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Veröffentlicht am 28.02.2026

Zwischen Verletzlichkeit und Hoffnung

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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In „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ erzählt Lilli Tollkien eine einfühlsame Geschichte über Verlust, innere Stärke und die leise Kunst, trotz allem weiterzugehen. Der Roman entfaltet seine Wirkung ...

In „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ erzählt Lilli Tollkien eine einfühlsame Geschichte über Verlust, innere Stärke und die leise Kunst, trotz allem weiterzugehen. Der Roman entfaltet seine Wirkung nicht durch Drama oder Spannung, sondern durch feine Zwischentöne und eine Sprache, die gleichzeitig poetisch und klar bleibt.
Im Zentrum steht Lale, die mit den Bruchlinien ihres Lebens konfrontiert wird. Was zunächst wie eine persönliche Krise erscheint, entwickelt sich zu einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit Identität, Trauer und Selbstannahme. Es gelingt, emotionale Schwere mit Momenten von Wärme und Hoffnung zu verbinden. Besonders beeindruckend ist dabei die Art, wie innere Prozesse sichtbar gemacht werden: Gedanken, Zweifel und Sehnsüchte wirken authentisch und nahbar.
Der Titel wird zur Metapher für den Versuch, das scheinbar Unhaltbare festzuhalten – sei es eine Beziehung, ein Traum oder das eigene Selbstbild. Gerade in dieser Symbolik liegt die große Stärke des Romans: Er ermutigt, ohne kitschig zu sein, und spendet Trost, ohne einfache Antworten zu liefern.
Stilistisch überzeugt das Buch durch ruhige, dichte Beschreibungen und glaubwürdige Dialoge. Manche Passagen laden zum Innehalten ein, andere treiben die Handlung sanft voran. Wer temporeiche Spannung sucht, wird hier weniger fündig; wer jedoch literarische Tiefe und emotionale Ehrlichkeit schätzt, findet ein berührendes Werk.
Insgesamt ist „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ ein stiller Roman, der lange nachhallt – ein Buch, das zeigt, wie viel Kraft im Weitermachen liegt.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Zerrissenheit

Zugwind
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Das Cover des Romans finde ich sehr interessant und ungewöhnlich, sodass es neugierig auf die Geschichte gemacht hat. Die Farbgestaltung und die Schriftart finde ich besonders gut gelungen.
"Zugwind" handelt ...

Das Cover des Romans finde ich sehr interessant und ungewöhnlich, sodass es neugierig auf die Geschichte gemacht hat. Die Farbgestaltung und die Schriftart finde ich besonders gut gelungen.
"Zugwind" handelt von der Ärztin, Mutter und Ehefrau Mira Zehmann. Sie ist in Odesa geboren, lebt aber mit ihrer Familie seit einigen Jahren in Deutschland. Als der Krieg in der Ukraine beginnt, nistet sich ein Zugwind bei ihr ein, der sie nicht mehr vollständig verlässt und ihr keine Ruhe lässt.
Ich finde es sehr passend, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Dadurch kann man sich als Leser gut in Mira hineinversetzen, auch wenn sie an manchen Stellen noch distanziert bleibt. Ihre Zerrissenheit zwischen dem Alltag in Deutschland und den Schuldgefühlen bezüglich des Krieges - sie ist hier in Sicherheit, während ihre Familie und Freunde dem Krieg ausgesetzt sind - wird sehr gut dargestellt.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, wirkt an einigen wenigen Stellen jedoch etwas abgehackt.
Alles in allem ist es ein lesenswertes Buch, das ein sehr wichtiges Thema behandelt.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Italienisches Lebensgefühl

Villa Rivolta
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Mit Villa Rivolta legt Daniel Speck einen vielschichtigen Roman vor, der Geschichte und persönliche Schicksale kunstvoll miteinander verwebt: große Gefühle vor historischer Kulisse – atmosphärisch und ...

