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Veröffentlicht am 20.02.2026

Poznanski geht mit dem Trend

Das Signal
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An Ursula Poznanskis Einzelbänden habe ich immer großen Spaß und nachdem mir „Die Burg“ und „Scandor“ beide sehr gut gefallen haben, war ich auf „Das Signal“ natürlich sehr neugierig. Ich habe das Hörbuch ...

An Ursula Poznanskis Einzelbänden habe ich immer großen Spaß und nachdem mir „Die Burg“ und „Scandor“ beide sehr gut gefallen haben, war ich auf „Das Signal“ natürlich sehr neugierig. Ich habe das Hörbuch gehabt und wurde durch Tessa Mittelstaedt als Stimme von Viola durch das Geschehen geleitet. Das war ein echtes Highlight, denn gerade im späteren Verlauf, nachdem es schon einige wichtige Wendungen gab, hat die Sprecherin ihrer Darstellung einiges mitgegeben, was mir gut gefallen hat. Das war dann sehr am echten Schauspielern und da habe ich an Hörbüchern den größten Spaß.

Was bei „Das Signal“ irgendwann immer augenscheinlicher wurde, das ist der Umstand, dass das Buch mit den anderen beiden genannten Titeln wenig gemein hat und ja, das fand ich etwas schade. Ich verbinde Poznanski vor allem mit spannenden Themen, die Technik, KI etc. in den Blick nehmen. Einfach Szenarien, die man nicht so oft zu lesen bekommt und denen Poznanski dann echt etwas Interessantes und auch Informatives mitgibt. Bei „Das Signal“ würde ich eher einschätzen, dass es mehr einem Trend auf dem Buchmarkt entspricht. Einem Trend, wo ich gerne lese, in dem Sinne war das Bedauern über das Thema verbunden mit der Neugier, wie Poznanski ein recht beliebtes Genre ausfüllt und es gestaltet.

Wir haben hier das Szenario einer hilflosen Frau, die eingeschränkt ist und die damit weniger Kontrolle über Bereiche ihres Lebens hat, als sie es gerne wollen würde. Sie wirkt damit wie ein Spielball, der sich aber herausgefordert sieht, für sich einzutreten. So eine Ausgangslage habe ich im Thrillergenre doch echt schon öfters gelesen und es gibt schon große Unterschiede, wie ich die letztliche Umsetzung dann finde. Poznanski liefert in meinen Augen ein mehr als solides Ergebnis ab. Denn für mich funktioniert „Das Signal“ so gut, weil Viola als Protagonistin wirklich der Star der Geschichte ist. Sie wird zunächst durch das verlorene Bein so inszeniert, als müssten wir alle Mitleid mit ihr haben und das auch zurecht, aber Poznanski hat dann im weiteren Verlauf so viele Seiten zu ihr angeboten, dass ich einer extrem gut ausgearbeiteten Figur begegnet bin. Die wichtigste Wendung betraf dann auch sie selbst. Andere Wendungen habe ich etwas erahnen können, aber die zu ihr war schon echt aus dem Nichts und hat alles danach nochmal spannender gemacht.

Grundsätzlich hat die Autorin aber auch schon vor den Wendungen ein gutes Händchen für ihre Geschichte. All die seltsamen Dinge, die im Haushalt, mit der Pflegerin, mit Adam und weiteren Personen des Umfelds passieren, machen immer neugieriger. Ich wusste auch lange gar nicht, wohin Poznanski eigentlich will. KI habe ich lange immer noch als Protagonist aus dem Hintergrund für möglich gehalten. Das zeigt, dass es doch ein extrem gut aufgebautes Buch war, weil stetig der Lesefluss gesichert war. Poznanski ist es auch gelungen, gut dosiert Infos zu verteilen, sodass die Höhepunkte regelmäßig verteilt waren. Dementsprechend hat es die Anforderungen an einen Thriller durchweg erfüllt.

Fazit: „Das Signal“ ist ein spannender Thriller von Ursula Poznanski, der zu Trends in dem Genre sehr gut passt und sich mit den Besten davon messen lassen kann. Auch wenn ich extrem schnell weggehört habe, aber eine gewisse Enttäuschung war dennoch da, denn ich finde Poznanski mit ihren typischen Themen spannender und lehrreicher, als wenn sie aktuelle Trends bedient.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Thematisch leidenschaftlich, mit Luft nach oben

My Idea of No. 14
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Ich habe Alicia Sommer bei Lyx schon etwas länger im Auge gehabt, habe dann aber jetzt doch etwas gebraucht, aber die baldige Veröffentlichung von ihrem dritten Band der LA Vipers-Reihe ist doch Anlass ...

