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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2025

Über Generationen hinweg

Flusslinien
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Die 102 Jahre alte Margrit wohnt in einer Seniorenresidenz, der zuständige junge Fahrer bringt sie täglich in den Römischen Garten, wo sie an vergangene Zeiten denkt. Arthur hat Schuldgefühle, er schweigt ...

Die 102 Jahre alte Margrit wohnt in einer Seniorenresidenz, der zuständige junge Fahrer bringt sie täglich in den Römischen Garten, wo sie an vergangene Zeiten denkt. Arthur hat Schuldgefühle, er schweigt darüber und spricht auch sonst nicht viel. Das tut Luzie ebenfalls nicht, die gerade achtzehn Jahre alt wurde und die Schule geschmissen hat, die Gründe dafür behält sie für sich. Langsam und behutsam, immer auf dem Sprung zurück, nähern sie sich an, diese drei Menschen, deren Lebenslinien so unterschiedlich verlaufen sind.

Fast wäre er mir entgangen, dieser großartige Roman mit Margrit, Luzie und Arthur, fast hätte ich ihn nicht gelesen, nicht in die Hand genommen und nicht beigewohnt dieser Reise aus dem Schatten ins Licht. Ein toller Schreibstil, drei Perspektiven und ein Fluss, mehr brauchte es nicht, um mich zu begeistern mit einer Geschichte, die so abwechslungsreich war. Zeitgeschichte, Familienroman, Drama und Tragödie, dazu eine Prise Liebe und Verzweiflung, Verrat und auch Schmerz. So viel erlebt, so viel ertragen, wie soll man das verarbeiten, wie weiterleben und hinter sich lassen? Und geht das überhaupt, wo lässt man diese Wut? Ich war gespannt, wo es hingeht, war neugierig darauf, welche Auflösung es gibt, enttäuscht wurde ich nicht. Gerne empfehle ich diesen Generationenroman weiter. Lesen!

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Zusammen ist man trotzdem allein

Dein Herz, ein wildes Tier
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Staci, Ray, Ernie und Coral sind auf der Flucht, sie verstecken sich in Texas, mieten sich mit geklautem Drogengeld ein Haus und spielen heile Welt, was ihnen erstaunlich leicht gelingt. Bald aber ist ...

Staci, Ray, Ernie und Coral sind auf der Flucht, sie verstecken sich in Texas, mieten sich mit geklautem Drogengeld ein Haus und spielen heile Welt, was ihnen erstaunlich leicht gelingt. Bald aber ist klar, dass die zehn Riesen, die sie unterschlagen haben, nicht ausreichen und auch sonst sind die Tage ihrer Gemeinschaft gezählt.

»Die Angst, auf der Flucht zu sein, war dem großen Unbehagen gewichen, als Fremde aufeinander angewiesen zu sein. Sie wussten, dass sie zu einem neuen Zuhause fuhren, auch wenn es nicht von Dauer sein würde, aber die Heimatlosigkeit umhüllte sie wie ein Schwarm Kriebelmücken.« (Seite 72)

Eine Ex-Stripperin, ein abgekämpfter Biker, ein ehemaliges Heimkind mit Depressionen und Aussetzern sowie ein Teenager, Kind von Junkies, der nicht spricht und meistens neben der Spur ist, um es vorsichtig auszudrücken. Alle haben eine Vorgeschichte, Narben auf der Seele, und auch sonst sind ihre Körper gezeichnet, manche Spuren sieht man außen nicht und dennoch sind sie da. Diese vier machen sich auf, unfreiwillig, nicht geplant, aber nicht planlos und mit einem gewissen Ziel auf den Weg.

Ehrlich gesagt, war ich zu Beginn ein wenig irritiert, als ich den ersten Satz las: »Dies ist eine Liebesgeschichte, nebenbei gesagt«. Und das war es, aber irgendwie auch wieder nicht. Es war ein Roadtrip der besonderen Art, eine Suche nach einem Zuhause, nach einer Gemeinschaft, Vertrauen, Liebe und Glück. Wünsche, Träume, Hoffnungen, aber auch der Kick nach dem schnellen Geld spielten eine Rolle und über allem schwebte permanent ein Unheil, wie ein fernes Grollen, das man körperlich spürt, auch wenn es noch weit genug entfernt ist. Die Erzählstimme kam zudem regelmäßig darauf zurück. Ich fand die Story abgedreht, total crazy, zuweilen lustig, aber auch traurige Momente waren zur Genüge dabei. Wer nun wissen möchte, was der auf dem Cover abgebildete Gepard mit dem Ganzen zu tun hat, macht sich auf die Reise und findet es selbst heraus. Ich wünsche gute Unterhaltung, aber auch Glück. Es lohnt sich!

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Widersprüchlich

Zwischenschritte
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Brigitte ist am Boden zerstört, seit ihr Sohn Michael vor einem Jahr bei einem Unfall ums Leben kam. Sie verlässt Haus und Mann und reist nach Frankreich, das Land, das ihr Sohn geliebt hat. Dort trifft ...

