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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2026

Wo liegen deine Grenzen?

Die Dinner Party
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Franca zieht ihrem Verlobten Andrew zuliebe von Utrecht nach London, doch das vermeintliche Idyll beginnt schnell zu bröckeln. Sie findet keinen Job und verbringt ihre Tage zunehmend eintönig zuhause. ...

Franca zieht ihrem Verlobten Andrew zuliebe von Utrecht nach London, doch das vermeintliche Idyll beginnt schnell zu bröckeln. Sie findet keinen Job und verbringt ihre Tage zunehmend eintönig zuhause. Auf Andrews Wunsch hin organisiert sie schließlich eine Dinnerparty für seine Kollegen. Ein Abend, der jedoch völlig aus dem Ruder läuft. Zwischen drückender Sommerhitze, reichlich Alkohol und aufbrechenden Erinnerungen verschwimmen nach und nach die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Realität und Traum.
Der Roman erzählt auf eindringliche Weise von Selbstbestimmung, persönlichen Grenzen und den Machtstrukturen eines patriarchalen Umfelds. Dabei schafft es die Autorin, diese Themen ganz natürlich in die Geschichte einzubauen, ohne dass es sich belehrend anfühlt. Besonders stark ist die Nähe zur Protagonistin: Als LeserIn begleitet man Franca nicht nur durch den eskalierenden Abend, sondern auch in die Aufarbeitung bei ihrer Psychologin sowie zurück in ihr früheres Leben in Utrecht. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild, das die Spannung konstant aufrechterhält.
Die verschiedenen Zeitebenen und Handlungsstränge greifen gekonnt ineinander und sorgen dafür, dass man zunehmend selbst ins Zweifeln gerät, was tatsächlich passiert und was sich nur in Francas Wahrnehmung abspielt. Die traumartigen Passagen waren mir stellenweise allerdings etwas zu viel und haben mich zwischendurch eher rausgebracht. Der Schreibstil ist dabei jedoch durchweg flüssig und kraftvoll, die Atmosphäre dicht und stellenweise beinahe beklemmend.
Besonders hervorzuheben sind die unerwarteten Wendungen, die der Geschichte immer wieder neue Impulse geben. Insgesamt ist es ein intensiver, teilweise fordernder Roman, der durch seine psychologische Tiefe und seine erzählerische Konsequenz lange nachwirkt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
  • Cover
Veröffentlicht am 13.03.2026

Brisant und hochspannend

Die Praktikantin
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Carla Bergmann beginnt ihr Praktikum in der Lokalredaktion der Morgenpost. An ihrem ersten Arbeitstag geht sie einer Meldung im Polizeibericht nach und stößt dabei auf Ungereimtheiten. Bei regimekritischen ...

Carla Bergmann beginnt ihr Praktikum in der Lokalredaktion der Morgenpost. An ihrem ersten Arbeitstag geht sie einer Meldung im Polizeibericht nach und stößt dabei auf Ungereimtheiten. Bei regimekritischen Exilrussen wurde eingebrochen. Der Verdacht liegt nahe, dass der russische Geheimdienst dahintersteckt. Auch die deutschen Behörden scheinen in die Sache verwickelt zu sein und als dann auch noch ein Informant vor Carla ermordet wird, ist klar, dass hier etwas nicht stimmt. Gemeinsam mit Jan Koller, einem Investigativjournalisten und Hauptkorrespondenten der Morgenpost, hilft Carla bei der Aufklärung. Doch sie geraten immer mehr in einen Strudel aus Geheimnissen und Lügen und geraten dabei schnell selbst ins Visier der Mörder.
Der Thriller ist brisant und hochspannend und greift ein sehr aktuelles Thema auf. Am Anfang hat sich die Geschichte für mich zwar etwas gezogen, da zunächst viele Hintergründe aufgebaut werden, doch nach dem ersten Drittel wurde es von Seite zu Seite immer spannender und ich wollte unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt. Besonders gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel, die abwechselnd aus der Sicht von Carla und Jan erzählt werden. Dadurch entsteht ein sehr angenehmer Lesefluss und man kommt schnell durch die Geschichte. Auch der flüssige Schreibstil macht das Buch sehr gut lesbar.
Besonders gelungen fand ich den Mix aus Fakten und Fiktion. Gerade weil das Thema so aktuell ist, stellt man sich automatisch die Frage, wie sicher Pressefreiheit heute wirklich noch ist und in welcher Gefahr sich Journalistinnen und Journalisten befinden können.
Ein spannender und sehr aktueller Thriller, der nach einem etwas ruhigeren Einstieg immer mehr an Fahrt aufnimmt. Die Mischung aus politischem Hintergrund, Journalismus und Spannung ist sehr gelungen und sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Wer spannende Geschichten mit realistischem Bezug zur aktuellen Weltlage mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

Veröffentlicht am 08.03.2026

Düstere Geheimnisse im Moor

Moorland. Die Zwillinge
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Der Thriller erzählt von den 18-jährigen Zwillingen Nike und Jana, die nach einem Ausflug ins Moor spurlos verschwinden. Die beiden wollten dort eigentlich nur neuen Content für ihren Social-Media-Kanal ...