Ich habe Alicia Sommer bei Lyx schon etwas länger im Auge gehabt, habe dann aber jetzt doch etwas gebraucht, aber die baldige Veröffentlichung von ihrem dritten Band der LA Vipers-Reihe ist doch Anlass genug, die Sports Romance-Reihe sich nun mal genauer anzuschauen.

Es ist nicht unbedingt so, dass Sports Romance für mich das absolute Muss ist, aber ich lese die Bücher im Allgemeinen doch gerne und bei „My Idea of No. 14“ da hat mich schon der Klappentext sehr angezogen, denn Leahs Bestreben, in eine absolute Männerdomäne vordringen zu wollen, klingt einfach reizvoll. Ich war zwar in meiner Jugend nicht das einzige Mädchen mit glühender Leidenschaft für Fußball, aber es war doch selten, vor allem weil ich mich auch richtig eingedacht und alles inhaliert habe. Auch wenn ich nie Fußballtrainerin werden wollte, aber trotzdem habe ich schnell viel in Leah von mir entdeckt und wollte sie unbedingt besser kennenlernen. Da ich auch das Interview mit der Autorin im Rahmen des Lyx-Podcasts gehört habe, hat sich beim Lesen ihre Leidenschaft für den Sport sofort widergespiegelt. Ich selbst bin von dem Sport noch nicht mitgerissen worden, aber ich habe schon deutlich gemerkt, dass Sommer weiß, wovon sie schreibt, weil sich die ganzen Geschehnisse mit den verschiedenen Coaches, die Spielbeschreibungen sehr echt anfühlten.

Charakterlich muss ich sagen, dass ich Leah und Sam prinzipiell beide mochte, aber ich fand es etwas schade, was für ein Schwerpunkt zwischendurch gewählt wurde. Bei der gewählten Thematik, dass Leah nicht nur Journalistin oder Cheerleaderin werden will, sondern tatsächlich Trainerin, war klar, dass Vorurteile aufgrund des Geschlechtes eine Rolle spielen müssen, aber ich fand es sehr schade, dass Leah irgendwie selbst geglaubt hat, sie treffe als Frau zu viele falsche Entscheidungen in Bezug auf Männer. Zumal dann die beschriebenen Momente der Vergangenheit auch wahrlich kein Drama waren, sondern alle hochstilisiert wurden. Dementsprechend tat es fast weh, dass Leah da so wenig Selbstbewusstsein hatte. Ich habe keinesfalls erwartet, dass sie mit ihrem Ziel tough und unverwundbar ist, aber das fand ich zu einseitig und es hat in der Konsequenz dann auch die Liebesgeschichte etwas überschattet, weil alles, was zwischen ihr und Sam passierte, wegen der Geheimniskrämerei und ihres Selbstbildes, verboten wirkte.

Aber auch ohne den Eindruck finde ich, dass die Geschichte etwas schnell erzählt ist. Gerade die gemeinsamen Szenen zum Thema Football und Tanzen, die hätten gerne noch mehr ausgearbeitet werden können. Man hat einfach ständig den Schatten des Vaters gespürt, weswegen einiges etwas gehetzt wirkte. Aber insgesamt sehe ich das auch nicht überkritisch, denn Sommer ist noch relativ unerfahren und gerade dieser Eindruck von Oberflächlichkeit, das ist oft total normal und wird von Reihe zu Reihe weniger. Charakterlich war das auch gar nicht so entscheidend, mehr im Aufbau der Handlung, dass ich einfach manches gerne ausführlicher gehabt hätte, anderes hätte man etwas reduzieren können, wegen Wiederholungen (wieder Stichwort Vater). Das sind dann getroffene Entscheidungen, die man gut nachvollziehen kann, aber Potenzial für mehr wäre in jedem Fall da gewesen.

Fazit: „My Idea of No. 14” macht durchaus Lust auf mehr. Mir gefällt vor allem Alicia Sommers Leidenschaft für die Thematik sehr. Es geht schriftstellerisch noch mehr, weswegen ich schon gespannt bin, wie ich es in Band 2 empfinde.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Wird Stil zu vorhersehbar?

Sophie L.
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Nach „Anna O.“ von Matthew Blake habe ich „Sophie L.“ nun auch kennenlernen wollen. Ich habe den Thriller als Hörbuch gelesen und bin durch die Handlung von den Stimmen von Vera Teltz und Achim Buch geführt ...

