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Veröffentlicht am 23.05.2018

Wehmütiger Abschied von Lara Jean

Always and forever, Lara Jean
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„Always and forever, Lara Jean“ ist der dritte und leider damit auch schon der Abschlussband rund um Lara Jean Song Covey, ihre Familie und ihre Freunde. Ich war vom ersten Band an in diese Welt verliebt, ...

„Always and forever, Lara Jean“ ist der dritte und leider damit auch schon der Abschlussband rund um Lara Jean Song Covey, ihre Familie und ihre Freunde. Ich war vom ersten Band an in diese Welt verliebt, weil sie so unschuldig und doch so alltäglich und vor allem liebevoll war, dass ich mich gerne dorthin zurückgezogen habe. Nun heißt es Abschied nehmen, denn Lara Jean steht kurz vor dem College und ich kann verstehen, dass Jenny Han damit einen Abschied finden wollte, auch wenn ich Lara Jean natürlich noch ewig begleiten könnte.
Band 3 habe ich als wunderbaren Abschluss empfunden, da ich mich in fast alle Themen, die aufgegriffen wurden, wiederentdecken konnte und auch in Erinnerungen schwelgen konnte. Mein letztes Schuljahr ist gerade mal 7 Jahre her und ich kann mich noch an so vieles so unheimlich gut erinnern. Sei es Abiball, Prüfungen, Bewerbungen für die Universitäten oder Fachhochschulen. Das war eine unheimlich intensive Zeit voller potenzieller Dramen und daher fand ich es so großartig, dass ich dieses Gefühl in „Always and forever, Lara Jean“ wiederentdecken durfte.
Nach wie vor am meisten kann ich mich die Darstellung des Familienlebens berühren, da ich diese intensive Schwesternbeziehung und auch der Umgang mit dem Vater als innig und vertrauensvoll empfinde. Durch die neue Partnerin des Vaters kommt eine neue Dynamik herein und auch die Geschichten, die herum geschrieben wurden, waren sehr authentisch erzählt. So eng die drei Schwestern auch sind, so finde ich es trotzdem großartig, dass jede sie selbst sein kann und jede ihren eigenen Weg finden darf. Diese Erkenntnis hat Lara Jean doch sehr intensiv in diesem Band gehabt. Was für Margot galt, muss für sie noch lange nicht gelten.
Natürlich bin ich auch noch immer hin und weg von Lara Jean und Peter, deren Beziehung unheimlich unschuldig ist, aber gleichzeitig so echt und vor allem süß. Auch sie müssen sich in ihrer Beziehung dem neuen Lebensabschnitt stellen und schnell feststellen, dass es selten so läuft, wie man es geplant hat und all die Konsequenzen daraus wurden ebenfalls sehr mitreißend und authentisch dargestellt.
Das Ende war ganz hervorragend gemacht, da ein schönes Ereignis ans Ende gesetzt worden ist und weil man so wirklich das Gefühl hat, dass sich ein großer Themenabschnitt im Kreis geschlossen hat. Mit dem College beginnt nun ein weiterer großer Themenabschnitt, auf dem wir Lara Jean nicht mehr begleiten werden. Zumindest nicht durch Jenny Hans Augen, aber das hält mich ja nicht davon ab, mir selbst Ideen für Lara Jeans Werdegang zu spinnen!
Fazit: Wehmütig nehme ich Abschied von Lara Jean und ihrer Welt, die nochmal zahlreiche entscheidende Momente des letzten Schuljahres einfühlsam und authentisch erleben darf. Eine bessere und süßere Geschichte für den Sommer hätte man wirklich nicht schreiben können!

Veröffentlicht am 15.05.2018

Am Ende doch mindestens eine Wendung zu viel

The Wife Between Us
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Für „The Wife Between Us“ habe ich mich vor allem wegen des Covers begeistern lassen. Es ist in meiner Lieblingsfarbe gehalten! Das ist zwar sehr oberflächlich, aber immerhin so ein Eyecatcher, dass ich ...

Für „The Wife Between Us“ habe ich mich vor allem wegen des Covers begeistern lassen. Es ist in meiner Lieblingsfarbe gehalten! Das ist zwar sehr oberflächlich, aber immerhin so ein Eyecatcher, dass ich mir auch den Klappentext und später eine Leseprobe durchgelesen habe. Eher abschreckend ist inzwischen ja die Werbemaßnahme, wenn Bücher als Nachfolger von „Gone Girl“ oder „Girl On the Train“ angekündigt werden und man mit hohen Erwartungen an die Lektüre geht und dann bitter enttäuscht wird. Ich habe mich aber wegen der ersten Argumente nicht einschüchtern lassen und habe schnell gemerkt, dass „The Wife Between Us“ wirklich sehr gut in eine Reihe mit den genannten Autoren passt, denn es ist wirklich kaum etwas so, wie es zunächst scheint.

