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Veröffentlicht am 02.01.2022

Charmante interkulturelle Reise

Auf Basidis Dach
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Mona Ameziane erzählt so anschaulich von Marokko, ihrer Familie und ihren Erlebnissen zwischen ihren beiden Heimatländern, dass man die Szenen bildlich vor Augen hat, den Minztee riecht und die Geräuschkulisse ...

Mona Ameziane erzählt so anschaulich von Marokko, ihrer Familie und ihren Erlebnissen zwischen ihren beiden Heimatländern, dass man die Szenen bildlich vor Augen hat, den Minztee riecht und die Geräuschkulisse der Medina von Fes im Ohr klingt. Man spürt beim Lesen stark, wie sehr die Autorin Marokko liebt, aber wie zwiegespalten sie mit ihren beiden Heimaten oft in ihrem Leben war. Die Themenbreite ist dabei riesig und reicht von großen Themen wie Religion bis hin zu sehr persönlichen Momenten mit ihren Großeltern. Sympathisch fand ich, dass Mona zugibt, dass es ihr manchmal schwerfällt, Marokko nicht durch die Klischeebrille zu betrachten - ihr ist bewusst, dass das Land viele Probleme hat, aber gleichzeitig ist es für sie ein wichtiges Stück Heimat, dem sie warme Gefühle entgegenbringt. Ein Hin-und-Hergerissensein, das sie anschaulich beschreibt.

Zwar ist "Auf Basidis Dach" ein Sachbuch, es ist jedoch sehr erzählerisch geschrieben und lässt sich in einem Fluss lesen.

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Veröffentlicht am 21.11.2021

Sollte Pflichtlektüre in Schulen werden

Schwarzes Herz
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Knallhart und ungeschönt erzählt Jasmina Kuhnke die Geschichte einer Schwarzen, namenlosen Frau, die in Deutschland mit Rassismus und Sexismus aufwächst und die ständige Herabwürdigung und Diskriminierung ...

Knallhart und ungeschönt erzählt Jasmina Kuhnke die Geschichte einer Schwarzen, namenlosen Frau, die in Deutschland mit Rassismus und Sexismus aufwächst und die ständige Herabwürdigung und Diskriminierung irgendwann so verinnerlicht, dass sie ohne jegliches Selbstwertgefühl in eine scheinbar ausweglosen Situation gelangt: Mit zwei Kindern und ohne abgeschlossene Berufsausbildung lebt sie mit ihrem gewalttätigen Partner zusammen. Mit viel Kraft kämpft sie sich selbst aus dieser Lage.

Die Geschichte springt atemlos zwischen verschiedenen Altersstufen der Protagonistin hin und her, sodass sich nach und nach ein immer komplexeres und erschreckenderes Bild ihrer Erlebnisse und Erfahrungen aufbaut. So führt das Buch direkt vor Augen, welche krassen Auswirkungen die ständige Diskriminierung hat. Besonders erschreckend ist das Verhalten derer, die eigentlich helfen und fördern sollen. Da ist beispielsweise der Sportlehrer, der die Protagonistin trotz herausragender Leistungen schlechter bewertet, weil er irgendwas von der unterschiedlichen Anatomie Schwarzer und Weißer Menschen schwurbelt. Oder die Krankenschwester, die sich weigert, ihren Job zu machen und der Protagonistin zu helfen, weil sie nach eigener Aussage Schwarze Menschen nicht gerne anfasse.

Die Autorin zeigt klug, anschaulich und schonungslos, jedoch ohne dabei auf die Tränendrüse zu drücken, wie die Protagonistin unter struktureller Diskriminierung leidet und welche Kraft es kostet, damit umzugehen und sich aus der Opferrolle zu befreien. Besonders Menschen, die solche Erfahrungen im Alltag (zum Glück) selbst nicht machen müssen, profitieren von der Lektüre und erhalten wichtige und schockierende Einblicke. Das Buch sensibilisiert und sollte möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden, z.B. in der Schule.

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Veröffentlicht am 17.09.2021

Wichtig!

Kein Pausenbrot, keine Kindheit, keine Chance
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In seinem bewegenden Sachbuch erzählt der junge Jeremias Thiel über seine Armutserfahrung, das Aufwachsen in einer kaputten Familie und im SOS-Kinderdorf. Die Beschreibungen sind brutal ehrlich und erschrecken. ...

In seinem bewegenden Sachbuch erzählt der junge Jeremias Thiel über seine Armutserfahrung, das Aufwachsen in einer kaputten Familie und im SOS-Kinderdorf. Die Beschreibungen sind brutal ehrlich und erschrecken. Sie geben einen wichtigen Einblick, was Armut in Deutschland bedeuten kann und wie vor allem Kinder der Situation oft hilflos ausgeliefert sind. Aus seinen Erfahrungen zieht der Autor Schlussfolgerungen und erklärt seine Forderungen dazu, was sich ändern müsste. Das untermauert er auch mit kurzen Auswertungen verschiedener Studien. Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 17.09.2021

Ein Muss für Feminist:innen und alle, die es werden wollen

Frausein
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In ihrem ausdrucksstarken, charakteristischen Schreibstil hinterfragt Mely Kiyak schonungslos ihre persönlichen Erfahrungen als Frau von der Kindheit bis in die Gegenwart, teilt ihre Beobachtungen und ...

In ihrem ausdrucksstarken, charakteristischen Schreibstil hinterfragt Mely Kiyak schonungslos ihre persönlichen Erfahrungen als Frau von der Kindheit bis in die Gegenwart, teilt ihre Beobachtungen und ordnet alles in einen großen Kontext ein. Scheinbar kleine Erinnerungen können hier dazu führen, dass sie messerscharf Missstände und Ungleichheiten aufdeckt. Wirklich beeindruckend!

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Veröffentlicht am 17.09.2021

Kurz und meinungsstark

Haltung
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Schade, dass das Buch so kurz ist, aber die Autorin bringt ihre Gedanken und Meinungen so klar und gut argumentiert auf den Punkt, dass (fast) jede Seite eine Freude ist. Ich stimme ihr nicht in allen ...

Schade, dass das Buch so kurz ist, aber die Autorin bringt ihre Gedanken und Meinungen so klar und gut argumentiert auf den Punkt, dass (fast) jede Seite eine Freude ist. Ich stimme ihr nicht in allen Punkten zu, aber das macht auch den Reiz des Essays aus. Mely Kiyak regt mit klugen Gedanken zum Nachdenken an.

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