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Veröffentlicht am 16.05.2020

Nette Unterhaltung für zwischendurch

Das Savoy - Schicksal einer Familie
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„Das Savoy Schicksal einer Familie“ ist der zweite Band, welcher von der Historie des berühmten Hotels in London erzählt. Violet hat die Leitung übernommen, nachdem ihr Großvater schwer erkrankte. Zum ...

„Das Savoy Schicksal einer Familie“ ist der zweite Band, welcher von der Historie des berühmten Hotels in London erzählt. Violet hat die Leitung übernommen, nachdem ihr Großvater schwer erkrankte. Zum Glück fand sich auch der Sohn des Besitzers damit ab und seine Frau hilft sogar bei der vielen Arbeit, die auf Violet zukam. Trotz dieser Ablenkung fühlt sie sich oft alleine und trauert ihrem Geliebten noch immer nach. Wie logisch, dass sie dem Werben eines attraktiven Mannes nachgibt und mit ihm nach Berlin reist. Dort findet zu dem Zeitpunkt die Olympiade statt. Eine pompöse Inszenierung Hitlers, die von den Machenschaften der NSDAP ablenken soll. Violet erlebt dort Dinge, die ihr fast das Leben kosten. Sie verabscheut die Stadt und das Getue um den „Führer“. Sie will nur noch nach Hause. Doch, was sie dort erwartet, ist ebenfalls nicht schön.

Ich las auch den ersten Teil und konnte mich sofort in die Geschichte einfinden. Außerdem schreibt der Autor immer mal wieder wichtige Passagen aus der Vergangenheit sodass auch Leser ohne Vorkenntnisse gut klar kommen werden. Jedoch gefiel mir dieser Band nicht so gut wie der Erste. Für meinen Geschmack erzählt der Autor viel Nebensächliches. Historische Fakten vermisste ich dieses Mal dann doch. Dennoch fühlte ich mich gut unterhalten und vergebe daher vier Sterne und eine Empfehlung für alle, die beim Lesen nicht zu viel Tiefe erwarten. Dass es am Schluss auch die obligatorischen Cliffhanger gibt, ist wohl normal, da ein dritter Band folgen soll.

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Veröffentlicht am 11.05.2020

Wie ein Kostüm die Stummheit beendet

Pandatage
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Er ist das Symbol des WWF und wird als Einzelgänger beschrieben. Die Rede ist vom Panda, der mittlerweile in vielen deutschen Zoos zu bewundern ist. In dem Buch Pandatage ist es ein Pandakostüm und kein ...

Er ist das Symbol des WWF und wird als Einzelgänger beschrieben. Die Rede ist vom Panda, der mittlerweile in vielen deutschen Zoos zu bewundern ist. In dem Buch Pandatage ist es ein Pandakostüm und kein echter Bär, der hier als Hauptperson fungiert.

Danny Maloony ist Witwer und alleinerziehender Vater von Will. Der war beim Tod der Mutter zugegen und spricht seitdem nicht mehr. Danny ist mit der Situation überfordert. Er verliert seinen Job und sein Vermieter droht ihm mit Folter, wenn er die rückständige Miete nicht zahlt. In seiner Not kauft er sich ein Pandakostüm und tritt im Park als Straßenkünstler auf. Zunächst zwar ohne Erfolg, aber schon bald zeigt sich Unterstützung in Form der „Tänzerin an einer Stange“, mit dem netten Namen Krystal.

Was macht ein Vater, wenn die Bezugsperson seines Sohnes stirbt? Er schlüpft in die „Haut“ eines Fremden und versucht auf diese Weise, seinem Sprössling näher zu kommen. Bis zum Tod seiner Frau musste Danny viel arbeiten, damit er seiner Familie einen gewissen Luxus bieten konnte. Es ist also nur logisch, dass er seinen Sohn kaum sah und seine Vorlieben oder Abneigungen nicht kennt. Dass der Junge nach dem Trauma nicht mehr spricht, macht das Kennenlernen ungleich schwerer. Zum Glück gibt es das Pandakostüm.