Neben der Tatsache, dass kaum ein Buch wirklich die Raffinesse eines „Gone Girl“ erreicht, ist ein weiteres Problem, wenn man feststellt, dass es doch wie Gone Girl ist, dass man eben ständig mit Irreführungen und Wendungen rechnet. Das ist mir beim Lesen wirklich sehr aufgefallen, da ich nach dem ersten Teil wusste, ja, das hier ist eine gute Unterhaltung, aber was kannst du wirklich glauben? „Gone Girl“ war ja damals das erste Buch in dieser Richtung, dass die konstruierte Welt noch einmal komplett über den Haufen geworfen hat, daher war das damals ein riesiges WTF?! Daher war ich bei „The Wife Between Us“ auf alles vorbereitet. Auch wenn ich niemandem getraut habe und nicht alles Gesagte für bare Münze genommen habe, bin ich doch immer wieder überrascht worden, weil die Tricks und Wendungen einfach unheimlich gut konstruiert sind. Es ergeben sich keine logischen Fehler und daher muss man wirklich hochachtungsvoll sagen: ja, die Tarnung ist perfekt! Am Ende gibt es sogar noch einmal eine Überraschung, aber die war mir dann wirklich zu viel. Vorher habe ich laut Beifall geklatscht, doch dieser eine Aspekt hat gezeigt, dass das Autorinnenduo zu viel wollte und nicht bemerkt hat, dass es bis daher von der psychologischen Raffinesse her perfekt war und dann über das Ziel hinausgeschossen ist.

Neben der ganzen starken Handlung, die auch von einem raffinierten Stil profitiert, gehe ich normalerweise auch immer ausführlicher auf die Hauptfiguren ein. Das ist bei „The Wife Between Us“ fast nicht möglich, da bereits dort es mit den ersten Spoilern anfängt. Daher sage ich nur grob, dass ich mit den meisten Charakteren sehr glücklich war, weil sie sehr vielschichtig inszeniert wurden und es wirklich ein Auf und Ab an Gefühlen gab, das man aber stets wunderbar nachempfinden konnte. Etwas kritisch betrachte ich dagegen den männlichen Protagonisten Richard. Zwar wurde zu keiner Zeit aus seiner Perspektive berichtet, was sicher ein Nachteil ist, aber dennoch gibt es am Ende einen Erklärungsansatz, der war mir jedoch völlig unzureichend. Daher hätten die Autorinnen an dieser Stelle gerne übers Ziel hinausschießen können!

Fazit: „The Wife Between Us“ ist eine sehr spannende Unterhaltung, die in meinen Augen durchaus das Prädikat tragen darf, so zu sein wie z. B. „Gone Girl“. Natürlich hat man dann automatisch Erwartungshaltungen, aber ich muss sagen, dass ich trotzdem mehrfach sehr, sehr gut überrascht werden konnte und vor allem der psychologische Aspekt wurde stets sehr stark bedient. Zwei Schwächen gibt es zwar auch, aber ich fand „Gone Girl“ schon nicht perfekt, so dass ich daher sehr gerne eine Leseempfehlung für „The Wife Between Us“ ausspreche!

Veröffentlicht am 11.05.2018

Tiefgründiger Stil, aber zu viel Drama

Deine Worte in meiner Seele
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Ich habe Brittainey C. Cherry zuerst durch „Wie die Luft zum Atmen“ kennengelernt und später festgestellt, dass sie zuvor mit „Verliebt in Mr Daniels“ noch ein Buch im NA-Genre veröffentlich hatte. Durch ...