Nach „Anna O.“ von Matthew Blake habe ich „Sophie L.“ nun auch kennenlernen wollen. Ich habe den Thriller als Hörbuch gelesen und bin durch die Handlung von den Stimmen von Vera Teltz und Achim Buch geführt worden. Sie habe ich schon öfters gehört und sie war als Stimme von Olivia sehr angenehm. Bei Buch fand ich schade, dass er alle Männerperspektiven übernehmen musst. Es wurde aber immer gleich am Anfang des Kapitels gesagt, wer nun folgt, deswegen war das nicht tragisch, aber ich merke immer mehr, dass ich auch so viele Stimmen wie Perspektiven habe, weil dann auch ein Sprecher oder eine Sprecherin leichter zu einer Figur werden kann.

An „Anna O.“ fand ich die Thematik mit dem Schlafen sehr interessant und ich wurde auch mehrfach überrascht, dementsprechend wollte ich den Stil unbedingt nochmal entdecken. Ich kann jetzt aber schon sagen, dass sich Blake möglicherweise schnell abnutzt. Zwar war das Hörbuch nicht lang, somit war fehlende Kurzweiligkeit nicht das Problem, aber ich fand das Geschehen diesmal sehr vorhersehend und ich fand auch die angerissene Thematik mit vergrabenen Erinnerungen nur unzureichend dargestellt. Ich bin dementsprechend dran geblieben, weil ich wissen wollte, ob meine Theorien stimmten. Ich habe letztlich nicht alle Details erwischt, aber die großen Ideen, da lag ich komplett korrekt mit und das bereits sehr, sehr früh und das ist für einen Thriller immer gefährlich.

Im ersten Buch von Blake ist die wissenschaftliche Seite sehr interessant beleuchtet worden, aber Olivias Berufsfeld ist hier gar nicht ähnlich adäquat aufgegriffen worden. Stellenweise fand ich sogar, dass sie relativ dilettantisch erschien, manche Aspekte zu durchschauen, obwohl sie angeblich Expertin ist. Ich fand Olivia nicht unsympathisch, aber ich fand sie auch nicht sonderlich clever, sondern eher hilflos. Andere Figuren wiederum haben bei mir gar keinen Eindruck hinterlassen. Beim Rest sollte aufgrund der Handlung alles undurchschaubar bleiben und das hilft nicht gerade, um einen emotionalen Anker zu finden.

Mein liebster Teil waren dann tatsächlich die Rückblenden in die Zeit in Paris unmittelbar nach Kriegsende 1945. Das war so ein Kapitel Geschichte, das ich so noch nicht kannte. Das war also sehr interessant. Alles andere blieb wie gesagt vorhersehbar. Was ich nun nicht weiß, war „Sophie L.“ einfach zu vorhersehbar geschrieben, oder ist der Stil und wie man bei Blake um die Ecke denken muss, zu ähnlich wie „Anna O.“? Ich weiß wirklich nicht, ob ich den Autor weiter verfolgen möchte. Wahrscheinlich entscheidet der nächste Klappentext oder Eindrücke von Rezensenten, die ich schätze.

Fazit: „Sophie L.“ war zwar ein kurzweiliges Hörerlebnis, aber nicht wegen der Qualität des Inhalts. Die verschiedenen Baustellen haben neugierig gemacht, aber es gab zu wenig interessante Figuren und die meisten Handlungen am Ende habe ich zu früh gewusst. Da waren also zu wenig Zutaten für einen guten Thriller dabei.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Cheerleading als Protagonist

Cheer for Love
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Ki Stephens ist neu auf dem deutschen Buchmarkt und College-Romance ist für mich nicht mehr so selbstverständlich wie vor einigen Jahren, aber dennoch greife ich immer gerne nochmal zu, gerade bei Autoren, ...

Ki Stephens ist neu auf dem deutschen Buchmarkt und College-Romance ist für mich nicht mehr so selbstverständlich wie vor einigen Jahren, aber dennoch greife ich immer gerne nochmal zu, gerade bei Autoren, die ich noch nicht kenne. So kam ich an „Cheer for Love“.

