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Veröffentlicht am 05.10.2025

Eher schwach

Die Unbehausten
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Willa Knox ist freie Journalistin ohne Aufträge, ihr Mann Iano hat seine Professur verloren, der gemeinsame Sohn Zeke ist nach einer Tragödie alleinerziehend und quasi mittellos. Als ob das nicht genug ...

Willa Knox ist freie Journalistin ohne Aufträge, ihr Mann Iano hat seine Professur verloren, der gemeinsame Sohn Zeke ist nach einer Tragödie alleinerziehend und quasi mittellos. Als ob das nicht genug wäre, ist das Haus der Familie eine baufällige Ruine, die von Grund auf saniert werden müsste. Vor 150 Jahren lebt an gleicher Stelle ein Lehrer namens Thatcher Greenwood. Charles Darwin Evolutionstheorie erschüttert die Welt, es wird gestritten und diskutiert. Was verbindet die Familien über Jahrzehnte hinweg miteinander? Ist es das viktorianische Haus oder die ähnlichen Lebensumstände, die eine Gemeinsamkeit schaffen?

»Es ging darum, ob die Evolutionslehre unterrichtet werden durfte. Er bekam Schwierigkeiten mit dem Schuldirektor und den Stadtvätern und wurde zurechtgewiesen.« (Seite 389)

Fiktion trifft historische Fakten, zwei Zeitebenen bemüht die Autorin hierfür, kann das funktionieren? Für mich persönlich leider nicht, denn das hier nach ihrem grandiosen „Demon Copperhead“ übersetzte, zeitlich allerdings Jahre davor geschriebene Buch konnte mich nicht überzeugen. Nach einem interessanten und amüsanten Anfang verlor mich die Geschichte beim ersten Zeitsprung und danach wurde es nicht wirklich besser. Die geschichtlichen Ereignisse waren faszinierend, das schon, allerdings hat mir das Gesamtkonstrukt einfach nicht gefallen. Die Charaktere weckten keine Emotionen bei mir und blieben mir bis zuletzt fremd. Hier lag die Latte nach dem eingangs erwähnten Werk eben sehr hoch und meine Erwartungen wurden nicht erfüllt. Schade, aber nicht zu ändern. Dennoch freue ich mich auf weitere Bücher der Autorin und verbleibe solange in freudiger Erwartung.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Bunt und wild

Der Traum des Jaguars
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Als ein Neugeborenes auf den Stufen einer Kirche abgelegt und von einer stummen Bettlerin mitgenommen wird, ahnt noch niemand, dass Antonio Borjas Romero einst einer der berühmtesten Männer von Venezuela ...

Als ein Neugeborenes auf den Stufen einer Kirche abgelegt und von einer stummen Bettlerin mitgenommen wird, ahnt noch niemand, dass Antonio Borjas Romero einst einer der berühmtesten Männer von Venezuela werden wird. Seine große Liebe Ana Maria macht ebenfalls eine Karriere als Ärztin, die gemeinsame Tochter Venezuela, geboren während der Revolution, macht ihr Glück perfekt. Diese wählt jedoch, anders als ihre Eltern, einen anderen Weg, um glücklich zu sein.

Als bunt, mitreißend und magisch wurde die Geschichte mir gegenüber angepriesen, und das war sie auch. In vier Abschnitten wurde nicht nur das Leben und Schaffen von Ana Maria und Antonio sowie deren Tochter und Enkel beleuchtet, sondern auch die historische Geschichte von Venezuela eingeflochten und eindrucksvoll erzählt. Dies führte jedoch dazu, dass die Figuren bis zuletzt blass blieben und ich keinerlei Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Zu viel Drumherum passierte, zu viele Personen, Orte und Ereignisse mussten in dem schmalen Band untergebracht werden, sodass zu wenig Raum für große Gefühle blieb. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen, danach die historischen Fakten recherchiert und dazugelernt über eine faszinierende Zeit, die für mich neu gewesen ist. Danke dafür.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Frauen können Helden sein!

Die Frauen jenseits des Flusses
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Frances McGrath ist einundzwanzig Jahre alt, als sie sich bei der US-Army verpflichtet, um ihrem Bruder nach Vietnam zu folgen in den Krieg. Als Krankenschwester wird sie dort mit den Gräueln des Krieges ...