Ich habe Brittainey C. Cherry zuerst durch „Wie die Luft zum Atmen“ kennengelernt und später festgestellt, dass sie zuvor mit „Verliebt in Mr Daniels“ noch ein Buch im NA-Genre veröffentlich hatte. Durch eine nette Aktion von Lesejury bin ich nun an dieses Buch gekommen und bin ihm mit großer Vorfreude begegnet, da ich Cherry als Autorin kennengelernt habe, deren Sprache unheimlich emotional und tiefgehend ist und die sich in heftige Geschichten vorwagt und diese dennoch mit einer ungeheuren Sensibilität angeht.
All diese Eigenschaften, die ich gerade aufgezählt habe, zeigen sich auch sehr schnell bei „Verliebt in Mr Daniels“. Das hat zur Folge, dass das Setting der High School manchmal etwas daneben wirkt, weil die Themen und vor allem natürlich Daniel und Ashlyn so erwachsen wirken. Dafür gibt es abseits dieser beiden andere Figuren und Handlungen, die wesentlich besser passen und die mich auch gut unterhalten konnten, obwohl die Diskrepanz zu den Hauptfiguren doch groß war.
Daniel und Ashlyn als Paar und damit ihre Liebesgeschichte hat mich von Anfang an tief berühren können, da diese zu keinem Zeitpunkt plump oder rein auf Äußerlichkeiten beruhten, sondern weil es von Anfang an zwischen ihnen um echte und tiefe Gefühle ging und um ein Verständnis füreinander, das ganz tief von innen kommt. Dieser Eindruck wurde über die Sprache und die Songtexte zu Beginn jedes Kapitels immer wieder bestärkt, so dass ich immer etwas ins Schwelgen kam, wo meine Gedanken abdrifteten, weil ich es so schön empfand. Natürlich gibt es auch das typische Hin und Her, wo mal der eine, mal der andere aberwitzig agiert, aber im Gesamtrahmen hat mich das nie stören können, weil es eben so chic verpackt war.
Gestört hat mich aber definitiv etwas Anderes an der Geschichte. Sowohl Ashlyn als auch Daniel hatten ein gewaltiges Päckchen zu tragen, wo es über Tod, Drogen, Mord, Vernachlässigung ging. Das konnte ich noch akzeptieren, da es eben auch so wunderbar erklärte, warum Daniel und Ashlyn sich so intuitiv verstehen. Aber dass auch sämtliche Nebenfiguren so einen Ballast auferlegt bekommen musste, das war mir einfach zu viel. Ja, die Welt ist schrecklich und ungerecht, aber ich muss das nicht so übertrieben dargestellt bekommen, weil ich mich auch abseits all des Dramas mit Figuren identifizieren und mitfühlen kann. Da es die ganze Geschichte immer wieder neue Schicksalsschläge gab, habe ich irgendwann die Augen verdrehen müssen, was ich sehr schade fand, da das so eine geniale Geschichte gar nicht verdient hat.
Fazit: „Verliebt in Mr Daniels“ beweist mir, dass Cherry auch im NA-Genre sehr berührend zu erzählen weiß, obwohl ich mich nicht des Eindrucks erwehren kann, dass ihr Stil schon so erwachsen ist, dass er einfach besser zu älteren Figuren passt. Aber ihre tiefgründige Sprache und das emotionale Mitreißen funktioniert einwandfrei. Negativ möchte ich aber erwähnen, dass zu viele Schicksalsschläge aufgefahren wurde, so dass mir all diese negativen Einflüsse irgendwann zu viel wurden, aber das hat das Lesevergnügen zum Glück nur kaum beeinflusst.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Imponierende Frauencharaktere

Iron Flowers – Die Rebellinnen
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„Iron Flowers“ hat mich sogleich angezogen, weil im Klappentext direkt von zwei weiblichen Protagonistinnen die Rede ist, die das Potenzial haben, die Handlung durch ihre Stärke und ihren Mut an sich zu ...

