Cover-Bild Schwarzes Herz
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Rowohlt
  • Themenbereich: Belletristik
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 19.10.2021
  • ISBN: 9783498002541
Jasmina Kuhnke

Schwarzes Herz

Jasmina Kuhnke ist eine unüberhörbare Stimme im Kampf gegen Rassismus in diesem Land. In ihrem ersten Roman erzählt sie davon, was es mit einem macht, immer aufzufallen. Die Protagonistin ihres Buches, eine Schwarze Ich-Erzählerin, wächst am Rande des Ruhrgebiets auf, in den neunziger Jahren. Zu Hause wütet ein gewalttätiger Stiefvater, in der Schule gibt es wenig Unterstützung, dafür viel Ausgrenzung. Auf einem Kindergeburtstag steht beim Klingelstreich plötzlich ein Neonazi in der Tür. Die Protagonistin weiß, wie es ist, jeden Tag mit dem Schlimmsten zu rechnen, bis das Schlimmste zur Selbstverständlichkeit wird. Wo sich für andere Türen öffnen, schließen sie sich für die Ich-Erzählerin mehr und mehr, bis sie selbst davon überzeugt ist, dass sie der Welt nichts zu bieten hat. Sie gerät in eine gewalttätige Beziehung, zementiert die Abhängigkeit mit zwei Schwangerschaften. Erst als es schon fast zu spät ist, gelingt es ihr, sich und die Kinder zu befreien.
Kuhnkes Buch zeigt, wie Rassismus sich in die Seelen der betroffenen Menschen webt. Es wird niemanden so schnell loslassen, denn es tut weh.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2021

Schmerzvolle Erfahrungen...

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Mir wurde der Roman von meiner örtlichen Bibliothekarin ans Herz gelegt. Ohne dem solle ich keinesfalls gehen. Und es hat tatsächlich meinen Geschmack getroffen, also hört auf eure Bibliothekare und auf ...

Mir wurde der Roman von meiner örtlichen Bibliothekarin ans Herz gelegt. Ohne dem solle ich keinesfalls gehen. Und es hat tatsächlich meinen Geschmack getroffen, also hört auf eure Bibliothekare und auf mich.

Die farbige Ich- Erzählerin schildert so intensiv aus ihrem Leben, welches geprägt ist durch eine furchtbare, gewaltvolle Beziehung und Alltagsrassismus, sowie tätlichen Angriffen.

Die verwendete Sprache ist schon krass, aber passt hier einfach dazu, auch wenn ich solche Worte im Alltag nicht in den Mund nehmen würde. Die gegenderte Sprache hat mich nicht gestört.

Wie Rassismus aussieht und sich darstellt, das wusste ich schon, aber die gewaltvolle Beziehung, die hat mir echt beim Lesen wehgetan. Das war nur schwer zu ertragen und da kann man nur jedem, der selbst in so etwas steckt raten die Beine in die Hand zu nehmen und zu laufen und sich helfen zu lassen.

Mich hat die Geschichte emotional sehr berührt. Definitiv etwas, was ich so schnell nicht vergessen werde. Und auch wenn es nur gut 200 Seiten sind, so fühlte es sich doch nach so viel mehr an.

Fazit: Ich bin überwältigt und kann nur dazu raten sich das Buch zu besorgen...

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Veröffentlicht am 20.12.2021

Harter Tobak, der unter die Haut geht...

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Ich wollte dieses Buch nicht lesen aufgrund des Buchmesse- Eklats, sondern weil ich der Autorin schon seit langer Zeit auf Twitter als "Quattromilf" folge und sehr neugierig drauf war. Und was soll ich ...

Ich wollte dieses Buch nicht lesen aufgrund des Buchmesse- Eklats, sondern weil ich der Autorin schon seit langer Zeit auf Twitter als "Quattromilf" folge und sehr neugierig drauf war. Und was soll ich sagen? Ich wurde regelrecht weggesprengt von diesem Werk.

In der Geschichte geht es um eine farbige, namenlose Ich- Erzählerin, die alltäglich mit Rassismus zu kämpfen hat und parallel auch noch massiv unter einer toxischen Beziehung leidet. Wenn schon schlimm, dann aber doppelt hart. Dies sollte man vor Lektürestart wissen, denn das Geschilderte kann einen enorm triggern und emotional berühren. Bei mir war dies jedenfalls der Fall.

