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Veröffentlicht am 08.07.2025

Abschluss on point

Just for the Summer
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Abby Jimenez ist eine der Autorinnen, die sich fast schon heimlich auf die Liste derer geschlichen hat, von denen ich eigentlich alles bedingungslos lesen würde. Los ging es für mich mit der Burning Secrets-Reihe ...

Abby Jimenez ist eine der Autorinnen, die sich fast schon heimlich auf die Liste derer geschlichen hat, von denen ich eigentlich alles bedingungslos lesen würde. Los ging es für mich mit der Burning Secrets-Reihe und jetzt sind wir mit „Just for The Summer“ schon wieder am Ende der Royaume-Northwestern-Reihe. Ja, so schnell geht das. Aber was mich bei der Autorin immer wieder überzeugt, das ist diese Tiefe, die aber dennoch immer mit Leichtigkeit verbunden ist.

Ich muss gestehen, dass ich mit „Just For The Summer“ eher spät dran bin, sodass „Yours Truly“ für mich weiter weg liegt. Dadurch habe ich ein paar Verbindungen in Band 3 erst echt spät erkannt. Shame on me. Die Geschichte wirkte sehr losgelöst, aber so nach und nach kam dann doch alles zusammen und insgesamt muss ich sagen, dass es genial war, wie Jimenez alles ineinander verwoben hat. Es muss bei Reihen nicht immer so sein, dass wir einen Freundeskreis durchgehen und alle werden im kleinen Zirkel glücklich miteinander. Hier ist alles weiter gefasst und trotzdem sind da viele kleine Verbindungen. Das hat mir echt gut gefallen. Man lernt was über die alten Figuren, aber es ist dennoch genug Raum da, um neue Figuren einzuführen und kennenzulernen. Zudem hat mir das am Ende abgedruckte Interview mit der Autorin auch sehr gefallen, die vieles erklärt hat. Das macht die Geschichten und die Ideen dahinter sehr greifbar und nahbar.

Die Ausgangslage des Buchs ist schon etwas seltsam, aber ich fand einfach, die Art und Weise, wie Justin sich online entblößt hat, da passte es, wie Emma darauf reagiert hat. Ihr Pakt, ja, seltsam, aber zu dem Zeitpunkt kannten sie sich nicht wirklich und da war es einfach, das alles mit einem Augenzwinkern zu sehen und das eigene Leben einfach etwas aufzupeppen. Nach und nach lernen wir dann die Leben der beiden Figuren kennen und ich fand es toll, wie gleichwertig das bei den beiden aufgeteilt war. Wir haben Justin, der nach heftigen Schicksalsschlägen für seine Geschwister sorgen muss und wir haben umgekehrt Emma, die vernachlässigt aufgewachsen ist, aber emotional dennoch sehr abhängig von ihrer Mutter ist und ansonsten der vermeidende Bindungstyp ist. Das macht schon einen großen Unterschied zwischen ihnen aus, denn der eine muss Verantwortung übernehmen, die andere will alles, nur keine Verantwortung. So unterschiedlich also die Lebensmodelle der beiden sind, so ähnlich sind sie sich als Menschen doch. Ich fand nicht, dass ihre Anziehung durch Gegensätze bestimmt war.

Justin ist ein unglaublich aufmerksamer Partner, aber auch auf eine Art, dass es bei einer entsprechenden Frau lächerlich wirken könnte. Aber das fand Emma nicht, man hat immer gemerkt, wie süß sie das alles fand, weil sie diese Tendenz selbst in sich trägt. Das war im Verlauf des Buchs immer deutlicher zu merken. Sie hat zu wenige konstante Beziehungen, um das auszuleben, aber es ist in ihr angelegt und das hat Justin rausgekitzelt. Mir hat im weiteren Verlauf auch gefallen, dass die Mischung aus Leichtigkeit und sehr dramatischen Sequenzen immer abgewechselt wurde. Weiterhin war positiv, dass es nicht immer nur um die beiden als Paar ging, sondern dass auch die Beziehungen zu anderen Menschen intensiver aufgearbeitet wurden. Das Buch war niemals oberflächlich und das ist genau das, was ich will. Ich fand auch nicht, dass sich umgekehrt dadurch etwas gezogen hätte. Nein, im Gegenteil, die Handlung hat so mitgerissen, dass ich schnell durch war.

