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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2026

Wunderbarer Roman

Unterwasserblau
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»Wann wurden wir mehr als das, was unsere Eltern aus uns gemacht haben?« (Seite 252)

Mitten in einen Kurzurlaub mit ihrer Schwiegerfamilie erreicht Jessica ein Anruf ihrer älteren Halbschwester Sandra, ...

»Wann wurden wir mehr als das, was unsere Eltern aus uns gemacht haben?« (Seite 252)

Mitten in einen Kurzurlaub mit ihrer Schwiegerfamilie erreicht Jessica ein Anruf ihrer älteren Halbschwester Sandra, ihr Vater sei gestorben. Auf dem Weg zur Beerdigung fängt Jessica an, gedanklich in die Vergangenheit zu reisen, zurück ins Elternhaus, das voller Schweigen gefüllt war und ist, wo sie sich immer unsichtbar glaubte, damals als Kind.

»Das Treppenhaus hallte mit jedem Schritt und roch nach Gemüsesuppe. Vielleicht saß weiter oben ein einsames Mädchen auf den Stufen und wartete darauf, dass seine Mutter mit Schweißgeruch in den Klamotten und der Unzufriedenheit der Welt im Gesicht nach Hause kam.« (Seite 159)

Die Ich-Erzählerin Jessica ist ein spezieller Mensch, schüchtern und voller Ängste marschiert sie durch die Welt, versteckt sich hinter ihrem Mann und verschließt die Augen vor fast jedem Problem. Erst der Tod des Vaters bringt etwas ins Rollen, das sie wohl am meisten überrascht und mich als Leserin gleich mit. In schöner Sprache lässt Petra Hucke ihre Figur in der Vergangenheit schwelgen, die plötzlich anders erscheint, als bisher gedacht. Erste zaghafte Versuche folgen, aus alten Mustern auszubrechen, bis der Wille erwächst, auch die Gegenwart zu ändern, bevor es zu spät ist. Ein leises Buch, das zum Lachen und Weinen einlädt, aber auch amüsiert und nachdenklich macht. Ein toller Roman über Familie und Liebe sowie die eigene Kraft, die in uns ist.

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Wieder genial!

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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In einem Video werden skandalöse Einzelheiten über eine angebliche Affäre des Bundeskanzlers veröffentlicht. Das Gesicht der jungen Frau im Videoclip wurde unkenntlich gemacht, dennoch gibt es genug Hinweise ...

In einem Video werden skandalöse Einzelheiten über eine angebliche Affäre des Bundeskanzlers veröffentlicht. Das Gesicht der jungen Frau im Videoclip wurde unkenntlich gemacht, dennoch gibt es genug Hinweise auf die Orte, von denen sie spricht. Kurz darauf verschwindet Kanzler Henrik Westphal spurlos. Die BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski stoßen im Zuge der Ermittlungen auf eine Leiche, die vermuten lässt, dass es sich um die Frau aus dem Video handelt. Bald mischen weitere staatliche Stellen mit und Art Mayer selbst gerät ins Visier der Behörden.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den vierten Teil der Reihe mit Art Mayer und seiner Partnerin Nele Tschaikowski. Man kann es zwar unabhängig von den vorherigen Büchern lesen, wird dann aber oft das Gefühl haben, dass einzelne Puzzleteile fehlen, da diese Geschichte auf allen drei vorhergehenden Teilen aufgebaut ist. Ich würde empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten, denn obwohl vieles wiederholt und erklärt wird, gibt es trotzdem fehlende Details, die wichtig für den Gesamtzusammenhang sind. Da alle Teile großartig, um nicht zu sagen phänomenal gut sind, dürfte dies für die interessierten Leserinnen und Leser eine Bereicherung sein.

Wie bei Marc Raabe üblich, bin ich sofort in der Story drin, die mich innerhalb weniger Minuten so fesselt, dass ich alles um mich herum ausblende und vergesse. Dies bleibt bis zur letzten Seite so, keine einzige der insgesamt 576 Seiten ist zu viel - im Gegenteil könnte der nächste Band gerne doppelt so dick sein. Die Geschichte begeistert mich, auch wenn ich einige Male tief graben muss, weil die Vergangenheit wieder eine große Rolle spielt, die vorherigen Teile sich perfekt in die Story einfügen und ich gezwungen bin, mir die abgeschlossenen Ermittlungen erneut ins Gedächtnis zu rufen. Routiniert führt mich der Autor durch verschiedene Erzählstränge, erzeugt Nebenstrecken und fügt diese am Ende perfekt zusammen, ohne dass Fragen offen bleiben. Ich suche, ich rate, ich ahne und bin im Finale dennoch verblüfft, welcher Ausgang sich mir bietet, die Überraschung ist wirklich riesig. Dies war spannend, dies war phantastisch, dies war großes Kino auf hohem Niveau. Genial!

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Spannend und wendungsreich

Hörst du den Schrei?
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Die Journalistin Mathilde Wold hört im Krimi-Podcast von Markus Heger von einem Fall, der sich vor fünfzehn Jahren in Fagernes, Norwegen, ereignet hat, wo sie gerade vorübergehend wohnt und arbeitet. Damals ...

