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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2021

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Die Schlotterbeck-Chroniken
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Angesprochen hat mich hier sogleich das tolle Cover, und auch der Text in der Verlagsvorschau. Ich habe mir eine lustige und unterhaltsame Geschichte versprochen und diese habe ich auch bekommen. Trotzdem ...

Angesprochen hat mich hier sogleich das tolle Cover, und auch der Text in der Verlagsvorschau. Ich habe mir eine lustige und unterhaltsame Geschichte versprochen und diese habe ich auch bekommen. Trotzdem habe ich irgendwie etwas anderes erwartet, aber da kann das Buch ja nichts für.

Mich konnte die Geschichte nicht so catchen, wie ich es mir erhofft habe. Dabei hat sie eigentlich alles, was man will. Einen sympathischen und menschlichen Protagonisten, okay nicht wirklich menschlich, er ist ein Vampir, aber man kann sich als Teenager bestimmt gut mit ihm identifizieren.

Dann eine coole Geschichte, in der Gaming eine zentrale Rolle spielt, aber auch das Thema Freundschaft, etwas Neues zu entdecken und über sich hinauszuwachsen. Alles Dinge, die zur Zielgruppe des Buches passen.

Ich mochte die Ideen in der Geschichte zum Beispiel ForkKnight oder Flaps die Fledermaus. Und der Humor war klasse, das merkt man schon, wenn man einen Blick in die Leseprobe wirf.

Noch zu erwähnen gilt, dies ist der Start in eine Reihe und der Band endet ein bisschen böse. Ich würde das Buch auf jeden Fall jüngeren Leser*innen empfehlen, besonders wenn diese auf Videospiele stehen und auch, wenn sie vielleicht nicht so gerne lesen. Natürlich werden auch Erwachsene ihren Spaß an der Geschichte haben, wenn sie gerne Kinder / frühe Teenager Bücher lesen, mir hat aber das besondere Etwas bzw. der letzte Funke gefehlt.

Veröffentlicht am 24.07.2021

The Comfort Book

The Comfort Book - Gedanken, die mir Hoffnung machen
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Wer mich kennt weiß, ich bin ein Fan von Matt Haig, bis auf seine Weihnachtsmann-Bücher habe ich bis dato alle in Deutsch erschienenen Bücher von ihm gelesen. So musste auch dieses Buch bei mir einziehen, ...

Wer mich kennt weiß, ich bin ein Fan von Matt Haig, bis auf seine Weihnachtsmann-Bücher habe ich bis dato alle in Deutsch erschienenen Bücher von ihm gelesen. So musste auch dieses Buch bei mir einziehen, auch wenn es sich hier nicht um einen Roman handelt, sondern um eine Sammlung von Gedanken, Zitaten und Weisheiten.

Nicht jeder kann mit solchen Sammlungen etwas anfangen, ich mag sie aber in der Regel und so hat mir auch dieses Buch gefallen. Ich mag aber auch an sich schon den Schreibstil und die Gedankengänge von Matt Haig sehr. Seinen Blick auf die Welt und insbesondere auf psychische Erkrankungen, Betroffene fühlen sich verstanden und erkennen sich selbst wieder und Angehörige bzw. Interessierte können einen Einblick in das Gefühlsleben nehmen.

Für mich eine gelungene Sammlung, die Mut und Hoffnung macht. Natürlich hat mir nicht jeder Spruch / Erzählungen super gut gefallen, doch in der Summe konnte mich das Buch überzeugen. Deswegen eine Empfehlung an Matt Haig Fans, die auch mit Gedankensammlungen etwas anfangen können. Und an alle anderen, die gerne solche inspirierenden Mut-mach-Bücher lesen.

Veröffentlicht am 12.07.2021

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Das Jahr der Hexen
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Zu Beginn der Geschichte war ich etwas an den Film The Village erinnert, doch schon bald löste ich mich von diesem Gedanken. Immanuelle lebt in Bethel, einer Gemeinde, wie soll ich sie am besten beschreiben, ...

