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Veröffentlicht am 11.12.2025

Als Nico eine schlechte Idee hatte

Perla und der Pirat 2
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Mama steckt im Stau fest und schafft es nicht, ihren Sohn Nico Rico pünktlich von der Schule abzuholen. Als die Lehrerin einen Moment nicht aufpasst, schleicht sich der Junge davon - und verläuft sich ...

Mama steckt im Stau fest und schafft es nicht, ihren Sohn Nico Rico pünktlich von der Schule abzuholen. Als die Lehrerin einen Moment nicht aufpasst, schleicht sich der Junge davon - und verläuft sich auf dem Weg nach Hause. Eine große Suchaktion beginnt. Kann Hündin Perla ihr junges Herrchen ausfindig machen?

„Perla und der Pirat“ ist ein Bilderbuch von Isabel Allende und der zweite Band um Hündin Perla, geeignet für Kinder ab vier Jahren.

Das neue Abenteuer erstreckt sich über 29 Seiten. Die Geschichte wird erneut aus der Ich-Perspektive aus der Sicht von Perla erzählt.

Die bunten, aber nicht zu grellen Illustrationen von Sandy Rodriguez sind auch diesmal ein absolutes Highlight. Die Zeichnungen sind wieder niedlich geworden und verfügen über liebevolle Details wie den kleinen Zauberer, der sich auf einigen Seiten versteckt. Gut gefallen hat mir zudem, dass das Thema Diversität auch bei der Gestaltung berücksichtigt wurde.

Auch aus pädagogischer Sicht hat mich das Bilderbuch überzeugt. In der Geschichte, die spannend und unterhaltsam umgesetzt ist, geht es um Mut, um Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Toleranz. Zudem sendet das Buch die Botschaft aus, dass es keine gute Idee ist, sich heimlich ohne Erwachsene wegzuschleichen. Und: Die Handlung regt unter anderem dazu an, über Gefühle und Vorbehalte zu sprechen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Geschichte Jungen und Mädchen mit ganz unterschiedlichen Interessen anzusprechen vermag.

In diesem Band spielen neben Protagonistin Perla wieder die vier menschlichen Mitglieder der Familie Rico eine wichtige Rolle. Mit dem „Piraten“ wird außerdem eine neue Figur eingeführt. Leider erfahren wir nicht, wie der jugendliche Rockmusiker in Wirklichkeit heißt.

Der Text von Isabel Allende, übersetzt von Svenja Becker, ist für die Altersgruppe schon fast zu simpel formuliert. In sprachlicher Hinsicht ist er nur wenig originell, jedoch leicht verständlich. Positiv anzumerken ist auch, dass der Text ohne zusätzliche Erklärungen auskommt.

Der deutsche Titel, der wortgetreu von dem englischsprachigen Original („Perla and the Pirate“) übernommen wurde, macht neugierig. Auch das Cover ist erneut hübsch und passend geworden.

Mein Fazit:
Auch mit der Fortsetzung des ersten Perla-Bilderbuchs hat uns Isabel Allende eine schöne Geschichte geschenkt. Das neue Abenteuer in „Perla und der Pirat“ ist ebenfalls empfehlenswert.

Veröffentlicht am 10.12.2025

Wie frau ihre Finanzen gut managen kann

Finanzipier dich!
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Fonds, Zinseszins, Depot: Die Finanzwelt ist für viele ein unbekanntes, zu komplexes Terrain. Die meisten wissen, dass sie privat für die Rente vorsorgen müssen. Bloß wie? Wo anfangen? Und was beachten? ...

Fonds, Zinseszins, Depot: Die Finanzwelt ist für viele ein unbekanntes, zu komplexes Terrain. Die meisten wissen, dass sie privat für die Rente vorsorgen müssen. Bloß wie? Wo anfangen? Und was beachten? Vor solchen Fragen stehen besonders Frauen.

„Finanzipier dich!“ ist ein Sachbuch von Franziska Stieber.

Das Buch besteht aus neun Kapiteln. Es endet mit einem kurzen Fazit. Im Anhang befindet sich ein Register, um bestimmte Termini noch einmal nachschlagen zu können.

