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Veröffentlicht am 13.07.2026

5 Sterne!

John of John
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Mein 1. Roman von Douglas Stuart und ich bin absolut begeistert!
John of John nimmt uns mit auf die schottische Insel Harris auf den äußeren Hebriden. Das Leben dort ist nicht einfach. Es ist hart, kalt, ...

Mein 1. Roman von Douglas Stuart und ich bin absolut begeistert!
John of John nimmt uns mit auf die schottische Insel Harris auf den äußeren Hebriden. Das Leben dort ist nicht einfach. Es ist hart, kalt, meist regnerisch und ein echter Überlebenskampf. Cal hat sich entschieden auszubrechen, er zieht nach Edinburgh, um dort sein Kunststudium zu absolvieren. Als sein Vater John ihn nach Hause holt, mit der Behauptung, Cals Großmutter sei krank, kehrt Cal zurück.

Dieser Roman war der erste, den ich von Douglas Stuart gelesen habe und ich bin begeistert von seiner Art zu erzählen. Er schreibt so atmosphärisch und zeichnet seine Charaktere so authentisch und real, dass man als Leser:in das Gefühl bekommt, selbst mittendrin zu sein und die Charaktere persönlich zu kennen. Den gesamten Roman durchzieht eine etwas düstere Grundstimmung; alle Figuren sind unglücklich oder wirken gefangen in deren Situation. Sehr rar, aber doch vorhanden, blitzen kleine Hoffnungsschimmer durch die Zeilen, die einen unglaublichen Sog erzeugen. Man fühlt und hofft konstant mit, dass die Figuren zumindest noch ein bisschen Glück in ihrem Leben (und miteinander) finden. Ein Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 04.07.2026

Blieb hinter meinen Erwartungen zurück

Weißer Sommer
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„Weißer Sommer“ erzählt die traurig-schöne Geschichte von Alma und Théo, deren Liebe zwar groß ist, sich in den letzten Jahren zwischen Fernbeziehung, Studium und Selbstfindung etwas verloren hat. Ein ...

„Weißer Sommer“ erzählt die traurig-schöne Geschichte von Alma und Théo, deren Liebe zwar groß ist, sich in den letzten Jahren zwischen Fernbeziehung, Studium und Selbstfindung etwas verloren hat. Ein entscheidender Sommer im französischen Ferienhaus steht bevor, der endlich Klarheit bringen soll, wohin es mit den beiden gehen kann und ob die Beziehung eine Zukunft hat.

Ich habe sehr auf Eva Pramschüfers Debüt hingefiebert und die Art wie sie die Geschichte rund um Alma und Théo aufbaut, hat mich vor allem zu Beginn gefesselt. Die Beziehung wird in zwei Zeitebenen erzählt: in der Gegenwart, im französischen Ferienhaus, wo die Distanz zwischen den beiden beinahe greifbar ist, und einige Jahre zuvor, als sie sich kennengelernt haben und wir uns langsam der Gegenwart annähern und erfahren, wie es zu dieser Entfremdung kommt. Ich mochte den Aufbau grundsätzlich gerne, finde nur die Wechsel zwischen den Zeitebenen nicht besonders gelungen. Diese kommen mitten im Kapitel ohne Vorwarnung und das hat meinen Lesefluss enorm gestört, da man sich nur schwer orientieren kann und erst irgendwann merkt, dass wieder ein Zeitwechsel stattgefunden hat.

Nichtsdestotrotz ist der Schreibstil wunderschön, poetisch und reich an Metaphern; schon dafür lohnt sich das Lesen dieses Romans! (Auch wenn eine weitere Lektoratsrunde nicht geschadet hätte; im Roman finden sich noch sehr viele grammatikalische wie auch inhaltliche Fehler.)

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Deepdive in eine besondere Beziehung

Die beste aller Beziehungen
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"Die beste aller Beziehungen" erzählt von Martina und Gustav. Martina und Gustav, die „einander haben wollen, sich aber nicht über die Art des »Habens« einigen können und deren Vorstellungen von »einander« ...

