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Veröffentlicht am 20.11.2025

Fields-Welten verschmolzen

Body Number One
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Bislang habe ich alles von Helen Fields gelesen, was es auf den deutschen Buchmarkt geschafft hat und mit „Body Number One“ kann man endgültig sagen, dass alle bisherigen Welten der Autorin vollends verschmolzen ...

Bislang habe ich alles von Helen Fields gelesen, was es auf den deutschen Buchmarkt geschafft hat und mit „Body Number One“ kann man endgültig sagen, dass alle bisherigen Welten der Autorin vollends verschmolzen sind und ich bin nicht sicher, ob ich das gut oder schlecht finde.

Nachdem wir Ava und Luc wirklich lange durch Schottland begleitet haben und das bei Bastei Lübbe, ist inzwischen dtv die neue deutsche Heimat. Dort haben wir mit „The Institution“ einen Thriller zur Profilerin Connie Woolwine bekommen. Wie ich erst jetzt erfahren habe, ist es wohl nicht das erste Buch zu ihr, was dann leider etwas schade ist, aber ich habe diesen in der Anstalt spielenden Thriller auch so als sehr eng erzählten Roman empfunden und das passte. Mit „The Killer Profile“ haben wir dann wieder eine neue Figur mit Midnight kennengelernt, aber Connie hat immerhin noch eine Rolle gespielt, aber „Body Number One“ hat noch einmal alles auf den Kopf gestellt. Lively und Slater, die bei Ava und Luc immer wichtige Nebenfiguren werden, werden diesmal ins Zentrum gerückt und es war seltsam. Da habe ich mich sogar fast über mich selbst geärgert, weil wie oft wünscht man sich, dass genau so etwas passiert, weil man mehr über sie erfahren wird, und dann macht es dennoch nicht sofort Klick. Aber Lively ist auch keine Figur, die man leicht ins Herz schließt. Das ist bewusst so und auch zurecht, aber nun so viel aus seiner Perspektive zu haben, das war gewöhnungsbedürftig. Slater wiederum ist nicht so zentral gewesen, aber dennoch fand ich es schwer, bei ihr wirklich Neues zu erfahren.

Ansonsten taucht dann nach einem Viertel Connie in der Geschichte auf. Bei ihr hadere ich ein bisschen, dass die Connie von jetzt wenig mit der aus „The Institution“ hatte, einmal ein kompletter Persönlichkeitswechsel. Auch wenn sie mit ihrer aktuellen Art die Stimmung auflockert, so ist es gleichzeitig doch auch irgendwo seltsam. Umgekehrt fand ich es aber sehr schön, dass die speziellen Verbindungen aus „The Killer Profile“ ebenfalls aufgegriffen wurden, denn die waren mir noch am vertrautesten und die wurden gut dargestellt.

Kommen wir jetzt zum Inhalt, den wir hier geboten bekommen. Bei Fields ist es immer eine Sache, dass sie einen entweder echt lange an der Nase herumführen kann oder es doch nicht so geschickt hinbekommt, wie sie es sich vielleicht gedacht hat. Hier muss ich sagen, dass wir eine Mischung bekommen. Eine Sache war mir doch relativ früh klar, aber die genaue Erklärung dafür, darauf wäre ich nie gekommen. Dementsprechend Spannungsaufgabe halb erfüllt. Dann will ich aber noch loben, dass der psychologische Anteil gelungen ist. Eine Täterperspektive wird uns von Anfang an geboten. Das mag nicht jeder, aber ich weiß es zu schätzen, wenn man so wirklich mittendrin ist und nicht auf eine geballte Ladung ganz am Ende angewiesen ist, wo sich dann alles überschlägt. Das war so angenehmer, weil man viele Seiten der Psychose verstehen und miterleben konnte. Vielleicht fehlte ein wenig die professionelle Einschätzung des Ganzen, weil wir nur mit dem Täter ‚drin‘ sind, aber ich kann es zum Glück immer aus einer objektiven Perspektive einschätzen, weswegen ich es für mich sehr gelungen fand.

