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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2026

Chancen im Leben

Fast ein Leben
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Dieses Buch hat mich tief berührt und wird mir sicherlich noch lange im Kopf bleiben. Die Liebesgeschichte von Laure und Erica ist intensiv, emotional und unglaublich authentisch erzählt. Besonders beeindruckend ...

Dieses Buch hat mich tief berührt und wird mir sicherlich noch lange im Kopf bleiben. Die Liebesgeschichte von Laure und Erica ist intensiv, emotional und unglaublich authentisch erzählt. Besonders beeindruckend fand ich, dass wir die beiden Frauen über mehrere Jahrzehnte hinweg begleiten dürfen. Dadurch erlebt man nicht nur ihre persönliche Entwicklung hautnah mit, sondern auch die Veränderungen der Gesellschaft im Umgang mit queeren Menschen.
Was zunächst 1978 als sommerliche Romanze in Paris beginnt, entwickelt sich zu einer Geschichte voller Sehnsucht, verpasster Chancen und der immer wiederkehrenden Frage, ob damals die richtige Entscheidung getroffen wurde. Gerade diese wiederholten Begegnungen der beiden Frauen machen die Handlung so spannend und emotional packend.
Ebenso eindrucksvoll ist die Darstellung der Anfeindungen und Schwierigkeiten, mit denen queere Menschen damals und teilweise auch heute noch, konfrontiert sind. Das Buch schafft es, diese Themen sensibel und realistisch in die Geschichte einzubinden, ohne dabei jemals belehrend zu wirken.
Zu Beginn haben mich die langen Kapitel etwas abgeschreckt, doch der ruhige, tiefgründige und zugleich fesselnde Schreibstil der Autorin hat dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Man verliert sich regelrecht in den Seiten und in den Gefühlen der Figuren.
Insgesamt ist es ein sehr bewegender, intensiver und wunderschön geschriebener Roman über Liebe, Zeit, Entscheidungen und das Leben selbst. Eine absolute Empfehlung für alle, die emotionale und tiefgehende Geschichten lieben.

Veröffentlicht am 03.05.2026

Leider kein Psychothriller

Home Before Dark
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Zehn Jahre ist es nun her, dass Marsibils Schwester Kristin spurlos verschwand. Auch nach all dieser Zeit hat Marsibil die Hoffnung, ihre Schwester wiederzufinden, nicht aufgegeben. Nicht zuletzt aus dem ...

Zehn Jahre ist es nun her, dass Marsibils Schwester Kristin spurlos verschwand. Auch nach all dieser Zeit hat Marsibil die Hoffnung, ihre Schwester wiederzufinden, nicht aufgegeben. Nicht zuletzt aus dem Grund, weil sie sich selbst die Schuld an dem Verschwinden gibt. Nachdem Marsi einen Brief bekommt, der ihre letzte Chance sein könnte, Kristin zu finden, macht sie sich auf die Suche. Dabei begibt sie sich selbst in die Fänge des Täters.
Die Geschichte spielt in den 1970er-Jahren, was zunächst eine interessante Ausgangslage schafft. Besonders spannend ist der Gedanke, dass moderne Technologien hier keine Rolle spielen und die Figuren ganz anders ermitteln müssen. Auch die Zeitsprünge zwischen dem damaligen Verschwinden sowie das Erzählen aus unterschiedlichen Perspektiven (Marsibil und Kristin) und der Gegenwart sorgen grundsätzlich für Abwechslung.
Leider konnte mich das Buch dennoch nicht wirklich überzeugen. Über weite Strecken empfand ich die Handlung als zäh und langatmig, wodurch die Spannung deutlich auf der Strecke blieb. Für einen Psychothriller fehlte mir schlicht die nötige Intensität und der Nervenkitzel sowie das Gefühl, das Buch nicht aus der Hand legen zu können. Auch zu den Protagonist*innen konnte ich keine wirkliche Verbindung aufbauen, da die Charaktere auf mich eher flach und wenig greifbar wirkten. Mir fehlte dort einfach die Dynamik.
Insgesamt ist die Idee der Geschichte durchaus interessant, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht fesseln. Leider hat die Geschichte bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Veröffentlicht am 13.04.2026

Düstere Geheimnisse auf einer einsamen Insel

Bachelorette Party
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Tessas Freude auf den Junggesellinnenabschied ihrer Freundin Anneliese hält sich in Grenzen. Zu sehr beschäftigt sie noch ein Vorfall rund um ihren True-Crime-Podcast. Trotzdem reist sie mit auf eine abgelegene ...