Die Journalistin Mathilde Wold hört im Krimi-Podcast von Markus Heger von einem Fall, der sich vor fünfzehn Jahren in Fagernes, Norwegen, ereignet hat, wo sie gerade vorübergehend wohnt und arbeitet. Damals verschwand die siebenjährige Leah spurlos, ihr Vater Tobias Forsberg wurde für den Mord an ihr in einem Indizienprozess verurteilt. Kurz darauf verschwindet Mathilde Wold und Markus Heger begibt sich auf ihre Spur, was den Fall betrifft. Bald schon findet er Hinweise darauf, dass der verurteilte Täter wahrscheinlich nicht der Mörder war, dieser also immer noch frei herumläuft.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den Reihenauftakt einer neuen Buchreihe mit dem Podcaster Markus Heger sowie die erste Zusammenarbeit der Autoren, die beide gemeinsam mehr als zwölf Millionen Exemplare ihrer eigenen Bücher verkauft und unzählige Preise erhalten haben. Ich war gespannt auf diesen Kriminalroman und wurde nicht enttäuscht. Das Buch ist ruhig, oft mehr Roman als Krimi, hält aber permanent eine gewisse Spannung, die zum Schluss fast unerträglich wird, als ich ungeduldig auf die große Enthüllung warte.

Ein interessanter Fall, ein sympathischer Protagonist, überraschende Wendungen und Verdächtige, die mich immer wieder meine Meinung darüber wechseln ließen, wer die schuldige Person sein könnte. Perfekt gelegte Fährten führten in die Irre und so konnte mich die Lösung überraschen, obwohl ich zuletzt auf der richtigen Spur gewesen bin. Dies minderte jedoch nicht im geringsten meinen Lesespaß, weil es letztendlich unvermeidbar war. Ich werde diese Reihe definitiv im Auge behalten, hoffe, dass es bald weitergeht und freue mich darauf!

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Liebenswerte Frankie

Eine wie Frankie
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Frances Howe ist in Schwierigkeiten, es ist das Jahr 1965, und nach einem unangenehmen Vorfall ist sie völlig mittellos und ohne Obdach in New York gestrandet. Die Großstadt gleicht einem Dschungel, besonders ...

Frances Howe ist in Schwierigkeiten, es ist das Jahr 1965, und nach einem unangenehmen Vorfall ist sie völlig mittellos und ohne Obdach in New York gestrandet. Die Großstadt gleicht einem Dschungel, besonders für ein unbedarftes und naives Mädchen aus der irischen Provinz. Wie es dazu kommt, dass aus Frances Frankie wird, sie ihr Leben an der Seite eines Künstlers verbringt und sogar ein Restaurant ihr eigen nennt, davon handelt dieses Buch.

Frankies Reise von Irland nach England, unfreiwillig nach Amerika und dann nach London zurück hat mir aufregende Lesestunden geschenkt. Von dem jungen und schüchternen Mädchen zur Geschäftsfrau mit eigenem Laden, das war kein leichtes Unterfangen, und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dabeigewesen zu sein. Frankies Leben war ein einziges Ab und Auf, ich fand es sehr spannend, ihr dabei über die Schulter zu sehen. Graham Norton versteht es wie kaum ein anderer, sogar aus banalen Situationen ein Ereignis zu machen. Eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und schöne Künste, aber auch ernsthafte Themen, die den damaligen Zeiten geschuldet sind, finden Eingang ins Buch. Dies war ein großer Lesegenuss. Leb wohl Frankie, es war schön mit dir, mach es gut!

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Rasante Action

Das Event
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Kommissaranwärterin Maxi Adler kehrt an ihren Geburtsort zurück, ihr Aufenthalt auf Helgoland ist jedoch zeitlich begrenzt. Sie hat zugestimmt, bei Streitigkeiten in ihrer Familie zu vermitteln, was sie ...

Kommissaranwärterin Maxi Adler kehrt an ihren Geburtsort zurück, ihr Aufenthalt auf Helgoland ist jedoch zeitlich begrenzt. Sie hat zugestimmt, bei Streitigkeiten in ihrer Familie zu vermitteln, was sie bald bereut. Kommissarin Leandra Kern hingegen ist die neue Leiterin der Polizeidienststelle, auch sie hat persönliche Gründe für ihre Versetzung auf das Eiland. Als in einem seit längerem leer stehenden Hotel das Event »Horror auf Helgoland« aufgeführt werden soll, passieren seltsame Dinge und kurz darauf sehen sich beide Frauen mit der ersten Leiche konfrontiert.

Seit dem ersten Kriminalroman der sympathischen Journalistin und Autorin Antje Zimmermann lese ich deren Bücher, statt der erwarteten Fortsetzung ihrer Krimireihe »Frau Faust« rund um die Kriminalhauptkommissarin Kata Sismann wurde ich mit dem vorliegenden Thriller sowie zwei neuen Frauenfiguren überrascht. Ein leer stehendes Hotel, ein Event, das an »Shining«, den berühmten Horrorklassiker von Stephen King, angelehnt ist und seltsame Vorgänge auf der Insel Helgoland, kann das funktionieren? Es kann und es hat, soviel kann ich bereits vorab verraten! In knackig kurzen Kapiteln baut die Autorin eine Spannung auf und weiß auch Schockmomente richtig zu nutzen. Hierbei schießt sie zwar manchmal übers Ziel hinaus, dies sei ihr jedoch verziehen, immerhin legt sie einen Thriller und keinen Tatsachenroman vor. Ob es mit Maxi und Leandra weitergeht, bleibt am Ende offen, ich jedenfalls freue mich auf eine Fortsetzung oder einen anderen spannenden Fall. Lesen!

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