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labbelman

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2021

Was nach dem Tod bleibt...

Was bleibt, wenn wir sterben
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Ich lese sonst eher selten Sachbücher, aber hier fühlte ich mich angesprochen, da mich die Themen "Tod", "Sterben" oder "Ein Leben danach" schon immer interessiert und fasziniert haben.

Das Buch kommt ...

Ich lese sonst eher selten Sachbücher, aber hier fühlte ich mich angesprochen, da mich die Themen "Tod", "Sterben" oder "Ein Leben danach" schon immer interessiert und fasziniert haben.

Das Buch kommt dann gänzlich anders her als ich erwartet hatte und wusste dennoch zu fesseln.

Autorin Louise Brown berichtet nicht nur als Trauerrednerin, sondern auch als Tochter, die beide Eltern verloren hat und betrachtet das Sterben und den Tod auch im Allgemeinen. Das sorgt dafür, dass man sich mehr Gedanken um das Ganze macht und sich selbst auch angesprochen fühlt.

Mich hat das Geschriebene sehr nachdenklich gestimmt, denn als ich überraschend meinen Vater verlor vor einigen Jahren, konnte ich ihn vorher nicht fragen wie er sich seine Beerdigung vorgestellt hat. Dies kann ich nur noch mit meiner Mutter klären. Und auch ich bin mir nun im Klaren, dass ich mich rechtzeitig kümmern muss, um diese Aufgabe nicht anderen überlassen zu müssen.

Gut gefallen hat mir, dass das Sterben und alles was damit zusammenhängt mit einer Leichtigkeit geschildert wird. Man wird nicht schwermütig bei der Lektüre, sondern nur aufmerksam, dass jeder damit zu tun hat.

Fazit: Ein wichtiges Thema unterhaltsam rüber gebracht. Gern spreche ich eine Empfehlung aus.

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Veröffentlicht am 02.09.2021

der geliebte Vater, ein seltener Typ...

Vati
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Nachdem mir "Die Bagage" so gut gefallen hatte (ich hatte erst "Vati" gekauft, nur um da zu merken, dass "Die Bagage" am besten vorher gelesen werden sollte) und ich das Buch innerhalb weniger Stunden ...

Nachdem mir "Die Bagage" so gut gefallen hatte (ich hatte erst "Vati" gekauft, nur um da zu merken, dass "Die Bagage" am besten vorher gelesen werden sollte) und ich das Buch innerhalb weniger Stunden gelesen hatte, machte ich mich direkt daran weiterzulesen.

Dieses Mal geht es in erster Linie um den Vater der Autorin, daher auch der passend gewählte Titel. Und natürlich kommen alle aus der bereits erwähnten Familie des ersten Teils auch hier drin. Aus diesem Grund kann ich nur empfehlen den Vorgänger auch zu lesen, denn sonst kommt man mit den vielen erwähnten Onkel und Tanten schnell durcheinander.

Die Autorin agiert als Ich- Erzählerin und spricht für sich selbst. Nebenbei kommen in Gesprächen auch mal die Stiefmutter oder ihre zahlreichen Geschwister zu Wort.

Das Leben des Vaters ist schon recht bedrückend geschildert und dennoch versucht er das Beste draus zu machen, auch wenn er durch den Krieg ein Bein verloren hat. Seine Liebe zu Büchern gefiel mir sehr. Auch seine Familie muss ähnlich darben wie einst die Familie seiner Frau, auch wenn man deutliche Besserung spürt, was Hoffnung gibt.

Das Heim mit den Kriegsversehrten empfand ich als interessant, denn davon hatte ich zuvor noch nichts gehört, dass es so etwas gibt.

Auch diesen kurzweiligen Roman habe ich in einem Rutsch gelesen und sehr genossen. Kann es bitte direkt mit Mutti, meine Kinder oder ähnliches weiter gehen?

Fazit: Steht seinem Vorgänger in nichts nach. Wer "Die Bagage" liebte, wird auch hier seine Freude dran haben.

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Veröffentlicht am 02.09.2021

die ganze Rasselbande...

Die Bagage
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Eigentlich hatte ich vorgehabt den Roman "Vati" der Autorin zu lesen und erst da habe ich gemerkt, dass ich wohl erst diesen Roman genießen sollte, bevor ich mit dem Vati starte. Gespannt begann ich zu ...

Eigentlich hatte ich vorgehabt den Roman "Vati" der Autorin zu lesen und erst da habe ich gemerkt, dass ich wohl erst diesen Roman genießen sollte, bevor ich mit dem Vati starte. Gespannt begann ich zu lesen und habe diesen Schatz in einem Rutsch gelesen.

Schnell hat man die Familie in der Abgeschiedenheit der Berge ins Herz geschlossen und fragt sich ein ums andere Mal wie man so spärlich leben und dennoch glücklich sein kann. Ob das etwas mit den Vornamen der Eltern zu tun hat? Maria und Josef ist in gewisser Weise ja schon etwas Besonderes.