"Die beste aller Beziehungen" erzählt von Martina und Gustav. Martina und Gustav, die „einander haben wollen, sich aber nicht über die Art des »Habens« einigen können und deren Vorstellungen von »einander« verschieden sind.“ (S. 206)

Auf ganzen 638 Seiten wird nicht nur deren Beziehung durchleuchtet, sondern auch jegliche Konventionen Schwedens der 1970er Jahren, denen sich vor allem Martina nicht beugen möchte. Sie möchte weder heiraten noch Kinder, ist anderen Beziehungsformen gegenüber offen, hat immer wechselnde Jobs und ist keinesfalls die Schwiegertochter, die Gustavs konservative Eltern für ihren Sohn im Sinn hatten. Dass die beiden sich lieben steht außer Frage, doch so richtig können sie nicht miteinander, noch weniger aber ohne einander.

Gun-Britt Sundström schuf mit Martina eine der interessantesten Frauenfiguren, die ich seit langem gelesen habe. Martina ist eigenwillig, manchmal etwas melodramatisch und unentschlossen, aber immer authentisch und so lustig und zynisch, dass ich unerwartet oft schmunzeln musste. Mit Sundströms Art der Erzählung und den Gedankengängen und Überlegungen, die wir durch Martinas Sicht erleben, war sie ihrer Zeit so weit voraus, dass diese Themen auch heute nichts an Aktualität verloren haben. Ich habe mich selbst so oft in Martina wiedererkannt und ihre Überlegungen und Einsichten sehr gerne verfolgt und für mich selbst viele Denkanstöße mitgenommen.

Aber not gonna lie, dieses Buch hatte extreme Längen und ich konnte es nur häppchenweise lesen, da es stellenweise sehr repetetiv war und mir ehrlicherweise immer wieder die Motivation fehlte, länger am Stück weiterzulesen. Als Leser:in begleitet man Martina und Gustav über mehrere Jahre hinweg: vom Studium über wechselnde Jobs und Wohnungen, bis hin zu zahlreichen idyllischen Sommern in Gustavs Ferienhaus. Der Roman hat keinen wirklichen Spannungsbogen und auch wenn das richtige Leben nicht immer super aufregend ist, fühlte es sich an, als würde man sich gemeinsam mit den Charakteren ständig im Kreis drehen. Character development ist nur bedingt vorhanden und Martina ist auch am Ende ungefähr so lost wie zu Beginn des Romans — aber irgendwie konnte ich auch damit sehr relaten, da es auf manche Fragen einfach keine eindeutigen und zufriedenstellenden Antworten gibt.

Für mich war „Die beste aller Beziehungen“ ein Roman den ich gerne gelesen habe, aber nicht uneingeschränkt empfehlen würde. Man braucht definitiv Ausdauer, wird aber auch mit einer besonderen Geschichte belohnt.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Sehr überzeugender literarischer Thriller

Kala
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„Kala“ erzählt von der sechsköpfigen Freundesgruppe im irischen Kinlough: Helen, Mush, Joe, Aiden, Aoife und Kala, welche 2003 plötzlich spurlos verschwunden ist. Die Freundesgruppe hat sich daraufhin ...

„Kala“ erzählt von der sechsköpfigen Freundesgruppe im irischen Kinlough: Helen, Mush, Joe, Aiden, Aoife und Kala, welche 2003 plötzlich spurlos verschwunden ist. Die Freundesgruppe hat sich daraufhin entfremdet; einige sind in Kinlough geblieben, einige weggezogen und besuchen 15 Jahre später ihre Heimat und treffen das erste Mal erneut aufeinander. Als plötzlich menschliche Überreste auftauchen und das Rätsel um Kalas Verschwinden erneut beginnt, kommen nach und nach noch viel mehr Geheimnisse ans Tageslicht…

Kala wird aus drei Perspektiven erzählt: Helen, Mush und Joe. Colin Walsh schafft es dabei, den Charakteren völlig individuelle Stimmen zu geben und das schätze ich immer sehr! Dieses Buch wäre ohne Kapitelnamen ausgekommen, da man ohnehin sofort wusste, wer gerade erzählt.
In zwei Zeitsträngen erfahren wir mehr und mehr über die Beziehungsdynamiken unter den Jugendlichen und die ersten rätselhaften Vorkommnisse im Jahr 2003 und auch, wie die Geschehnisse damals auch 15 Jahre später noch einzelne Personen im Griff haben. Wie ein Puzzle setzt sich das Bild nach und nach zusammen und ich habe wirklich genossen, wie sich die Geschichte entfaltet.