„Iron Flowers“ hat mich sogleich angezogen, weil im Klappentext direkt von zwei weiblichen Protagonistinnen die Rede ist, die das Potenzial haben, die Handlung durch ihre Stärke und ihren Mut an sich zu reißen. Genau diese Protagonistinnen überschwemmen mehr und mehr – und das absolut zu recht – den Buchmarkt und das vor allem im Fantasy- und im Dystopiebereich. Nun direkt gleich zwei solcher Charaktere in Aussicht gestellt zu haben, war schon das schlagende Moment, warum ich mich für „Iron Flowers“ entschieden habe.
Auch wenn ich die „Selection“-Reihe noch nicht beendet habe, sind am Anfang natürlich große Parallelen zu erkennen. Man merkt jedoch schnell, dass die Weltkonstruktion doch eine viel Drastischere ist. Gerade in Zeiten von Feminismus finde ich es sehr spannend, dass wir eine Welt präsentiert bekommen, in der die Frau dem Mann vollkommen unterlegen ist. Das ist fast schon entsetzlich mitzuerleben, gibt natürlich aber gleichzeitig auch den weiblichen Figuren die Möglichkeit, sich aufzulehnen, ihre Stärken zu bündeln und gemeinsam für ein Umdenken zu sorgen. Genau dieses Potenzial wird hervorragend ausgeschöpft. Gerade das Ende weiß auf diesen Aspekt hin wunderbar zu unterhalten und macht unbedingte Lust auf mehr.
Zum Gelingen der Geschichte tragen natürlich wesentlich auch die beiden Protagonistinnen bei. Nomi ist von Anfang an die Rebellin, die das den Frauen zugewiesene Leben nicht ertragen kann und nur sehr widerwillig ihren Pflichten nachgeht. Dennoch merkt man im Umgang mit ihr stets, dass sie ihr Denken und ihre Impulsivität kaum zurückhalten kann. Damit ist sie gleich von der ersten Seite an die Figur, wo man einen Hunderte darauf wetten kann, dass sie innerhalb der Geschichte begeistern wird. Auf der anderen Seite haben wir ihre Schwester Serina, die zunächst dem System sehr treu ist und nur hin und wieder skeptisch wird. Durch eine unglückliche Situation wird sie aber brutal mit den Nachteilen des Systems konfrontiert und wird regelrecht zum Anderssein gefunden. Dieser Weg hat mir sogar noch mal deutlich besser gefallen, als bei Nomi, weil sie eben erst noch zu sich selbst finden muss und man mit ihr an diesen Erlebnissen wachsen kann.
Die Handlung besticht gleich von Anfang durch ein hohes Tempo, Eindringlichkeit und einen sehr, sehr guten Spannungsbogen. Zudem werden einem immer wieder Überraschungen geboten (eine große Überraschung war doch etwas zu deutlich), die auch so gut verteilt sind, dass zu keinem Zeitpunkt Langeweile auftritt. Im Endeffekt hat man ja auch zwei verschiedene Geschichten in einer und beide ergänzen sich wirklich wunderbar. Natürlich bin ich deutlich lieber bei Serinas Geschichte gewesen und dennoch war ich zu keinem Zeitpunkt mit Nomis Geschichte unzufrieden. Und zwei so hochwertige Geschichten geboten zu bekommen, das bekommt man schon selten. Gerade deswegen stößt es mir etwas bitter auf, dass das Cover nur eine Frau zeigt, während das Originalcover beide Frauen zeigt. Da beide eine gleiche Wertigkeit haben, hätten auch beide einen Platz auf dem Cover verdient!
Fazit: „Iron Flowers“ ist ein grandioser Reihenauftakt, der das aktuelle Weltbild komplett auf den Kopf stellt, um es dann doch in Ansätzen wieder aufzurichten. Dies gelingt so wunderbar, weil wir zwei starke weibliche Protagonistinnen haben, die die Geschichte spielerisch leicht tragen, weil man sich so wunderbar in sie hineinversetzen kann. Zudem ist die Handlung unheimlich spannend, mit einigen Wendungen und gerade gegen Ende hin mit großer Eindringlichkeit, der man sich nicht mehr entziehen kann. Daher ist die Wartezeit auf den zweiten Band nun auch so brutal lange.

Veröffentlicht am 29.04.2018

Ein Ticken Emotionalität zu wenig

Nichts ist gut. Ohne dich.
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„Nichts ist gut. Ohne dich“ von Lea Coplin hat meine Aufmerksamkeit erweckt, weil ich mich bei dem wunderschönen Cover an den dtv-Stil erinnert gefühlt habe, der auch bei meiner Lieblingsautorin aus diesem ...