Zu Beginn der Geschichte war ich etwas an den Film The Village erinnert, doch schon bald löste ich mich von diesem Gedanken. Immanuelle lebt in Bethel, einer Gemeinde, wie soll ich sie am besten beschreiben, dort herrscht das Patriarchat. Der Heilige Vater ist ganz dolle und alle Sünde kommt von der Mutter, deswegen muss Frau Buße tun und schön alles machen, was Mann sagt, um diese Erbsünde zu sühnen.

Immanuelle hat praktisch keine Rechte und lebt bei ihren Großeltern, da ihre Mutter gestorben ist. Diese hatte sich mit einem Jungen aus den Vorstädten eingelassen, obwohl sie dem Propheten versprochen war. Dadurch ist sie in Ungnade gefallen und Immanuelles Daseinsberechtigung ist noch geringer als die der anderen Frauen, manche munkeln sogar sie sei eine Hexe. Als es sie dann wie magischen in den verbotenen düsteren Wald zieht, nimmt das Schicksal seinen lauf...

Puhh, die Autorin bringt diese Gesellschaftskonstellation sehr gut an die Leserschaft, so empfand ich es zum Teil ziemlich anstrengend zu lesen wie ungerecht diese Welt ist und was dort alles schiefläuft. Je nach Laune war dies schwer zu ertragen und ich habe mich auf die Rache gefreut, auf den großen Rückschlag im Sinne von Carry. Ihr wisst, was ich meine. Ich möchte nicht Spoilern, nur so viel, das Buch ging dann auf jeden Fall in eine gute und richtige Richtung, ich hätte aber etwas andres und mehr erwartet.

Ich habe einfach ein bisschen etwas anderes Erwartet. Auch bei dem Thema Hexen, das kam für mich nicht in dem Ausmaße durch, wie ich es mir gewünscht hätte. Kurzum, ich kann dem Buch nicht wirklich vorwerfen, dass es nicht so war, wie ich es gerne gehabt hätte, da kann das Buch ja nichts für. Und Das Jahr der Hexen ist durchaus eine unterhaltsame Geschichte, mit einigen Höhen. Doch leider zogen sich manche Passagen für mich und ich habe die Spannung vermisst.

Dafür mochte ich die mutige und starke Protagonistin sehr und auch wie die Autorin die Atmosphäre eingefangen hat. Man hat sich als Leser*in wirklich in diese puristische Zeit zurückversetzt gefühlt. Themen wie Rassismus und Sexismus finden einen Platz in der Geschichte bzw. sind Zentrale Elemente. In der Summe eine atmosphärische und Unterhaltsame Geschichte, von der ich mir leider doch etwas mehr erhofft hätte.

Veröffentlicht am 02.07.2021

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Roboterland
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Roboterland: Wie wir morgen lieben, leben, essen und sterben werden ist ein sehr interessantes Buch. Eins vorweg, es ist kein Buch, welches man mal so eben wegließt. Dies liegt zum einen daran, dass der ...

Roboterland: Wie wir morgen lieben, leben, essen und sterben werden ist ein sehr interessantes Buch. Eins vorweg, es ist kein Buch, welches man mal so eben wegließt. Dies liegt zum einen daran, dass der Leserschaft einige Fakten und Wissen geboten wird und zum anderen daran, dass man das gelesene auch erst einmal verdauen muss.

Denn Jenny Kleeman zeigt der geneigten Leserschaft viele Innovationen auf, die man vielleicht gar nicht so auf dem Schirm hat. Ich zum Beispiel wusste zwar von einzelnen, aber nicht welches ausmaß sie annehmen und das war zum Teil schon erschreckend. Aber auch wahnsinnig interessant und bereichernd. Man muss selbst zunächst verarbeiten, was auf einen zukommen könnte und wie weit die Wissenschaft bzw. Technik schon ist oder bald sein wird.