Ich habe „Body Number One“ als Hörbuch gehört. Kaja Sesterhenn hat mir als Stimme gut gefallen, aber bei einem Buch mit mehreren Perspektiven ist es angesichts vieler anderer Hörbücher echt schade, wenn man dann nur eine Stimme im Ohr hat. Sesterhenn war bemüht, jeder Perspektive etwas Individuelles mitzugeben, was sicherlich auch für einen selbst als Sprecher herausfordernd ist, aber es wäre für ein Hörerlebnis einfacher, klare stimmliche Unterschiede als Orientierung zu haben.

Fazit: „Body Number One“ ließ sich gut weghören. Auch wenn die Mischung aller bisherigen Figurenwelten von Helen Fields nicht ideal gelungen ist, aber ich finde es gut, dass sie mutig ist. Mut zahlt sich irgendwann aus. Hier ist noch Luft nach oben, vor allem in der Konsequenz der Figuren und im Aufbau des Falls, aber wer bislang alles von Fields gelesen hat, der wird hier einiges zu entdecken haben, im überwiegend positiven Sinne.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Spiel der Gefühle

Novel Haven - Match of Fate
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Wir sind zwei Bücher in der Gaming-Reihe von Anabelle Stehl und ich kann definitiv sagen, dass es bislang meine liebste Reihe von ihr ist. Ich fand schon den ersten Band sehr ansprechend. Auch wenn Gaming ...

Wir sind zwei Bücher in der Gaming-Reihe von Anabelle Stehl und ich kann definitiv sagen, dass es bislang meine liebste Reihe von ihr ist. Ich fand schon den ersten Band sehr ansprechend. Auch wenn Gaming nicht restlos eine Welt ist, in der ich mich total glücklich fühle, so fand ich die Besonderheiten doch mitreißend rübergebracht. Mit „Match of Fate“ tauchen wir nun wieder ein und mir hat es nochmal besser gefallen.

Als ich die drei Freundinnen Lara, Nataly und Aria in Band 1 kennengelernt habe, da bemerke ich natürlich nach und nach, welche der drei mir am nächsten ist und meistens ist es dann auch so, dass ich ihre Geschichten besser und intensiver erleben kann. Aber es gibt immer Ausnahmen und das ist mir bei Nataly jetzt wieder passiert. Sie war schon in Band 1 deutlich die selbstbewussteste der drei, vielleicht trifft es auch lauteste besser, denn nach außen aufzufallen hat bekanntlich nicht immer etwas mit purem Selbstbewusstsein zu tun. Nataly ist da für mich eine Mischung. Sie ist durchaus mutig, sie tritt auch problemlos für die Dinge ein, an die sie glaubt, aber wir lernen schnell eine enorm unsichere Seite von ihr kennen und das ist der Zweifel, ob das Gesamtpaket Nataly für jemand anderes zu ertragen ist. Ich habe spontan „Match of Fate“ als Hörbuch gehört und Pia-Rhona Saxe hat diese widersprüchlichen Seiten sehr gut stimmlich aufgegriffen.

In erster Linie war ich überrascht, wie gut mir Nataly gefallen hat. Auch wenn ich am Ende dabei bleibe, dass sie mir menschlich eher fern ist, aber ich fand ihre Geschichte sehr echt und mitreißend dargestellt. Sie kommt eigentlich aus einem sehr guten Familienhaushalt. Sie durfte ihren Weg gehen und sie ist stetig geliebt wurde. Aber das Schicksal ihres Bruders hat sie zu jemandem gemacht, der lieber in den Hintergrund trägt, um so wenig wie möglich ein Ballast zu sein. Damit kehrt sie Seiten von sich nach außen, die poliert sind, die aber nur an der Oberfläche kratzen. In Band 1 war gut, dass wir Nataly so oft mit ihren Freundinnen erlebt haben, denn da war sie pur. Jetzt mit ihren Gedanken tauchen wir aber tief ein und wir erleben viele Versionen von ihr und es ist dann fast schon Mitfiebern darauf zu hoffen, dass sie am Ende einfach nur sie selbst sein darf. Da hat dann natürlich auch Dylan als Protagonist seinen Anteil dran. Ich fand, dass er insgesamt die Handlung mehr dominiert hat, während Natalys Arbeitsalltag bei ihrem Gaming-Unternehmen etwas in den Hintergrund geriet. Auf einer Wunschliste hätte ich mir das anders vorgestellt, aber gleichzeitig sind wir doch in einer Welt geblieben und es gab auch einige sehr gute Sequenzen, in denen beide Seiten ideal verschmolzen sind.