Der Schwerpunkt des Buches liegt darauf, wie Frauen für ihr Alter privat versorgen und sich ein finanzielles Polster für ihren Ruhestand aufbauen können. Dabei werden verschiedene Strategien erklärt.

Zunächst erläutert das Buch die Notwendigkeit privater Vorsorge und hilft dabei, das richtige Mindset dafür zu entwickeln. Danach geht es darum, wie Sparziele gesetzt und ein Investitionsplan erstellt werden können. Unter anderem liefert das Buch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Umgang mit ETFs, wie ich sie in anderen Büchern zum Thema bisher vermisst hatte.

Auch die Grundlagen der gesetzlichen Rente und des Aktienmarktes werden auf den insgesamt knapp 250 Seiten zusammengefasst. Darüber hinaus enthält das Buch unter anderem Tipps für den Vermögensaufbau für die eigenen Kinder, für die finanzielle Absicherung im Fall von Scheidung oder Trennung und für andere Lebensphasen, was das Werk recht umfangreich und umfassend macht. Auch persönliche Erfahrungen lässt die Autorin einfließen.

Zwar beinhaltet das Buch die nötige Finanzsprache. Für die jeweiligen Fachbegriffe hat es allerdings anschauliche Beispiele und Definitionen parat. Positiv aufgefallen ist mir auch, dass die Autorin gendert.

Der Titel mit dem kreativen Wortspiel ist äußerst passend. Das Cover mit dem Foto von Franziska Stieber stellt zwar keinen Bezug zum Thema Finanzen her, gefällt mir aber trotzdem sehr gut.

Mein Fazit:
„Finanzipier dich!“ von Franziska Stieber ist ein leicht verständliches Einstiegsbuch zur privaten Altersvorsorge, insbesondere, aber nicht nur für Frauen.

Veröffentlicht am 09.12.2025

Elise und Valérie kämpfen weiter für ihr Glück

Montmartre - Traum und Schicksal
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Ende des 19. Jahrhunderts in Paris: Tänzerin Elise Lambert und Valérie Dumas, Malerin und Tochter eines Kunstexperten, haben mit Ausnahme ihres Geburtstags nicht viel gemeinsam. Doch beide haben einen ...

Ende des 19. Jahrhunderts in Paris: Tänzerin Elise Lambert und Valérie Dumas, Malerin und Tochter eines Kunstexperten, haben mit Ausnahme ihres Geburtstags nicht viel gemeinsam. Doch beide haben einen Traum. Elise hat es geschafft, im Moulin Rouge als Star-Tänzerin aufzutreten. Aber sie muss dafür Opfer bringen. Valérie würde gerne als Malerin Anerkennung finden, wird jedoch in die Ehe mit dem Künstler Baptiste Germain gedrängt. Auch sie muss für ihre Freiheit kämpfen.

„Montmartre - Traum und Schicksal“ ist der zweite und finale Band der Montmartre-Dilogie von Marie Lacrosse.

Die Handlung von Band 2 schließt an den ersten Teil an und umfasst die Jahre 1889 bis 1895. Sie spielt an wechselnden Örtlichkeiten. Dennoch fällt die Orientierung dank übersichtlich eingefügten Orts- und Zeitangaben leicht. Erzählt wird die Geschichte in 51 Kapiteln, die sich über vier Teile erstrecken und von einem Pro- und einem Epilog eingerahmt werden.

Wieder einmal liefert das Paperback umfangreiches Zusatzmaterial: einen Stadtplan von Montmartre vom Ende des 19. Jahrhunderts, eine vollständige Personenübersicht, ein Quellenverzeichnis, eine Liste der erwähnten Kunstwerke und Erläuterungen zu Stilrichtungen der Malerei. Dieser bemerkenswerte Service trägt dazu bei, dass sich der Roman auch ohne Vorkenntnisse wunderbar verstehen lässt.

Wie schon im ersten Band nehmen zwischenmenschliche Themen und Konflikte viel Raum ein, was die Geschichte immer wieder berührend macht. Darüber hinaus spielen erneut die Künste eine wichtige Rolle, insbesondere der Tanz und die Malerei. Dabei schafft der Roman eine mühelos erscheinende Kombination von Unterhaltung und historischer Wissensvermittlung, denn es sind immer wieder interessante Details aus der französischen Historie in den Text eingewebt.