Mit Villa Rivolta legt Daniel Speck einen vielschichtigen Roman vor, der Geschichte und persönliche Schicksale kunstvoll miteinander verwebt: große Gefühle vor historischer Kulisse – atmosphärisch und zugleich gut recherchiert.
Das Cover mit seiner warmen, mediterranen Gestaltung passt perfekt zur Thematik des Romans und hat mir auf Anhieb gefallen. Im Zentrum der Geschichte steht eine Familiengeschichte, die sich über Generationen spannt und eng mit historischen Umbrüchen verbunden ist. Schauplatz ist Italien, dessen gesellschaftliche und politische Entwicklungen eine bedeutende Rolle spielen.
Der Schreibstil ist bildhaft, flüssig und gut recherchiert. Besonders gelungen finde ich die authentischen Figuren, die mit ihren Stärken und Schwächen glaubwürdig wirken. Manche Passagen sind etwas ausführlich, verleihen der Geschichte aber Tiefe.
Fazit: Für alle, die epische Familiengeschichten lieben, sich für europäische Geschichte interessieren und gern in detailreiche, stimmungsvolle Welten eintauchen, ist es genau das richtige.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Erster Fall des neuen Ermittlerduos

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Das Cover gefällt mir total gut. Das Motiv und die Farbgestaltung sind passend zur Geschichte und die gestanzten und folierten Elemente vermitteln einen hochwertigen Eindruck.
Der Thriller handelt von ...

Das Cover gefällt mir total gut. Das Motiv und die Farbgestaltung sind passend zur Geschichte und die gestanzten und folierten Elemente vermitteln einen hochwertigen Eindruck.
Der Thriller handelt von Luisa Menkhoff, die als kleines Kind entführt wurde und nun als junge Erwachsene eine Vermisstenanzeige der Frau vorfindet, die damals die Lebensgefährtin ihres Entführers war. Damit beginnt eine Spannende Geschichte um die Vermisste, Luisas Vergangenheit und Gegenwart sowie um den ermittelnden Hauptkommissar Ramin Brunner.
Aufgrund des gewählten Schreibstils ist die Geschichte sehr gut und flüssig lesbar, sodass man als Leser nur so über die Zeilen fliegen kann. Des weiteren baut Arno Strobel über das gesamte Buch durchgängig Spannung auf, die erst ganz zum Schluss wieder abfällt.
Die Kapitel werden aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, wodurch der Leser einen umfassenden Blick auf die Geschichte erhält und zudem sowohl zu Luisa als auch zu Ramin eine gute Verbindung aufbauen kann.
Fazit: ein durchaus gelungener Krimi, der bis zum Schluss spannend bleibt.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Der Doppelagent und der Dichter

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Die beiden Hauptfiguren des Romans könnten unterschiedlicher nicht sein: Dieter Germeshausen, der ungesellige, pessimistische Doppelagent und Jakob Dreiser, der positive, redselige, international gefeierte ...

Die beiden Hauptfiguren des Romans könnten unterschiedlicher nicht sein: Dieter Germeshausen, der ungesellige, pessimistische Doppelagent und Jakob Dreiser, der positive, redselige, international gefeierte Dichter. Beide machen sich zusammen auf eine Mission nach Kasachstan.
Magnussons Roman "Die Reise ans Ende der Geschichte" hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil war so locker, beschwingt und mit viel Humor, dass sich das Buch wie von selbst gelesen hat. Obwohl die Hauptfiguren und deren Vergangenheit nicht bis ins letzte Detail beschrieben waren, fühlt man sich im Buch total wohl und kann sich gut in die Charaktere hineinversetzen.
Ich finde es positiv, dass dem Roman ein geschichtlicher Rahmen gegeben wurde und das damalige Lebensgefühl sehr gut transportiert wurde.
Fazit: ein humorvoller und kurzweiliger Roman, der für jedermann geeignet ist.

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