Kraftvoll und eindringlich schreibt Jasmina Kuhnke in ihrem ersten Roman darüber, wie sich Rassismus in die Seelen der betroffenen Menschen webt. Es wird niemanden so schnell loslassen, denn es tut weh.
Jasmina Kuhnke ist eine unüberhörbare Stimme im Kampf gegen Rassismus in diesem Land. Sie erzählt davon, was es mit einem macht, immer aufzufallen. Die Protagonistin ihres Buches, eine Schwarze Ich-Erzählerin, wächst am Rande des Ruhrgebiets auf, in den neunziger Jahren. Zu Hause wütet ein gewalttätiger Stiefvater, in der Schule gibt es wenig Unterstützung, dafür viel Ausgrenzung. Die Protagonistin weiß, wie es ist, jeden Tag mit dem Schlimmsten zu rechnen, bis das Schlimmste zur Selbstverständlichkeit wird, bis sie selbst davon überzeugt ist, dass sie der Welt nichts zu bieten hat. Sie gerät in eine gewalttätige Beziehung, zementiert die Abhängigkeit mit zwei Schwangerschaften. Erst als es schon fast zu spät ist, gelingt es ihr, sich und die Kinder zu befreien.
«JASMINAS GESCHICHTE IST WIE EIN SCHLAG INS GESICHT.»
CAROLIN KEBEKUS
Aufgrund meines Grundschullehramtsstudium und den dazugehörigen Seminaren, ist das Thema „Rassismus“ in meinem studentischen Werdegang sehr zentral. In letzter Zeit habe ich mich viel mit den Geschichten ...
Aufgrund meines Grundschullehramtsstudium und den dazugehörigen Seminaren, ist das Thema „Rassismus“ in meinem studentischen Werdegang sehr zentral. In letzter Zeit habe ich mich viel mit den Geschichten von Betroffenen auseinandergesetzt. Umso spannender finde ich es, einen Roman zu dieser Thematik zu lesen. Die Leseprobe hat mich direkt gefesselt, da spannend und schonungslos über das Leben der Anfang zwanzigjährigen Ich-Erzählerin. Die Autorin schreibt teilweise sehr vulgär, was mich für gewöhnlich abschreckt, allerdings hat die Autorin es geschafft, dies sehr authentisch und trotzdem seriös rüberzubringen. Die Leseprobe hat mir sehr gut gefallen und verspricht eine spannende Geschichte.
Dieses Buch war im Social Media Bereich praktisch überall zu sehen und ich muss sagen, dass es mich dann neugierig gemacht hat. Ich folge der Autorin auf Instagram und dort kann man auch immer aktuelle ...
Dieses Buch war im Social Media Bereich praktisch überall zu sehen und ich muss sagen, dass es mich dann neugierig gemacht hat. Ich folge der Autorin auf Instagram und dort kann man auch immer aktuelle Informationen bekommen zu wichtigen Themen.
Die Autorin selbst sich viel ein für das Thema Rassismus und musste auch selbst schon viel Negatives in ihrem Leben dazu erfahren. Dieses Buch ist wirklich großartig und immer mal wieder musste ich auch das Gelesene sacken lassen. Man kann sich gar nicht vorstellen manchmal, wie schlimm Menschen sein können und was diese Menschen anderen Menschen antun.
Dieses Buch wird mir noch lange in Erinnerung bleiben und ich kann es wirklich nur Jedem empfehlen zu lesen. Ich vergebe 5 Sterne.
Jetzt im Nachhinein finde ich, dass die online verfügbare Hörprobe unglücklich gewählt wurde, weil sie wichtige Stellen vorwegnahm und ich an manchen Stellen schon vorher wusste, was passieren würde. Dies ...
Jetzt im Nachhinein finde ich, dass die online verfügbare Hörprobe unglücklich gewählt wurde, weil sie wichtige Stellen vorwegnahm und ich an manchen Stellen schon vorher wusste, was passieren würde. Dies nahm die Spannung weg und ist sehr schade.
Deswegen rate ich vom Anhören der Hörprobe ab und empfehle die Leseprobe, die andere Inhalte offenbart.
Wer dies in die Tat umsetzen möchte, sollte auch die Triggerwarnung ernst nehmen.
Die Inhalte sind nicht immer leicht zu verdauen und können triggern.
Aus diesem Grunde hat die Autorin vermutlich nicht klar kommuniziert, was der Geschichte ihr selbst passierte und was nicht. Ich kann diese Entscheidung absolut nachvollziehen, wobei ich ehrlich zugebe, dass der neugierige Teil in mir trotzdem gerne wissen würde, was nun fiktiv und was real war.
Dies ist jedoch Meckern auf ganz hohem Nivau. Der Schritt an die Öffentlichkeit, den die Autorin mit diesem Buch machte, war vermutlich schon schwierig genug. Es braucht viel Mut dafür und ich bin dankbar, dass die Autorin diese mit der Veröffentlichung dieses Buches zeigte. Vielleicht bringt sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal Mut auf und deckt die Geschichte auf, dies ist aber nichts, was man verlangen könnte, finde ich.
Toll finde ich, dass die Autorin ihr Buch selbst vorliest. Ich finde es so persönlicher, als wenn es eine Fremde Person getan hätte, wobei anzumerken ist, dass die Autorin wenig bis gar keine Gefühle in ihrer Stimme zulässt. Dies soll uns Hörern wohl helfen, uns unsere eigene Meinung zu bilden, ohne die ihre mit einfließen zu lassen. Mich persönlich hätten jedoch Reaktionen der Autorin interessiert.