Tessas Freude auf den Junggesellinnenabschied ihrer Freundin Anneliese hält sich in Grenzen. Zu sehr beschäftigt sie noch ein Vorfall rund um ihren True-Crime-Podcast. Trotzdem reist sie mit auf eine abgelegene Insel, wo eigentlich Yoga, Alkohol und eine gute Zeit mit den Freundinnen geplant sind. Doch die Insel hat eine düstere Vergangenheit: Vor zehn Jahren verschwanden dort vier Frauen spurlos. Tessa beginnt nachzuforschen und gerät immer tiefer in ein Netz aus Geheimnissen, bis schließlich eine der Teilnehmerinnen tot aufgefunden wird und die Situation eskaliert.
Die Idee hinter dem Thriller hat mir echt gut gefallen: Ein Junggesellinnenabschied auf einer einsamen Insel und dazu ein alter ungelöster Fall, das sorgt direkt für eine spannende Stimmung. Besonders dieses Gefühl, nicht wegzukönnen und irgendwie „festzustecken“, kommt richtig gut rüber.
Das Buch liest sich sehr schnell, vor allem wegen der kurzen Kapitel. Man kommt gut durch und bleibt irgendwie dran. Auch die zwei Erzählstränge fand ich gelungen: einmal Tessas Sicht in der Gegenwart und dann die Perspektive von Matilda zehn Jahre zuvor. Das macht neugierig und bringt Abwechslung rein.
Allerdings hat sich die erste Hälfte für mich ziemlich gezogen. Es passiert lange nicht wirklich viel und ich war zwischendurch etwas ungeduldig. Erst in der zweiten Hälfte wird es dann deutlich spannender und ereignisreicher. Da hat mich das Buch dann auch mehr gepackt.
Die Charaktere haben mir insgesamt gut gefallen, vor allem die Gruppendynamik war interessant und teilweise auch angespannt.
Insgesamt ein spannender Thriller mit richtig coolem Setting und einer guten Idee, der aber etwas Zeit braucht, um in Fahrt zu kommen. Wenn man dranbleibt, wird es hinten raus auf jeden Fall noch richtig spannend.

Veröffentlicht am 08.04.2026

Lesefreude wecken mit Magie und Mitmachspaß

Lesewald, Der Zauber erwacht: Buch zum Lesen lernen mit der magischen Eule Ada | Erstleserbuch mit Treppenwörter-Methode für Leseerfolg statt Frust |
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„Lesewald – Der Zauber erwacht“ von Alexandra Wagner ist ein liebevoll gestaltetes Mitmachbuch, das Kinder auf spielerische Weise an das Lesen heranführt. Im Mittelpunkt stehen die beiden Kinder Lea und ...