Football haben wir doch relativ oft in NA-Geschichten, aber Cheerleading ist dann öfters nur ein Platzhalter für die Frau in der Geschichte. Umso überraschter war ich, dass Cheerleading, ganz dem deutschen Buchtitel entsprechend, quasi selbst ein Protagonist ist. Das hat mir richtig gut gefallen, weil es eine ganz andere Nuance hatte. Ich fand es zwar stellenweise etwas schwierig, die ganzen Begrifflichkeiten von den Stunts mir vorzustellen oder richtig zu interpretieren, aber wenn man so professionelle Cheerleading-Wettbewerbe schon mal mitbekommen hat, dann reicht das als wichtige Hilfe, dass ich es mir zumindest ungefähr vorstellen konnte. Football fiel zwar nicht komplett hinten über, aber es war nur eine kleinere Rolle und der Rest war Cheerleading und das hat mir Spaß bereitet.

Bei einem Aspekt kann ich Stephens als Autorin noch nicht richtig einschätzen, der sich gleich in mehreren Ebenen abbilden lässt. Die Autorin schwankt für mich sehr zwischen intensiv und ausführlich erzählend und sich dann wieder an der Oberfläche zu verlieren. Ich kenne viele Genrebücher, die sind einfach oberflächlich. Die kann man vielleicht gut lesen, aber sie geben mir emotional wenig. Wenn es aber Teile der Geschichte gibt, die richtig etwas anrühren, dann fällt auf, wenn die Autorin an anderen Stellen dann nachlässig wird und das wäre meine Kritik nach „Cheer for Love“. Ella und Hudson sind für mich beide Figuren, die mit Tiefe angelegt sind. Er hat einen Schicksalsschlag hinter sich, der ihn bis ins Jetzt prägt. Sie kommt aus sehr unterkühlten Familienverhältnissen und hat ihre wichtigste Bezugsperson frisch verloren. Ich wollte gerne mehr zu den beiden erfahren, aber ich habe doch zu oft eine Barriere empfunden. Deswegen gab es auch Meilensteine in ihrer gemeinsamen Geschichte, in denen ich ihn oder sie dann nicht richtig verstanden habe und teilweise sogar launisch empfand. Gerade am Ende finde ich dann auch, dass manche Andeutungen einfach im Nichts verhallen.

Und auch wenn es mir auf manchen Ebenen etwas fehlte, so mochte ich die Geschichte insgesamt. Das Cheerleading reißt viel raus und ich finde auch eine Wendung richtig cool. Zumal Hudson auch ohnehin spannend angelegt ist, weil er athletisch sehr begabt ist, aber seine Zukunft mehr in Geschichte sieht und das liest man auch selten. Ich mochte auch viele, kleine Momente zwischen dem Paar, weil sie von süß bis intimer alles gut abgebildet haben. Wir haben auch zu genug Nebenfiguren viele Andeutungen, weswegen ich umso überraschter bin, dass ich noch keine Infos gefunden habe, dass eine Reihe geplant ist. Sollte da nichts mehr kommen, wäre das auch noch ein Kritikpunkt, weil definitiv Lust auf mehr entstanden ist und da auch bewusst Infos zurückgehalten wurden, die ich wissen will.

Fazit: Ki Stephens hat mich mit „Cheer for Love“ auf jeden Fall neugierig gemacht. Dass Cheerleading hier so prominent besetzt war, das war eine positive Überraschung und hat mir eine neue Welt eröffnet. Ansonsten hat der Schreibstil gewisse Tücken, weil ich mehr wollte, als ich bekommen habe. Alles in allem war es aber dennoch eine empfehlenswerte Lektüre, weil die Autorin Potenzial hat.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Harry Potter trifft "Alchemised"

The Ordeals
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Anhand des Covers und der Inhaltsbeschreibung von „The Ordeals“ musste ich sofort an eine Mischung aus Harry Potter und „The Alchemised“ denken, was doch ganz gut passt, weil das eine aus einer Fanfiction-Idee ...

Anhand des Covers und der Inhaltsbeschreibung von „The Ordeals“ musste ich sofort an eine Mischung aus Harry Potter und „The Alchemised“ denken, was doch ganz gut passt, weil das eine aus einer Fanfiction-Idee des anderen entstanden ist. „The Alchemised“ hat einfach einen erwachseneren Ton und auch einen hohen Grag an Komplexität gehabt. Deswegen komme ich in meiner Bewertung des Auftakts von „The Ordeals“ auch wieder bei der Mischung aus.

