Cover-Bild Sag mir, was ich bin
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28,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Steidl Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 25.10.2024
  • ISBN: 9783969994030
Una Mannion

Sag mir, was ich bin

Tanja Handels (Übersetzer)

Deena Garvey ist spurlos verschwunden. Für ihre Schwester Nessa bricht eine Welt zusammen, denn Deenas Ex-Freund Lucas, den sie für Deenas Mörder hält, untersagt ihr nicht nur den Kontakt zu ihrer kleinen Nichte, sondern nimmt Ruby auch noch mit nach Vermont. Dort, in der ländlichen Abgeschiedenheit der Inseln im Lake Champlain, lernt Ruby, wie man jagt und fischt, das Land bestellt und sich um Hühner kümmert. Sie lernt, was ihren Vater stolz und was ihn wütend macht. An ihre frühe Kindheit in Philadelphia erinnert sie sich nicht mehr. Bis ihr eines Tages ein Foto ihrer Mutter in die Hände fällt, eine Botschaft ihrer Tante, die seit Jahren alles daransetzt, Lucas zur Verantwortung zu ziehen und ihre Nichte zu beschützen. Ein Schatz, der vor Lucas verborgen werden muss und der sie dazu bringt, die Geschichten ihres Vaters in Frage zu stellen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.01.2026

Eine rundum stimmige Story

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Vermont 2018

Adelaide kocht für Ruby und Clover. Nach Clovers Schlaganfall muss das Essen püriert werden. Adelaide brummt mit dem Pürierstab wahlweise im Nudelauflauf oder in gebackenen Bohnen mit Ahornsirup ...

Vermont 2018

Adelaide kocht für Ruby und Clover. Nach Clovers Schlaganfall muss das Essen püriert werden. Adelaide brummt mit dem Pürierstab wahlweise im Nudelauflauf oder in gebackenen Bohnen mit Ahornsirup und verwandelt alles in eine graue Pampe. Ruby geht zum Hühnerstall, um den Hennen die Gelege wegzunehmen. Sie essen sie nicht, aber Lucas will, dass sie die Eier verquirlt und wieder zufüttert, damit sie die Nährstoffe, die sie verloren haben, wieder aufnehmen können. Ruby war so wütend auf Adelaide und Clover, dass sie ständig einen Stein im Magen spürte. Ruby springt wieder ins Haus, weil das Telefon klingelt. Eine Frauenstimme klingt unsicher an Rubys Ohr: „Ruby, Ruby bist du das?

Als Dan den gelben Umschlag in die Schule brachte, händigte er ihn Ruby persönlich aus, weil er an sie adressiert war. Ruby öffnete ihn und griff nach dem weißen Kuvert darin. Dan überlegte es sich anders, nahm ihr den gelben wieder ab und überreichte ihn der Direktorin. Ruby ließ das Kuvert schnell in ihrem Stiefel verschwinden. Die Direktorin rief Lucas an, der sofort insistierte, er käme den Brief sofort abholen, sie solle ihn auf keinen Fall Ruby geben, sie wisse ja, dass sie gefährdet sei. Ruby ging zu den Waschräumen, setzte sich in eine Kabine und öffnete den Brief. Sie zog ein Foto heraus und sah eine Frau mit einem Säugling auf der nackten Brust. Beide lachten offen und in Ruby stieg ein warmes Gefühl vom Magen zum Kopf. Die Frau sah aus wie Ruby, es musste ihre Mutter sein, an die sie keine Erinnerung mehr hatte. Wenn Ruby nach ihr fragte, wimmelten Lucas und Clover sie immer ab. Sie hätte Ruby und Lucas verlassen, sagten sie ihr, und weil sie Lucas nicht verärgern wollte, hörte sie auf zu fragen.

Fazit: Una Mannion hat eine spannende fiktive Geschichte erschaffen. Ihre jugendliche Protagonistin lebt mit ihrem Vater und dessen Mutter in Vermont. Sie hat keine Erinnerung an ihre Mutter, die plötzlich verschwand, als das Mädchen vier Jahre alt war. Die Schwester der Mutter, Nessa setzt seit vielen Jahren alles daran, ihre Nichte zu kontaktieren. Sie glaubt, dass Rubys Vater ihre Schwester getötet hat. In abwechselnden Kapiteln erfahre ich Rubys und Nessas Sichtweisen und Erlebnisse der letzten Jahre. Wirklich gelungen finde ich den Charakter des Vaters, der einem brodelnden Vulkan gleich jeden kontrolliert und manipuliert. Wenn er seine Selbstkontrolle verliert, wird er gewalttätig. Die Autorin hat einen mächtig kranken Narzissten erzählt und im Laufe der Geschichte blitzt immer wieder auf, wie er Rubys Mutter behandelt hat. Das liest sich sehr spannend. Die Hilflosigkeit der Schwester und das Verhalten von Rubys Vater hat mich richtig wütend gemacht. Die Ereignisse steigern sich, das Bild wird immer klarer und ich wollte, dass der Drecksack zur Verantwortung gezogen wird. Eine rundum stimmige Story, in der es um Machtmissbrauch, Narzissmus und Misogynie geht, die ich wärmstens empfehle.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Ein Buch über die Suche nach der Vergangenheit

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Ein Buch über die Suche nach der Vergangenheit

Ruby wächst seit ihrem vierten Geburtstag bei ihrem Vater und dessen Mutter auf, da ihre Mutter plötzlich verschwunden ist. Die Stimmung zuhause ist angespannt, ...