Brigitte ist am Boden zerstört, seit ihr Sohn Michael vor einem Jahr bei einem Unfall ums Leben kam. Sie verlässt Haus und Mann und reist nach Frankreich, das Land, das ihr Sohn geliebt hat. Dort trifft sie auf den über fünfzehn Jahren jüngeren Buchhändler Christian, der ebenfalls eine sehr emotionale Zeit durchmacht. Die beiden so unterschiedlichen Menschen nähern sich einander an, ohne zu wissen, wo die Reise hingeht.

Dieses Buch lässt mich zwiespältig zurück. Die beiden Hauptprotagonisten haben mich leider nicht erreicht, obwohl es thematisch sicherlich einiges mitzufühlen gibt. Aber - und natürlich folgt nun das Aber, das ich gerne versuche, zu begründen. Brigitte trauert ihrem Sohn hinterher, den sie allerdings seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat, mit dem sie lange keinen Kontakt hatte. Christian trauert, obwohl es keinen wirklichen Trauerfall in seinem Leben gibt. So richtig sympathisch sind sich beide nicht, sodass ich die Anziehung an dieser Stelle nicht nachvollziehen kann. Bedauerlicherweise finde auch ich Brigitte und Christian nicht liebenswert genug, was schwierig ist, wenn es um Gefühle zwischen ihnen und auch solche geht, die ich beim lesen empfinden sollte und wollte, was mir jedoch nicht gelang.

Ich könnte nun so weitermachen, was dazu führen würde, dass ich die komplette Geschichte verrate, diese spoilere, wie es heutzutage so schön heißt, was ich hier natürlich vermeiden will. Am besten macht sich die Leserin und der Leser selbst ein Bild. Gute Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Grandioser Reihenstart

Dunkle Sühne
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Am späten Abend des 04. Juli findet ein Feuerwerk statt, in der gleichen Nacht verschwinden zwei Teenager. Eines der vermissten Mädchen ist die Tochter der besten Freundin von Debuty Emmy Clifton, die ...

Am späten Abend des 04. Juli findet ein Feuerwerk statt, in der gleichen Nacht verschwinden zwei Teenager. Eines der vermissten Mädchen ist die Tochter der besten Freundin von Debuty Emmy Clifton, die wiederum die Tochter des zuständigen Sheriffs ist. Emmy quält sich mit Schuldgefühlen, weil sie kurz vor dem Verschwinden der Mädchen eines von ihnen abgewiesen hat, als diese mit ihr sprechen wollte. Bald ist klar, dass die Mädchen viele Geheimnisse hatten, und dass manche Bewohner von North Falls alles dafür tun würden, dass ihre eigenen düsteren Verfehlungen nicht ans Licht kommen.

Karin Slaughter gehört für mich zu den besten Autorinnen, wenn es um Thriller geht. Ihre neben zahlreichen Einzelbänden bereits dritte Reihe zeichnet sich durch eine unfassbar komplexe Geschichte aus, in einem perfekten Tempo erzählt, die mit einer Reihe von unerwarteten Wendungen dafür sorgt, dass es keine Atempausen auf dem Weg zur Lösung gibt. Ihre Figuren sind vielschichtig, jeder Nebencharakter fein gezeichnet, nie weiß man als Leser, wer wichtig oder völlig nebensächlich ist. Die Spannung steigt mit jeder Seite, der permanente Nervenkitzel bringt mich fast um den Verstand, und als ich schon sicher bin, alles durchschaut zu haben, setzt die Autorin noch einmal nach und erstaunt mich mit ihrem Einfallsreichtum. Und das nicht nur einmal.

Mit diesem Reihenauftakt hat Karin Slaughter erneut bewiesen, dass sie eine Meisterin ihres Fachs ist. Ich kann es kaum erwarten, dass es weitergeht in North Falls, und freue mich unbändig drauf. Lesen!

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Falsche Erwartungen

Das Leben fing im Sommer an
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Der fünfzehnjährige Chris ist verliebt, ausgerechnet in Debbie, das seiner Meinung nach schönste Mädchen der Schule. Plötzlich interessiert sich Debbie für ihn und neben seiner großen Leidenschaft für ...

Der fünfzehnjährige Chris ist verliebt, ausgerechnet in Debbie, das seiner Meinung nach schönste Mädchen der Schule. Plötzlich interessiert sich Debbie für ihn und neben seiner großen Leidenschaft für Fußball ist da nur noch dieses Mädchen in seinem Kopf. Ein Sommer beginnt, wie es noch keinen solchen gab. Zumindest für Chris nicht.

Bedauerlicherweise hatte ich gänzlich falsche Vorstellungen, um was es im Buch geht, habe lediglich den Text auf der Rückseite gelesen und nicht den Klappeninnentext. So ist mir nicht aufgefallen, dass Christoph Kramer über sein fünfzehnjähriges Ich schreibt, das mitten in der Pubertät und auf der Suche nach der ersten großen Liebe ist. Dies nimmt mehr als das halbe Buch in Anspruch, dann erst folgt der im Klappentext erwähnte Roadtrip, der in meinen Augen aber nur ein halber war. Überwiegend beschäftigt sich der Protagonist mit einem Mädchen, seiner Akne und damit, dass da ja noch der Fußball ist. Als Jugendbuch wahrscheinlich eher zu empfehlen, für mich persönlich leider nicht das richtige.

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