Die Frage, wer Dylan manipuliert, treibt aber in der Hauptsache das Geschehen an. Genauso haben wir das Rätsel um seine Familie, die seinen Karriereweg nicht bedingungslos unterstützen kann. In all dem lernen wir aber einen sehr guten Kerl kennen. Zudem ist mit der Karriere des E-Spielers auch etwas angedeutet, was gut auf die heutige Zeit passt. Berufsbilder haben sich verändert und Dylan repräsentiert dadurch eine Spezies, die sich ständig kritische Fragen stellen lassen muss. Ich fand auch, dass die Turnierspiele als sehr gute Abschnitte genutzt wurden, um die gemeinsame Geschichte von Nataly und Dylan voranzutreiben. Stehl hat ihre eigene Erfahrung genutzt, um die Spielsequenzen gut darzustellen, da konnte auch ich mitfiebern. Abseits davon lebt die Liebesgeschichte der beiden von viel Chemie. Es ist zunächst Enemies to Lovers und die ersten Begegnungen lassen es gleich ordentlich knistern. Gleichzeitig hat mir auch gefallen, dass wir zwei ‚Liebesgeschichten‘ nebeneinander erzählt bekommen. Nataly steckt durch ihr eigenes Selbstbild nämlich in einer komplizierten On-Off-Geschichte und es ist anschaulich, wie sich die beiden Handlungen parallel entwickeln. So kann man gesund und toxisch doch in einem guten Kontext vergleichen.

Ich bin durch das Hörbuch regelrecht geflogen und wollte gar nicht mehr aufhören. Das zeigt, dass inhaltlich und charakterlich sehr viel richtig gemacht wurde. Es gab letztlich eine längere Stelle, die mich echt aufgeregt hat. Da fand ich die Dramatik zu sehr hochgefahren und völlig unverhältnismäßig. Das hat sich zum Glück wieder eingependelt, aber es war eine Stelle, die ich gerne im Nachhinein gestrichen hätte. Aber das ist Meckern auf extrem hohen Niveau.

Fazit: Stehl hat mit „Novel Haven“ eine Welt für sich geschaffen, in der sie sich offenbar richtig wohl fühlt. Das merkt man dem Schreiben an. Auch wenn ich bislang alles von ihr gerne gelesen habe, aber die Reihe ist nochmal die berühmte Schippe mehr. Gerade der zweite Band rund um Nataly und Dylan hat mich richtig weggehauen. Ich bin nun sehr gespannt auf Arias Geschichte.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Licht im Schrecken

Weil wir es uns versprochen haben
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Nachdem Brittainy Cherry zuletzt eine zusammenhängende Reihe rausgebracht hat, ist sie zurück bei einer Standalone-Romance und hat dafür eine Second Chance-Geschichte in petto.

Die Geschichte geht gleich ...

Nachdem Brittainy Cherry zuletzt eine zusammenhängende Reihe rausgebracht hat, ist sie zurück bei einer Standalone-Romance und hat dafür eine Second Chance-Geschichte in petto.

Die Geschichte geht gleich emotional intensiv los, denn wir erleben eine Episode aus Protagonistin Kierras Leben, die herzzerreißend ist und von der wir schnell entnehmen können, dass sie ihr weiteres Leben entscheidend formt. Es ist noch schwer, die einzelnen Umstände zusammenzufügen, aber genau das macht auch den Reiz aus, um irgendwann zu begreifen, wie alles zusammenhängt. Ich mag die zentralen Charaktere von Cherry eigentlich immer. Die sind nicht alle gleich, aber alle haben etwas, was einen sofort anzieht und das ist auch mit Kierra und Gabriel gelungen. Er ist ohnehin wieder absoluter Zucker, da tragen sowohl die Rückblenden als auch die Gegenwart zu bei. Er geht mit der jungen Kierra, der älteren Kierra, aber auch mit Ava stets sehr liebevoll und fürsorglich, aber auch kämpferisch um. Es war zwar in der Kindheit erst schwierig zwischen Kierra und Gabriel, aber das ist der einzige Moment, in dem es gehakt hat, denn alle sonstigen Szenen sind Chemie und damit Schicksal pur. Gabriel ist auch der Charakter, den es braucht, um Henry vergessen zu machen.