Ein Buch über die Suche nach der Vergangenheit

Ruby wächst seit ihrem vierten Geburtstag bei ihrem Vater und dessen Mutter auf, da ihre Mutter plötzlich verschwunden ist. Die Stimmung zuhause ist angespannt, da man nie weiß, was den dominanten Vater erregt. Über die Mutter darf nicht gesprochen werden. In die Schule kommt sie erst, nachdem sich das Jugendamt einschaltet, dort eckt sie an, weil sie anders ist.
Jahre später, als sie eine Jugendliche ist, beginnt sie nach ihrer Mutter zu suchen.

Der Roman spielt in verschiedenen Zeitebenen, die manchmal innerhalb eines Kapitels wechseln, springt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, die sich weiterentwickelt.
In der Vergangenheit erfahren wir, wie die Mutter war, lernen die Familie mütterlicherseits kennen und erfahren, dass ihre Tante das plötzliche Verschwinden nie überwunden hat, nicht fassen kann, dass sie ihre Nichte mehr sehen darf und noch immer nach einer Auflösung sucht.
In der Gegenwart lernen wir Ruby kennen, ihr Leben in Vermont, wie ihr Verhältnis zu ihrem Vater und ihrer Oma ist und wie sie sich weiterentwickelt.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, das Setting in Vermont ist traumhaft, die Geschichte sehr packend. Einzig mit den vielen Zeitsprüngen hatte ich meine Probleme, weil ich manchmal nicht mehr wusste, wo in der Vergangenheit die Geschichte sich gerade befindet.

Gerne empfehle ich das Buch weiter, es erinnert entfernt an „Der Gott des Waldes“

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Eine tragische Entwicklungsgeschichte in spannendem, einfühlsamem Schreibstil.

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In vier Teilen auf zwei Erzählebenen entwickelt sich eine brillant konstruierte Kriminalgeschichte über eine toxische Familienkonstellation. Die Szenerien spielen in Philadelphia, Pennsylvania und auf ...

In vier Teilen auf zwei Erzählebenen entwickelt sich eine brillant konstruierte Kriminalgeschichte über eine toxische Familienkonstellation. Die Szenerien spielen in Philadelphia, Pennsylvania und auf einer Insel im Lake Champlain, Vermont.
Zunächst beginnt der Roman mit einem kurzen Telefonat im Mai 2018 zwischen Ruby Chevalier, 18, in Vermont und ihrer Tante Nessa Garvey in Philadelphia. Der kontrollmäßig auftretende, strenge Vater Lucas Chevalier sorgt durchgehend für ein ungemütliches, beklemmendes Ambiente. Zeitlich nicht chronologisch angeordnet entwickelt sich im Verlauf von zwanzig Jahren um das rätselhafte Verschwinden von Rubys Mutter Deena ein psychologisch straff verdichteter Krimi. Um seltsame Machenschaften und Manipulationen des Vaters und um Nessa´s unentwegte Bemühungen um Aufklärung dieses Vermisstenfalles geht es während dieses langen Zeitraumes. Beide Erzählebenen aus der Perspektive dieser zwei Frauen Ruby und Nessa, mit all ihren unkoordinierten Erinnerungen rund um die Familien, treffen sich im Jahr 2018. Thematisiert werden hauptsächlich männliche häusliche Gewalt und Manipulation bis zur ultimativen Überwachung und Bevormundung.

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Manipulation und die Unzuverlässigkeit von Erinnerungen

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Deena lernt auf einem Kostümfest in Philadelphia den um einige Jahre älteren Lucas kennen, sie werden schnell ein Paar und bekommen eine Tochter, Ruby. Ihre Schwester Nessa und ihre Freundin Molly misstrauen ...