Die beiden Protagonistinnen, Elise Lambert und Valérie Dumas, stehen auch diesmal im Mittelpunkt. Zwei sympathische und interessante Charaktere, deren Schicksale ich gerne weiterverfolgt habe. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Figuren, darunter historische Persönlichkeiten und Charaktere, die an solche angelehnt sind.

Auf den rund 580 Seiten bleibt die Handlung kurzweilig und zugleich glaubwürdig. Schon nach den ersten Kapiteln entsteht ein Lesesog, dem ich mir nur schwer entziehen konnte.

Auch bei diesem Roman wird die Autorin ihrem Ruf gerecht, eine vorbildliche Recherche zu betreiben. In ihrem sehr lesenswerten und informativen Nachwort „Dichtung und Wahrheit“ gibt sie erneut preis, welche Details fiktiv und welche historisch belegt sind. Zudem bietet es einordnende Erläuterungen.

In sprachlicher Hinsicht ist der Roman ebenfalls gelungen. Die Dialoge wirken lebensnah, die Beschreibungen sind sehr anschaulich und eindrücklich. Gut gefallen hat mir auch, dass das Vokabular zwar ein wenig an die Zeit vor mehr als 100 Jahren angepasst ist, aber der Text dennoch unangestrengt wirkt und sehr gut lesbar ist.

Das Covermotiv und der Titel fügen sich prima zum ersten Band. Beides passt zudem zum Genre.

Mein Fazit:
Mit dem Abschluss ihrer Montmartre-Saga beweist Marie Lacrosse ein weiteres Mal, dass sie ein Garant für lesenswerte historische Unterhaltungsliteratur ist. Mit „Montmartre - Traum und Schicksal“ hat sie einen würdigen Abschluss ihrer neuesten Saga geschrieben. Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 05.12.2025

Litas ungewöhnliche Geschichte

Mr. Saitos reisendes Kino
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Fabiola Cordero de Dios wurde im Jahr 1910 in Buenos Aires geboren. Nur 17 Jahre später wird sie schwanger. Ihre Tochter Carmelita, genannt Lita, wächst ohne ihren Vater auf. Als die beiden die Heimatstadt ...

Fabiola Cordero de Dios wurde im Jahr 1910 in Buenos Aires geboren. Nur 17 Jahre später wird sie schwanger. Ihre Tochter Carmelita, genannt Lita, wächst ohne ihren Vater auf. Als die beiden die Heimatstadt in Argentinien verlassen müssen, landen sie bei ihrer Flucht mit dem Schiff auf Upper Puffin, einer abgelegenen Insel vor Neufundland. Dort trifft Lita auf ungewöhnliche Menschen, die ihr Leben nachhaltig beeinflussen…

„Mr. Saitos reisendes Kino“ ist ein Roman von Annette Bjergfeldt.

Der Roman umfasst sieben Teile, die wiederum aus kurzen Kapiteln bestehen. Erzählt wird - mit mehreren Zeitsprüngen - in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Lita. Die Handlung umspannt mehrere Jahrzehnte, beginnend im Jahr 1910.

Der Schreibstil ist anschaulich und atmosphärisch, sodass der Roman viele Bilder vor dem inneren Auge erscheinen lässt. Mit seinen ausschweifenden Passagen und dem langsamen Erzähltempo habe ich mich teilweise allerdings etwas schwergetan.

Die Figuren, allen voran Protagonistin Lita, sind interessant und werden mit warmherzigen Blick gezeichnet. Auffallend ist jedoch, dass einige Charaktere sehr speziell dargestellt werden.

Auf der inhaltlichen Ebene ist gleich zu Beginn von einer Liebesgeschichte die Rede. Doch der Roman beinhaltet noch viel mehr. Es geht unter anderem um Themen wie Herkunft, Abstammung und Heimat, aber auch um Träume, Zusammenhalt und Freundschaften. Das macht die Geschichte facettenreich und besonders.