Frances McGrath ist einundzwanzig Jahre alt, als sie sich bei der US-Army verpflichtet, um ihrem Bruder nach Vietnam zu folgen in den Krieg. Als Krankenschwester wird sie dort mit den Gräueln des Krieges konfrontiert und lernt dabei, über sich selbst hinauszuwachsen. Die größte Herausforderung aber erwartet sie bei ihrer Rückkehr aus dem Vietnamkrieg.

»Wir, meine Generation, waren die Letzten, die noch an Gut und Böse geglaubt haben. Wir haben auf das vertraut, was unsere Eltern uns über Recht und Unrecht beibrachten, über den amerikanischen Mythos von Gleichheit, Gerechtigkeit und Ehre. Ich frage mich, ob je wieder eine Generation an so etwas glauben wird.« (Seite 525)

Das Vietnam Veterans Memorial ist das am meisten besuchte Denkmal auf der National Mall in Washington, es besteht aus drei Teilen und eine davon ist eine Mauer, auf der die Namen von über 58.000 Soldaten aufgelistet sind, die im Vietnamkrieg gefallen sind. Es sind Namen von acht Frauen darauf eingraviert, alles Krankenschwestern, die dort ihren Dienst geleistet haben und währenddessen gestorben sind. Lange Zeit mussten sich die Frauen, die in Vietnam gedient haben, anhören, es hätte »keine Frauen in Vietnam« gegeben. Diesen Frauen gibt Kristin Hannah mit dem vorliegenden Buch eine Stimme und zeigt, dass auch Frauen Helden sein können. Dieses Buch ist eine Hommage an die tapferen Frauen, die ihrem Land gedient haben und hart dafür kämpfen mussten, damit dies zur Kenntnis genommen und öffentlich gewürdigt wird.

Über den Vietnamkrieg habe ich viele Filme, Dokumentationen und Reportagen gesehen, unzählige Geschichten gehört und wegen der dort geschehenen Gräuel ein großes Entsetzen verspürt. So richtig verstanden habe ich die Zusammenhänge jedoch nie, was sich mit dem vorliegenden Buch nun aber gründlich geändert hat. Was mir bisher nicht aufgefallen war, ist, dass in den Verfilmungen lediglich die Heldentaten der Männer im Vordergrund stehen, Frauen kommen dort lediglich als Beiwerk vor. Dies ist in der Geschichte von Kristin Hannah anders, die Frances »Frankie« McGrath in den Mittelpunkt stellt. Über fünfzehn Jahre lang begleite ich Frankie und ihre Familie.

Ich habe mich zusammen mit Frankie mit Enthusiasmus nach Vietnam begeben, habe mit ihr dort unvorstellbares Leid gesehen und schlimme Dinge erlebt. Ich war dabei, als sie nach Hause zurückkehrte und gedemütigt wurde, sah ihre Verzweiflung, weinte mit ihr und fühlte ihren Schmerz. Ich suchte mit ihr nach einem Platz im Leben, fiel, scheiterte, stand auf und kämpfte gegen die Traurigkeit, die Trauer und die Erinnerungen an Dinge, die mit aller Macht an die Oberfläche drängten, verbunden mit noch mehr Schmerz. Unzählige Taschentücher habe ich verbraucht, ein Auf und Ab der Gefühle erlebt, gelitten, geliebt und gehofft. Das Ende war dramatisch, tränenreich und dennoch voller Hoffnung. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Für mich leider zu politisch

Teddy
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Teddy heiratet den Diplomaten David und zieht mit ihm nach Rom. Dort will sie das glamouröse und aufregende Leben einer Diplomatengattin führen, was anfangs gelingt. Dann aber holt sie nicht nur ihre Vergangenheit ...

Teddy heiratet den Diplomaten David und zieht mit ihm nach Rom. Dort will sie das glamouröse und aufregende Leben einer Diplomatengattin führen, was anfangs gelingt. Dann aber holt sie nicht nur ihre Vergangenheit ein, bestimmte Umstände führen zu Unannehmlichkeiten, die drohen, den schönen Schein zum Platzen zu bringen.

