Wir vergessen nicht
Die Kinder von IzieuAm 06. April 1944 ist die Welt im Kinderheim von Izieu noch in Ordnung, die 44 dort untergebrachten jüdischen Kinder sowie deren Betreuer rechnen nicht mit der Unmenschlichkeit, die ihnen unerwartet widerfährt, ...
Am 06. April 1944 ist die Welt im Kinderheim von Izieu noch in Ordnung, die 44 dort untergebrachten jüdischen Kinder sowie deren Betreuer rechnen nicht mit der Unmenschlichkeit, die ihnen unerwartet widerfährt, als während der Frühstückszeit draußen Wehrmachtsangehörige nebst drei Gestapo-Offizieren auftauchen. Die Kinder und die anwesenden Erwachsenen werden in Lastwagen verfrachtet, einzig Léon Reifman rettet sich mit einem Sprung aus dem Fenster, und ins Gefängnis Montluc gebracht, von wo aus sie am nächsten Tag nach Drancy überführt werden. Eine Woche nach der Razzia deportiert man die meisten von ihnen nach Auschwitz-Birkenau, der Rest folgt einige Zeit später. Nur die Erzieherin Léa Feldblum kehrt lebend zurück.
Nikolaus »Klaus« Barbie war ein deutscher Kriegsverbrecher, der wegen seiner Grausamkeit unter der Bezeichnung »Der Schlächter von Lyon« zu zweifelhaftem Ruhm gelangte. Von 1942 bis 1944 war er Chef der Gestapo in Lyon, mit einem seiner schlimmsten und niederträchtigsten Verbrechen beschäftigt sich die vorliegende Graphic Novel.
Vor einiger Zeit las ich eine Graphic Novel über Klaus Barbie, bei dem es mir sehr schwer fällt, ihn Mensch zu nennen, solch grausame Verbrechen hat er begangen. Eines davon haben Pascal Bresson und Giulio Salvadori thematisch verarbeitet, mich damit beeindruckt und sehr bewegt. Einem Denunzianten war es zu verdanken, dass unschuldige Kinder und deren Betreuer damals abgeholt und in den sicheren Tod geschickt worden sind. Einen Verdacht gab es zwar, aber an Beweisen hat es leider gefehlt, um diesen Menschen dafür zur Verantwortung zu ziehen. Das vorliegende Werk beleuchtet die Umstände, beschäftigt sich mit dem Gerichtsprozess und lässt Überlebende zu Wort kommen. Die Geschichte hat mich berührt und ich finde es großartig, dass eine Erinnerung an die vielen Toten weiterhin besteht. Gegen das Vergessen.