Denn bei Kierra ist der gesamte Zusammenhang schwer komplex. Es gibt viele Entscheidungen, die ich bei ihr nicht wirklich nachvollziehen kann, aber es hat mich nicht gestört, denn es ist ihre Geschichte und ich konnte in allen Zeitebenen mit ihr leiden. Für Kierra ist es einfach schade, dass sie nur wenig aktive Entscheidungen treffen kann, sondern dass sie im Grunde immer ihren Weg in den Entscheidungen anderer zu finden versucht. Das macht sie oft passiv, aber es hat mir gut gefallen, dass daran auch aufgezeigt wurde, dass passiv auf alles nur zu reagieren, einen noch lange nicht schwach macht, denn an andere zu denken und sich dafür zurückzunehmen, das ist auch eine spezielle Form der Stärke, die viel zu vielen fehlt. Zudem hat Cherry für mich das Thema häusliche Gewalt noch nie so konsequent durchgezogen. Es gibt einige echt sehr heftige Szenen, es gibt auch sehr verschiedene Weisen, wie Kierra damit umgeht, was für mich das echte Leben sehr gut abbildet. Kierra hat es damit schwerer, so leicht zu strahlen wie Gabriel, aber sie hat sich unwiderruflich in mein Herz geschlichen.

Es ist auch gut, dass das Buch so viel Abwechslung aus Licht und Schatten findet. Alles, was mit Henry passiert, wird durch Rückblenden oder durch tolle Gabriel-Gegenwartmomente abgefangen. Ohnehin sind auch Rückblick und Gegenwart sehr gut ineinander geschrieben worden, weil sich sofort Zusammenhänge ergeben, die noch mehr Emotionalität erzeugen. Ich war zunächst etwas skeptisch, wie mich die Handlung überzeugen wird, denn Kierra in einer Ehe und für das Happyend braucht es eine Trennung, das eröffnet immer ein Themenfeld, bei dem ich ganz schön allergisch reagieren kann: Seitensprung. Ich fand aber, dass es mir hier bei Cherrys inhaltlichen Entscheidungen null aufgestoßen ist. Gabriel und Kierra hatten beide Respekt füreinander und dementsprechend ist die Annäherung der beiden auch gestaltet worden. Der finale Showdown ist dann auch nochmal echt heftig, aber ich fand es gut, wie viele Figuren eingebunden wurden und wie viele einen Standpunkt entwickeln mussten. Das hat auch nochmal geholfen, der Thematik häusliche Gewalt gerecht zu werden. Am Ende siegt aber die wahre Liebe und da konnte ich mir eh sicher sein, dass von Cherry zu bekommen.

Fazit: „Weil wir es uns versprochen haben“ ist wieder ein sehr berührender Roman von Brittainy Cherry, der sich intensiv mit dem Thema häusliche Gewalt auseinandersetzt und dabei ein gutes Gewicht von zwei Männern findet, die Kierras Entscheidungen nachvollziehbar machen. Ich konnte durchweg mitleiden und mitfühlen.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Mehr Wohlfühlen als Miträtseln

Juniper Hill | Die Edens 2 |
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Die Eden-Reihe von Devney Perry hat vor allem im englischsprachigen Raum einen gewissen Hype erfahren, sodass ich sie schon weit vor Veröffentlichung in Deutschland auf dem Schirm hatte. Daher habe ich ...

Die Eden-Reihe von Devney Perry hat vor allem im englischsprachigen Raum einen gewissen Hype erfahren, sodass ich sie schon weit vor Veröffentlichung in Deutschland auf dem Schirm hatte. Daher habe ich in Band 1 auch gerne reingelesen, auch weil mich das Genre mit Romantic Suspense angezogen hat. Zwar war die Geschichte kein Überflieger, aber auf jeden Fall interessant genug, um weiterlesen zu wollen.