Ich habe „The Ordeals“ als Hörbuch gehabt und wurde mit der Stimme von Sarah Dorsel durch das Geschehen geleitet. Sie hatte ich schon mal als Sprecherin und ich höre sie wirklich gerne. Hier hatte ich sie auch komplett im Ohr, weil das Buch nur aus der Perspektive von Sophia geschrieben ist. Sie ist schnell zu dieser Rolle geworden und ich habe sie gerne durch das Geschehen begleitet.

Kommen wir jetzt nochmal zur Einschätzung von „The Ordeals“ im Verhältnis zu den in den Einleitungen angesprochenen Bücher. Sophia und die anderen Charaktere sind in der Tendenz auf jeden Fall reifer als Harry Potter und Co. und man merkt auch, dass von Anfang an es kaum moralische Grenzen gibt. Weil überall tödliche Gefahren lauern. Umgekehrt war ich aber doch sehr erleichtert, dass die übernatürliche Welt von „The Ordeals“ nicht so komplex wie in „The Alchemised“ war. Es gab im Verhältnis nur wenige Kategorien von Begabten und für mich war auch klar definiert, wer welche Talente und Fähigkeiten hat. Gleichzeitig hat das Buch ansonsten auf Begriffe gesetzt, die man auch ohne High Fantasy-Leseerfahrung kennt, sodass ich vom Verständnis her stets mitgekommen bin. Das ist bei Fantasy in Hörbuchform für mich meistens schwieriger, also umso besser, dass es gut geklappt hat.

Wir bekommen von Sophia schnell ein sehr ausführliches Bild und ich fand sie eine sehr sympathische Protagonistin. Sie ist durch ihren Vertrag mit ihrem Onkel schon früh als Kämpferin aufgewachsen. Sie ist zwar in ihren Fähigkeiten geschult, aber im Verhältnis zu anderen Kandidaten bei der Killmarth-Akademie ist sie eher unterlegen. Dafür macht sie es durch Lebenserfahrung und schon mehrfach ausgetragenen Überlebenskämpfen wett. Gleichzeitig ist von Anfang eine sehr sensible und empathische Seite präsent, sodass Sophia sich leicht an Menschen bindet und für sie alles tun würde. Der früh gesetzte emotionale Einschnitt war da clever, um diese Charakterseiten an ihr sofort präsent zu haben. Und auch wenn sie in den Ordeals dann oftmals an ihre Grenzen kommt, aber sie hat die Kapazitäten, um weit voraus zu denken und sie weiß auch, wann sie Hilfe annehmen muss.

Die Reihe hat natürlich auch eine Liebesgeschichte, aber es war sehr angenehm, dass die Beziehung von Sophia und Alden zwar wichtig, aber nicht zentral war. Die Ordeals standen im Vordergrund sowie die Geheimnisse rund um Sophias Vergangenheit. Wir haben auch Rätsel zu Aldens Familie, was auch ein gutes Gleichgewicht darstellt, ohne dass wir aber seine Perspektive brauchen. Wir haben auch Greg und Tessa als zwei weitere sehr wichtige Figuren und ich fand, dass sie ebenfalls geholfen haben, nicht nur eine Liebesgeschichte zu erzählen. In Bezug auf die intimeren Szenen fand ich auch positiv, dass sie nicht kopflos wirkten. Die Figuren waren sich stets des gefährlichen Szenarios bewusst und es trotzdem etwas entstanden, was gut rübergekommen ist.

Die Handlung selbst ist sehr spannend angelegt. Es gibt eine gute Mischung aus ruhigeren und dann wieder Sequenzen mit Tempo. Das sorgt für Charaktertiefe, aber auch für den Wunsch, immer weiter zu hören. Bei den Prüfungen ist konkret immer eine echte Gefahr zu spüren, weil es nicht klassische Schulprüfungen sind, nein, es geht buchstäblich um Leben und Tod. Zudem wird das Risiko auch immer in dem Sinne größer, dass mit immer mehr Infos klar ist, dass es um mehr als die Ordeals geht. Das macht die Geschichte unweigerlich von Kapitel zu Kapitel reicher, ohne dabei aber zu komplex zu werden. Das Ende ist verdammt düster und setzt damit natürlich einen idealen Schlusspunkt, um unbedingt weiterlesen zu wollen.

Fazit: „The Ordeals“ ist für mich ein gut funktionierender Auftakt. Es gab zwar noch keinen Wow-Effekt, aber das ist nicht schlimm, weil die Atmosphäre stimmt. Es gibt einige sehr sympathische Figuren, es gibt einen angemessenen Grad an Komplexität und es war insgesamt sehr spannend. Das Ende macht auch große Lust auf mehr.

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