Spätestens seit „Gott des Waldes“ von Liz Moore habe ich eine Begeisterung für literarische Thriller entwickelt und Kala reiht sich für mich als weiteres Highlight dieses Genres ein. Viele kritisieren die Längen zu Beginn und dass es lange dauert, bis die Story in Fahrt kommt. Ich verstehe diesen Punkt zu einem gewissen Teil, aber persönlich mochte ich diesen langsamen Aufbau sehr gern. Das Kennenlernen der zahlreichen Charaktere hat nach einem langsameren Tempo verlangt und hat mich sehr in den Bann gezogen, was bei einem schnelleren Tempo vermutlich nicht in dem Ausmaß passiert wäre. Ich wollte ständig wissen wie es weitergeht, was damals wirklich passiert ist und wie die Verstrickungen auch in der Gegenwart noch wirken. Colin Walsh schreibt ruhig, aber unfassbar fesselnd und ich habe jede Minute, die ich mit diesem Buch verbracht habe, geliebt!

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Interessantes, wenn auch nicht ganz überzeugendes Debüt

Spielverderberin
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„Spielverderberin“ erzählt von der komplizierten Dreierfreundschaft zwischen der Ich-Erzählerin Sophie, Lotte und der später aus München zugezogenen Romy. Bereits zu Beginn schwingt eine düstere Grundstimmung ...

„Spielverderberin“ erzählt von der komplizierten Dreierfreundschaft zwischen der Ich-Erzählerin Sophie, Lotte und der später aus München zugezogenen Romy. Bereits zu Beginn schwingt eine düstere Grundstimmung mit, denn ein Vorfall im letzten Schuljahr vor 4 Jahren hat die Freundinnen entfremdet. Was genau passiert ist, wird dem Lesenden erstmal vorenthalten und nur durch Gedankenfetzen Sophies angedeutet. Marie Menke schafft es, die Spannung immer gerade so hoch zu halten, dass man zwischen Gegenwart (und dem ersten erneuten Aufeinandertreffen der drei) und den Geschehnissen von vor 4 Jahren getragen wird und man sich durch die zwei Zeitebenen langsam der Wahrheit annähert.

Die Freundschaft zwischen Sophie, Lotte und Romy ist geprägt von Unsicherheit, Neid und Eifersucht und ich konnte ihr insgesamt nur wenig Positives abgewinnen. Während Sophie und Lotte sich seit Kindheitstagen kennen, wird die Freundschaft durch Romy aufgewirbelt. Sophie ist anschließend immer außen vor und ihre Unsicherheit ist während des ganzen Buches spürbar. Erst als Lotte in eine Klinik muss, nimmt Sophie den Platz an Romys Seite ein. Diese Freundschaft ist aber keinesfalls von Wohlwollen geprägt, viel eher weist sie obsessive Züge auf. Insgesamt war diese Dreierkonstellation für mich nur schwer greifbar und mir hat sich die Intention hinter dieser „Freundschaft“ nicht wirklich erschlossen. Alle drei, vor allem aber Sophie und Romy waren jedenfalls absolut keine Sympathieträgerinnen.

Marie Menkes Schreib- und Erzählstil ist der Grund, warum ich das Buch trotz des nicht ganz nachvollziehbaren Plots und der etwas underwhelming Auflösung am Ende trotzdem gerne gelesen habe. Sie schreibt sehr zugänglich und wortgewandt, wenn auch manchmal etwas repititiv. Da es sich um ein Debüt handelt, bin ich jedenfalls gespannt, was zukünftig noch von der Autorin kommen wird.

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