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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.08.2025

Pretty boring

Pretty Perfect
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Diese Rezi behandelt das Hörbuch


Zum Inhalt:
Obwohl ihre Ehe in die Brüche gegangen ist, konnten Ellery und Luke die Reise zum Hochzeitstag nicht stornieren und so fährt Ellery alleine in das Luxusressort. ...

Diese Rezi behandelt das Hörbuch


Zum Inhalt:
Obwohl ihre Ehe in die Brüche gegangen ist, konnten Ellery und Luke die Reise zum Hochzeitstag nicht stornieren und so fährt Ellery alleine in das Luxusressort. Dort lernt sie schnell andere Reisende kennen, unter anderem die Mitglieder einer Hochzeitsgesellschaft. Nach einem Unwetter ist das Hotel von der Außenwelt abgeschnitten und Ellery findet die Leiche des Bräutigams am Pool. Und bei dem einen Toten bleibt es nicht.

Mein Eindruck:
Klingt spannend, ist es aber nicht. Dabei hätte es so schön sein können mit Kunstbezug, Unwetter und einem Mörder, vor dem man wegen des Unwetters nicht fliehen kann. Aber nicht gut geschrieben (die vielen "Ellery" am Satzbeginn nerven total) krankt die Story an hanebüchenen Personen-Konstellationen, viel zu viel Tragik und jeder Menge "möglicherweise" und "vielleicht" bei der Sherlock-mäßigen (soll heißen: völlig aus Kleinigkeiten herbei fabulierten) Aufklärung der Taten. Dazu erfindet die Autorin mehrere Nebenkriegsschauplätze, welche die Geschichte künstlich aufblasen, aber nicht voranbringen. Gelesen wird von einer Sprecherin, die eine angenehme Stimme hat, aber leider jedwede Spannung im Keim erstickt; Möglichkeiten wären mit den Morden, dem Verschwinden von Personen und den Naturgewalten gegeben, aber irgendwie plätschert alles wie einer ruhiger Fluss statt zu brausen wie ein ungestümer Strom. Ally Condie führt viele Personen ein, ohne sich wirklich tiefer mit ihnen zu befassen, - hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen - und verhunzt ihr Ende auch noch mit einer weiteren Stunde unnützer Küchenpsychologie-Vorlesung. Von fast tödlich schussverletzten Personen, die plötzlich wieder aufstehen und mit dem Täter diskutieren können, will ich gar nicht erst anfangen...

Mein Fazit:
Ein Satz mit einem ganz großen X

Veröffentlicht am 02.08.2025

Herrlich gemein

Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?
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Zum Inhalt:
Um mit der von ihr bewunderten Familie in Kontakt zu bleiben, täuscht Sloane vor, Krankenschwester zu sein. Sie wird als Nanny engagiert und freut sich, dass Violet, die Mutter der Familie, ...

Zum Inhalt:
Um mit der von ihr bewunderten Familie in Kontakt zu bleiben, täuscht Sloane vor, Krankenschwester zu sein. Sie wird als Nanny engagiert und freut sich, dass Violet, die Mutter der Familie, sie als Freundin zu akzeptieren scheint. Als Violet Sloane zum gemeinsamen Familienurlaub einlädt, kann diese ihre Glück kaum fassen. Aber ist es wirklich Glück oder doch nur Berechnung?

Mein Eindruck:
Sophie Stava erzählt ihre Geschichte aus unterschiedlichen Sichten, - zuerst aus Sloanes, dann aus Violets und schließlich aus Jays(Violets Mann) Blickwinkel. So erhält man Eindrücke zu den Beweggründen ihrer Figuren. Was dabei insbesondere gefällt ist der Umstand, dass man sich irgendwann nicht mehr sicher ist, wer lügt, wer die Wahrheit sagt und vor allen Dingen, zu welcher Figur man gefühlstechnisch halten und wem man Glück bei der Ausführung seiner Pläne wünschen sollte. Denn eine reine Weste hat keiner und wie die drei sich und andere manipulieren und die Wahrheit biegen, macht absolut Spaß. Das Ende ist wahrscheinlich nicht für jedermann geeignet und an der richtigen Stelle gezogen. Denn dass im "wahren" Leben nicht doch noch Stolpersteine auftauchen würden, darf ernsthaft bezweifelt werden.

Mein Fazit:
Bravourös gemein

Veröffentlicht am 30.07.2025

Teenager-Liebe

Rubinrot
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Zum Inhalt:
Gwendolyn ist 16 und ein Rubin, kann durch die Zeiten springen und verliebt sich in Gideon (Diamant), der ebenfalls dazu fähig ist. Gemeinsam mit zehn anderen Vorfahren, welche ebenfalls Edelsteinen ...

Zum Inhalt:
Gwendolyn ist 16 und ein Rubin, kann durch die Zeiten springen und verliebt sich in Gideon (Diamant), der ebenfalls dazu fähig ist. Gemeinsam mit zehn anderen Vorfahren, welche ebenfalls Edelsteinen zugeordnet sind, könnten sie mit ihrem Blut einen Chronographen vervollständigen, der zu großer Macht verhilft.

Mein Eindruck:
Im Gegensatz zu der Vergissmeinnicht-Reihe kommt hier Kerstin Gier nicht wirklich in die Puschen. Die Zeitsprünge der beiden Protagonisten sind sehr kurz gehalten und von den jeweiligen Umständen dort erfährt man eher wenig. Im Großen und Ganzen geht es in "Rubinrot" hauptsächlich um Klamotten und die Liebe, wobei immer wieder gekreischt oder errötet wird (seitens der holden Weiblichkeit) und die Männer abgeklärt das Zepter schwingen (oder die Pistole). Es bleibt die Hoffnung, dass sich die Charaktere in den weiteren Büchern nicht so Geschlechter-stereotyp verhalten und etwas mehr Spannung in die Geschichte kommt. So ist sie leider nur Fantasy-Durchschnitt.