„Nichts ist gut. Ohne dich“ von Lea Coplin hat meine Aufmerksamkeit erweckt, weil ich mich bei dem wunderschönen Cover an den dtv-Stil erinnert gefühlt habe, der auch bei meiner Lieblingsautorin aus diesem Verlag, Colleen Hoover, zu finden ist. Zudem gab es einen vielversprechenden Klappentext, der mich auf eine emotionale und mitreißende Liebesgeschichte hoffen ließ.
Beim Anfang dieses Buches war ich unheimlich überrascht, wie schnell sich der erste Eindruck von der weiblichen Protagonistin, Jana, gewandelt hat. In den ersten zwei Kapiteln aus ihrer Sicht habe ich Jana als empfindsam, schüchtern und tief verletzt erlebt. Die Grundaspekte der Empfindsamkeit und der tiefen seelischen Verletzung bleiben auch hinterher bestehen, aber als ich dann plötzlich eine abenteuerlustige, selbstbewusste, sture und bockige Jana kennenlernen durfte, hat mir der Mund vor Überraschung doch länger aufgestanden. Mit diesen Voraussetzungen war mir klar, dass es mit Jana etwas anstrengend werden könnte, da sie kaum rational denkt, sondern immer aus dem Bauch heraus entscheidet und damit in das ein oder andere Fettnäpfchen tritt oder auch mal ohne Rücksicht auf Verluste agiert. Dies mitzuverfolgen habe ich dahingehend als anstrengend empfunden, weil ich selbst so gar nicht so bin und ich somit die Verhaltensweisen oftmals gar nicht nachvollziehen kann. Dennoch habe ich die Lektüre als sehr spannende Reise mit Jana empfunden, die über die Liebe ihren Frieden mit sich selbst schließt und sich somit selbst erst richtig kennenlernt. Solche Entwicklungen begleite ich nämlich immer gerne.
Janas männlicher Gegenpart Leander hatte es nicht ganz so schwer bei mir, weil er mir mit seiner Empathie, seiner Treue, seinem Gerechtigkeitssinn und seiner Verletzlichkeit einfach auf Anhieb gefallen hat. Man hat ihm seinen altersbedingten Vorteil gegenüber Jana schon deutlich angemerkt, da er eben total rational denkend unterwegs war. Aber auch er hat sich selbst noch nicht gefunden und befindet sich eher in einem Schwebezustand, der durch den drohenden Tod seiner schwer kranken Mutter natürlich gut nachzuempfinden ist. Auch er befindet sich in diesem Buch auf einer Reise zu sich selbst, bei ihm kommt die Selbsterkenntnis aber nicht ganz so deutlich heraus, vielleicht auch weil der Fokus (der ansonsten sehr gerecht aufgeteilt ist) gegen Ende hin eher bei Jana liegt.
Da beide durch den gleichen Aspekt in ihrem Leben schwer geprägt wurden und sich beide dadurch noch nicht selbst gefunden haben, haben sich die beiden gut ergänzt und mit der Zeit eine echt gute Chemie entwickelt. Zu Beginn war diese Chemie noch etwas im Ungleichgewicht, weil Jana sich gegenüber Leander eher unnachgiebig verhalten hat und weil er eben eher die kleine Schwester in ihr sah. Als diese Chemie aber einmal da war, konnte man schon sehr gut mit den beiden mitfiebern. Die Kussszenen zwischen den beiden waren richtig elektrisierend, die Sexszene war dagegen so weit ausgespart, dass für mich ein wenig ein Bruch in ihrer Verbindung entstand, die zum Glück am Ende aber wieder da war.
Auch wenn Vergleiche zu anderen Autoren immer Nachteile mit sich bringen und der Vergleich zu Hoover ja auch von mir selbst kreiert ist, muss ich diesen einfach wagen. Denn er zeigt mir deutlich, dass dieses Buch dieses letzte bisschen an Emotionalität, das Hoover immer hervorzaubert, nicht herauskitzeln kann. Die Aufarbeitung des Verlustes von Tim und Leanders Schuldgefühle an seinem Tod und schließlich auch noch weitere Handlungsaspekte, die ich hier nicht spoilern möchte, werden ein Stück weit zu oberflächlich behandelt. Gerade Leanders Brief, der seine Involvierung in Tims Tod erklärt, den hätte ich selbst gerne mal gelesen. Ich hätte gerne Maries Probleme damit näher ergründet, ich hätte auch Janas Beziehung zu ihrer Mutter und ihrem toten Bruder transparenter gehabt. All das sind keine Must-Havs für diese Geschichte, weil „Nichts ist gut. Ohne dich“ auch ganz wunderbar ohne diese funktioniert, aber wenn sie da gewesen wären, hätte es die Erzählung echt perfekt machen können!
Fazit: „Nichts ist gut. Ohne dich“ ist ein zufriedenstellendes NA-Buch, das eine schöne Liebesgeschichte erzählt und vor allem den Protagonisten genug Raum gibt, um sich selbst zu entfalten. Die emotionale Ebene dagegen hätte ich mir noch stärker gewünscht, da ich mich mit gewissen Ergänzungen vermutlich noch besser mit Jana und Leander hätte identifizieren können.