Und da wären wir bei „Juniper Hill“ und der Geschichte von Memphis und Knox. Ein Kritikpunkt, den ich gleich zu Beginn ansprechen muss, ist wohl dieser deutlicher Genre-Wandel. Während „Indigo Ridge“ durch die Ermittlungen teilweise etwas sehr Düsteres und Bedrohliches hatte, war „Juniper Hill“ für mich eigentlich ausschließlich Wohlfühlatmosphäre. Es gab natürlich Themen, vor allem über Memphis, die ebenfalls viel Tiefgang haben, aber das Kleinstadtgefühl kommt viel stärker durch und auch die ganzen Eden-Szenen strahlen viel heller und sind fürs Herz. Nun weiß ich wirklich nicht, welchem Band ich das eigentlich negativ anlasten soll, aber ich finde schon, dass mit „Indigo Ridge“ eine Erwartung erzeugt wurde. Ich mag beide Genres, ich mag es romantisch, ich mag es auch spannend, aber wenn ich einmal so einen Anteil habe, dann erwarte ich ihn eigentlich auch im nächsten Band. Ich habe aber verstanden, dass Perry wohl doch eher zur klassischen Romance tendiert. Es gab zwar auch in „Juniper Hill“ am Ende einen Showdown, aber der war nicht wirklich mit Band 1 zu vergleichen. Mich stört es überhaupt nicht, die Eden-Geschwister nun bei ihren Happyends zu begleiten, aber Perry hat sich vielleicht nicht für jeden einen Gefallen getan, dass die beiden Bände stilistisch so unterschiedlich sind.

Ich mag wie gesagt eine gute Liebesgeschichte und die haben wir mit Memphis und Knox auf jeden Fall bekommen. Ich fand es bei Band 1 sehr übereilt, hier wurde es so erzählt, wie ich es am liebsten habe. Knox war erst sehr abweisend, aus vielfältigen Gründen, wie wir später ergründen, aber sie kommen sich immer näher und wie sie dann füreinander da sind, das hat mich sehr berührt. Viola Müller und Jesse Grimm haben für mich die beiden Charaktere zudem stimmlich sehr gut eingefangen. Ich habe da in den jeweiligen Kapiteln sehr gut mitfühlen können. Es war vielleicht etwas schade, dass die Geschichte von Memphis so dominant war. Sie hatte viele verschiedene Aspekte zu bieten, aber es ist immer gefährlich, wenn es wie so ein deutliches Ungleichgewicht wirkt. Aber mir haben die dargestellten Themen an sich gefallen. Memphis musste sich mutig durchs Leben schlagen. Ihr innerer Wandel ging zwar etwas schnell, aber ich fand es schön zu lesen, wie sie sich hat mitreißen lassen und ihrem alten Leben überzeugt den Rücken kehren konnte. Bei Knox hat mir sicherlich die Thematik seiner Vergangenheit am besten gefallen, weil es sehr beeinflusst hat, wie er auf Baby Drake reagiert hat.

Wir haben auch von unserem ersten Pärchen wieder viel gesehen, aber wir haben auch andere Geschwister mehr kennengelernt. Wir haben neue Geschichten bekommen und Andeutungen, wie die jeweiligen Bücher von ihnen laufen könnten. All das hat schon Lust gemacht.

Fazit: „Juniper Hill“ und „Indigo Ridge” unterscheiden sich schon sehr. Ich fand es nicht schlimm, weil für mich klar ist, dass es mehr eine Wohlfühlreihe, als Erwartung an Thrill ist. Ich mochte die Chemie zwischen Memphis und Knox sehr und haben durchgängig mitfühlen können.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Endlich emotional mittendrin

The Darlington - Ethan & Grace
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Als die Darlington-Reihe von Laura Kneidl angekündigt wurde, da war ich schon sehr aufgeregt. Der Auftakt rund um Kate und Henry hat mich aber nicht vollends überzeugen können. Ich war aber optimistisch, ...

Als die Darlington-Reihe von Laura Kneidl angekündigt wurde, da war ich schon sehr aufgeregt. Der Auftakt rund um Kate und Henry hat mich aber nicht vollends überzeugen können. Ich war aber optimistisch, weil wir schon viel von Grace und Ethan angeboten bekommen haben und das versprach auf jeden Fall viel Chemie.

