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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2025

Das Resultat ist Schrecken

Wütendes Mädchen auf einer Steinbank
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Die achtjährige Aïda möchte zum Karneval, es ist der letzte Abend der Festlichkeiten und ein Besuch vom Vater streng verboten, deswegen gibt sie nach, als die sechsjährige Mimi droht, sie zu verraten, ...

Die achtjährige Aïda möchte zum Karneval, es ist der letzte Abend der Festlichkeiten und ein Besuch vom Vater streng verboten, deswegen gibt sie nach, als die sechsjährige Mimi droht, sie zu verraten, wenn sie nicht mitgenommen wird. Auf dem Fest verlieren sich die Schwestern aus den Augen und so kehrt die Ältere alleine nach Hause zurück, aber ohne Alarm zu schlagen. Mimi bleibt unauffindbar und Aïda verlässt mit sechzehn die Familie, die sie seit dem Unglück wie eine Aussätzige behandelt, und kehrt der Insel den Rücken. Fünfzehn Jahre später meldet sich unerwartet ihre Schwester und erzählt vom Tod des Vaters, Aïda kommt daraufhin mit gemischten Gefühlen in die Heimat zurück.

Die ungewöhnliche Erzählweise macht einen großen Reiz der Erzählung aus, an mich persönlich richtet sich die Stimme, erzählt Vergangenes und springt dann in die Gegenwart zurück. Dazwischen die Geschichte des Vaters, das Leben der Mutter, vermischt mit Fakten über die Insel und ihre Bewohner. So ergibt sich nach und nach ein Gesamtbild, das unaufhaltsam darauf zusteuert, mir zu verraten, was in jener verhängnisvollen Nacht geschah. Meine Vermutung entpuppt sich als falsch, es war nämlich noch tragischer, als ich es mir hätte vorstellen können. Was folgt ist ein Meisterstück, das mich verblüfft, aber auch mit einer gewissen Genugtuung erfüllt. Sprachlich anspruchsvoll, lediglich die hier und da fehlenden oder überflüssigen Buchstaben zerstören manchmal das Leseglück. Insgesamt jedoch lesenswert!

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Sommerlich leichte Lektüre

Eine Leiche unter Palmen
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Große Aufregung herrscht auf Zypern, als zuerst der jährliche Paphos Marathon verschoben werden muss und plötzlich auch noch Menschen verschwinden. Als dann auf einer Baustelle eine Leiche entdeckt wird, ...

Große Aufregung herrscht auf Zypern, als zuerst der jährliche Paphos Marathon verschoben werden muss und plötzlich auch noch Menschen verschwinden. Als dann auf einer Baustelle eine Leiche entdeckt wird, ist Panagiotis »Pana« Polychroniadis alarmiert und hängt sich voll rein, da sein Cousin und Kommissar einer solchen Ermittlung nicht gewachsen scheint. Da kommt es ihm gänzlich ungelegen, dass seine gute Bekannte Ute aus Deutschland angereist kommt und seine Aufmerksamkeit verlangt. Nun muss Pana nicht nur einen Fall lösen, sondern auch die eifersüchtige Freundin besänftigen.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den zweiten Zypern-Krimi von Tina Wälde, der erste Band mit dem Titel »Eine Leiche zum Frappé« hat mir letztes Jahr den Spätsommer versüßt. Dem steht die Fortsetzung in nichts nach. Wieder muss Pana einen Fall lösen und nebenbei dafür sorgen, dass sein eher wenig talentierter Cousin, ausgerechnet der zuständige Kommissar, nicht zu viele falsche Fragen stellt. Die vielen liebenswerten Nebencharaktere tun ihr übriges, das Buch zu einer lustigen und kurzweiligen Lektüre zu machen. Das »Ende - für heute« lässt auf eine Fortsetzung schließen. Ich freue mich darauf!

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Tempo- und wendungsreich

The Twenty
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An einem abgelegenen Platz findet DCI Adam Bishop fünf ausgeblutete Leichen, daneben römische Zahlen, die darauf hindeuten, dass der oder die Täter noch lange nicht fertig sind. Als seine Ex-Frau Dr. Romilly ...

An einem abgelegenen Platz findet DCI Adam Bishop fünf ausgeblutete Leichen, daneben römische Zahlen, die darauf hindeuten, dass der oder die Täter noch lange nicht fertig sind. Als seine Ex-Frau Dr. Romilly Cole sich an ihn wendet und auf Parallelen zu einem dreißig Jahre zurückliegenden Fall hinweist, schickt er sie weg; zu unglaublich wirken ihre Ausführungen. Da passiert ein weiterer Mord und die Beweise deuten eindeutig in die Vergangenheit zurück.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den zweiten Teil der Major Crime Reihe, der (für mich unverständlich) übersetzt wurde, bevor hierzulande der erste Teil erschienen ist. Der erste Teil mit dem Titel „The Echo Man“ wird im aktuellen Buch erwähnt, es wird auf die Ermittlung Bezug genommen, aber nicht allzu viele Einzelheiten verraten, was keinen Einfluss auf die Reihe für uns hat - auch für den (allerdings unwahrscheinlichen) Fall, dass der Reihenauftakt doch noch veröffentlicht wird -, denn angekündigt wurde bereits der tatsächliche dritte Band mit dem Titel „The Puppet Master“ - dies jedoch als zweiter Teil, der bei uns Ende des Jahres 2025 erscheinen soll. In Großbritannien erscheint in diesem Sommer übrigens bereits der vierte Band „The Countdown Killer“, sodass der Nachschub zumindest gesichert ist, denn diese Bücherreihe, die sich um die grausamsten Serienmörder dreht, gehört jetzt schon zu meinen absoluten Favoriten im Genre.