Gut fand ich, dass die Autorin eigene Familiengeschichte mit Fiktion verbindet, denn im Großen und Ganzen geht es um ihre Großeltern mütterlicherseits. Die Ich- Erzählerperspektive hat mir gut gefallen, da das Erzählte so noch intensiver war.

Das geschilderte raue Leben und der erste Weltkrieg stimmten mich nachdenklich und ich zog ab und zu Vergleiche zu unserer heutigen Situation, die aber doch deutlich besser zu ertragen ist auch wenn sie entbehrungsreich ist im Gegensatz zu davor.

Am meisten hat mich der Zusammenhalt der Familie fasziniert. Und Maria als Frau und Mutter ist natürlich schon eine Erscheinung. Wenn die Nachbarschaft so über sie berichtet, dann kann sie nur etwas Besonderes sein und als solches habe ich sie beim Lesen auch die ganze Zeit empfunden.

Fazit: Eine tolle Familiengeschichte, die sich sehr kurzweilig hat lesen lassen. So toll, dass ich direkt "Vati", den Folgeband genießen kann.

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Veröffentlicht am 02.09.2021

Das Erbe deiner Mutter...

Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
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Als Fan von Berlin und Familiengeschichten war ich sehr neugierig auf dieses Buch und es wurde so viel besser als ich mir erträumt hätte.

Hannah und ihre Großmutter Evelyn sind wie Feuer und Wasser. Während ...

Als Fan von Berlin und Familiengeschichten war ich sehr neugierig auf dieses Buch und es wurde so viel besser als ich mir erträumt hätte.

Hannah und ihre Großmutter Evelyn sind wie Feuer und Wasser. Während die Oma einst angesehene Ärztin war, dümpelt das Leben der Enkelin nur so dahin und sie wird einfach nicht mit ihrer Doktorarbeit fertig. Doch dann ändert ein Brief aus Israel alles. Wird das die beiden ungleichen Frauen zusammenschweißen?

Im steten Wechsel erleben wir mal die Zeit der Gegenwart, mal die Vergangenheit ab 1922 bis zum Ende des Krieges und tauchen so in das Leben von vier Frauen ein, nämlich in das von Hannah, Evelyn, deren Mutter Senta und Tante Trudes. Und man muss sehr aufpassen, um alles genau mitzubekommen.

Hannah ist eine junge Frau, deren Leben wenig aufregend und dennoch alles andere als leicht ist. Mit ihr kann man sich direkt identifizieren, denn auch ihr Leben wird hauptsächlich durch die Erwartungen anderer an sie geprägt und es fällt ihr schwer, den richtigen Weg für ihr Leben einzuschlagen. Ich mochte, dass sie ausdauernd am Ball blieb und sich nicht länger von ihrer Großmutter abwimmeln ließ.

Evelyns Sturheit fühlte sich zunächst typisch nach alter Dame an, doch mit der Zeit wird klar, dass in der Familie einst etwas vorgefallen war und sie deswegen so geworden ist. Auch wenn sie sehr gefühlskalt rüberkommt, so hat man doch Mitleid mit ihr und mag sie irgendwann gern, nachdem man mehr aus der Vergangenheit weiß.

Das Ende war schlüssig und nachvollziehbar. Ein Happyend wäre nach all dem Drama unglaubwürdig gewesen.

Fazit: Unglaublich spannend und fesselnd. Das darf man auf jeden Fall lesen. Klasse!

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Veröffentlicht am 02.09.2021

Wenn dich das Alter einholt...

Dankbarkeiten
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Eine Freundin hatte es mir empholen und ausgeborgt und was soll ich sagen: Klasse!

Aus den Augen anderer erleben wir wie Michka sich verändert. Was ist los mit der alten Frau? Macht ihr der Umzug ins ...

Eine Freundin hatte es mir empholen und ausgeborgt und was soll ich sagen: Klasse!

Aus den Augen anderer erleben wir wie Michka sich verändert. Was ist los mit der alten Frau? Macht ihr der Umzug ins Alteheim Sorgen?

Michka vergisst immer mehr und kann immer weniger. Ich hatte keine Ahnung, dass Demenz so sein kann. Die Autorin hat das wirklich unglaublich fesselnd beschrieben. Es wurde deutlich wie wichtig das Thema ist.

Obwohl das Buch recht dünn gehalten ist, so gibt es einem doch unglaublich viel. Es hat mich sehr nachdenklich gestimmt, denn was möchte ich später mal, wenn ich alt bin? Möchte ich von der Familie gepflegt werden? Können und wollen die das überhaupt? Oder muss es doch das Heim sein, was einem beim Gedanken daran irgendwie Schauer über den Rücken jagt.

Das Ende hat mich überrascht, aber irgendwie gefiel es mir gut. Wenn man alles vorhersehen könnte, dann wäre das ja auch langweilig.

Fazit: Ein wundervoller Roman, der mein Herz berührt hat. Lest ihn!

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