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Veröffentlicht am 21.03.2020

Ein wertvolles Buch für die Hausapotheke

Kräuter bei Erkältung
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Kräuter bei Erkältung ist zwar dünn aber dafür äußerst wertvoll. Den Autorinnen Anja Schemionek und Katharina Hinze gelang es, das Buch interessant und mit viel Wissen rund um die speziellen Kräuter auszustatten. ...

Kräuter bei Erkältung ist zwar dünn aber dafür äußerst wertvoll. Den Autorinnen Anja Schemionek und Katharina Hinze gelang es, das Buch interessant und mit viel Wissen rund um die speziellen Kräuter auszustatten. Was ich sehr gut fand ist, dass sie auch auf die Gefahren der Medizin aus dem Garten hinwiesen. Es ist nicht so, dass jedes Heilkraut unbedenklich dauerhaft und in größeren Menschen verzehrt werden darf. Auch gibt es Erkrankungen, die sich durch die Einnahme von natürlichen Tinkturen und Tees verschlimmern. Die beiden Frauen kennen sich in der Materie aus und das merkte ich sehr deutlich beim Lesen.

Jede Heilpflanze wird genau beschrieben. Kann ich sie Garten oder gar auf einem Balkon züchten? Wie verarbeite ich sie? Sind sie zudem Gewürze, die meine Mahlzeiten bereichern? Wenn ja, wie schmecken sie? Nicht nur diese Fragen werden umfassend beantwortet. Es gibt etliche Rezepte unter anderem für Tee, Tinktur, Bad oder Sirup.

Das Buch lässt sich angenehm lesen und dient stets als unterhaltsames Nachschlagewerk. Aber: „Die Kraft der Kräuter kann niemals den Gang zum Arzt ersetzen, wenn eine ernsthafte Erkrankung eintrat.“ Darauf kann man niemals genug aufmerksam machen. Von mir gibt es für Sterne und eine Leseempfehlung. Kräuter bei Erkältung gehört meiner Meinung nach in jede Hausapotheke.

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Veröffentlicht am 19.03.2020

Ein Meisterwerk in Sprache und Stil

Wir selbst
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Sie wurden von Katharina der „Großen“ an die Wolga gelockt. Womit? Die Zarin gab ihnen viele Versprechen und dazu gehörte auch das Land. Hier sollten die Menschen das ungenutzte Land bestellen und für ...

Sie wurden von Katharina der „Großen“ an die Wolga gelockt. Womit? Die Zarin gab ihnen viele Versprechen und dazu gehörte auch das Land. Hier sollten die Menschen das ungenutzte Land bestellen und für ihre Familien Häuser bauen. Das klappte zunächst auch ganz gut, bis andere Herrscher in Russland das Sagen hatten.

#Wirselbst ist ein Roman, der von Stalin verboten wurde und Jahrzehnte vergessen war. Wer das Buch liest erkennt sehr schnell, warum es von den Machthabern Russlands unterbunden wurde. Zu deutlich beschrieb der Autor Gerhard Sawatzky die Situation der Deutschen in dem großen Land. Kein Wunder, dass Stalin dieses mitunter sehr schlechte Bild seines Landes, nicht veröffentlicht haben wollte.

Im Jahr 1918 wurde auf Betreiben von Ernst Reuter die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen gegründet. Bis zum Jahr 1941 bestand sie und Herr Sawatzky schreibt detailliert, wie alles begann und welche Schwierigkeiten die Menschen damals hatten. Er, also der Autor selbst, wurde verhaftet und zur Zwangsarbeit verurteilt. Er starb in einem Lager in Sibirien. Sein Manuskript rettete die Witwe und zum Glück kam es endlich in die deutschen Buchhandlungen. Das haben wir Leser dem Herrn Carsten Gansel zu verdanken. Er alleine spürte das erste Manuskript in Russland auf und das ist auch gut so.