Bereits der Prolog zeigte mir eine ungefähre Richtung, in die die Geschichte geht, mit dem Tempo und der ungeheuren Brutalität hätte ich allerdings nicht gerechnet. Überrascht haben mich auch die vielen unerwarteten Wendungen, die es mir unmöglich machten, einer Täterperson auch nur ansatzweise näher zu kommen. Einige Enthüllungen ließen mir die sprichwörtlichen Haare zu Berge stehen und der unaufhaltsame Weg in Richtung Showdown beflügelte permanent meine Phantasie. Bis zuletzt schaffte es Sam Holland, mich wiederholt zu beeindrucken mit einem Einfallsreichtum, der seinesgleichen sucht. Nichts für zarte Gemüter, aber für nicht zimperliche Fans von brutalen, psychologisch ausgefeilten und wendungsreichen Thrillern sicherlich genau die richtige Mischung. Große Leseempfehlung gibt es dafür von mir.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Farblose Enttäuschung

Blutrotes Karma
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Während die Studenten im Jahre 1968 protestieren und es überall in Paris Unruhen gibt, findet Hervé die brutal zugerichtete und zur Schau gestellte Leiche einer Freundin. Er holt seinen Halbbruder Mersch ...

Während die Studenten im Jahre 1968 protestieren und es überall in Paris Unruhen gibt, findet Hervé die brutal zugerichtete und zur Schau gestellte Leiche einer Freundin. Er holt seinen Halbbruder Mersch hinzu, der bei der Mordkommission arbeitet. Zusammen mit ihm und einer Freundin der ermordeten jungen Frau machen sich die drei auf die Suche nach dem Mörder, die sie bis nach Indien und darüber hinaus führt.

Riesig war meine Vorfreude auf das Buch, seit ich vor geraumer Zeit das vorherige Werk des Autors mit dem Titel »Die marmornen Träume« gelesen habe. Leider wich diese ziemlich schnell einer Ernüchterung, denn nach den ersten hundert Seiten war klar: dies wird kein Vergnügen. Ellenlange Ausführungen zu Politik, Verweise auf diverse politische Gruppierungen und andere Bünde verschiedener Menschen. Die Beschreibung der Örtlichkeiten, der französischen Straßen, Plätze und Parks, fand ich ebenfalls überflüssig, hatten diese letztendlich nichts mit dem Hauptthema zu tun. Meine Hoffnung bestand lange Zeit darin, dass es mit dem Mord dann endlich losgeht und thematisch ein wenig in eine andere Richtung geht, aber leider zerschlug sich diese bald, denn nun kam zusätzlich die religiöse Komponente hinzu, die der Autor genüsslich auf die Spitze trieb.

Insgesamt bleibe ich enttäuscht zurück, der Thriller schaffte es einfach nicht, mein Interesse zu wecken, geschweige denn, mich zu fesseln. Es gab zwar einige spannende Momente, aber dies war mir gemessen an der Seitenzahl einfach zu wenig. Dennoch würde ich es erneut versuchen, denn ich weiß, dass der Autor es auch anders kann.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Fantastische Lesereise in vergangene Zeiten

Nagashino IV: Onryo - Ein Weg mit hundert Steinen
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Kenshin, Kohana und Watanabe-San machen sich auf eine gefährliche Reise, um Yamabushi-Mönche zu finden, die ihnen helfen sollen, Totengeister zu bannen. Ein weiteres Abenteuer und ein Wiedersehen mit den ...

Kenshin, Kohana und Watanabe-San machen sich auf eine gefährliche Reise, um Yamabushi-Mönche zu finden, die ihnen helfen sollen, Totengeister zu bannen. Ein weiteres Abenteuer und ein Wiedersehen mit den bekannten Charakteren der Zeitreisen-Reihe sowie neuen Geschöpfen einer vergangenen Zeit.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den vierten Teil der Jugendbuchreihe von Christiane Kromp, die von den Abenteuern von Kenshin handelt. Die Bücher bauen aufeinander auf und können nicht unabhängig voneinander gelesen werden. Die Buchreihe besticht durch die interessanten Fakten, welche die Autorin mit scheinbarer Leichtigkeit in die Geschichte eingebaut hat, die allerdings eine umfassende Recherche erfordert haben müssen. Eine Zusammenfassung der ersten drei Bände zu Beginn des Buches erleichtert es den Lesern, wieder in die Geschichte einzutauchen.

Auch dieser Teil der Reihe hat mir ausgesprochen gut gefallen. Dieses Fantasy lastige Abenteuer hat seinen eigenen Charme und bei der Begleitung der Charaktere spürt man die Liebe der Autorin zu ihren Figuren. Der Teil ist in sich abgeschlossen, aber weitere aufregende Erlebnisse liegen förmlich in der Luft. Ich freue mich darauf!

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