Dabei hat Jenny Kleeman ganze Arbeit geleistet, sie hat wirklich gut recherchiert wie man schnell merkt und auch wie sie die Dinge dann an das Publikum bringt, ist super. Nicht zu wertend, man merkt schon wie sie zu den einzelnen Dingen steht, da es im Gespräch einfach auch mit rauskommt, aber sie diktiert den Lesern keine Meinung auf. Sondern liefert die nötigen Informationen und Fakten, damit sich jeder Mensch selbst eine Meinung bilden kann. Wobei ich hier auch sagen muss, dass dies zu Beginn noch nicht ganz so ausgefeilt war, aber ich mochte ihre kritischen Interviewfragen und fand es gut, wie sie ihren Stil im verlauf verfeinert hat.

Es geht um Themen wie Roboter, genauer gesagt Sexroboter, wobei diese, wenn alles so klappt, wie es soll, einen Menschen weitestgehend ersetzen können. Außerdem geht es noch um Organe und Fleisch aus dem 3D-Drucker, das Thema fand ich auch sehr interessant. Erschreckend fand ich ein bisschen das Kapitel über die künstliche Gebärmütter. Der Grad bei Innovation und was ethnisch okay ist, ist schmal bei manchen Themen und auch Typ abhängig, was den einen nicht stört, wird dem anderen bitter aufstoßen. Doch würde diese Innovation, wie auch einige andere zweifellos vielen Menschen helfen. Ich denke letztendlich kommt es immer auf den Menschen drauf an, was er daraus macht. Hilft man kinderlosen Paaren oder möchte man langfristig perfekte Babys züchten?

Veröffentlicht am 17.06.2021

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Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
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Dies war mein erstes Buch von V. E. Schwab und ich bin schwer angetan von Das unsichtbare Leben der Addie LaRue, sodass ich nun auch Lust habe ihre anderen Bücher zu lesen.

Addie wächst in einem kleinen ...

Dies war mein erstes Buch von V. E. Schwab und ich bin schwer angetan von Das unsichtbare Leben der Addie LaRue, sodass ich nun auch Lust habe ihre anderen Bücher zu lesen.

Addie wächst in einem kleinen Dorf in Frankreich auf, es ist 1714 und als Frau ist es ihre Aufgabe zu heiraten und Kinder zubekommen. Aber sie will mehr, sie will selbst über ihr Leben entscheiden und so schließt sie in einer schicksalsschweren Nacht einen Pakt mit dem Teufel. Aber wie schon jedes Kind weiß, sollte man Vorsicht mit dem sein, was man sich wünscht.

So bekommt Addie zwar ihre Freiheit, diese hat aber einen hohen Preis, denn sie wird nie Spuren in der Welt hinterlassen, da jeder den sie trifft, sie wieder vergessen wird und das Augenblicklich, es ist als hätte es sie nie gegeben.

Allein schon diese Grundidee fand ich höchst interessant. Unweigerlich stellt man sich beim Lesen vor, wie so ein Leben wohl wäre. Würde man seine Seele vielleicht auch für so ein langes und selbstbestimmtes Leben eintauschen? Ihr könnt euch vorstellen, dass es sehr belastend ist, wenn man ständig vergessen wird, ein Job? Unmöglich, Freundschaft, wie wenn die anderen dich vergessen, sollten sie kurz aufs WC gehen.

Die Geschichte wird über zwei Zeitebenen erzhält und aus der Sicht von zwei Protagonisten. Zunächst lernen wir nur Addie kenne, doch im Verlauf kam noch Henry hinzu. Diesen fand ich sehr interessant und ich habe seine Kapitel wirklich gerne gelesen. Wenn ich aber noch faszinierender fand, war Luc, tatsächlich hätte ich gerne auch ein paar Kapitel über ihn gehabt und fände eine Side Story über ihn genial.

Ich möchte natürlich nicht spoilern, aber das Ende hat mir richtig gut gefallen. Es war anders, überraschend und hat dem Buch einem würdigen Abschluss gegeben. In der Summe eine sehr interessante Geschichte mit tollen und authentischen Charakteren. Leider gab es für mich die eine oder andere Länge in der Vergangenheit von Addie, sodass es letztendlich 4,5 Weinlachgummis werden.