Kommen wir nochmal auf das Interview mit Jimenez zurück. Es geht dabei auch viel um mentale Gesundheit. Ich fand es großartig, was sie dazu gesagt hat, vor allem unter dem Standpunkt, dass nicht eine eigene Diagnose einem individuellen Menschen einfach gerecht wird. Genau so hat sie die Handlung auch aufgebaut, sowohl für Emma als auch für Amber. Ich fand das sehr sensibel. Auch wenn es sehr schmerzt, das alles mitzuerleben, aber es war intensiv und sowas lese ich gerne. Das alles gibt der Liebesgeschichte auch viele Auf und Abs. Da fand ich es auch erstklassig, wie das Seelenleben von beiden offengelegt wurde. Man hat auch das Sprunghafte in den Gedanken bemerkt, was ich von mir selbst kenne. Ich fand das Buch alles in allem echt klasse.

Fazit: Abby Jimenez hat mit „Just for the Summer” ihre Reihe großartig abgeschlossen. Alle drei Bücher waren toll und es hat mir endgültig bewiesen, dass diese Autorin auf meinem Radar festgewachsen ist. Hier sind die Themen, die Emotionalität und dennoch eine Leichtigkeit mit Spaß genau das, was eine zu keinem Zeitpunkt oberflächliche Geschichte zu einem Erlebnis macht.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Als Film noch genialer

Never Trust Your Fake Husband
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Um „Never Trust Your Fake Husband” von Ally Carter bin ich ein wenig herumgeschlichen. Das Cover sah schon sehr süß aus, Paris ist auf jeden Fall ein tolles Setting, aber restlos überzeugt war ich nicht ...

Um „Never Trust Your Fake Husband” von Ally Carter bin ich ein wenig herumgeschlichen. Das Cover sah schon sehr süß aus, Paris ist auf jeden Fall ein tolles Setting, aber restlos überzeugt war ich nicht sofort. Letztlich habe ich es als Hörbuch genommen, weil ich mir eine angedeutete Action-Handlung so mit noch mehr Tempo gut vorstellen konnte, als es selbst zu lesen.

Die Entscheidung war schon sehr clever. Denn das Buch bietet extrem viel in der Handlung an. Es gibt sehr ruhige Momente, es gibt richtige Action, nicht nur ein bisschen Larifari, sondern richtig auf den Putz gehauen, dann echten Humor. Dementsprechend war das fast schon wie ein Theaterstück stellenweise und das wurde durch das Hörbuch gut zum Leben geweckt. Johanna Zehendner und Tim Gössler haben für mich Zoe und Sawyer (warum steht auf dem Klappentext eigentlich Jake, so durchgängig wie er mit seinem Nachnamen benannt wird?) wunderbar zum Leben erweckt. Ein großer Pluspunkt war dabei auch die Reife der Stimme. Das hier ist kein NA, geschweige denn YA, dementsprechend haben die Stimmen für mich das Erwachsene des Buchs aufgegriffen. Es war alles sehr harmonisch.

Angesichts meiner gewissen Zweifel, was mich wohl erwarten wird, war der Einstieg schon etwas seltsam, was ich dem Buch aber keinesfalls negativ auslegen würde, weil es im Gesamten Sinn ergibt. Aber erstmal eine Frauenrolle zu haben, die von sich selbst nicht weiß, wer sie ist und schwupps, steckt sie mitten im Überlebensmodus. Das war mal ein Einstieg. Nach und nach habe ich dann gut ein Gefühl für die Geschichte entwickelt und diese bleibt einfach bis zum Ende ein Überraschungsbonbon. Denn es ist echt schwer, ein Wort zu finden, was alles umfasst. Das Positive dabei ist auch, dass Carter alle Bereiche gut beherrscht. Der Humor passte für mich. Zoe war zwar manchmal arg naiv, aber die Ausgestaltung von ihr passte gut auf den Verlauf. Zumal sie mit ihrer Art, die Sawyers Beschützerinstinkt weckt, dennoch dann immer wieder bricht, indem sie sich als sehr selbständig und clever erweist. Aber durch die Gegensätze der beiden wurde es oft sehr, sehr lustig. Genauso passte aber auch, mit den beiden hinter ihre Fassade zu blicken. Wer ist Zoe, was ist ihre Geschichte, aber umgekehrt, warum hat Sawyer den Job, was treibt ihn an, was trägt er mit sich immer schon herum? Da war viel tief zu entdecken.