Ich kann auf jeden Fall bestätigen, dass ich mit dem zweiten Band richtig in der Reihe angekommen bin. Hier haben die einzelnen Teile für mich echt wunderbar zusammengepasst und ich hatte auch am Ende nicht das Gefühl, dass wir mittendrin aufhören, sondern dass für Grace und Ethan ein angenehmer Punkt gefunden wurde, wo ich damit leben kann, dass sie in Band 3 dann nur noch Nebenfiguren sein würden. Ethan und Grace haben mir zusammen auch so extrem gut gefallen, dass es Rose und Logan schon sehr schwer haben werden, das nochmal zu toppen, aber ich bin auch weiterhin optimistisch, denn nach diesem Inhalt kann man sich für die beiden ein bisschen was denken. Ich bin gespannt, ob sich da Vermutungen bestätigen werden und das ist doch ideal, um die Wartezeit bis zum Abschlussband zu überbrücken.

Es war zu Beginn schon ein echter Schock zu erfahren, was da bei dem Cliffhanger von Band 1 passiert ist. Es war aber ein sehr cleverer Aufhänger für die ganze Entwicklung. Denn so haben wir eine mitreißende Liebesgeschichte, wir haben die Fortsetzung der Ermittlungen und des Prozesses gegen Darlington-Vater Richard und wir haben auch das Rätsel, wer hinter dem Autounfall mit Fahrerflucht steckt. Alle drei für sich haben funktioniert, aber Kneidl hat es auch geschafft, alles gut ineinander zu verweben. Ich bin oft etwas skeptisch, wenn die Liebesgeschichte die vernünftigeren Gedanken ausklammert, aber hier wurde offensiv damit umgegangen, dass Grace auch wollte, dass sie mal nichts fühlen muss, dementsprechend fand ich die Abwechslung aus Loslassen und akribisch Ermitteln gelungen. Ich bleibe an der Stelle gleich mal bei der Fahrerflucht. Ich muss sagen, dass ich auf eine völlig falsche Fährte geraten bin, weswegen die finale Lösung für mich überraschend kam. Ich gehe aber davon aus, dass andere die Puzzleteile besser zusammensetzen konnte, denn als ich es einmal wusste, war alles schon sehr offensichtlich. Aber da ich mich verrannt habe, kann ich es der Autorin kaum vorwerfen, will ich auch gar nicht, denn selbst wenn es im Nachhinein offensichtlich war, aber es war auch logisch und offensichtlich und logisch bedingt sich nicht gegenseitig, wie andere Bücher beweisen.

Die Liebesgeschichte wiederum lebt von einer tollen Chemie. Die Wortgefechte aus Band 1 hatten schon Lust gemacht und dann gleich mit der ersten Szene, die eine ganz andere Nuance hatte, da war ich einfach hin und weg. Ich mochte jeden einzelnen Moment, ich mochte die Mischung aus Provokation, Innigkeit, Vertrauen, Wildheit und Spannung. Ich mochte vor allem sehr, dass nichts erzwungen wurde, um die beiden kurzfristig zu trennen. Es gab Momente, in denen ich dachte, jetzt passiert es und es wird so künstlich aufgezogen wie bei Kate und Henry, aber zum Glück, vielleicht passten Grace und Ethan einfach besser bei Kneidl. Ich finde es toll, weil ich so regelrecht durchs Buch geflogen bin. Auch individuell muss ich sagen, dass alles richtig gemacht wurde. Graces Familiengeschichte wurde nachvollziehbar angepackt. Umgekehrt war Ethans Kampf gegen sich aber nochmal deutlich einnehmender. Seine Beziehung zu seiner Mutter, die Annäherung an Logan, alles top.

Zuletzt haben wir dann noch die Darlington-Geschichte allgemein. Da gab es auch nochmal Überraschungen, aber es war auch wichtig, mehr zu Richard zu erfahren, wie Lisas Denken funktioniert. Auch der Blackroom bleibt noch spannend. Es wurde also was vorangebracht, aber es bleibt noch genug für Band 3 übrig.

Fazit: „The Darlington – Ethan & Grace“ hat mich jetzt mitten rein in die Reihe katapultiert. Die Liebesgeschichte war großartig, aber auch die anderen Bestandteile haben wunderbar zusammengepasst. So habe ich eine Geschichte mit Spannung, Mitfiebern, Mitleiden und Miträtseln bekommen. Es war nicht perfekt, aber perfekt genug.

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