Das Buch berichtet von der kleinen Elly, die an einem Bahnhof mitten in der Pampa gefunden wurde. Sie war nicht alleine, sondern lag neben ihrer toten Mutter. In der Geschichte wechseln Zeiten und Orte recht häufig und es ist nicht einfach, dem roten Faden zu folgen. Wer sich aber darauf einlässt und konzentriert liest, der kann sich direkt an die Wolga versetzen und eintauchen in ein Stück Geschichte, welches auch zu Deutschland gehört. Ja, der Autor schreibt langatmig und viele Begriffe stammen aus einer Zeit, die längst vergangen ist. Aber, so bildhaft und ausführlich, dabei gleichzeitig niemals langweilig, so schreibt kaum noch ein Autor. Wer dieses Buch liest, der braucht für viele Stunden keinen Fernseher. Hier ist das Kopfkino mit Sicherheit aktiv. Also, fünf Sterne plus plus und eine dringende Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 17.03.2020

"Ein Hort für Kommunisten und Juden"

Die Schule am Meer
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Wegen eines besonderen Vorfalls an ihrer Schule kündigen einige Lehrer. Zu ihnen gehören auch Anni und Paul Reiner. Sie brechen die Zelte ab und möchten auf der Insel Juist ganz neu anfangen. Sie haben ...

Wegen eines besonderen Vorfalls an ihrer Schule kündigen einige Lehrer. Zu ihnen gehören auch Anni und Paul Reiner. Sie brechen die Zelte ab und möchten auf der Insel Juist ganz neu anfangen. Sie haben genug von dem Hass gegen Juden und die „Roten“. Sie möchten eine Schule eröffnen, die ein Hort der Ruhe und des gegenseitigen Respekts ist. Ihre Vision bezieht sich auch auf den Wunsch, eine Schule ohne Angst zu schaffen.

„Die Schule am Meer“ ist eine Mischung aus Tatsachenbericht und Roman. Viele Ereignisse geschahen tatsächlich und davon kann sich der Leser durch Berichte im Internet sowie im Museum der Insel überzeugen. Die Schule sollte nach der neuesten „Reformpädagogik“ arbeiten und ihr Direktor, der Herr Martin Luserke, war ein glühender Anhänger dieser Form des Lehrens. Die Autorin hat sich durch viele Seiten von originalen Unterrichtsplänen und Schülerheften gearbeitet. Ebenfalls besuchte die sie unter anderem die jüngste Tochter des Ehepaars Reiner und alle Puzzleteile zusammen ergeben ein klares Bild über die Verhältnisse in den Jahren nach 1925.

Nicht nur die spannenden Abenteuer der Kinder sorgen für Unterhaltung. Auch die politische Situation der Weimarer Republik und das Erstarken der NSDAP hat die Autorin gekonnt verarbeitet. Viele bekannte Persönlichkeiten waren Schüler, Lehrer oder Förderer der Schule am Meer. Wobei ich betroffen war als ich von den Geldern zugunsten der Schule las, die von einer Jüdin stammten. Nicht, dass sie das Geld gab, nein. Wie mit ihr umgegangen wurde als die Nazis sich aufblähten, das erschreckte mich. Keine Dankbarkeit von denen, die profitierten.

„Ein Hort für Kommunisten und Juden“ war die Schule. Die Einstellung der Lehrer können Sie am besten durch diesen Satz erkennen: „Aufklärung ist die beste Methode, den reaktionären Rechtsbeugern das Maul zu stopfen.“ Die Schule am Meer ist für Menschen, die auf Juist leben oder die Insel durch Urlaub kenne, mit Sicherheit noch interessanter als für mich, die noch nie dort war. Aber trotzdem habe ich die Lesezeit ausgekostet. Auch die Fotos, welches alle auch Originale sind, waren aufschlussreich und das Betrachten machte Freude. Volle fünf Sterne und eine Leseempfehlung gibt es von mir.

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Veröffentlicht am 16.03.2020

Das Buch ließ mich sprachlos zurück

Opferkind
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Opferkind ist ein Tatsachenbericht. Geschrieben wurde dieser von einer Frau, die eine Hölle erlebte. Niemand kann nachvollziehen oder auch nur ansatzweise ermessen, was sie durchmachte. Sie beschreibt ...