Der Hauptteil bleibt aber die Action und genau das ist der Punkt, dass ich die volle Punktzahl nicht geben kann. Auch wenn es durch das Hörbuch extrem verbessert wurde, aber es passiert so extrem viel, dass ich mehrfach dachte, das will ich jetzt gerne als Film sehen, damit es die volle Wirkung entfaltet. All die Flucht- und Kampfszenen, die sind zwar gut beschrieben, aber ich habe immer etwas eine Barriere im Kopf. Das Ganze als Film, ich wäre wahrscheinlich hin und weg, aber so war es manchmal schwierig für mich, alles richtig miteinander zu verbinden. Wo sind wir gerade, was passiert da jetzt und was könnte kommen? Das ließ sich nur schwer zusammensetzen. Aber das ist wie gesagt ein sehr individuelles Problem, die meisten Leser werden damit keine Probleme und den eigenen Film vor Augen ablaufen haben.

Fazit: „Never Trust Your Fake Husband” ist für mich auf jeden Fall frisch, zumindest in den Trends des aktuellen Buchmarkts. Es war für meine eigene Vorstellungskraft etwas zu actionlastig, da wäre es als Film viel genialer gewesen. Aber die wilde Mischung aus allem und dass es als Hörbuch ein wilder Ritt wurde, das war schon sehr unterhaltsam.

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Liebe und Spannung im Gaming-Setting

Novel Haven - Levels of Love
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Anabelle Stehl ist mit einer neuen Reihe zurück und „Novel Haven“ ist im Gaming-Bereich angesiedelt. Ich habe damals die Ankündigung von Lyx mitbekommen und während ich sofort dachte, das passt auf die ...

Anabelle Stehl ist mit einer neuen Reihe zurück und „Novel Haven“ ist im Gaming-Bereich angesiedelt. Ich habe damals die Ankündigung von Lyx mitbekommen und während ich sofort dachte, das passt auf die Autorin wirklich genial, war ich doch etwas skeptisch, wie es mir wohl gefallen wird. Ich bin keine klassische Gamerin, aber da unsere Protagonistin Lara Cozy Games (genau meins!) macht, hat es dann doch wieder gepasst.

Mit dem Auftakt zu „Novel Haven“, das in London und Umgebung spielt, haben wir den Bogen zur „Worlds“-Reihe geschlagen und tatsächlich gibt es auch Easter Eggs, was ich sehr gut fand. Ansonsten sind wir aber in einer völlig neuen Welt und mit Lara und Luca haben wir gleich zwei Figuren, die jeweils für ein Spielestudio arbeiten und für ihr entwickeltes Spiel auf den großen Durchbruch hoffen. Auch wenn die beiden an sehr unterschiedlichen Games arbeiten, so war doch bei beiden sofort zu merken, dass sie den Job aus sehr ähnlichen Gründen lieben. Ich habe diese Verarbeitung mit Spielen tatsächlich weniger, aber Bücher und Serien sind für mich genau aus den Gründen wichtig und würde ich selbst schreiben, wäre das auch meine Motivation. Dementsprechend konnte ich mich mit beiden früh identifizieren. Ich empfinde sie aber auch ansonsten als sehr feine Menschen, die jeweils auch schon ein schlimmes Erlebnis hinter sich haben, sodass sie anders auf die Welt blicken, das aber gleichzeitig auch als Motivation nehmen, wie man mit anderen umgeht. Auch wenn es ganz klar Antagonisten gibt, die auch wichtig für die Handlung sind, aber alles in allem habe ich bei dem Figurenrepertoire ein tolles Gefühl bekommen. Ob es nun Maleek ist oder bei Lara ihre Freundinnen Aria und Nataly, dazu ihr ganzes restliches Team, das war nicht nur cozy game, sondern cozy Grundstimmung.

Der Handlungsverlauf ist auch geschickt gewählt. Der Wettbewerb für die Finanzspritze, der über mehrere Runden geht und damit die Figuren über einen größeren Zeitraum wiederholt zusammenbringt, der war eine gute Idee. Hier konnte Stehl sich als Gamerin auch wahnsinnig gut ausleben. Auch wenn ich mir nicht immer alles so genau vorstellen konnte, aber man hat die Liebe zum Detail gemerkt. Man hat auch gesellschaftliche Themen aus der Szene gut aufgearbeitet bekommen. Der Wettbewerb, der Sexismus und vieles mehr. Hier wurde ein Themenfeld bedient und auch konsequent bedient. Das ist nicht so selbstverständlich, wie man jetzt meinen könnte, von daher bin ich da dankbar. Ich fand es auch spannend, dass wir zwischen den Studios von Lara und Luca den Disput haben. Da Sophia im Gegensatz zu Hank direkt viel sympathischer ist, habe ich mich früh positioniert gesehen und dennoch war es geschickt gemacht, dass wir Hank eigentlich fast nur als Lucas Perspektive erleben, sodass es schwierig ist, ihn vollends einzuschätzen. Somit war die finale Lösung auch keinesfalls zu erwarten und war ein kleiner Wendungs-Bonus.