„Lesewald – Der Zauber erwacht“ von Alexandra Wagner ist ein liebevoll gestaltetes Mitmachbuch, das Kinder auf spielerische Weise an das Lesen heranführt. Im Mittelpunkt stehen die beiden Kinder Lea und Tim, die ein geheimnisvolles, magisches Wäldchen entdecken. Dort begegnen sie Ada, einer kunterbunten Eule und Herrin des Lesewaldes. Das Besondere: Alles, was in diesem Wald gelesen wird, erwacht zum Leben.
Während Tim neugierig und mutig erste Leseversuche wagt, steht Lea dem Ganzen zunächst eher skeptisch gegenüber. Doch schon bald merkt sie, dass sie etwas verpasst, wenn sie sich dem Lesen verschließt. Auf kindgerechte und einfühlsame Weise wird so die Bedeutung des Lesens vermittelt, ohne belehrend zu wirken.
Die Grundidee des Buches ist originell und hebt sich deutlich von klassischen Erstlesebüchern ab. Es handelt sich nicht um eine reine Vorlesegeschichte, sondern um ein interaktives Konzept: Eine begleitende Person liest den Großteil der Geschichte vor, während das Kind aktiv eingebunden wird, indem es einzelne Wörter selbst liest. Dadurch schlüpft das Kind gewissermaßen in die Rolle der Figuren und wird Teil der Handlung.
Besonders motivierend ist das Belohnungssystem: Die vom Kind erlesenen Wörter sind stets mit kleinen „Erfolgen“ innerhalb der Geschichte verknüpft. Das schafft Anreize und stärkt das Selbstvertrauen beim Lesenlernen.
Didaktisch basiert das Buch auf der Methode des analytisch-synthetischen Lesens, bei der einzelne Buchstaben zu Wörtern zusammengesetzt werden. Hier ist jedoch zu beachten, dass diese Methode nicht in allen Schulen gleichermaßen verwendet wird. Es empfiehlt sich daher, vorab zu prüfen, welche Leselernmethode das Kind gerade erlernt (zum Beispiel Silbenlesen), um Verwirrung zu vermeiden.
Die vorlesende Person sollte sich das Buch vorab in Ruhe anschauen, um den Ablauf und die Interaktionen gut begleiten zu können. Dieser Aufwand lohnt sich jedoch, da das gemeinsame Lesen dadurch deutlich flüssiger und angenehmer wird.
Insgesamt ist „Lesewald – Der Zauber erwacht“ ein kreatives, durchdachtes und motivierendes Buch, das Kindern den Einstieg ins Lesen erleichtert und gleichzeitig die Freude an Geschichten fördert. Besonders für das gemeinsame Lesen eignet es sich hervorragend und schafft wertvolle, aktive Leseerlebnisse.

Veröffentlicht am 23.03.2026

Wo liegen deine Grenzen?

Die Dinner Party
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Franca zieht ihrem Verlobten Andrew zuliebe von Utrecht nach London, doch das vermeintliche Idyll beginnt schnell zu bröckeln. Sie findet keinen Job und verbringt ihre Tage zunehmend eintönig zuhause. ...

Franca zieht ihrem Verlobten Andrew zuliebe von Utrecht nach London, doch das vermeintliche Idyll beginnt schnell zu bröckeln. Sie findet keinen Job und verbringt ihre Tage zunehmend eintönig zuhause. Auf Andrews Wunsch hin organisiert sie schließlich eine Dinnerparty für seine Kollegen. Ein Abend, der jedoch völlig aus dem Ruder läuft. Zwischen drückender Sommerhitze, reichlich Alkohol und aufbrechenden Erinnerungen verschwimmen nach und nach die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Realität und Traum.
Der Roman erzählt auf eindringliche Weise von Selbstbestimmung, persönlichen Grenzen und den Machtstrukturen eines patriarchalen Umfelds. Dabei schafft es die Autorin, diese Themen ganz natürlich in die Geschichte einzubauen, ohne dass es sich belehrend anfühlt. Besonders stark ist die Nähe zur Protagonistin: Als LeserIn begleitet man Franca nicht nur durch den eskalierenden Abend, sondern auch in die Aufarbeitung bei ihrer Psychologin sowie zurück in ihr früheres Leben in Utrecht. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild, das die Spannung konstant aufrechterhält.
Die verschiedenen Zeitebenen und Handlungsstränge greifen gekonnt ineinander und sorgen dafür, dass man zunehmend selbst ins Zweifeln gerät, was tatsächlich passiert und was sich nur in Francas Wahrnehmung abspielt. Die traumartigen Passagen waren mir stellenweise allerdings etwas zu viel und haben mich zwischendurch eher rausgebracht. Der Schreibstil ist dabei jedoch durchweg flüssig und kraftvoll, die Atmosphäre dicht und stellenweise beinahe beklemmend.
Besonders hervorzuheben sind die unerwarteten Wendungen, die der Geschichte immer wieder neue Impulse geben. Insgesamt ist es ein intensiver, teilweise fordernder Roman, der durch seine psychologische Tiefe und seine erzählerische Konsequenz lange nachwirkt.

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