Sommer, Sonne, Ärger
Blaues Wunder»Eine 70-Millionen-Euro-Yacht, ein Haufen Angestellter, exquisite Küche, traumhafte Unterkünfte und sieben Personen, die alle etwas zu verbergen haben.« (Seite 115)
Der Banker Walter Bronstein lädt zwei ...
»Eine 70-Millionen-Euro-Yacht, ein Haufen Angestellter, exquisite Küche, traumhafte Unterkünfte und sieben Personen, die alle etwas zu verbergen haben.« (Seite 115)
Der Banker Walter Bronstein lädt zwei seiner wichtigsten Mitarbeiter zusammen mit dessen Ehefrauen auf seine luxuriöse Superyacht ein. Walters Frau Rachel und der gemeinsame Sohn David vervollständigen die Reisegesellschaft. Keiner der Gäste ahnt, worum es geht, warum die beiden Kontrahenten eingeladen wurden und ihre Frauen unbedingt dabei sein sollten. Erst nach und nach realisieren sie, dass es um mehr geht als einen Urlaub auf dem Meer. Es geht um alles oder nichts.
»Es heißt, Frauen seien manipulativ. Ich glaube, das müssen sie sein. So wie Wasser Stein nach und nach erweicht und aushöhlt, schlicht weil ihm die Kraft fehlt, ihn einfach zu zerschlagen. Meine Fäuste schüchtern niemanden ein. Was mich gefährlich macht, ist mein Verstand.« (Seite 70)
Die Frauen sind es, die in diesem Drama mit wenigen Akten die Hauptrolle spielen. Nora und Franziska machen den ersten Schritt, kurze Zeit später kommt Rachel hinzu und vervollständigt die illustre Runde. Und die hat es in sich, denn die unumstrittenen Stars des Stücks waren bisher die Männer. Die Alphatiere. Die Macher. Deren Frauen ein Accessoire, eine Beilage, ein Nichts im Vergleich mit ihnen waren, den Herren der Schöpfung, ihrer Frauen größtes Glück. Nicht.
Die wechselnde Perspektive war hier sehr klug gewählt, durch die Erzählungen der Frauen ergab sich erst allmählich ein klares Bild, was die Spannung quälend langsam aufbaute und mich wahnsinnig machte, weil das so genial gelungen ist. Kleine und große Geheimnisse, manche so ungeheuerlich, dass es fast zum fremdschämen war, auf den ersten Blick schillernde Persönlichkeiten, die auf den zweiten nicht halten konnten, was die Verpackung versprach. Das und noch viel mehr machten das Buch zu einem Genuss, das war wirklich wunderbar. Lesen!