Ich bleibe insgesamt dabei, dass Stehl für mich nicht unbedingt die leidenschaftlichsten Liebesgeschichten schreibt. Das Verlieben ist bei ihr immer einfach, was es oft genug auch sein kann, aber ich lese es lieber etwas anders. Dennoch bin ich eine treue Leserin von ihr, weil sie drum herum immer noch wesentlich mehr anbietet. Das sind so wichtige Themen, das ist hier die Themenwelt, in der ich mich trotz Skepsis eingefunden haben und es ist gute Charakterarbeit. Denn die Schicksale von beiden sind speziell, sie werden aber nicht nur genutzt, um Lara und Luca interessant zu machen. Nein, es wird auch aktiv mit gearbeitet. Auch das sorgt für noch einige spannende Aspekte im Handlungsverlauf. Zudem macht der erste Band auch schon sehr Lust auf Natalys Geschichte. Sie ist zu Lara so anders und dementsprechend wird der Kontrast herrlich sein.

Fazit: Ich war mir im Vorfeld nicht ganz sicher, wie mir „Novel Haven“ gefallen wird, aber es hat sich gelohnt. Die Gaming-Welt hat sich als tolles Setting entpuppt, ich mochte die Figuren, die man auch mögen sollte, sehr. Es gab was zum Mitfiebern und Miträtseln und damit war ich schon sehr zufrieden und bin leicht durchgeflogen.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Willkommen in den alternativen Realitäten

Maybe In Another Life
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Während gerade alle „Atmosphere“ von Taylor Jenkins Reid lesen, habe ich mich auf „Maybe in Another Life“ gestürzt, das bereits 2015 im Original veröffentlicht wurde und auch das deutsche Publikum konnte ...

Während gerade alle „Atmosphere“ von Taylor Jenkins Reid lesen, habe ich mich auf „Maybe in Another Life“ gestürzt, das bereits 2015 im Original veröffentlicht wurde und auch das deutsche Publikum konnte 2017 schon bei Diana eine Übersetzung bekommen. Ullstein als neue Buchheimat der US-Amerikanerin hat sich die Rechte nun gesichert, weil Reid inzwischen ein ganz anderes Renommee hat. Dementsprechend habe ich das gleich mal genutzt, um ein älteres Werk von ihr zu lesen.

Auch wenn ich wahrlich nicht alle Bücher von Reid gelesen habe, aber oft bekommt man doch ein Gefühl für eine Autorin. Aber hätte auf „Maybe in Another Life“ nicht Taylor Jenkins Reid drauf gestanden, dann hätte ich das wohl niemals vermutet. Vergleiche mit Daisy Jones & The Six“ wären eh schwierig, aber selbst „Malibu Rising“ ist einfach anders. Aber diese Unterschiede sind dennoch nicht schlecht, denn ich finde „Maybe in Another Life“ ist auch ohne Ähnlichkeiten ein empfehlenswertes Buch. Ich hatte mich vorher mit dem Klappentext gar nicht so sehr beschäftigt, mir ging es rein um die Autorin. Dementsprechend hat es mich schon gecatcht, dass der Titel Programm ist und wir uns thematisch mit alternativen Realitäten beschäftigen. Hatte ich im Buch-, Serien- und Filmbereich alles schon. Also nicht neu, aber dennoch finde ich es immer wieder interessant, wie man es lesen kann und was man damit letztlich aussagt.

Wir haben als Protagonistin Hannah, die uns gleich mit der ersten Flugreise als sehr empathischer Mensch vorgestellt wird. Wir erleben sie aber auch rastlos, wir erleben sie nach dem größten Fehler ihres Lebens, dass sie die Beziehung mit einem verheirateten Mann weitergeführt hat, nachdem sie von seinem Beziehungsstatus herausgefunden hat. Sie flüchtet zurück nach L.A., dorthin, wo sie am ehesten so etwas wie Heimat gefunden hat, weil dort ihre beste Freundin Gabby lebt. Die Frauenbeziehung ist ein großer Anker und hat mir sehr gut gefallen, weil die beiden wirklich bedingungslos füreinander da waren. Dazu haben wir die alte Jugendliebe Ethan und die große Frage, nochmal ein Versuch oder doch nicht? Genau dort setzt dann ein, dass wir Hannahs Leben in zwei Versionen aufsplitten. Einmal mit einem Ja zu Ethan und einmal mit einem Nein.