Auf den mehr als 500 Seiten hält die Handlung einige Überraschungen bereit, die mal mehr, mal weniger realistisch wirken. Die Geschichte ist sehr emotionsbetont und weiß zu berühren, ohne zu sehr ins Kitschige abzudriften.

Das hübsche Covermotiv mit dem Papageientaucher und der Filmrolle fängt den Inhalt und die Stimmung des Romans gut ein. Der deutsche Titel weicht ein wenig vom dänischen Original („Mr. Saitos Rejsebiograf“) ab, was ich in diesem Fall für unerheblich halte.

Mein Fazit:
Meine hohen Erwartungen hat „Mr. Saitos reisendes Kino“ von Annette Bjergfeldt zwar nicht in Gänze erfüllt. Dennoch habe ich den unterhaltsamen Roman gerne gelesen und kann ihn durchaus bedenkenlos weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 05.12.2025

Bruderlose Nacht

Der brennende Garten
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Das Jahr 1981 in Jaffna im Norden von Sri Lanka: Die fast 16-jährige Sashikala Kulenthiren, genannt Sashi, möchte Ärztin werden. Aber dann bricht ein brutaler und langer Bürgerkrieg aus und reißt ihre ...

Das Jahr 1981 in Jaffna im Norden von Sri Lanka: Die fast 16-jährige Sashikala Kulenthiren, genannt Sashi, möchte Ärztin werden. Aber dann bricht ein brutaler und langer Bürgerkrieg aus und reißt ihre Heimatstadt auseinander. Zwei ihrer Brüder werden in die Auseinandersetzung hineingezogen und schließen sich den Kämpfern an - mit fatalen Folgen. Auch K, ein ein Jahr älterer Junge aus der Nachbarschaft, für den sie Gefühle entwickelt hat, ist bei den Tamil Tigers.

„Der brennende Garten“ ist ein Roman von V. V. Ganeshananthan, der unter anderem mit dem Women's Prize for Fiction im Jahr 2024 ausgezeichnet worden ist.

Der Roman ist sehr klar strukturiert: Auf einen Prolog folgen fünf Teile, die sich wiederum in insgesamt 20 Kapitel gliedern. Die Haupthandlung umspannt die Jahre 1981 bis 1989 und spielt vor allem in der Stadt Jaffna und in Colombo (beides Sri Lanka). Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Sashi.

Die Sprache ist klar, aber nicht platt. Die Dialoge wirken lebensnah. Die Beschreibungen sind eindringlich.

Die Tamilin Sashi ist eine interessante Protagonistin: intelligent, mutig und sympathisch. Eine authentische Figur, mit der ich mitfühlen konnte.

Die Geschichte schildert die Kindheit und Jugend Sashis, das Aufwachsen in einer besonders schwierigen Zeit. Es ist also einerseits ein Coming-of-Age-Roman.

Andererseits beleuchtet die Geschichte das Entstehen und den Verlauf des Bürgerkriegs, das Bestreben der Tamilen nach Unabhängigkeit und den Pogrom von 1958. Dabei ist dem Roman die intensive, fundierte Recherche anzumerken. Er wirft Fragen auf: Was bedeutet Terrorismus? Was macht ein Bürgerkrieg mit ganz normalen Menschen und insbesondere Frauen? Wie ist man sich selbst treu im Umfeld von Gewalt und Schrecken? Zudem spielen Unterdrückung, Diskriminierung und feministische Aspekte eine Rolle. Dies alles verleiht der Geschichte Facettenreichtum und Tiefe.

Auf den mehr als 450 Seiten ist Roman kurzweilig und berührend. Die Handlung ist zwar immer wieder dramatisch, bleibt aber stimmig und glaubwürdig.

Der deutsche Titel klingt gleichermaßen poetisch wie dramatisch, weicht aber erheblich vom englischsprachigen Original („Brotherless Night“) ab. Das passende Covermotiv hingegen orientiert sich an den fremdsprachigen Ausgaben.

Mein Fazit:
„Der brennende Garten“ von V. V. Ganeshananthan ist nicht nur eine sehr bewegende Lektüre, sondern auch ein Buch, das interessante Einblicke in die Historie Sri Lankas bietet. Ein in mehrerer Hinsicht empfehlenswerter Roman.