»Ich hatte ein paar schlechte Angewohnheiten. Ein paar Neigungen, mit denen ich mir gelegentlich Probleme einhandelte - Dinge, die ich meist vor meiner Familie verbergen konnte, die ein Ehemann jedoch irgendwann bemerken würde.« (Seite 35)

Der Klappentext versprach, was der Inhalt nicht halten konnte. Ich hatte eine Geschichte erwartet über eine Frau in den 1960er Jahren, die für Frauen bekanntlich mit vielen Einschränkungen behaftet waren, um es lapidar auszudrücken. In Teilen bekam ich diese auch, dazu aber zusätzlich eine Frauenfigur, die mir nicht nur unsympathisch, sondern - und ich entschuldige mich, aber mir fallen andere Begriffe für Teddy nicht ein - naiv, oberflächlich, verwöhnt, faul und bedauerlicherweise auch völlig hohl war. Schön und modisch angezogen zu sein, war ihr wichtiger als eine eigene Meinung zu haben. Partys und Empfänge sowie verschiedene Pillen, um zu funktionieren, standen im Vordergrund, obwohl sie keinerlei Pflichten zu erfüllen hatte. Sie hinterfragte nichts, die Hauptsache war, in einem schönen Kleid zu feiern und wichtige Persönlichkeiten zu treffen. Das wurde mir auf die Dauer leider etwas langweilig.

»Ich zerlegte mich selbst. Ich wollte jedem Mann, der Interesse zeigte, ein Stück von mir geben, bis nichts mehr da war, weswegen man sich Sorgen machen musste. Bis ich völlig verschwunden war.« (Seite 300)

Zusätzlich zum verdrehten Frauenbild und einer Protagonistin, die völlig darin aufging, war ich überrascht von der Menge an Politik im Buch. Ja, natürlich war es die Zeit des Kalten Krieges, die Zeit der Spione und der Spannungen, das ist mir schon klar. Jedoch waren meine Erwartungen gänzlich andere, sodass auch in dieser Hinsicht mein Lesegenuss sehr geschmälert wurde. Daran änderte auch die überraschende Wendung, die einiges ins andere Licht rückte, nichts. Insgesamt ein Buch, das für mich persönlich eine Enttäuschung war.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Trügerische Erinnerungen

Before we were innocent
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Bess hat Joni seit langer Zeit nicht mehr gesehen, nicht seit die gemeinsame Freundin Evangeline vor zehn Jahren im Urlaub auf der griechischen Insel Mykonos tödlich verunglückt ist. Damals standen Bess ...

Bess hat Joni seit langer Zeit nicht mehr gesehen, nicht seit die gemeinsame Freundin Evangeline vor zehn Jahren im Urlaub auf der griechischen Insel Mykonos tödlich verunglückt ist. Damals standen Bess und Joni unter Verdacht, wurden allerdings von jeder Schuld freigesprochen. Nun fordert Joni bei Bess einen Gefallen ein, sie soll ihr ein Alibi geben, ohne zu erfahren, um was genau es geht. Denn Bess steht in Jonis Schuld seit der Tragödie vor einem Jahrzehnt, als beide einen Pakt geschlossen und gelogen haben.

»Wir sind wieder da, wo wir so unbedarft und schamlos und lebendig sein konnten, wie wir wollten, keinen Gedanken daran zu verschwenden, uns zu zügeln oder dass irgendetwas davon uns je wieder einholen könnte.« (Seite 331)

Die Übersetzung des englischen Titels lautet »Bevor wir unschuldig wurden« und genau darum handelt das Buch. Drei Freundinnen fahren in den Urlaub, nur zwei von ihnen kehren zurück. Was dort passiert, erfahren wir auf zwei Zeitebenen und aus der Sicht von Bess, die sich quälend langsam daran erinnert und uns daran teilhaben lässt. Für mich war der langsame Aufbau des Buches noch knapp im Rahmen, man muss aber schon mögen, dass der Weg zur Auflösung schwierig und langwierig ist. Wer durchhält, erhält eine großartige Story über das Älterwerden, die Freundschaft und darüber, was passiert, wenn ein ungleiches Verhältnis herrscht zwischen drei Personen, die befreundet, aber eigentlich ziemlich unterschiedlich sind. In der zweiten Hälfte zieht das Tempo dramatisch an, Geheimnisse kommen ans Licht und meine Vermutungen lösen sich im Nichts auf. Einige großartige Wendungen später komme ich ans Ziel und lege das Buch zufrieden und beglückt zur Seite.

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