Mir hat die Erzählweise danach gut gefallen. Kapitelweise springen wir in Version 1, dann in Version 2. Das hat schon Spannung erzeugt, weil ich auf beiden Ebenen wissen wollte, wie geht es jetzt weiter? Und auch wenn es kein Krimi war, aber es gab eine Sogwirkung, auf jeden Fall. Und das Beste war eben tatsächlich, dass ich bei keiner Version sagen konnte, die gefällt mir grundsätzlich besser als die andere. Es gab bei beiden High- und Lowlights, wie das echte Leben es immer bereit hält. Ich fand auch extrem interessant, es große Parallelen gab und auch Aspekte, die völlig unterschiedlich waren. Das hat für mich gut zu der Vorstellung gepasst, dass wir alle feste Anlagen in uns tragen, die uns sehr beeinflussen, aber letztlich haben wir immer eine Wahl. Manches ist vorherbestimmt, anderes haben wir in der Hand. Das war nicht nur an Hannah festzustellen, sondern an den anderen wichtigen Figuren in ihrem Leben auch.

Etwas riskant fand ich die Liebesgeschichten in beiden Versionen. Ich bin Romantikerin. Dementsprechend mochte ich hier eine dann doch deutlich lieber. Es wurde auch viel über Seelenverwandtschaft geredet und dazu passten Reids Entscheidungen als Autorin nicht. Aber richtig gestört hat es mich nicht, weil am Ende hat jeder seine Überzeugungen. Ich fand es auf jeden Fall gut, dass es sich am Ende nicht auflöst und wir eine echt passende Erklärung bekommen, die keine Fragen mehr offen lässt. Ob wir dann alle nach dem Buch uns verschiedene Versionen unseres Lebens vorstellen?

Fazit: „Maybe in Another Life“ ist für mich zwar keine absolute Wow-Lektüre, aber eine wirklich gute Unterhaltung. Die Grundidee ist unterhaltsam und lässt einen auch privat nicht los. Die Erzählweise ist geschickt, man will immer nur weiterlesen. Dementsprechend: Taylor Jenkins Reid hatte es auch schon vor ihrem großen Durchbruch echt drauf.

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Gute Mischung, aber auch zu wenig Suspense

The summer that broke us (Lifeguard 1)
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Sommer, Sommerbuch, das ist immer wieder toll, gerade wenn es so ein richtiges Hoch gibt und man diese ganzen speziellen Gefühle, die dabei entstehen, auch zwischen den Seiten widergespiegelt bekommt. ...

Sommer, Sommerbuch, das ist immer wieder toll, gerade wenn es so ein richtiges Hoch gibt und man diese ganzen speziellen Gefühle, die dabei entstehen, auch zwischen den Seiten widergespiegelt bekommt. Mit Lucia Sterling haben wir eine neue deutsche Autorin, die via Forever eine Dilogie auf den Buchmarkt bringt, die als Mischung von Liebesgeschichte und Suspense beschrieben wird, was ich immer gerne lese. Die Autorin selbst ist auch Rettungsschwimmerin, was sie hier inhaltlich verarbeitet und das hat mich auch neugierig gemacht.

Ich fand, dass diese typischen Sommervibes, die man sich von einem Buch für diese Jahreszeit wünscht, sehr gut rübergekommen sind. Wir befinden uns mit Sutton, Layla und Ben in Malibu, wo sie über Tags Schichten als Rettungsschwimmer haben, während ansonsten so eine typische Lagerfeueratmosphäre erzeugt wird, weil sie zwar nicht alle zusammenwohnen, aber natürlich auch nach getaner Arbeit noch Zusammensein wartet. Aber es ist natürlich auch Professionalität gefragt, denn der Job bedeutet viel Verantwortung und es wird auf einen speziellen Wettbewerb hingearbeitet. Das Setting hat mir echt gut gefallen, auch weil das Dasein eines Rettungsschwimmers gut eingearbeitet wird. Es ist nicht nur hübsches Beiwerk, es ist tatsächlich Dreh- und Angelpunkt von allem. Unsere Protagonistin Sutton hat auch an einem Erlebnis von vor einem Jahr zu knabbern, was eng damit zu tun hat und auch so erleben wir Einsätze, aber wir erleben auch die schwere Bürde für die Figuren, wenn mal etwas nicht klappt und kein Happy End hat. Dementsprechend fand ich, dass sich unter die stellenweise lockere Atmosphäre auch viel Ernsthaftigkeit mischte und was könnte echter sein?