Der Thriller erzählt von den 18-jährigen Zwillingen Nike und Jana, die nach einem Ausflug ins Moor spurlos verschwinden. Die beiden wollten dort eigentlich nur neuen Content für ihren Social-Media-Kanal aufnehmen. Als sie nicht zurückkehren, beginnt die Bevölkerung des kleinen Ortes sofort mit der Suche. Jedoch bleibt die Suche erfolglos. Die Ermittlungen übernimmt schließlich Kommissarin Malia Gold, die erst vor Kurzem in ihre Heimat zurückgekehrt ist. Während sie versucht, die Zwillinge zu finden, tauchen auf deren TikTok-Account plötzlich verstörende Fotos auf. Malia muss sich nicht nur mit einer verschlossenen Dorfgemeinschaft auseinandersetzen, sondern auch mit den Schatten ihrer eigenen Vergangenheit.
Besonders gelungen ist die atmosphärische Kulisse des Moores. Die düstere, teilweise bedrohliche Landschaft sorgt für eine sehr intensive Stimmung und trägt stark dazu bei, dass man sich als LeserIn mitten im Geschehen fühlt. Diese Umgebung verleiht der Geschichte eine besondere Spannung und macht das Setting zu einem der größten Stärken des Buches.
Auch die Protagonistin Malia Gold überzeugt. Sie ist eine starke und interessante Ermittlerin, deren persönliche Geschichte neugierig macht. Man begleitet sie gerne bei ihren Nachforschungen und ihre Rückkehr in die verschlossene Gemeinde sorgt für zusätzliche Konflikte und Dynamik innerhalb der Handlung.
Die Handlung selbst ist abwechslungsreich aufgebaut und hält einige Wendungen bereit. Immer wieder führen neue Hinweise in unterschiedliche Richtungen, sodass man als LeserIn lange rätselt, was wirklich hinter dem Verschwinden der Zwillinge steckt. Diese Irrungen und Wirrungen sorgen dafür, dass die Geschichte über weite Strecken spannend bleibt.
An manchen Stellen hätte die Spannung jedoch noch etwas stärker ausgearbeitet sein können. Einige Passagen ziehen sich ein wenig, wodurch der Thriller zwischendurch leicht an Tempo verliert. Ein etwas straffer erzählter Mittelteil hätte der Geschichte möglicherweise noch mehr Intensität verliehen.
Sehr interessant ist außerdem der Einbezug von Social Media, insbesondere von TikTok. Das Buch greift damit ein aktuelles Thema auf und zeigt zugleich mögliche Gefahren und Auswirkungen digitaler Selbstdarstellung. Es ist spannend zu sehen, wie solche modernen Aspekte zunehmend auch in der Literatur verarbeitet werden und Teil von Kriminalgeschichten werden.
Insgesamt bietet der Roman eine spannende Geschichte mit einer starken Ermittlerin, einer atmosphärischen Moorlandschaft und einem modernen Thema. Trotz kleiner Längen bleibt der Thriller unterhaltsam und überzeugt vor allem durch seine dichte Stimmung und die rätselhafte Handlung.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Eher eins der schwächeren Fitzek-Bücher

Playlist
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Ich bin eigentlich ein großer Fan der Fitzek-Bücher, allerdings hat mich dieses Buch enttäuscht. Es handelt sich hierbei um den dritten Teil der Augensammler-Reihe. An sich finde ich es spannend, dass ...

Ich bin eigentlich ein großer Fan der Fitzek-Bücher, allerdings hat mich dieses Buch enttäuscht. Es handelt sich hierbei um den dritten Teil der Augensammler-Reihe. An sich finde ich es spannend, dass die Geschichte weitergeht, jedoch fand ich viele Handlungsstränge einfach zu wirr und an den Haaren herbeigezogen. Das hatte auch nichts mehr mit den typischen und eigentlich spannenden Plottwist zu tun, die ich sonst von dem Autor kenne. Die Idee mit der Playlist fand ich hingegen sehr gut und auch der Schreibstil überzeugt wie immer. Jedoch hat es inhaltlich für mich dieses Mal einfach nicht gepasst.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Eine Geschichte über die Hoffnung des Neuanfangs

Ein Küken für Frieda
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Dieses besondere Bilderbuch erzählt auf einfühlsame und kindgerechte Weise vom Abschiednehmen und vom Mut zum Neuanfang. Im Mittelpunkt steht Frieda, die sich liebevoll um ihre drei kleinen Küken kümmert. ...

Dieses besondere Bilderbuch erzählt auf einfühlsame und kindgerechte Weise vom Abschiednehmen und vom Mut zum Neuanfang. Im Mittelpunkt steht Frieda, die sich liebevoll um ihre drei kleinen Küken kümmert. Von Anfang an spürt man ihre Liebe und Fürsorge. Die Küken wachsen zu Hennen heran und legen ihr erstes Ei.
Umso schmerzhafter ist der Moment, als eines Nachts eine der Hennen spurlos verschwindet. Ohne dramatisch zu werden, schafft es das Buch, das Thema Verlust sensibel und verständlich für Kinder aufzubereiten. Friedas Trauer und ihre Fragen bekommen Raum. Besonders berührend ist der liebevolle Umgang ihres Vaters mit ihr. Mit ruhigen Worten erklärt er den Kreislauf des Lebens und hilft Frieda, zu begreifen, dass Abschiede zwar weh tun, aber dennoch zum Leben dazugehören.
Auch die Illustrationen sind ganz wunderbar gestaltet. In gedeckten, stimmungsvollen Farben unterstreichen sie die Atmosphäre der Geschichte und tragen viel zu ihrer emotionalen Tiefe bei. Jede Seite wirkt durchdacht und mit großer Sorgfalt gestaltet. Besonders schön ist zudem die selbstverständliche Repräsentation von People of Colour, die zeigt, wie vielfältig und offen Kinderliteratur heute sein kann.
Man spürt auf jeder Seite, wie viel Herzblut und Liebe in diesem Bilderbuch stecken. Es ist eine sanfte, ehrliche Geschichte über Verlust, Trost und die Hoffnung auf einen Neuanfang.