. Da gibt es die Spinne Melitta und auch Freund Rudolph, die ihnen bei der Lösung wertvolle Tipps geben.

Auf der Rückseite des Buches steht der Satz: „Für eine spannende Adventszeit!“ Und ich muss sagen, dass es wirklich so ist. Mit Feuereifer haben unsere Enkel versucht, die Rätsel zu lösen. Aber ja, nur zwei, da sie ja auch im Advent noch forschen sollten. Langeweile gibt es dabei nicht. Auch wenn unser 9jähriger erst lange überlegen musste, er konnte die Fragen ohne Hilfe von mir beantworten. Die Geschichte gefiel ihm ebenfalls sehr gut. Auch er ist in jedem Jahr von dem ganzen Trubel genervt und setzt wie Luka viel lieber seinen Kopfhörer auf und lässt sich Bücher vorlesen. Luka ist immerhin schon 13 und findet Weihnachten „uncool“. Warum er dann doch neugierig wird und seiner Schwester beim Rätseln helfen möchte, das erfahrt Ihr, wenn Ihr das Buch in den Händen haltet.

Die Aufmachung des Adventskalenders ist sehr wertig. Ganz toll finden wir alle auch die schönen Malereien und die passenden Überraschungen darauf, welche auf jeder neuen Seite zu finden sind. Aber auch die Geschichte ist spannend geschrieben und das Lesen macht Spaß.

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Veröffentlicht am 27.10.2020

Rumänien im Strudel der "Mächtigen"

Trümmerland
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Zunächst folgte Rumänien noch dem „Führer“, es war im Jahr 1941 nationalsozialistisch. Soldaten wurden zum Ostfeldzug eingezogen und kämpften gegen Russland. Nelu, ein junger Rumäne mit dem Wunsch erfolgreich ...

Zunächst folgte Rumänien noch dem „Führer“, es war im Jahr 1941 nationalsozialistisch. Soldaten wurden zum Ostfeldzug eingezogen und kämpften gegen Russland. Nelu, ein junger Rumäne mit dem Wunsch erfolgreich zu sein, freut sich auf den Einsatz im Krieg. Voller Enthusiasmus reist er mit seinen Kameraden an die Front. Er lässt seine junge Verlobte Andrada zurück und beide versichern sich, dass sie nach dem Krieg auf jeden Fall heiraten werden. Die Träume zerplatzen wie Seifenblasen und auch der Fronteinsatz entspricht so gar nicht den Vorstellungen Nelus. Er sieht grausame Dinge und muss selbst Misshandlung und Schmerz hinnehmen. Im Sommer 1944 wechselt Rumänien die Fronten und stellt sich an die Seite Russlands. Freunde werden zu Feinden und umgekehrt. In der Heimat geht das Leben weiter und Andrada muss ihren Weg ohne Nelu gehen.

Erst nachdem ich Bücher über Rumänien las, lernte ich ein wenig die Menschen und deren Eigenheiten kennen. Silvia Hildebrandt wurde in Rumänien geboren und kann aus einem reichen Erfahrungsschatz ihrer Eltern und Großeltern schöpfen. Das macht ihre Bücher so wertvoll. Hier schreibt sie eindrücklich die Zerrissenheit der Menschen. Dazu gehört auch der Kampf zwischen Ungarn und Rumänen in privaten Bereichen. Viele haben Angst vor Verrat und kaum jemand traut sich, seine ehrliche Meinung zu vertreten. Juden werden verfolgt und wer sich schützend vor sie stellt, muss mit harten Sanktionen rechnen. Hunger und Traumen beeinflussen das Leben und nach dem Krieg muss der Wideraufbau vorangetrieben werden. „Trümmerland“ ist ein Buch, welches viele Fakten enthält und mir das Land Rumänien ein wenig näher brachte.

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Veröffentlicht am 27.10.2020

Die spannende Geschichte des jungen Lakota geht weiter

Indian Cowboy
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Ryan muss immer wieder um sein Leben fürchten. Er will endlich Ruhe und möchte zurück zu seiner Familie. Aber sein Widersacher seit Jahren, Red Eagle, kann ihm nicht verzeihen und legt ihm Steine in den ...

Ryan muss immer wieder um sein Leben fürchten. Er will endlich Ruhe und möchte zurück zu seiner Familie. Aber sein Widersacher seit Jahren, Red Eagle, kann ihm nicht verzeihen und legt ihm Steine in den Weg. Jedoch ist ihm Hilfe gewiss, mit der er absolut nicht rechnete. Im Kreis der Familie kann er die erlebten Qualen in der „anderen Welt“ vergessen. Ja, und eine neue Liebe wartet ebenfalls auf ihn. Oder nicht?

Auch der vierte Band des „Indian Cowboy“ ist spannend und abwechslungsreich erzählt. Mir gefielen die Geschichten der alten Lakota gut. Ich konnte mal wieder erfahren, wie das Leben in der Vergangenheit war und wie es sich heute gestaltet. Wie schwer die Menschen es in den Reservaten noch haben und dass sie bis heute nicht so recht anerkannt sind, das stimmt mich sehr nachdenklich. Brita Rose – Billert kennt die Probleme und versteht es ausgezeichnet, diese in ihre spannenden Bücher einzubringen. Das Cover ist aussagekräftig, muss Ryan doch immer wieder den Mut eines Bären beweisen. Ich freue mich auf die folgenden Bände der Geschichte um Ryan und bin gespannt, ob seine Träume sich erfüllen.

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