Im Kern haben wir aber eine Liebesgeschichte. Ich muss gestehen, dass es anfangs etwas schwierig war. Sutton ist sichtlich geprägt von Dämonen ihrer Vergangenheit, aber sie ist dabei in ihrer Verarbeitung sehr verbissen und kontrollierend, sodass sie nicht unbedingt eine Figur ist, die einen sofort um die Finger wickelt. Umgekehrt erleben wir aber sofort ihre Perspektive auf Ben, die so subjektiv eindeutig ist, dass es da ebenfalls schwierig war, ihn sofort willkommen zu heißen, dabei gab es an ihm eigentlich nichts zu meckern. Dann wiederum hat er eine Geschichte mit Layla, der besten Freundin von Sutton und die beiden blicken wiederum auf sie, also ja, es war charakterlich anfangs extrem komplex. Mit dem erzwungenen Zusammenleben von Sutton und Ben wird das immer mehr aufgebrochen, auch wenn natürlich von Suttons Seite aus immer etwas dabei ist, was uns und Ben verborgen wird. Ich habe das oft auch schon bei Büchern erlebt, bei denen ich etwas abwägen muss, ob ich ein paar charakterliche Baustellen verzeihen muss, weil es für einige Geheimnisse und Überraschungseffekte Barrieren geben muss. Das würde ich hierfür gelten lassen, auch weil es so tatsächlich gelingt, dass es am Ende eine Wendung gibt. Teile konnte man sich irgendwie denken, aber ein Puzzleteil fehlte, dementsprechend ist die Geheimniskrämerei hier schon richtig.

Aber auch wenn man die Geheimnisse weglässt, dann entsteht zwischen Ben und Sutton etwas sehr Zartes. Ich fand es interessant, sie über ihre Trauererlebnisse so eng zusammenwachsen zu lassen, denn das war so eine ehrliche Ebene, die man sich wünscht. Das hat letztlich auch der Darstellung von beiden gut getan, weil Sutton offener wird, weil sie mehr über ihr Verhalten und wie sie auf andere wirkt, nachdenkt und umgekehrt kann Ben im Umgang mit seinem Vater Selbstbewusstsein tanken, um für sich einzustehen. Was nun noch ein wenig in den Fokus gerückt werden soll, das ist der Suspense-Teil. Ich finde schon, dass die Farbgestaltung des Covers und dann auch der Klappentext mit den Andeutungen verdeutlichen, dass es eine gewisse melancholische Ebene geben wird. Darauf habe ich auch gesetzt, aber letztlich finde ich das Marketing nicht ideal. Ich hatte gedacht, dass der Suspense-Teil mit Suttons Geheimnis zu tun hat, war aber nicht so. Stattdessen haben wir einen Todesfall, der ganz offensichtlich nur für den zweiten Teil gebraucht wird. Er wurde zwar erzähltechnisch auch hier schon knapp genutzt, aber der eigentliche Suspense-Teil, der wird ganz offensichtlich für den Band rund um Layla erst wichtig werden. Ich hätte es mit dem Marketing wahrscheinlich cleverer gefunden, das für beide Bücher gleich anzubieten. So wird hier ein bisschen etwas versprochen, was nicht eingehalten wird. Das Buch hat für mich auch so funktioniert, aber sich selbst ein Bein gestellt ist das auf jeden Fall.

Zuletzt will ich noch sagen, dass ich „The Summer That Broke Us“ als Hörbuch hatte. Isabel Kluth und Sebastian Fischer haben für mich als Sutton und Ben dabei gut funktioniert. Sie haben sie als Persönlichkeiten überzeugend eingefangen.

Fazit: „The Summer That Broke Us” ist gut für den Sommer, weil Rettungsschwimmen am Strand, Leichtigkeit der Jahreszeit und so vieles rüberkommen. Aber es gibt auch eine melancholischere Ebene, viel zum Thema Trauer und das hat sich zu einer guten Mischung mit einer spannenden Wendung zusammenfügen lassen. War nur leider nicht so viel Suspense, wie ich gedacht und erwartet hätte.

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