Deena lernt auf einem Kostümfest in Philadelphia den um einige Jahre älteren Lucas kennen, sie werden schnell ein Paar und bekommen eine Tochter, Ruby. Ihre Schwester Nessa und ihre Freundin Molly misstrauen Lucas von Anfang an und ihr erster Eindruck bestätigt sich schnell. Lucas gelingt es, die labile Deena, die auch mit Depressionen zu kämpfen hat, völlig zu beherrschen und auch den Kontakt zu ihrer Familie weitestgehend zu unterbinden. Nach einigen Jahren schafft es Deena, sich aus dieser toxischen Beziehung zu befreien, sie zieht mit Ruby zu ihrer Schwester Nessa. Doch eines Tages verschwindet Deena spurlos und Lucas zieht mit Ruby in die ländliche Abgeschiedenheit von Vermont. Hier wächst sie mehr oder weniger abgeschirmt mit ihrem Vater und ihrer Großmutter auf. Erst als die Behörden aufmerksam werden, muss Lucas sie in eine Schule gehen lassen. Er kontrolliert sie auf Schritt und Tritt, will immer wissen, wo sie ist und was sie macht. Er unterbindet Freundschaften so weit wie möglich, erlaubt nur eingeschränkte Mediennutzung und erzählt ihr nichts über ihre Mutter. Kontakt zur Familie ihrer Mutter gibt es überhaupt nicht.
Deenas Schwester Nessa glaubt nicht, dass Deena ihre Tochter einfach im Stich gelassen hat, sie ist fest davon überzeugt das Lucas für ihr Verschwinden verantwortlich ist und sie getötet hat. Auch über die Jahre gibt sie nicht auf, Lucas den Mord an Deena doch noch beweisen zu können und Ruby seinem Einfluss zu entziehen.
Die Geschichte ist großartig erzählt, durch verschiedene Perspektiven (die Handlung wird aus Sicht von Ruby und Nessa erzählt) und Zeitsprünge wird eine unglaubliche Spannung erzeugt.
Nach und nach ergibt sich das Bild einer toxischen und gewalttätigen Beziehung zwischen Deena und Lucas. Neben Manipulation geht es auch um Wahrnehmung und die Unzuverlässigkeit von Erinnerungen. Ruby spürt, dass irgendetwas in ihrer Familie nicht stimmt, kann aber dank der Manipulation ihres Vaters nicht festmachen, was es ist.
Dieser Roman ist so intensiv und fesselnd geschrieben, ich konnte nicht aufhören, zu lesen. Sehr eindringlich, psychologisch dicht – einfach klasse. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Ganz toll!

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Hier kommt ein weiteres Schätzchen aus dem Hause Steidl:

SAG MIR WAS ICH BIN
Una Mannion

Deena Garvey verlässt eines Morgens das Haus ihrer Schwester - doch auf ihrer Arbeit kommt sie nie an. Ihre Schwester ...

Hier kommt ein weiteres Schätzchen aus dem Hause Steidl:

SAG MIR WAS ICH BIN
Una Mannion

Deena Garvey verlässt eines Morgens das Haus ihrer Schwester - doch auf ihrer Arbeit kommt sie nie an. Ihre Schwester Nessa ist überzeugt, dass Deenas Ex-Freund Lucas hinter dem Verschwinden steckt. Zwischen den beiden gab es zuvor immer wieder Konflikte, geprägt von häuslicher Gewalt und Sorgerechtsstreitigkeiten um die gemeinsame Tochter Ruby. Doch trotz intensiver Suche bleibt Deena verschwunden. Nessa zerbricht fast daran, besonders als Lucas mit ihrer Nichte nach Vermont zieht und jeglichen Kontakt unterbindet.
In Vermont wächst Ruby in völliger Abgeschiedenheit auf. Mit ihrer Großmutter Clover und ihrem Vater lebt sie an einem abgelegenen See. Schulbesuch wird ihr vom Vater untersagt - stattdessen lehrt er ihr, wie man fischt, Pilze sammelt und jagt. Sie lernt auch schnell, was ihn wütend macht und welche Fragen sie besser vermeidet, um seinen Zorn nicht zu provozieren. Besonders das Thema „Mutter" ist ein absolutes Tabu - nur eine Frage darüber bringt Lucas in Rage. Ein Foto von ihrer Mutter hat Ruby nie gesehen.

Nessa gibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Ruby auch nach Jahren nicht auf. Sie schickt regelmäßig Briefe nach Vermont, die Lucas jedoch abfängt. Erst als Ruby eines Tages so einen Brief findet, ein Foto ihrer Mutter aus einem dieser Kuverte stiehlt und den Namen ihres Vaters im Internet recherchiert, erfährt sie die erschütternde Wahrheit: Ihre Mutter hat sie nicht einfach nur verlassen - vielmehr ist sie spurlos verschwunden und Rubys Verdacht erhärtet sich, dass ihr Vater ihr nie die volle Wahrheit erzählt - sie sogar vorsätzlich belogen hat.

Una Mannion hat mit diesem Roman ein packendes, tiefgründiges Werk geschaffen. Besonders beeindruckend ist der Perspektivwechsel: Verschiedene Figuren erzählen ihre Geschichte aus unterschiedlichen Zeitabschnitten, sodass sich ein immer klareres Bild von Lucas und seiner Tyrannei ergibt. Der Schreibstil ist prägnant und fesselnd. Und obwohl das Buch mit dem Ende beginnt, bleibt die Spannung bis zur letzten Seite erhalten.

Fazit:
Ein großartiges Buch, das ihr unbedingt lesen müsst!
5/5

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