Nicht nur der Humor des Autors konnte mir imponieren. Auch der Ernst, welcher hinter den lustig anmutenden Episoden und Dialogen der Erzählung steht, zog mich in seinen Bann. Das Buch zeigt, wie Kinder mit dem Verlust eines Elternteils umgehen können und in welcher Weise die Zurückgebliebenen in der Lage sind, einander zu helfen. Dabei spielt es keine Rolle, dass sie sich unkonventionelle Hilfen zur Unterstützung suchen.

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Veröffentlicht am 07.05.2020

Eine gefährliche Flucht in den Weiten der USA

American Dirt
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Es ist Samstag, der 07. April. Lucas´ Cousine Yenifer hat Geburtstag, sie wurde 15 Jahre alt und alle feiern mit ihr. Die ganze Familie ist im Haus der Abuela versammelt. Es ist ein fröhliches Fest, bis, ...

Es ist Samstag, der 07. April. Lucas´ Cousine Yenifer hat Geburtstag, sie wurde 15 Jahre alt und alle feiern mit ihr. Die ganze Familie ist im Haus der Abuela versammelt. Es ist ein fröhliches Fest, bis, ja bis plötzlich Schüsse knallen und alle auf dem Boden liegen. Nur Lucas und seine Mutter überleben und flüchten vor den Tätern. Es ist eine Flucht um ihr Leben und wer weiß, ob sie wirklich am Ende einer langen Reise dankbar zurückblicken können.

Lucas´ Vater ist Journalist und er schrieb einige Artikel über die Kartells von Mexiko. Lag es daran und wer gab den Auftrag für das Massaker? Ein Buch mit vielen Wendungen und spannenden Momenten. Wobei es darauf nicht ankommt. Die Autorin führte mir so klar und bildhaft vor Augen, wie gefährlich das Leben von Migranten aus Mexiko in den USA ist. Sie sind ständig auf der Flucht und es gibt nur wenige Menschen, die ihnen wirklich helfen. Dabei wollen sie doch nur ein: ein ruhiges Leben führen. Arbeiten und ihr Geld für Essen und Wohnung ausgeben können. Warum werden ihnen so viele Steine in den Weg gelegt? Der aktuelle Präsident hat mit seinem Wahlversprechen (der Mauer nach Mexiko) viele Anhänger für sich gewinnen können. Von Menschlichkeit ist hier keine Spur zu sehen.

Ja, es ist ein politischen Buch und die Autorin macht im Epilog darauf aufmerksam, dass die hier geschilderten Erlebnisse täglich geschehen. Sie schreibt, dass im Jahr 2017 alle 21 Stunden ein Migrant an der Grenze zwischen Mexiko und den USA tödlich verletzt wurden. Kinder sterben, wenn sie mit alle Eltern auf den Schnellzug gelangen. Die Polizei ist korrupt und viele der Schlepper ebenfalls. Welch ein Drama. Das Buch ist unbedingt lesenswert und hat die fünf Sterne mehr als verdient.

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Veröffentlicht am 03.05.2020

Ein wertvolles Buch, welches die Vergangenheit lebendig hält

Masada
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Für mich ist Israel ein ganz besonderes Land. Daher war es für mich ein Muss, das Buch „Masada Der Kampf der Juden gegen Rom“, zu lesen. Es gibt hier ja etliche historische Stätten und Masada ist eine ...

Für mich ist Israel ein ganz besonderes Land. Daher war es für mich ein Muss, das Buch „Masada Der Kampf der Juden gegen Rom“, zu lesen. Es gibt hier ja etliche historische Stätten und Masada ist eine davon. Die Burg liegt hoch erhoben auf einem Berg und sehr dicht am „Toten Meer“. Um diesen Ort ranken sich viele Legenden und immer wieder gelangen Archäologen zu neuen Erkenntnissen. Sie belegen dabei mit Fakten, was damals geschah und dabei ist ihnen noch immer der antike Autor Flavius Josephus eine Quelle der Sachverhalte. Immerhin war er der Einzige, der die Eroberung Masadas überhaupt erwähnte.

Die Autorin des Buches ist eine führende Archäologin und leitete einige Jahre die Grabungen rund um Masada. Dabei wurde sie von den Besten ihres Faches begleitet. Akribisch berichtet sie in dem Buch, wie die Arbeit voranging und welche Schwierigkeiten zu überwinden waren. Sie kennt den Berg wie kein anderer Mensch und schildert ihre Erlebnisse hier so ausführlich, dass ich in meiner Phantasie an ihrer Seite war.