Der Roman hat mir enorm viel gegeben, da ich nun viel besser weiß als weiße Frau, wie sich Rassismus in etwa anfühlen muss und was man besser machen kann als die im Buch dargestellten weißen Akteure. Vieles passiert so unbedacht und könnte durch Aufmerksamkeit viel Kummer und Schmerz vermeiden.

Da ich selbst jahrelang in einer toxischen Beziehung gefangen war, habe ich die Ich- Erzählerin sehr intensiv gefühlt und sie unglaublich gut verstanden. Wer nicht selbst so etwas erlebt hat, der kann das nur schwer nachvollziehen warum man das alles aushält.

Die derbe Sprache empfand ich nicht unbedingt als anstrengend, transportiert sie doch sehr anschaulich was gemeint ist.

Das Geschilderte hat mich sehr oft schlucken lassen, weshalb ich den Roman nicht in einem Rutsch lesen konnte. Ich musste immer mal wieder innehalten und das Gelesene verdauen.

Fazit: Ein Buch, was lange im Gedächtnis bleiben wird und für mich ein Lesehighlight im Jahr 2021 ist. Absolute Leseempfehlung. Spitzenklasse!

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Veröffentlicht am 03.12.2021

schwarze Herz

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Als ich schwarzes Herz das erste Mal gesehen habe, hat mich die Geschichte gleich angesprochen. Zunächst war ich mir unsicher, ob es sich hier um eine autobiografische Geschichte handelt, was ich vermutlich ...

Als ich schwarzes Herz das erste Mal gesehen habe, hat mich die Geschichte gleich angesprochen. Zunächst war ich mir unsicher, ob es sich hier um eine autobiografische Geschichte handelt, was ich vermutlich noch interessanter gefunden hätte. Doch so wie ich es verstanden habe, schildert die Autorin durchaus wahre Begebenheiten, die zum Teil hier oder anderen Menschen aus der PoV Community passiert sind. Nur eben nicht einer einzelnen Person in diesem Ausmaß bzw. genau so.

Hier wird eine bewegende und bedrückende Geschichte erzählt, es geht um Rassismus und häusliche Gewalt. Die Protagonistin erzählt aus ihrem Leben, so ist das Buch nicht linear aufgebaut, sondern wir schwenken immer wieder in die Vergangenheit. Besonders die Szenen aus der Vergangenheit haben mich berührt und auch wütend gemacht. Wie dieses kleine Mädchen, dass sich nicht mal richtig darüber bewusst ist, was überhaupt das Problem der anderen ist, immer wieder mit Rassismus konfrontiert wird.

Leichter wurde es aber auch nicht in ihrem Erwachsenenleben. Denn sie ist an den falschen Mann geraten. Hier finde ich es besonders gelungen, wie der innere Twist dargestellt wurde. Es sagt sich so leicht, wenn mein Mann mich schlägt etc. dann verlasse ich ihn, so was würde ich nicht mit mir machen lassen usw. Und es ist auch leicht, der Frau die Schuld zu geben, sie lässt es ja mit sich machen, könnte ihn einfach verlassen. Hier wird realistisch aufgezeigt, wie schwer so etwas fallen kann. Und wie auch eine augenscheinlich starke Frau in einer so toxischen Beziehung landen und auch bleiben kann.

Zu sagen, dass lesen des Buches hat Spaß gemacht wäre falsch. Ich fand das Buch bereichernd und authentisch, sowie berührend.

Veröffentlicht am 21.11.2021

Sollte Pflichtlektüre in Schulen werden

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Knallhart und ungeschönt erzählt Jasmina Kuhnke die Geschichte einer Schwarzen, namenlosen Frau, die in Deutschland mit Rassismus und Sexismus aufwächst und die ständige Herabwürdigung und Diskriminierung ...

Knallhart und ungeschönt erzählt Jasmina Kuhnke die Geschichte einer Schwarzen, namenlosen Frau, die in Deutschland mit Rassismus und Sexismus aufwächst und die ständige Herabwürdigung und Diskriminierung irgendwann so verinnerlicht, dass sie ohne jegliches Selbstwertgefühl in eine scheinbar ausweglosen Situation gelangt: Mit zwei Kindern und ohne abgeschlossene Berufsausbildung lebt sie mit ihrem gewalttätigen Partner zusammen. Mit viel Kraft kämpft sie sich selbst aus dieser Lage.