Opferkind ist ein Tatsachenbericht. Geschrieben wurde dieser von einer Frau, die eine Hölle erlebte. Niemand kann nachvollziehen oder auch nur ansatzweise ermessen, was sie durchmachte. Sie beschreibt die Misshandlungen durch ihren Vater und viele weitere Menschen. Die Mutter war zu schwach und konnte ihr nicht helfen. Einzig die Gespräche mit einem Schäfer helfen ihr dabei, dass sie dem Todeswunsch nicht nachkommt. Das Kindheitstraumata über Jahrzehnte verdrängt werden können, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Ich habe das Buch voller Grauen und mit etlichen Tränen in den Augen gelesen. Es ist an Schmerz nicht zu überbieten und ich bin Gott dankbar, dass ich solche Dinge nicht durchleiden musste. Frau Dauster bewundere ich für ihren Mut, dass sie dieses Buch veröffentlichte. Es wird sicherlich allen Frauen helfen, die Ähnliches erlebten oder noch immer erleiden müssen. Gleichzeitig freue ich mich, dass sie den Weg zurück ins Leben schaffte. Dass dabei die „Unterhaltungen“ mit dem Schäfer so wichtig waren, kann ich sehr gut nachvollziehen. In höchster Not gelingt es nur einer höheren Macht, den Betroffenen zu umarmen und ihm beizustehen.

Die Erlebnisse von Astrid Dauster werden durch Kommentare des Psychotherapeuten Dr. Walter Meili ergänzt und durch fachliche Ausführungen untermauert. Nein, das sind keine Phantasien, die hier niedergeschrieben wurden. Bei der Beschreibung der Misshandlungen spürte ich häufig das Grauen und den Schmerz des Kindes. Und das aus der Ferne und nur ansatzweise. Alleine für ihren Mut hat die Autorin fünf Sterne verdient. Das Buch ist aber nichts für Menschen, die sich in einer schwierigen Lebensphase befinden.

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Veröffentlicht am 14.03.2020

Literarisch ein Genuss

Der Bananentourist
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Der Bananentourist ist ein weiterer Band rund um die Hauptperson Oscar Donadieu. Er lässt sich aber sehr gut ohne Kenntnisse des ersten Buches lesen. Der junge Mann ist 25 Jahre alt, schüchtern und äußerst ...

Der Bananentourist ist ein weiterer Band rund um die Hauptperson Oscar Donadieu. Er lässt sich aber sehr gut ohne Kenntnisse des ersten Buches lesen. Der junge Mann ist 25 Jahre alt, schüchtern und äußerst Menschenscheu. Das liegt wohl mit an der Vergangenheit seiner Familie. Sein Vater war ein reicher Reeder und nichts war für Oscar schon immer wichtiger als Geld durch seiner Hände Arbeit zu verdienen.

Oscar hat genug vom Leben und seiner Umwelt. Er steigt auf ein Schiff und reist in Richtung Tahiti. Dort möchte er leben, weitab von der Zivilisation und ganz für sich alleine. Auf dem Schiff geschieht ein Mord und der Täter reist mit auf die Insel. Oscars Vorhaben bleibt keine Idee, er setzt sie tatsächlich um.

Bananentouristen ist ein Spitzname für gewisse Leute, die nicht zu den Einheimischen Tahitis gehören. Der Autor Simenon reiste damals sehr viel und das merkte ich sehr gut bei seinen Ausführungen über das Leben auf Tahiti. Wie die Menschen leben, womit sie ihr Geld verdienen und dass sie kaum anders sind als die Europäer zum Beispiel. Ja es stimmt, das Buch ist aktuell und für mich kaum zu glauben, dass es bereits vor so vielen Jahren geschrieben wurde.

Thomas Bockelmann schrieb einen ausführlichen Anhang. Es ist eine Nacherzählung des Buches und klärt so manche Frage auf, die ich nach dem Lesen des Hauptteils hatte. Die Sprache lässt sich gut lesen und für mich war sie ein Genuss. Die vier Sterne gebe ich sehr gerne und eine Leseempfehlung für Leute, die anspruchsvolle Literatur mögen. Einen Stern zog ich ab, weil mir die Handlung nicht immer realistisch vorkam.

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