Die Sprecher sind in Ordnung und vermögen die Figuren gut voneinander unterscheidbar zu machen, wenn man ihnen lauscht. Oliver Rohrbeck ragt jedoch heraus. Seine Interpretation der Rahmenhandlung gefällt durch Humor und Schwung, der dem großen Rest des Textes leider fehlt.

Mein Fazit:
Ein etwas holpriger Start in die Trilogie

Veröffentlicht am 25.07.2025

Toxische Männlichkeit

Das Paradies verrät man nicht
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Zum Inhalt:
Ingrid hatte ihren Mann Kjell schwer verletzt und kam dafür ins Gefängnis, da die Notwehr seitens des Gerichts nicht anerkannt wurde. Jetzt ist sie wieder draußen und hält sich aus Angst vor ...

Zum Inhalt:
Ingrid hatte ihren Mann Kjell schwer verletzt und kam dafür ins Gefängnis, da die Notwehr seitens des Gerichts nicht anerkannt wurde. Jetzt ist sie wieder draußen und hält sich aus Angst vor Kjell versteckt. In ihrem alten Beruf - beide waren bei der Polizei - kann sie im Gegensatz zu Kjell nicht mehr arbeiten und verdingt sich als Putzfrau.
Als eine junge Frau tot aufgefunden wird, wollen deren Eltern sich nicht mit der Selbstmordtheorie abfinden und Benni, ein Freund und ehemaliger Kollege Ingrids verweist an diese als Privatermittlerin. Ingrid übernimmt nach einigem Zögern den Fall; immer auf der Hut vor Kjell und seinen Rachegelüsten.

Mein Eindruck:
Dass der Krimi in den 80er Jahren spielt, fällt nur an Kleinigkeiten auf - keine Handys, dafür ein Walkman als neuester Schrei und Gehälter, bei denen man zuerst denkt, dass das Lektorat fehlerhaft gewesen sein muss. Doch die zwischenmenschlichen Beziehungen und Herausforderungen, die an die Figuren gestellt werden, sind so zeitlos, dass man auch vierzig Jahre später nicht sprachlos vor dem Buch sitzt. Ninni Schulman denkt sich gut in die "alte" Zeit ein und weiß ihren Figuren Leben einzuhauchen. Schade ist dabei nur, dass fast alle männlichen Charaktere aggressiv, manipulativ und sexistisch handeln und die Frauen - außer Ingrid - passiv und zuweilen dümmlich agieren.
Gut gefallen die Entwicklung der Krimihandlung und die Auflösung des Falls, - da verzeiht man auch den Cliffhanger zum Schluss.

Mein Fazit:
Leider immer noch aktuell

Veröffentlicht am 25.07.2025

Frau über Bord

Girls' Trip - Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise.
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Zum Inhalt:
Giselle lädt drei Freundinnen - Emi, Viv und Maggie - zu einem letzten Turn auf der Privatjacht ihres Vaters, eines amerikanischen Senators, ein. Am Morgen vor der Ankunft ist Giselle spurlos ...

Zum Inhalt:
Giselle lädt drei Freundinnen - Emi, Viv und Maggie - zu einem letzten Turn auf der Privatjacht ihres Vaters, eines amerikanischen Senators, ein. Am Morgen vor der Ankunft ist Giselle spurlos verschwunden und ein Überwachungsvideo zeigt, wie sie von Maggie ins Wasser gestoßen wird. Diese kann sich zwar nicht erinnern, aber ihre Vorgeschichte legt - und das nicht nur ihr - nahe, dass sie tatsächlich für diesen Mord verantwortlich sein könnte.

Mein Eindruck:
Die Autorin wartet mit einer komplizierten Erzählstruktur auf: Tagebucheinträge Giselles in korrekter Reihenfolge, die Vorkommnisse auf der Jacht rückwärts vom Zeitpunkt des Erwachens Maggies nach der Tat, dazu Erinnerungen Maggies vorwärts bis sich die Stränge treffen, dann glücklicherweise nur noch in eine Richtung. So muss man sich beim Lesen wirklich konzentrieren, um den Faden zu behalten. Doch die Konzentration lohnt sich, denn Jan Gangsei verleiht allen vier Damen genügend Hintergrund und Tiefe, dass man mit jeder mitfühlen kann, - einerlei, ob man für ihr Vorgehen Verständnis aufbringt oder nicht. Dabei bleibt auch lange unklar, wer Täter, wer Opfer und wer (wenigstens in Maßen) unschuldig ist und was die einzelnen Figuren antreibt. Einzig das sehr jugendliche Alter nimmt man den Damen nicht immer ab, - dazu agieren sie alle zu oft viel zu abgeklärt, manipulativ und weltmännisch - kurz, zu erwachsen - und das selbst in den Rückblenden, wo sie noch jünger waren als jetzt.
Die Erklärung für die ganze Story und die Charakterentwicklung ist Gangsei jedoch total gelungen und das Ende ist großartig. Jeder, der sich gerne verwirren lässt, bevor er in Gänze aufgeklärt wird, ist mit diesem Buch gut beraten.

Mein Fazit:
Geld, Rache, Charakter - kurz, der American Way of Life