Mehr als nur ein Krimi
Die SchwesterMara ist eine freiheitsliebende, unkonventionelle Chaotin, die sich mit Gelegenheitsjobs durchschlägt.
Ganz anders ihre Schwester Lisa, die als Oberärztin auch noch eine Familie mit zwei kleinen Kindern ...
Mara ist eine freiheitsliebende, unkonventionelle Chaotin, die sich mit Gelegenheitsjobs durchschlägt.
Ganz anders ihre Schwester Lisa, die als Oberärztin auch noch eine Familie mit zwei kleinen Kindern managt. Bei ihr scheint alles in bester Ordnung zu sein, bis sie eines Tages nicht mehr von einer Tagung heimkehrt.
Die Polizei legt den Fall relativ schnell zu den Akten, aber Mara und Lisas Ehemann Tim legen mithilfe von Nachbarn und Freunden eine Suchaktion an, wodurch immer mehr Ungereimtheiten ans Licht kommen.
Nachdem der Verdacht einer Vergewaltigung im Raum steht, sind auch die beiden polizeilichen Ermittler wieder mit an Bord. Vor allem Pia hat mir hier sehr gut gefallen. Sie ist intelligent und lässt nicht locker.
Zwischen die Wendungen im Fall Lisa kommt noch eine unaufgearbeitete Beziehungsgeschichte zwischen Mara und dem Ermittler Oliver, die mir ziemlich überflüssig erschien. Den Strang hätte sich die Autorin vielleicht sparen können oder zumindest nicht so aufbauschen müssen. Dieser Teil ist für meinen Geschmack auch von zu vielen Zufällen überladen.
Es hätte ein ganz normaler, spannender Krimi sein können, der wunderbar locker geschrieben ist, aber das Ende war nun doch so überraschend, dass er sich von anderen Krimis deutlich abhebt.
Die Auflösung lässt den Leser nachdenklich zurück, denn es wird ein gesellschaftliches Tabu thematisiert, und das auf eine differenzierte, aber trotzdem lebendige Art. Ich hatte davon bisher noch nicht gehört, stelle es mir aber wirklich schrecklich vor.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung mit einem halben Punkt Abzug für die merkwürdige Beziehung zwischen Mara und Oliver.