Die Geschichte springt atemlos zwischen verschiedenen Altersstufen der Protagonistin hin und her, sodass sich nach und nach ein immer komplexeres und erschreckenderes Bild ihrer Erlebnisse und Erfahrungen aufbaut. So führt das Buch direkt vor Augen, welche krassen Auswirkungen die ständige Diskriminierung hat. Besonders erschreckend ist das Verhalten derer, die eigentlich helfen und fördern sollen. Da ist beispielsweise der Sportlehrer, der die Protagonistin trotz herausragender Leistungen schlechter bewertet, weil er irgendwas von der unterschiedlichen Anatomie Schwarzer und Weißer Menschen schwurbelt. Oder die Krankenschwester, die sich weigert, ihren Job zu machen und der Protagonistin zu helfen, weil sie nach eigener Aussage Schwarze Menschen nicht gerne anfasse.

Die Autorin zeigt klug, anschaulich und schonungslos, jedoch ohne dabei auf die Tränendrüse zu drücken, wie die Protagonistin unter struktureller Diskriminierung leidet und welche Kraft es kostet, damit umzugehen und sich aus der Opferrolle zu befreien. Besonders Menschen, die solche Erfahrungen im Alltag (zum Glück) selbst nicht machen müssen, profitieren von der Lektüre und erhalten wichtige und schockierende Einblicke. Das Buch sensibilisiert und sollte möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden, z.B. in der Schule.

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Veröffentlicht am 07.11.2021

Wer bin ich?

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Jasmina Kuhnke hat mit ihrem von Brutalität nur so strotzenden ersten Roman gegen Rassismus voll ins Schwarze getroffen. Auch hat ihre Weigerung, das Werk bei der Buchmesse persönlich vorzustellen, ihren ...

Jasmina Kuhnke hat mit ihrem von Brutalität nur so strotzenden ersten Roman gegen Rassismus voll ins Schwarze getroffen. Auch hat ihre Weigerung, das Werk bei der Buchmesse persönlich vorzustellen, ihren Bekanntheitsgrad sicherlich gesteigert, denn das ging vermehrt durch die Presse.
Das Cover mit den groben Händen gefällt mir gut, denn es führt gut in die Problematik ein.
In der Inhaltswarnung führt sie verschiedene Gewaltformen an sowie Fäkalsprache, die für die Leserin belastend sein dürften, aber ich denke, dass sie dieses Werk in all seiner Wucht nur so zu seiner Intendierten Botschaft führen können. Ihr wechselnder Schreibstil zeigt die Bandbreite ihres Könnens.
Die Figuren aus dieser Parallelgesellschaft sind sehr authentisch dargestellt. Drogen, Gewalt und Krankheiten regieren das Leben der Protagonistin, die stellvertretend steht für geschundene Frauen aus diesem Milieu, mit dem ich bisher niemals konfrontiert wurde. Das Werk hat mich aufgerüttelt und meinen Horizont diesbezüglich erweitert, deshalb habe ich es auch in kürzester Zeit verschlungen.
Als Kind einer alleinerziehenden Kroatin und eines Senegalesen, der vor ihrer Geburt verstirbt, merkt Jasmina, dass sie aufgrund Ihrer Hautfarbe “anders” ist. Der Stiefvater behandelt sie oft schlecht, diskriminiert sie, ebenso wie die Kinder auf dem Gymnasium, die aus einem anderen sozialen Umfeld stammen. Ohne Berufsausbildung und hilflos, gerät sie in die Fänge ihres Ehemannes, der sie schlägt, in jeder Hinsicht erniedrigt und sie hörig macht.Sie lebt nur für ihre Kinder.
Nur der Laufsport gibt ihr Anerkennung und Kraft, jedoch muss sie diesen aus gesundheitlichen Gründen bald aufgeben. Die schwarze Ich - Erzählerin hat ein sehr negatives Selbstbild und erkennt erst spät, dass sie sich aus den auferlegten Ketten befreien muss, da sie aber keine Freunde und familiäre Unterstützung hat, fällt ihr das umso schwerer.
Im letzten Viertel des Buches tritt jedoch eine Wendung ein.
Wir haben hier eine sehr emotional erzählte Selbstfindungsgeschichte, die vielen Frauen die Augen öffnen sollte, um Ihnen Kraft zu einer Entwicklung vom abhängigen, hilflosen Opfer zu einem individualisierten, selbstbestimmten Leben zu geben.
Das Buch hat auch mir die Augen für die Problematik geschärft, und ich kann es allen Frauen empfehlen, die bereit sind zu hinterfragen: "Wieviel Gewalt kann ein Mensch ertragen".