In dem Buch wird der Werdegang der Ich-Erzählerin (bestehend aus Fiktion + Realität) gut dargestellt.
Von klein auf, bis im späten Erwachsenenalter wird die Ich-Erzählerin von Rassismus und Co begleitet.
In der Grundschule wird sie schikaniert, beziehungstechnisch fällt sie in eine toxische Beziehung, die Liste ist lang; seelische und körperliche Gewalt ziehen sich wie ein roter Faden durch den Lebenslauf der Ich-Erzählerin.
Ihre Gedankengänge sind verständlich, emotional und jedem, der Ähnliches durchgemacht hat, vertraut.
Schade fand ich hierbei, dass der Fokus des Buches ganz klar auf der Schilderung des Lebenslaufes der Ich-Erzählerin lag; es ist ein sehr guter Roman, um sich besser in Opfer von Rassismus/ Gewalt und toxischen Beziehungen hinversetzen zu können. Tipps und Strategien, sich selbst aus einer solchen Lage zu befreien, gibt es (abgesehen vom Lebenslauf der Autorin) nicht.
Zum Schreibstil sei noch gesagt, dass die Ich-Erzählerin ihm hohen Maße Fäkalsprache (F*** und Co.) verwendet. Mich persönlich hat dies nicht gestört, da es die (nicht 100%ige) Autobiografie wirklich, ungeschönt, realitätsnah darstellt. Euphemismen oder sachliche Sprache wären meiner Meinung nach Fehl am Platz, aber vielleicht ist es für einen anderen potentiellen Leser ein Störfaktor.
Was meinen Lesefluss jedoch gestört hat, war das regelmäßige Springen zwischen den Zeiten.
In der einen Zeile wird die Ich-Erzählerin misshandelt, in der anderen versucht sie diese Situation näher mit, in der Vergangenheit liegenden, Ereignissen, zu beleuchten. Was wohl dem tieferen Verständnis dienen sollte und zeigen sollte, dass das eine mit dem anderen zu tun hat, verwirrte mich etwas. Außerdem war da wieder meine neugierige Seite, die unbedingt wissen wollte, was nun in dem jeweiligen Moment passiert, ohne in die Vergangenheit zu springen. Dieses Warten war zeitweise nervend.
Da mich dieses Buch berührt und zum Nachdenken gebracht hat, möchte ich es zusammenfassend mit 4 Sternen bewerten. 3 Sterne waren zu wenig und 5 ein bisschen zu viel, da mich die Zeitensprünge dafür zu sehr störten.
Ich kann dieses Buch guten Gewissens weiterempfehlen.
TW: Auf der letzten Seite des Buches ist eine ausführliche Triggerwarnung, die ich allen vor dem Lesen ans Herz legen würde, die auf bestimmte Themen sensibel reagieren (v.a. Rassismus, häusliche Gewalt).
In ...
TW: Auf der letzten Seite des Buches ist eine ausführliche Triggerwarnung, die ich allen vor dem Lesen ans Herz legen würde, die auf bestimmte Themen sensibel reagieren (v.a. Rassismus, häusliche Gewalt).
In ihrem Roman "Schwarzes Herz" lässt die Autorin ihre namenlose schwarze Protagonistin von ihrem Leben erzählen. Schon als Kind leidet sie unter Rassismus, chronischer Krankheit und häuslicher Gewalt, später gerät sie selbst in eine Beziehung mit einem gewalttätigen Mann und versucht, aus dem Teufelskreis der Gewalt auszubrechen.
Mir ist bewusst, dass diese Handlungszusammenfassung etwas dürftig ist (der Klappentext macht hier meiner Meinung nach auch keinen besonders guten Job), es ist aber auch keine so ganz kohärente Handlung in dem Buch für mich erkennbar. Das könnte man jetzt durchaus als Kritik werten, ich fand diese sozusagen fiktive Biografie (in die sicher auch viele autobiografische Elemente der Autorin eingeflossen sind) aber sehr interessant und gab mir einen eindrucksvollen Blick in das Leben eines Menschen, der ganz andere Probleme hat als ich. Ich denke, gerade bei Themen wie Rassismus, wo viele Menschen immer noch Schwierigkeiten haben zu verstehen, wo genau das Problem liegt, sind solche Berichte unheimlich wichtig und helfen mir persönlich, mich besser mit den Thematiken auseinander zu setzen.
Mein einziger Kritikpunkt (und der Grund, weshalb ich hier vier statt fünf Sternen gebe) ist die etwas gewöhnungsbedürftige Struktur. Die Autorin springt zwischen mehreren Zeitlinien hin und her, gepaart mit teilweise sehr kurzen Kapiteln hat das manchmal dazu geführt, dass ich nicht sofort wusste, in welcher Zeit wir jetzt sind und ich wurde immer mal wieder aus der Handlung herausgeholt.
Trotzdem ist es ein sehr eindrucksvoll geschriebenes Buch, dass ich allen ans Herz legen möchte. Ich konnte die knapp 200 Seiten trotz der doch recht heftigen Thematik innerhalb eines Tages verschlingen, was ja eigentlich immer ein gutes Zeichen ist.