Von Herodes, über die Geburt und das Wirken Jesu, bis zur Vertreibung der Juden durch die Römer, alles findet Erwähnung. Dabei betont Frau Magness immer wieder, dass nur Fakten in ihrem Buch aufgeführt sind. Sie lässt sich zu keinem Moment auf Spekulationen ein und wenn eine Ansicht nicht klar belegt ist, dann schreibt sie das auch. Interessant fand ich die Tatsache, dass viele Jahre lang nur Flavius Josephus als Quelle für den Krieg der Juden diente. Dabei war er extrem unzuverlässig und glücklicherweise ist die Archäologie so weit fortgeschritten, dass sie Grundlagen für neueste Erkenntnisse bietet. Hier sei an erster Stelle die Untersuchung der DNA erwähnt.

Das Buch ist ein wahrer Schatz und das nicht nur für Menschen, die Masada besuchen möchten. Ich werde wohl nie nach Israel reisen, aber diesen Ort kenne ich jetzt so gut als sei ich schon oft dort gewesen. Auch die aktuelle Situation des „Toten Meeres“, der Raubbau an der Natur, wird von Frau Magness detailliert beschrieben. Sehr gut fand ich auch die vielen Karten und Fotos. Sie zeigen die einzelnen Stationen der Ausgrabungen und welche Schätze gefunden wurden. Es ist erstaunlich, welche Schmuckstücke über die Jahrtausende erhalten blieben.

Die Sprache zog mich ebenfalls in den Bann und hier gilt meine Anerkennung dem Übersetzer. Lebendig und stilvoll, so möchte ich sie benennen. Kurzum, ein äußerst wertvolles Buch was auch zeigt, warum einige Tatsachen aus der Vergangenheit durch die Hilfe neuester Optionen der Archäologen, in ein anderes Licht gesetzt werden können. Diese Wissenschaft lebt vom Wandel und das wird in diesem Buch sehr schön zum Ausdruck gebracht.

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Veröffentlicht am 01.05.2020

Wo fanatischer Glaube hinführen kann

Das Dorf der toten Seelen
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Sie ist also die Tochter einer Bestsellerautorin und möchte nun ihre eigenen Werke veröffentlichen. Ob sie es dabei durch ihre berühmte Mutter tatsächlich leichter hat? Ihr Debüt mit dem Titel
„Das Dorf ...

Sie ist also die Tochter einer Bestsellerautorin und möchte nun ihre eigenen Werke veröffentlichen. Ob sie es dabei durch ihre berühmte Mutter tatsächlich leichter hat? Ihr Debüt mit dem Titel
„Das Dorf der toten Seelen“ wird als Thriller angeboten und der Klappentext ist rasch wiedergegeben.

Eine junge Frau möchte ihren ersten Film drehen. Es soll eine Dokumentation werden und den Ort des Geschehens wählt sie nicht ohne Grund. Ihre Großmutter lebte als Kind in Silvertjärn, dessen Bewohner spurlos verschwanden. Niemand weiß, was damals geschah und es ranken sich einige Gerüchte um das Dorf. Alice, so heißt die junge Frau, kann vier weiter Leute für ihr Projekt engagieren und gemeinsam reisen sie in den verlassenen Ort. Was zunächst mehr ein Abenteuer, verbunden mit Fotos und Filmaufnahmen sein soll, entpuppt sich schnell als lebensgefährliches Wagnis für alle Beteiligten.

Es ist das Debüt von Camilla Sten und so bewerte ich es auch. Die Story war für mich eine Mischung aus Fantasy und Krimi und nein, ein Thriller war es nicht. Wer eine nachvollziehbare Handlung erwartet, der wird enttäuscht. Etliche Ereignisse sind nicht nachvollziehbar und teilweise auch recht schwammig erzählt. Die Auflösung kommt dann doch unerwartet und nicht alle Fragen werden schlussendlich beantwortet. Mein Fazit ist, dass ich zwar vier Sterne vergebe. Aber nur aus dem Grund, dass es ein Debüt ist und ich der Autorin bessere Storys zutraue. Die Sprache ist gehoben und die Dialoge lebendig geschrieben. Das Buch ließ sich gut lesen und ich fühlte mich gut unterhalten, wobei ich Spannung vermisste.

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